Mittwoch, 1. Oktober 2008

Nach Beck (SPD) geht Huber (CSU)

Die Brutalsten sind die Besten, an die erinnern wir uns alle

Das Konzept von "Wer wird Stuperstar" scheint sich auch in der Politik durchgesetzt zu haben. Das Orchester ist da, das Arrangement ist bereits geschrieben, sowie Text und Melodie für den nächsten GOLDJUNGEN stehen fest. Ein paar wenige betreiben Casting in den Reihen der Parteien und bestimmen, dann wer das Lied des großen Liedermachers auf Platz Eins singen darf.

Sollte es wie im Fall Beck, Beckstein und Huber nicht wie gewünscht klappen, sind die Schuldigen schnell ausgemacht. Das Publikum ist zufrieden und läßt den Frust über die Misstöne einfach am auserkorenen Sündenbock aus. Der neue Schreihahn ist zwar vielleicht etwas bunter, schriller oder jünger, aber er besitzt genauso wenig Eigenenständigkeit wie seine Vorgänger, er singt im gleichen Trott weiter. Alles andere wäre Entmachtung der Politfunktionäre.

Es ist immer wieder faszinierend, wie einfach die Menschen gestrickt sind und tatsächlich die Märe der Personalien glauben.

Franz Josef Strauß der Urvater und bayr. Supperstars

Immer wieder wird auf die Beliebtheit von Franz Josef Strauß hingewiesen, seinen angeblichen Erfolge und Akzeptanz in der Bevölkerung. Damals waren aber die Zeiten noch ganz anders. Damals wurden die Kritiker mit Steuergeldern, Steuergeschenken und sonstigen Zuwendungen ruhig gestellt. In der heutigen Zeit ist für solche Sonderausgaben einfach kein Geld mehr da. Wahlbestechung ist in der heutigen Zeit auch für eine CSU unzumutbar.

Wer sich also die AMIGO-Regierung von Franz Josef Strauß zurücksehnt, hat die Geschichte noch längst nicht verstanden. Wir sollten unsere Politiker nicht an den verklärten politischen Persönlichkeiten messen, die im Grund nur Verrat, Korruption und Hinterlistigkeit betrieben, sondern uns Politiker ausschauen, die gerade diesen schöngeredeten Politiker-Licht-Gestalten in die Quere kamen und in die Vergesslichkeit verschwanden.

Aber die Natur des Menschen besteht nun mal leider darin, sich nur an die blutrünstigsten Machthaber zu erinnern und diese auch noch als Helden auszurufen. Die berühmtesten römischen Kaiser war unnachgiebige, brutal und menschenverachtend. Sie lebten von Volskausbeutung. Die Kaiser, die dem römischen Reiche, friedliche Jahre bescherten, sind vergessen worden.

Ebenso werden uns die Römer und Griechen als erfolgreiche Völker erklärt, nur leider vergessen wir, dass deren Reichtum von Sklaven erarbeitet wurde. Solche eine Art von Reichtum will ich persönlich bestimmt nicht anstreben, sondern ich sehe diesen Schwarzen Fleck in der Geschichtsverklärung unserer Zeit, als Manko mit hohem Lehranteil.


In der Politik geschieht nichts per Zufall, alles ist von langer Hand geplant. Die Ideologie der Volksparteien darf sich so kurz vor dem Ziel nicht durch Volksmeinung verwässern lassen. Die Wirtschaft hat nach wie vor das großen Sagen in den "Volksparteien" die eigentlich nur noch, eine Muppetsshow der Hochfinanz sind.

Neoliberal steht drauf und bleibt auch drin!

Nach dem radikalen Schnitt in der SPD durch den Rücktritt von Kurt Beck geht jetzt Erwin Huber aus der CSU. Auf den ersten Blick sind keinerlei Gemeinsamkeiten der beiden zu erkennen. Doch bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass beide sich für die Bürger und gegen den Willen der Partei erfolglos eingesetzt haben und das auch noch an vorderster Position.

KURT BECK

Beck kämpfte gegen die hohen Herren in der SPD und für eine langsame Rücknahme der Agenda 2010. Er machte sich damit zum Lafontainianer. Huber wollte gemeinsam mit Beckstein die Pendlerpauschale anfechten und wechselte damit genauso die Konfession hin zum Linken Lager.

Lassen wir einmal außer Acht, ob die angestrebten Änderungen von Beck und Huber tatsächlich große Wirkung auf die Situation der Bürger gehabt hätten. Ihre Änderungen hätten in jedem Fall weniger Geld für die Wirtschaft übrig gelassen. Denn schließlich muss das Volk kurz gehalten werden. Mit der beschleunigten Umverteilung wird jetzt nicht aufgehört.

