Freitag, 31. Oktober 2008

Drohen jetzt Staatsbankrotte?

Credit Default Swaps Volumen von 55 Bio. USD

Investoren können sich gegen Staatsbankrott absichern - mit Credit Default Swaps (CDS). Eine Kaskoversicherung für Investoren. Doch wer sichert den Versicherer ab? Daran wir schon gearbeitet und bestimmt wir es wieder einmal der Steuerzahler sein.

Hier werden CDS - SWAPS erklärt






Für isländische Papiere bezahlte man noch 2006 eine Versicherungsprämie von ca. 5 Euro für 10.000 Euro-Nennwert in Staatsanleihen, heute liegt dies bei 1000 Euro. Statt zwei Euro müssen Anleger jetzt 31 Euro für eine Absicherung gegen einen möglichen Bankrott der Bundesrepublik Deutschland bezahlen. Bei Griechenland schoss der Preis für die Prämie von elf auf 100 Euro. Bei Italien kostet die Absicherung 90, bei Spanien 85, bei den USA 38 Euro. Besonders teuer sind die CDS für Südafrika (311 Euro für 10 000 Euro Nennwert), die Türkei (431 Euro) und Argentinien (1650 Euro).

2008 wurde das CDS-Volumen noch mit 55 Billionen US-Dollar beziffert, diese Zahl könnte auch als Grundlage zur Berechnung des Welt-BIP genutzt werden, das bei ca. 59 Billionen liegt. Alle Finanzderivate zusammengenommen würden einen nominalen Wert von 531 Billionen US-Dollar (30.06.08) umfassen (Quelle: International Swaps and Derivatives Association ISDA).

Früher verdienten sich die Menschen ihren Unterhalt mit produktiver Arbeit, heute anscheinend nur noch mit diesen Kunstprodukten der Neuen Finanzwelt, für deren Gewinne immer neue Schulden für neues Geld erzeugt werden muss. Der Anteil von produktiver Arbeit im Deutschland-BIP geht aber immer weiter zurück.

Das ist eine absolute Verzerrung der Rückkopplung im Geldfluss an die Arbeitnehmerschaft. Doch die Wertschöpfung aus dem Kapital ernährt sich von dem immer weniger werdenden Arbeitnehmereinkünften. Eine sehr ungesunde Entwicklung, der wir auch die Finanzkrise zu verdanken haben und die Angst der Politiker vor sozialen Unruhen schürt. Diese Einsicht spiegelt sich wohl in der Absichtserklärung, die Bundeswehr im Innern einzusetzen.

Deregulierung als Ursache für die Finanzkrise




Das zügellos vagabundierende Kapital auf den globalen Finanzmärkten verlangt immer mehr Renditen, für das die erzeugte Geldmenge aus produktiver Arbeit schon lange nicht mehr ausreicht. So wurde wie schon 1929 Fantasiesicherheiten für neue Schulden erfunden. Doch auch für die Fantasieprodukte der Neuzeit, die wir heute als faule Kredite kennen, mussten erst einmal ahnungslose real existierende Arbeitnehmer herangezogen werden.

In den USA verkauften die Banker Häuser an Menschen mit der Illusion, dass sie nach ein paaren Jahren erst mit der Ratenzahlungen anfangen müßten und bis dahin hätten sie bestimmt auch wieder eine Arbeit. Solch ein Angebot schlägt keiner gerne aus, wenn er kein Dach über dem Kopf hat oder teure Miete bezahlen muss.

Doch diese Kredite reproduzierten sich in unvorstellbarer Schnelligkeit als Sicherungsinstrument für Refinanzierungsmaßnahmen sämtlicher Banken dieser Welt und so flossen Unmengen an Geld in die Wirtschaft, die gar nicht existieren dürften.

Vorbereitungen zum Showdown - Bilanzfälschung gemäß Gesetzbuch

Dieses Schlamassel dürfen wir heute alle global ausbaden, und zwar mit hohen Staatsverschuldungen, die sich nach den Rettungspaketen automatisch ergeben werden. Die EZB hat schon vorsorglich erklärt, dass sich die EU-Staaten nicht mehr an die 3%-Klausel der Neuverschuldung im Verhältnis zum BIP halten müssen. Eindeutige Signale, das das Risiko einer Inflation erhöht. Auch die Neuordnung der Bilanzierungsregeln der Banken verhübscht das ganze Disaster. Merkel legalisiert mit dieser Maßnahme eigentlich Bilanzfälschungen im großem Umfang.

Wenn ich das richtig verstande haben, buchen die Banken ihre Derivate (das was sie nicht mehr verkaufen können) einfach zum Einkaufspreis als Aktiva. Das wäre wie wenn ich mein verschrottetes Auto als Neuwagen in meine Geschäftseinlage buche.
Allem Anschein nach, werden mit den weltweit geschnürten Rettungspaketen nur Aufschiebpaket geschnürt und die Regierungen geben sich der Illusion hin, eine sanfte Landung vorzubereiten.

Doch wie sollen die Volkswirtschaften dieser Erde eine sanfte Landung vollführen, wenn ihnen Gläubiger im Nacken sitzen und Billionen von Euros, US-Dollar oder andere Währungen plus Zinsen einfordern?

Mit einem sofortigen Stop von neuen Schulden kann nicht gerechnet werden, denn die Regierungschefs aller Länder versuchen auf Biegen und Brechen den Konsum der Bürger anzutreiben und zwar mit neuen Schulden, für die sie noch mehr Sicherheiten hinterlegen müssen. Genau genommen erwartet Steinbrück das gleiche Opfer von den deutschen Bürgern, was die Amerikaner mit ihrer Immobilienkrise schon erbracht haben.




Jetzt sollen alle neue Autos kaufen!

Das sind doch eindeutige Zeichen dafür, dass unser Wirtschaftswachtum ausschließlich von neuen Schulden abhängig ist. Ein STOPP dieses unsäglichen Schuldgeldsystem ist nicht in Sicht, es wird verbissen daran festgehalten.

Bei aller Reformwut unserer Regierungen vergessen sie, dass eine Reform eigentlich Überdenken und einen Neuanfang beinhaltet. Doch offensichtlich wird "Reform" in Führungskreise so interpretiert, dass gewaltsam an alten, verrohten Marktrichtlinen festgehalten wird, die sich schon lange als unsäglich und ungerecht erwiesen haben.

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