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Mittwoch, 18. Februar 2009

Wegwerfartikel: AUTO

Schreckensmeldungen kamen heute um Mitternacht über den Ticker. GM droht 47.000 Menschen zu entlassen und stellt gleichzeitig Geldforderung an den US-Staat mit ca. 17 Mrd. Erwartet aber ebenso Hilfen von Deutschland für OPEL.

Denn von den Entlassungen sollen auch deutsche Opelmitarbeiter betroffen sein. Gemäß N-TV-Meldungen verursachte das Operative Geschäft der Europaabteilung von GM einen Verlust von rund 8 Mrd. USD für das Geschäftsjahr 2008. Das ist keine Leistungsbilanz, sondern ein Verlustgeschäft. Käufer sind für die deutschen Werke nicht in Sicht. Das gab die GM-Leitung gestern klar und deutlich zu verstehen.




Das grundlegende Problem dieser Krise ist nicht die Produktivität der Werke, die ist zweifellos vorhanden, sondern es gibt immer weniger Käufer für die neu produzierten Autos. Ob sich die Absatzzahlen tatsächlich erhöhen würden, wenn neue 2-Liter Autos vom Band laufen würden.

Soll die Autoindustrie weiter boomen, wie wir Deutschen uns das wünschen, muss das Auto zum Wegwerfartikel umfunktioniert werden.

Auch Subventionen und Abwrackprämien sind kein wirklicher Kaufanreiz - schon gar nicht, wenn sich keiner seines Arbeitsplatzes mehr sicher sein kann. Lt. ADAC gibt es in Deutschland 1,3 Millionen Fahrzeuge, die älter als 9 Jahre sind. Die Abwrackprämie der Bundesregierung ist auf 600.000 Fahrzeuge begrenzt. Deshalb sollte nun wirklich keine Hysterie bei denjenigen ausbrechen, die ihr altes tatsächlich verschrotten lassen wollen. Es wird für alle etwas übrig bleiben, denn nicht jedes Auto, das älter als 9 Jahren ist, ist schrottreif oder gar unter dem Wert von 2.500 Euro. Autohändler gehen jetzt sogar dazu über, die Rabatte für Neuwagen zu kürzen.

Meist wird der Neuwagenkauf im unteren Preissegment finanziert also über weitere Schulden, deren Wertverlust in den nächsten Jahren noch nicht abzusehen ist und im Zuge der fortschreitenden Finanzkrise nicht einmal gesichert ist, dass sämtliche Kredite tatsächlich abgelöst werden können. So ergibt sich nur ein kurzfristiger Effekt in der Bilanz der Autoindustrie, die meist die Fahrzeug auch über ihre eigene Banken finanzieren.

Rüttgers präsentiert Deutschland als erpressbar

Zwar ist NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) in Sachen OPEL medienwirksam in die USA gereist, um wie er so schön sagt, "Opel zu retten". Doch das ist viel mehr ein wahlpolitischer Schachzug als eine ernst gemeinte Hilfe. Diese Spielfeld will man schließlich im Wahlkampf nicht den Linken und schon gar nicht den Gewerkschaften überlassen. Rüttgers, der selbst ernannte CDU-Arbeiterführer nimmt seine Rolle sehr erst, schießt aber garantiert mit seiner überstürzten Reise garantiert übers Ziel hinaus. Er signalisiert lediglich an die GM-Leitung, dass Deutschland mit OPEL auf jeden Fall erpressbar ist und sich bereitwillig in diese Rolle fügt.

Opel stand immer wieder auf der Kippe, nicht erst seit der Finanzkrise. Der Betriebsrat ist in dieser Hinsicht Kampf erprobt. Zwar wird jetzt noch eine staatliche Übernahme von Opel in weiter Ferne geschoben, doch das würde vor der Wahl ein besseres Bild abgeben, als massenhafte Entlassen. Leider ist Rüttgers ohne Plan in die USA gereist. Was würde wohl passieren, wenn GM Opel tatsächlich an Deutschland verkaufen würde? Wem nützt die modernste Autoproduktionsstätte, wenn es keine zahlungskräftigen Abnehmer für die Autos gibt? So käme für die Opelmitarbeiter das verzögerte AUS auf Staatskosten.

Die Politik sollte sich nicht in Aktionismus verfranzen. Doch die Gefahr vor einer Wahl ist sehr groß. Es verführt als Regierungspartei über Steuergelder sich den nächsten Wahlsieg erkaufen zu wollen. Das hat eine lange Tradition, vor allem in der CDU.


Die AUTOBAUER-Bad-Bank

Eine staatliche Übernahme wäre nur ein langsames, kontrolliertes Sterbens einer großen Automarke auf Kosten der Steuerzahler. Es würde aber auch nicht wundern, wenn die CDU auf diese Art ihren Investivlohn aus dem Zylinder zaubern würde. Dieses Instrument könnte sich hervorragend dazu eigenen, den Opel-Arbeitnehmern, die eigene marode Firma ohne Absatzmärkte als Unternehmer schmackhaft zu machen.

