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Sonntag, 18. Februar 2007

Mysteriöser Tod eines BND-Beamten

Zeuge im BND-Ausschuss - Staatsanwaltschaft ermittelt

Fall Kurnaz: EU wirft rot-grüner Bundesregierung Fehler vor

Berlin - Der Tod eines hochrangigen BND-Beamten, der als ein wichtiger Zeuge
für den BND-Untersuchungsausschuss galt, beschäftigt offenbar die Münchner
Staatsanwaltschaft. Der 57-jährige Unterabteilungsleiter sei wenige Tage vor
Weihnachten in einer Münchner Klinik plötzlich verstorben, nachdem er sich
von einer rätselhaften Erkrankung erholt zu haben schien, berichtet die
"Berliner Zeitung". Die Staatsanwaltschaft München führe jetzt Ermittlungen
zur Todesursache des Mannes durch.

Gewebe wird auch auf Polonium untersucht

"Wir gehen dem Verdacht eines möglichen ärztlichen Kunstfehlers nach", sagte
Oberstaatsanwalt Winkler dem Blatt. Zu diesem Zweck würden die bei der
ersten Obduktion entnommenen Gewebeproben derzeit noch einmal untersucht.

Winkler bestätigte, dass die Proben auch auf mögliche Giftspuren, darunter
unter anderem auf nukleare Stoffe wie Polonium, untersucht werden. Grund
dafür seien "Behauptungen, wonach Verwandte gesagt haben sollen, (der
Verstorbene) habe ihnen gegenüber von einer Vergiftung gesprochen". Der
Oberstaatsanwalt betonte aber, dass es derzeit keine Hinweise auf eine
Vergiftung gebe. Mit einem Ergebnis der Untersuchung sei frühestens in der
kommenden Woche zu rechnen.

Für Journalisten-Bespitzelung verantwortlich

Mit dem Nuklearstoff Polonium war im vergangenen Herbst der nach London
emigrierte russische Ex-Agent Alexander Litwinenko ermordet worden. Der
verstorbene BND-Beamte leitete laut "Berliner Zeitung" zwischen 1998 und
2002 die BND-Sicherheitsabteilung und habe in dieser Funktion die
rechtswidrige Bespitzelung von Journalisten durch den Geheimdienst
verantwortet. Ab 2003 sei er im BND für die Zusammenarbeit mit
Partnerdiensten zuständig gewesen, hauptsächlich mit den US-Geheimdiensten.

Unklar sei bislang, was der Verstorbene über die Kooperation des BND mit den
Amerikanern im Irak-Feldzug 2003 wusste und welche Rolle er dabei spielte.
Sowohl mit der BND-Journalistenaffäre als auch mit der Kooperation im
Irak-Krieg beschäftigt sich der BND-Bundestagsausschuss. (md/dpa)

quelle: http://nachrichten.aol.de/Politik/Mysterioeser-Tod-BND-Beamten-1364990459-0.html
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