Dienstag, 28. Oktober 2008

Der VW-Effekt - Imagen we kick them out



Die VW-Aktien wird jetzt (29.10.08) im DAX mit 10 % Gewichtung gedeckelt.
Nach Medienberichten soll sich Porsche bereits 74 % der VW-Aktien gesichert haben - 20,1 % sind in Landesbesitz.

Da es aber nur noch 5% Streubesitz von VW-Aktien gibt, erscheint eine Gewichtung von 10% immer noch viel, viel zu hoch.

Durch die Kurstreiberei von Porsche hat sich der DAX am 28.10.08 derartig verzerrt und schloss mit einen Plus von über 11 %. Ohne VW hätte er mit 3,7 % im Minus geschlossen.

Es ist ein Schande, dass die BAFIN diesem Treiben zwei Wochen ohne Reaktionen und Konsequenzen zu schaut und erst nach abgeschlossenem Geschäft von PORSCHE zu Taten schreitet. Das ist meiner Meinung nach absichtliche Verschleppung der Aufsichtsichtspflicht.


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Ende Oktober stellt sich der DAX in einem bizarrem Bild dar. Der Dax steht und fällt momentan mit der VW-Aktien. Die VW-Aktien verbucht nie dagewesene Ausschläge von bis zu 500 Euro Anstieg an einem Tag. Diese Aktien steigt, wenn der DAX im Fallen ist und fällt, wenn er nach oben unterwegs wäre. Am 28.10.2008 notierte sie gar kurzfristig bei 1.000 Euro. (
Ich will hier keinen hoch börsianischen Bericht schreiben, sondern einfach nur laut nachdenken.)

Ein Kräftespiel in einem nie dagewesen Ausmaß bietet sich hier als Schauspiel. Ein kontrolliertes Spiel mit der Gier nach dem schnellen Gewinn und als Lohn gibt es einen Weltkonzern - mit realen Sicherheiten aus Produktionsstätten und Immobilien.

Nur ein Gedankenspiel

Stellen wir uns einmal vor ein finanzkräftiger Mann/Frau /Unternehmen oder wer auch immer entschließt, die freien Marktgesetze für sich auszunutzen, weil im mehr Geldmittel zu Verfügung als allen anderen. Stellen wir uns vor, es ist einer der Gewinner der Finanzmarktkrise, dem einige der verlorenen Dollars und Euros aus der Finanzkrise auf seinem Konto verbucht wurden - denn Geld löst sich nicht in Luft auf, sondern verschwindet nur auf einem anderen Konto - wie auch bei der Finanzkrise.

Die imaginäre Person entschließt sich, ein großes Unternehmen zu übernehmen. Er geht aber nicht her und kauft alle Aktien die auf dem Markt angeboten werden, sondern er beschließt, für eine künstliche Nachfrage zu sorgen, damit es ordentliche Kursschwankungen gibt, die die Aufmerksamkeit der Anderen auf diese Aktie zieht. So etwas funktioniert aber nicht alleine, zu diesem imaginären Spiel braucht es wissende Partner, die Aktien auch wieder verkaufen. Das Kursfeuerwerk beginnt.

Einer kauft und verkauft sie an den anderen zu noch teureren Kursen. Das treibt den Kurs an und lockt Spekulanten, bis zum Tageshöchstpunkt - egal ob es sich um Leerverkäufe oder reale Käufe handelt. Letztendlich müssen Fondmanager den Dax nachbilden und durch die steigenden Kurse von VW, die VW-Aktien schwerer gewichten. Das führt zu Kurssteigerungen und gleichzeitig zu Kursverlusten bei anderen Aktien, weil diese aus den Portfolios fliegen.

So trägt letztendlich wieder der kleine Anleger die Zeche mit Kursverlusten in den angeblich sicheren Fonds der Banken. Nicht auszumalen, was passiert, wenn VW aus dem DAX fliegt. Können die Fonds diese Verluste einfach verschmerzen?