So käme der Staat zu einer privaten Autobauer-Bad-Bank und würde sich dadurch die Kosten einer Aufganggesellschaft für die Opelaner einsparen.

Die täglichen Produktionszahlen könnten zwar eine Zeitlang mit Staatshilfen auf Halde produziert werden. Doch was kommt danach? Ein Zwangsgesetz zum Autokauf? Eine Befehlsmarktwirtschaft, diktiert vom Kanzlerministerium?

Überproduktion ohne Entlassungen

Vor dem Problem der Überproduktion steht nicht nur Opel, sondern auch Daimler, BMW und VW. In seinem Daimler-Geschäftsbericht ist klar zu lesen, dass die Verluste des letzten Jahres auf die hohe Haldenproduktion zurückzuführen ist. Schließlich muss auch in dieser Zeit die Lieferanten- und Betriebskosten pünktlich bezahlt werden. Das zehrt an der Substanz jedes Unternehmens, egal wie groß es ist. Die Schieflage GM und OPELs kann nicht nur in der Produktpalette zu suchen sein. Es ist der Zeitgeist, der trotz hoher Schulden kein Perpetuum Mobile ist.

Nüchtern betrachtet ist der Automobilmarkt mit Anbietern übersättigt. Die Modelle unterscheiden sich lediglich nur noch im Logo und im Preis für das Logo. Ein Sterben Opels wäre also eine natürliche Bereinigung des Marktes, hin zum Weltmonopol. So sieht sich nämlich die Marktwirtschaft und auch die soziale Marktwirtschaft der Angela Merkel aus.

Das Fressen der Großen hat eben erst begonnen. Es werden noch einige andere Folgen und nach der Automobilindustrie ist nicht Schluss. Ein staatliches Eingreifen verlängert lediglich die Aktionszeit dieses Prozesses und wälzt die Schulden auf die Allgemeinheit ab. Die Regierungen, die bei diesem Spiel mitmachen, verabschieden einen Ablasshandel für die Verantwortlichen dieses Systems und belohnen sich auch noch reichlich mit Steuergeldern.

Schlecht beratene Regierungen auf der ganzen Welt

In jeder vorangegangenen Krise versuchte die Politik, beraten von der Finanzwirtschaft durch Freihandel und staatlich erzwungener Globalisierung Schaden abzuwenden. Doch jedes Mal tat sich danach ein noch größeres Schwarzes Loch von Schulden und Zinsleistungen auf. Sodass mittlerweile die Politik zu der Überzeugung gekommen ist, dass es niemals mehr möglich sein wird, die Schuldenberge abzutragen.

Immer noch ist die Politik nicht bereit, das Problem an der Wurzel anzugehen. Sondern sie entscheidet sich zum Miteinander mit der Hochfinanz und verschuldet ganze Volkswirtschaften.

Wir müssen uns also damit abfinden, dass wir ewige Zinszahler der Finanzwirtschaft bzw. der Hochfinanz bleiben werden. Das gilt nicht nur für diese und die nächste Generation, sondern für alle anderen nachfolgenden.

Zinslasten die nicht mehr bezahlbar sind
Noch schlimmer wird es, wenn man bedenkt, dass sich diese Krise nur mit horrenden Schulden bewältigen läßt, die eigentlich keiner bezahlen kann. Daraus ergibt sich eine derartige gewaltige Zinslast für die Weltbevölkerung, die nicht mehr zu erbringen ist.

Lassen wir uns weiter tragen, von der Welle der Rettungs- und Konjunkturpakete, wird das System in einer großen Umverteilungsteilungwelle sämtliche Realgüter an die Hochfinanz übereignet. Davon sind nicht nur die sogenannten Normalos betroffen, sondern besonders die Eliten, die sich bis heute in Sicherheit wogen.

Mit der Überschuldung der Staaten und der börsennotierten Unternehmen beginnt die Abschmelze der Kapitalvermögen durch die Auflösung den ihnen gegenüber stehenden Realgüter. Als Beispiel kann Schäffler herangezogen werden.

Was lange Jahr gut ging, wird heute mit horrenden Verlusten bestraft. Es war ein Zeichen der guten Note, Unternehmen per Kredit aufzukaufen, um sich die Bilanzen aufzuhübschen. Dies funktionierte aber nur bei steigenden Börsenkursen.

Heute hat sich die Sachlage gedreht. Jeder frühere Firmen-Zukauf wird heute mit erheblichen Verlusten und Abschreibungen bestraft. Wie im Fall Schäffler muss dafür die Firmensubstanz als Realgut herhalten und Arbeitnehmer verlieren deshalb ihren Arbeitsplatz. Hertie bietet sich auch als wunderbares Beispiel für die systematisch Umverteilung von Firmenvermögen an. Vor einigen Jahren bot ein Investor der strauchelnden Hertieleitung die Übernahme sämtliche Immobilien an, die dann wieder angemietet werden konnten. So konnte der Investor in aller Seelenruhe das gesamte Vermögen der Hertiegruppe sich einverleiben, mit einem minimalen Kapitaleinsatz, aber hohen Mieten.