Doch beide haben es gewagt, sich gegen die neoliberalen Grundsätze ihrer Parteien, SPD und CSU/CDU zu stellen. Keiner von beiden hätte während seiner Amtszeit nachgelassen, seine Forderungen weiterhin vehement zu vertreten. Das wäre einem Hochvertrag der Parteirichtlinen gleichgekommen, also haben sie sich entschließen lassen, zu gehen.

FRANZ MÜNTEFERING

Für Kurt Beck wurde der alte Schröderfreund Franz Müntefering wieder ins Amt gesetzt. Mit einer nie dagewesenen, kostenlosen Werbekampagne der Medien wurde er als der heilbringende Messias vom Berge der SPD nochmals eingeführt. Müntefering steht mit samt dem Kanzlerkandidaten Steinmeier als Wächter des Lichts für den neuen Neoliberalismus der Sozialdemokraten und wird garantiert keinen weitere Wählerstimme der Partei einbringen - aber das ist nicht so wichtig. Die Reformen müssen durchgebracht werden, wie uns mit welchem Stimmanteil ist egal. Da gibt es per Not auch noch eine Dreier Koalition mit CDU/CSU /SPD und FDP oder auch Grüne.

ERWIN HUBER

Auch der Idealist Erwin Huber dankte für den Egomanen Horst Seehofer erbarmungslos ab. Das Spiel mit der Pendlerpauschale war der CDU wohl doch zu viel, denn schließlich müssen beide Parteien 2009 zur Bundestagswahl gemeinsam antreten. Wo kämen wir denn da hin, wenn sich Politiker auch noch für Steuersenkungen bei den Bürgern einsetzen, wenn die Wirtschaft der Kanzlerin im Nacken sitzt und auf Entlastungen pocht?

HORST SEEHOFER

Seehofer versteht das hohe Geschäft der Politik besser und war schon vor Hubers Ernennung der Favorit der Wirtschaft und auch der CDU. Er stellt sich gerne als verständnisvoller Vater der Nation dar, der aber aufgrund von EU-Entscheidungen oder anderer höherer Gewalten, widerwillig Gesetze verabschiedet, die er sonst gar nicht befürwortet hätte - Beispiel Gentechnik.

Gegen diesen Mann hat Erwin Huber nur seine Ehrlichkeit entgegen zu setzen, mit der in der CSU nach der "verlorenen" Landtagswahl auf einsamen Posten stand. Schließlich soll sich in der Politik der CDU/CSU genauso wenig etwas ändern, wie auch in der SPD. Huber hätte niemals bei der Bundestagswahl 2009 so lügen können wie SEEHOFER.

"Privat ist privat“ hieß die offizielle Losung in der CSU-Spitze 2007, als das uneheliche Kind von Seehofer bekannt wurde. Das Liebesleben des Agrarministers werde nach seiner eindeutigen Entscheidung für die Ehefrau und gegen die Geliebte bei der Wahl des Parteivorsitzes keine Rolle spielen.

Doch Charakterschwächen verflüchtigen sich nicht mit den Lebensjahren, sondern gewinnen an Härte und Stärke dazu. Wer so niederträchtig seine Ehefrau betrügt, kann mit Leichtigkeit alle Bayern unverhohlen anlügen - "schön tun", wie der Bayer sagt...

Die Politik macht sich die Buhmänner selbst


Es sind schließlich noch Reformen zu erfüllen, die aus dem Diktat der Wirtschaft stammen, deren Sprachrohre die Bertelsmann-Stiftung und die INSM sind.

Die Reformerparteien (CDU/CSU und SPD) brauchen zum Publikum hin jeweils eine ehrliche Haut, die sich von der EU und Finanzkrisen beuteln lassen. Ja, dass es sogar so schlimm wird, dass die Wähler Mitleid bekommen, trotz der unsäglichen Entscheiden, die getroffen werden mussten, weil es die äußeren Umstände erzwingen.

Keiner kam jemals auf die Idee, nach zu fragen, wer eigentlich für die immer wieder angeführten äußeren Umstände verantwortlich ist. Immer wieder wird die EU als Bösewicht genannt. Doch dass gerade unsere Politiker die Entscheidungen in der EU durchwinken, die sie uns in der nationalen Presse, dann als Ursache für die Zwangsentscheidungen verkaufen, wird nie erwähnt.

Sie spielen mit uns das Spiel:

" Guter Politiker,
böser Politiker"

und immer wieder fallen wir darauf herein.

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