Die Milliardenbetrügereien des New Yorker Wall-Street-Brokers Bernard Madoff haben viele Stiftungen getroffen. Unter den Opfern Madoffs finden sich auffallend viele wohltätige jüdische Organisationen in den USA. Das hängt offenbar mit dem Vorgehen des Milliarden-Jongleurs zusammen. Madoff hatte sich vor allem in der jüdischen Gemeinde New Yorks einen Namen als Investment-Berater und selbst als großzügiger Spender gemacht - und vielen seiner einflussreichen Freunde geraten, ihr Geld in seiner Firma zu investieren. Viele Stifter von wohltätigen Organisationen verbanden daraufhin offenbar ihre Spende gutgläubig mit dem Hinweis, das Geld gewinnbringend bei Madoff anzulegen.
Liste laut Süddeutsche-Zeitung:
- Das North Shore-Long Island Jewish Health System hat 5,7 Millionen Dollar verloren.
- Die Yeshiva University, eine jüdische Hochschule in New York, hatte zwischen 100 und 125 Millionen Dollar bei Madoff angelegt.
- Hadassah, eine jüdische Frauenorganisation, hat 90 Millionen Dollar eingebüßt.
- Die Picower Foundation, deren Vermögen auf knapp eine Milliarde Dollar geschätzt wurde, hatte bereits vor einer Woche ihre Arbeit einstellen müssen.
- Die Stiftung des Immobilienunternehmers Mort Zuckerman hat 30 Millionen Dollar verloren, ein Zehntel ihres Vermögens.
- Die New York University, die größte Privatuni Amerikas, hat 24 Millionen Dollar eingebüßt.
- Die renommierte Tufts University hat 20 Millionen Dollar verloren.
- Die New York Law School drei Millionen.
- Die Stiftung des Friedensnobelpreisträgers und Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel ist in Existenznot gebracht. Sie hatte 15,2 Millionen Dollar von Madoff verwalten lassen.
Bericht von Schall-und-Rauch
Der Madoff-Skandal ist ein Betrug, aber anders als wir denken



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