Anhand dieser Beispiel wird klar, welchen Nutzen Geld tatsächlich hat. Es hat nur die Aufgabe reale Güter gegen Papier und Giralgeld einzutauschen. Weil das Monopol der Geldschöpfung (Fiat-Money) aber einzig und alleine bei privaten Banken liegt, die innerhalb ihrer Branche hierarchisch strukturiert sind, sollte man sich bemühen, die Spitze dieser Pyramide zu finden.


Eine Kettenreaktion im System ist unvermeidlich

Eine Kettenreaktion, die im momentan, mit aller Gewalt aufrecht erhaltenen Finanzsystem unaufhaltsam ist, wir durch die politisch entschlossenen und von der Wirtschaft geforderten Maßnahmen weiter unterstützt.

Auf der einen Seite pumpen die Staaten in nie dagewesener Höhe zukünftige Steuergelder in dieses Finanzsystem und gleichzeitig geht die Industrie auf Sparkurs durch Entlassungen, Kurzarbeit und Lohnkürzungen.

Wie in Gottes Namen soll in diesem Kreislauf ein Konsum und eine natürliche Weiterentwicklung dieses System stattfinden?

Das zeigt, dass die Zielsetzung der Sozialen Marktwirtschaft in keinster Weise mit dem momentanen Geldsystem und der Wertschöpfung in den privaten Banken vereinbar ist. Viel mehr wird deutlich, dass dieses System dazu geeignet ist eine neue feudal orientierte Kapital-Elitengesellschaft herauszubilden, die über allem steht, sogar über der Demokratie.

Politische Entscheidungen richten sich schon seit Jahrzehnten nur noch und ausschließlich auf wirtschaftliche Gesichtspunkte und stemmen sich somit gegen jede demokratische Einstellung. Die Argumentation, dass ein Stützen der Wirtschaft, der Bevölkerung hilft, ist in dem Moment wertlos, wenn sich die Wirtschaft nur noch als nehmende Hand darstellt, um den Finanzdienstleistungsforderungen der Weltwirtschaft nachkommen zu können.

Eine desaströse Entwicklung, die von der Politik niemals unterbunden, sondern gefordert und gefördert wurde und jetzt in nie dagewesenem Ausmaß exzessiv betrieben wird. Mit dem Endresultat, die Bevölkerungen systematisch zu verarmen und der Geldwirtschaft zu übereignen.

Durch die Kooperationen und auch den drohenden Konkurs von GM bahnt sich der nächste Tsunami der neuen Weltordnung an.

Ein Übergriff des Kapital findet jetzt auf höchster Ebene der Realwirtschaft statt und entzieht jeder Volkswirtschaft die Existenz, die sie braucht um die Gier der alles bestimmenden Banken durch Zinszahlungen zu erfüllen.

Kalifornien testet momentan die Insolvenzgrenze an. Seit Montag 16. 02.2009 werden keine Rechnungen mehr bezahlt, aufgrund der hohen Staatsverschuldung. Kalifornien kann sich genau genommen nicht einmal mehr die Herausgabe von Staatsanleihen leisten, in so fern überhaupt noch jemand diesem Staat Geld leihen will.

Andere Staaten werden bald in die gleiche Situation kommen, denn Staatsanleihen setzten voraus, dass grundsätzlich Käufer bzw. bereitwillige Gläubiger vorhanden sind und aufgrund eines Staatsversprechen daran "glauben", dass sie ihr Geld wieder zurück bekommen.

Update 19.02.09:
Schweden läßt sich nicht von GM erpressen. Die schwedische Regierung verweigert GM die erbetenen Kapitalhilfen.

Der schwedische Autohersteller Saab will möglicherweise noch heute einen Insolvenzantrag stellen. Das berichten mehrere Medien in Stockholm unter Berufung auf Unternehmenskreise. Saab gehört wie Opel zum akut angeschlagenen US-Konzern General Motors und steht zum Verkauf. Saab beschäftigt in Schweden 4 000 Mitarbeiter.

1 Kommentar:

  1. Ja ja, der Würgegriff des Geldmarktes nimmt ganz langsam zu. Er presst noch alles aus dem System, was es hier gibt.
    Solange noch Geld von den Steuerzahlern und Konsumenten gutgläubig zur Finanzelite transferiert wird, geht es wohl so weiter.
    Danach folgen Unruhen (USA / EU zerfallen) und aus diesem dramatischen Chaos kann dann eine neue Ordnung entstehen. Die Lösung kommt bald.

    Hoffentlich wachen noch genug Mensch aus ihrer Illusion auf, um ihre EIGENE Ordnung zu gestalten, eine Lösung, die von ihnen kommt und zu ihrem Vorteil ist. Der Sklaverei-Kreislauf soll unterbrochen werden oder die wie Kant sagen würde: Erwachet aus eurer selbstverschuldeten Unmündigkeit. Werdet erwachsen.

    Wünsche allen Lesern dieses überaus spannenden Blogs viel Friede und Mut für sich selber.

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