Sonntag, 25. Mai 2008

Korruption stellt keine Qualitätsansprüche

Der Eurovision Song Contest 2008 in Belgrad ist das Spiegelbild unserer Gesellschaft. Wie in der Politik wird die augenscheinliche demokratische Abstimmung ins Feld geführt. Beim Vorentscheid bekommt Deutschland auf dubiose Weise drei Titel zur Auswahl gestellt, die in den Hinterzimmern ausgehandelt und durch das Nadelöhr von Redaktion und Plattenfirmen gepresst werden.

Dieses Jahr waren es die No-Angels aus der Plattenküche der RTL-Gruppe, eine "alternde" Band, die noch einmal einem Millionenpublikum präsentiert werden sollte, bei unzufriedenstellenden CD-Verkäufen. Der wahre Hintergrund steckt aber in den GEMA-Gebühren und den Sampler-Lizenzen der offiziellen Eurovisions-CD.

Disappaer von den No Angels



Bei diesem Titel entschied offensichtlich nicht die Qualität, sondern das Major-Label Polydor (Universal) mit einem Resultat aus einer Casting-Show. Diese Girlgroup war es offensichtlich nicht gewohnt live zu singen und repräsentierte Deutschland mit einer außerordentlich schlechten musikalischen Leistung von Misstönen.

Geld wird aber mit dem CD-Sampler verdient. Auf dieser CD erscheint jeder Teilnehmer in einer Millionenauflage in allen teilnehmenden Ländern, außerdem fallen enorme GEMA-Gebühren für diesen TV-Auftritt an. Also ist der Eurovision Song Contest eine Geldmaschine für die Major-Labels und hat überhaupt nichts mehr mit einem Wettbewerb zu tun.

Carolin Fortenbacher mit dem Titel "Hinterm Ozean" wurde nicht gewählt: (Label: Wmi (Warner))



Bei dieser Gegenüberstellung von Carolin Fortenbacher und den No Angles fällt es schwer, an eine ausgewogene Telefonabstimmung zu glauben, da die No Angels massivist von RTL schon im Vorfeld beworben wurden. Gegen diese PR-Maschine ist nur schwer anzukommen, auch wenn Qualität und Können geliefert wird.

Wie in der Politik so auch in der Musik:
Die Eliten kochen sich immer ihr eigenes Süppchen, mit dem Geld der Allgemeinheit.

Eine Million Zuschauer weniger
Die Zuschauerzahlen in Deutschland sind in 2008 um 1 Million zurückgegangen. Dieses Jahr sahen 6,38 Millionen Deutsche den Eurovision Song Contest 2008 in Belgrad. Volker Herres, der neue Programm-Chef des NDR sucht schon wieder nach Verbesserungsmöglichkeiten, um das Interesse in Deutschland zu wecken. Doch der Eurovision Song Contest ist schon lange in Verruf gekommen, nicht erst seit den No Angeles. Es begann bereits mit der übermäßigen und ständigen Präsenz von Ralph Siegel bis hin zu dem seltsamen Auswahlverfahren, das in den letzten Jahren als Vorentscheidung zelebriert wurde.



Der GEMA-Abrechnungsbetrug

Die Musikredaktionen in Deutschland sind zu einem Nadelöhr verkommen, das für Künstler ohne Major-Label keinerlei Chancen eröffnet. Auch der SWR hat seine Plattform auf den Livebühnen für neue und jungen Künstlern verriegelt. Es darf nur noch derjenige auftreten, der im Pool, also durch die wenigen Musikredakteure dazu auserkorenen worden ist. Publikumswünsche werden hier geflissentlich ignoriert, dafür wird Cicero bis zum Anschlag wiederholt und widerholt, denn auch das bringt GEMA-Gebühren. Die Öffentlich Rechtlichen sind der Schlüssel zum GEMA-Geld.

Denn auch die GEMA hat vor einigen Jahren ihren Verteilungsschlüssel geändert. Jetzt wird nur noch derjenige bei der Ausschüttung berücksichtigt, der eh schon GEMA-Gebühren erhält. Der eigentliche Sinn der GEMA ging damit verloren, denn die kleinen Künstler erhalten seit her nichts mehr.

Dazu muss man wissen, dass die Privatenradiosender pauschal abgerechnet werden, also nicht nach gespielten Titel. Da erscheint es doch logisch, dass die Majorlabels alles in Bewegung setzen, dass sie auf ihr GEMA-Grundeinkommen durch die Öffentlich Rechtlichen kommen, damit sie an den Pauschaleinnahmen der GEMA beteiligt werden.


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