Es bleibt jedem einzeln überlassen, für wen Fonds am Ende tatsächlich Vorteile bringen und wer die Zeche immer zu zahlen hat. Es bleibt auch jedem überlassen Fonds zu kaufen. Ob diese Finanzartikel tatsächlich sicherer sind als andere muss auch jeder selber beurteilen.

Tatsache ist: Die VW-Aktien schwankt in nie dagewesenem Maße und bewegt sich in Preiskategorien die jenseits von GUT und BÖSE sind - angeblich soll es Porsche sein, der sich 75 % der Anteile von VW sichern wolle - doch seriöse wäre es in keinem Fall.

In meinen Augen ist die VW-Aktien ein Fall für die Börsenaufsicht und sollte vom Handel ausgesetzt werden. Solche Preismanipulationen sind nicht im Sinne der Börse, wenn die Börse jemals im Sinne einer Sozialen Marktwirtschaft war bzw. eine AG.

Die Frage bleibt: Wo ist die viel gepriesene Finanzaufsicht unserer Bundeskanzlerin Merkel und auch von Peer Steinbrück? Anscheinend spielt Beaufsichtigung bei einem Unternehmen, bei dem Kommunen beteiligt sind, keine Rolle, nur bei absolut private AGs.

Die Fakten

VW notiert um einen KGV von ca. 75 und Daimler gerade mal 3,5. (Der KGV spiegelt das Kursgewinnverhältnis wieder - d. h. der Gewinn wird in ein Verhältnis zum Aktienkurs gelegt und soll darstellen wie lange die Gewinne ausgeschüttet werden müssen bis der Aktienkurs erreicht ist). Bei den momentanen Aussichten für die Automobilindustrie ist das eine klare Überbewertung, doch man muss bedenken, dass VW über außerordentlich hohe Vermögen an realen Gütern wie Produktionsmitteln und Immobilien besitzt.

Bei einer Marktkapitalisierung von ca. 266 Mrd. ergibt sich ein Gesamtanzahl von ca. 300 Millionen VW-Aktien. Zu VW gehören nicht nur Autoproduktion sondern Banken und Immobilienfirmen, die ganze Wohnkomplexe errichteten und finanzieren. So deckt VW die gesamte Wertschöpfung bis zum Kunden im eigenen Konzern ab. (Zahlen zu VW)

Die Porscheaktie und die seltsamen Strukturen der Porsche Automobil Holding SE

Im Gegensatz zur VW-Aktien fällt die Porscheaktie ganz tief, trotz zahlloser Kaufempfehlungen der Profis. Seit 2007 ist die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG ein Tochterunternehmen der Porsche Automobil Holding SE.

Porsche wurde 2001 aus dem MDAX ausgeschlossen, weil die AG nicht bereit war Quartalsberichte vorzulegen, die vorgeschrieben waren. Das führt zu einem enormen Kursverlust, weil Fonds auch diesen Dax nachbildeten und so die Nachfrage nach Porscheaktien sankt. Das gleiche Schicksal droht VW offensichtlich nicht.

Porsche wehrte sich gegen die Quartalsberichte, weil der soziale Frieden bedroht sein. Die Einkommen in den Manageretagen werden auf ca. 120 Millionen geschätzt, die sich auf 6 Personen verteilten. 2007 firmierte nun die Porsche AG in eine Europa AG um - die Prosche Automobil HOlding SE.


Am 3. März 2008 wurden die Porscheaktien optisch verbilligt durch ein Splitting mit 1:10. Das heißt aus einer Aktie werden 10 Aktien und kleine Anleger können wieder einsteigen, trotz gleichbleibender Umsätze und Gewinne. So verselbständigt sich die Börse immer mehr. Porsche notierte am 25.02.08 bei einem Kurs von 1.137 Euro. In unserm Chart können sie leider nur die Kursentwicklung ab Sept. 2008 sehen. Die Aktien kommt von 100 Euro auf momentan 45 Euro.

Somit hat sich die Aktien vom März mit einen Kurs von 1. 137 Euro (Splitt 11,37 Euro) auf 100 Euro hochgearbeitet um dann wieder auf 45 Euro zu fallen, was immer noch deutlich über dem Splittingpreis liegt.

