Donnerstag, 11. Dezember 2008

Vorboten einer Inflation - Finger weg von Staatsanleihen?

Börse-go.de berichtet:
"Deutsche Staatsanleihen finden kaum Käufer!"

Normalerweise stehen Investoren Schlange, um die begehrten sicheren Papiere zu kaufen. Meyrick Chapman, Anleihenstratege bei der UBS, äußert sich "Das deutet darauf hin, dass die Nachfrage der Bieter nach Regierungsanleihen angesichts des immensen Angebots bereits nachlässt."

Wenn sich diese Produkte einmal nicht mehr so gut verkaufen, dann ist das ein Warnsignal. Regierungen, die Neuschulden im Rekordausmaß machen, um ihre schwachen Volkswirtschaften zu stützen, könnten Probleme bekommen, meinen Analysten.

Die Auktion zweijähriger deutscher Staatsanleihen hat gerade mal so viele Gebote erhalten, um die Vorgabe von 7 Milliarden Euro zu erreichen.

Dass die Nachfrage aber gerade mal so hoch ist, wie das Angebot, so etwas hat es noch nie gegeben. Regierungen müssen Staatsanleihen verkaufen, um an Geld zu kommen. Wenn jetzt bereits kurz nach Ankündigung des deutschen Konjunkturprogramms die Nachfrage nach Staatsanleihen zurückgeht, wirft kein gutes Licht auf die Verkaufsaussichten in den kommenden Monaten.

Regierungen in Europa werden im nächsten Jahr Schätzungen zufolge 1 Billion US-Dollar durch den Verkauf von Anleihen aufnehmen, die US-Regierung liegt bei 2 Billionen US-Dollar. Außerdem werden Banken, die von Regierungen gestützt sind, weltweit 2 Billionen US-Dollar über die Begabe von Anleihen aufnehmen wollen.

Der Anleihenmarkt könnte mit einem Überangebot konfrontiert sein und Regierungen werden gezwungen sein, höhere Zinsen zu zahlen, um noch Käufer zu finden.

Das ist sehr ungewöhnlich - Andere Analysten beschwichtigen

Sie verweisen aber auf die immer noch hohe Rendite von 2,2 Prozent, die auf eine robuste Verfassung des Anleihenmarktes in Deutschland hindeuten. Außerdem nährt sich das Jahresende, zu dem die Nachfrage typischerweise niedriger sei, als sonst im Jahr.

Diese Woche ist die Woche der Anleihen

Deutschland beginnt am 10.12.08 mit 7 Mrd. Staatsanleihen siehe oben und zwei Tage später werden 14 Mrd. Euro große Schatzanweisung fällig.

Holland folgt mit insgesamt 2 Mrd. neuen Staatsanleihen. Gefolgt von Griechenland, Österreich, Spanien und Italien.

Wer soll all diese Staatsanleihen aufkaufen? Die Regierungen der Welt erwarten also von Ihren Bürger, dass diese ihnen auch noch ihr Erspartes leihen, in der Hoffnung das Geld irgendwann mit ein paar Zinsen versehen wieder zurück zu erhalten.

Das zeigt die ganze Perversion unseres Geldsystems. Erst nehmen die Staaten durch Anleihen Schulden bei den Banken auf, die dann wieder an die Bürger weitergebenen werden. Die daraus enthaltenen Zinsen bezahlt der Bürger aus seinen Steuerabgaben.


Pelzig erklärt hier ganz einfach unsere staatliche Geldbeschaffung


Auch 1998 wurde in Russland während der "Rubelkrise" Staatsanleihen ausgegeben, um mit diesem Geld die Wirtschaft zu stützen. Die damaligen Zinssätze stiegen bis auf 117 % an.
(Finanzkrise: Angriff der NEOLIBERALEN auf Russland)

Jetzt wird Russland wieder die selbe Krise vorausgesagt. Börse-go.de schreibt, dass Russland mittlerweile von BBB+ auf BBB herabgestuft worden ist, so ein russischer Zahlungsausfall wahrscheinlicher ist als der türkischen oder philippinischer Staatsanleihen. Erstaunlich ist, dass es noch niemanden in den Sinn gekommen ist, dass die USA eventuell ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nach kommen könnten. Meiner Meinung nach sollte diese Möglichkeit überdacht werden, dass die US-Staatsverschuldung mittlerweile über 10 Billionen USD angekommen ist und die Ausmaße der Finanz- und Wirtschaftskrise mit deren Hilfspaketen noch gar nicht in feste Zahlen gefaßt worden sind.

Es wird berichtet, dass Russland durch den gesunken Ölpreis praktisch über Nacht keine Einnahmen mehr hat. Doch diese Tatsache trifft nicht nur die russische Ölproduktion, sondern sämtliche andere Nationen bzw. Ölkonzerne. Der hohe Ölpreise des letzten Jahres macht Ölförderung auch dort möglich, wo es vorher nicht rentabel war.

Durch den drastischen Eingruch der Weltwirtschaft finden wir jetzt ein Überangebot an Öl vor und die Piraten im Golf von Arden erweisen den Ölmultis sogar noch einen Bärendienst in dem sie Öl-Tanker entführen und so Millionen von Barell vom Markt weg halten.

Unter dieser Betrachtungsweise sehe ich die Ratings für die Staatsanleihen als Barometer für politische Freundschaften, aber nicht als neutrale Bewertung für einen Anleger. Wenn Deutsche Staatsanleihen kaum noch Käufer finden und mit einem hohem, vertrauenswürdigem Rating ausgestattet sind, haben die Anleger ihr eigenes Rating vergeben und Deutschland weit unter der offiziellen Bewertung von der Hochfinanz eingestuft.

Sollte Deutschland also wieder neues Geld durch Staatsanleihen brauchen, muss der Steuerzahler mit höheren Zinsen als Kaufanreiz für die Anleger, in die Tasche greifen. Durch die höheren Zinsen besteht natürlich auch wieder ein schnellerer Bedarf an Staatsanleihen usw. usw. ....... machen bezeichnen das als inflationär.

Natürlich kommt auf diesem "Markt" noch die internationale Konkurrenz, die ebenso frisches Geld für die Stützung ihrer Wirtschaft braucht und auch mit höheren Zinsen locken wird/muss. Wie lange wollen wir dieses perverse Spiel der Hochfinanz noch mit machen?

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