Ferdinand Piech Porsche und VW

Bei Porsche gibt es nur VZ (Vorzugsaktien) also ohne Stimmrecht an der Börse. Die ausschließlich stimmberechtigten Stammaktien liegen bei den Nachfahren von Unternehmensgründer Ferdinand Porsche und Piech.

Von 1993 bis 2002 war Ferdinand Piëch Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, seitdem ist er Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Die Familien Porsche und Piëch kontrollieren den Sportwagenhersteller Dr.Ing. h.c. F. Porsche AG. (Sie ist ein Tochterunternehmen der neu entstandenden Porsche Automobil Holding SE an der Börser). Ferdinand Piëch allein besitzt 13,16 Prozent der Stammaktien von Dr.Ing.h.c.F.Porsche AG.

Er ist nicht nur Aufsichtsratsvorsitzender von VW und Mitglied in den Porsche-Aufsichtsgremien, sondern auch mit 10 Prozent Mitinhaber und Aufsichtsrat der Porsche Holding (Private GMBH 50 % Prosche/ 50 % Piech - davon einige Privatstiftungen) in Salzburg, unter anderem Generalimporteur für die Marken des VW-Konzerns in Österreich und Osteuropa. In der Zeit seines Aufsichtsratsvorsitzes bei der Volkswagen AG und seiner gleichzeitigen Mitgliedschaft im Aufsichtsrat bei der Porsche AG, erwarb die Porsche AG Anfang des Jahres 2005 einen Anteil von zirka 21 Prozent der Stammaktien der Volkswagen AG und baute diesen bis September 2008 auf gut 35 Prozent aus, was einer faktischen Mehrheit auf der Hauptversammlung des Konzerns entspricht. Jetzt sind sogar 75 % geplant.

Der Steubesitz von Porsche liegt bei 50 %. Die neue Porsche Automobil Holding SE ist ein weltweit führender Hersteller der gleichnamigen Sportwagen. Neben dem Automobilbau ist das Unternehmen auch ein Anbieter von verschiedenen Financial Services wie beispielsweise Fahrzeugfinanzierungen, Kreditkarten und Versicherungen.

Porsche im Dritten Reich

Entgegen landläufiger Meinung war Porsche hier mehr involviert als geglaubt und zwar über VW. Er beschäftigte Kriegsgefangene und KZ-Insaßen. In einem Kinderdorf, das eigens für die Kinder der Zwangsarbeiter errichtet wurde, starben nach Aussage von Wikipedia alle Kinder. "Der SS-Arzt Hans Körbel, der deswegen als Kriegsverbrecher angeklagt und 1947 hingerichtet wurde, sagte in seinem Prozess, dass er Porsche Ende 1944 auf einer Direktorenkonferenz über die Situation in dem „Heim“ in Kenntnis gesetzt habe. Soweit bekannt, unternahm Porsche nichts." (WIKI) Mehr Infos unter: http://www.judentum.net/geschichte/vw.htm


Ich will hier keinen hoch börsianischen Bericht schreiben, sondern einfach nur laut nachdenken.
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29.10.2008:
FAZ-Online

Ein Hedge-Fonds namens Porsche
Die raffinierte Strategie der Porsche SE

"Ganz reibungslos schafft es Porsche also doch nicht, VW zu übernehmen, auch wenn die Strategie von Beginn an ziemlich raffiniert war. Mit einem System von Optionen setzte Porsche auf steigende VW-Kurse – die freilich durch den Einstieg des überaus erfolgreichen Sportwagenbauers selbst herbeigeführt wurden. Den fälligen Barausgleich strich Porsche ein und verdiente somit Milliarden, die wiederum für den Kauf von Aktien und Optionen eingesetzt werden konnten. Ganz wie ein Hedge-Fonds setzte Porsche auch Fremdkapital ein, in der sicheren Erwartung, selbst eine Rendite erzielen zu können, die höher ist als die Kreditzinsen."


30.10.2008:
Seltsam! Am 28.10.2008 wurden noch um 10 Uhr über 5.000.000 VW-Aktien gehandelt und am 30.10.2008 gingen gerade mal 800.000 über die Börse.


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