http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,608829,00.html
Hamburg - Im ZDF wächst der Widerstand gegen eine parteipolitisch motivierte Abberufung von Chefredakteur Nikolaus Brender. Dessen Fünf-Jahres-Vertrag will die unionsnahe Mehrheit im Verwaltungsrat, angeführt von Hessens Ministerpräsident Roland Koch, nicht verlängern. "Käme man damit durch, wäre das ein verheerendes Signal nach innen und nach außen", sagt "heute journal"-Moderator Claus Kleber dem SPIEGEL. "Es darf nicht sein, dass parteipolitische Seilschaften wieder versuchen, nach parteipolitischen Kriterien Journalistenposten im ZDF zu bestimmen."
Brender habe die journalistische Unabhängigkeit des Senders stets "mit breitem Rücken verteidigt" und die Unsitte beendet, Pöstchen nach Parteinähe zu verteilen. "Das hatten wir hier hinter uns. Und so muss es bleiben." Brenders Vertrag läuft noch bis Ende März 2010, allerdings hat er das Recht, ein Jahr vor Ablauf zu erfahren, ob er verlängert wird.
Brender selbst hatte in einer Schaltkonferenz der Redaktionsleiter von einem "Aufstand der Schranzen" gesprochen. Unabhängig vom Votum des Verwaltungsrates werde er seinen Vertrag zu Ende erfüllen - und damit auch während des Bundestagswahlkampfs Chefredakteur bleiben. "Alle, die glauben, sie könnten hier unter dem Schutzschirm der Parteien wachsen, werden nicht reüssieren." Unter Brender, so berichten ZDF-Journalisten, seien Einmischungsversuche der Politik seltener geworden, was auch daran liege, dass er Politiker immer gebeten habe, ihr Anliegen doch schriftlich vorzutragen - was nur selten geschehen sei. Vor einiger Zeit hatte der Chefredakteur im Fernsehrat noch damit gedroht, alle Programmbeschwerden von Politikern und Lobbyisten im Internet zu veröffentlichen.An der Spitze des ZDF wird zwar versucht, die Anti-Brender-Front der Union aufzuweichen. Doch bisher ohne Erfolg. SPD-Kreise haben die Hoffnung auf eine weitere Amtszeit für Brender dennoch nicht aufgegeben. "Brender ist ein herausragender Chefredakteur. Die CDU kann für ein Nein keine auch nur halbwegs nachvollziehbaren Gründe nennen", sagt der Chef der Mainzer Staatskanzlei und Vertraute von Ministerpräsident Kurt Beck, Martin Stadelmaier. "Das Ansinnen der Union birgt die Gefahr, das Ansehen des Senders dauerhaft zu beschädigen."
ZDF-Prominenz will Chefredakteur vor Absetzung durch Union retten
Von Markus Brauck
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,609108,00.html
Tatsächlich sehen die Journalisten im ZDF Brender aber als Garanten für die Unabhängigkeit. Unter ihm, berichten ZDF-Journalisten, seien Einmischungsversuche der Politik seltener geworden - was auch daran liege, dass er Politiker immer gebeten habe, ihr Anliegen doch schriftlich vorzutragen. Das sei nur selten geschehen. Vor einiger Zeit hatte der Chefredakteur im Fernsehrat noch damit gedroht, alle Programmbeschwerden von Politikern und Lobbyisten im Internet zu veröffentlichen.
Dem breiten Publikum ist er im Gedächtnis, weil er nach der SPD-Niederlage 2005 vor laufender Kamera mit dem abgewählten Bundeskanzler Gerhard Schröder aneinander geriet.
Brender habe die journalistische Unabhängigkeit des Senders stets "mit breitem Rücken verteidigt", sagte "heute journal"-Moderator Kleber dem SPIEGEL. Der Chefredakteur habe die Unsitte beendet, Pöstchen nach Parteinähe zu verteilen. "Das hatten wir hier hinter uns. Und so muss es bleiben." Es dürfe nicht sein, "dass parteipolitische Seilschaften wieder versuchen, nach parteipolitischen Kriterien Journalistenposten im ZDF zu bestimmen".
Kleber: "Käme man damit durch, wäre das ein verheerendes Signal nach innen und nach außen." Brenders Vertrag läuft noch bis Ende März 2010 - allerdings hat er das Recht, ein Jahr vor Ablauf zu erfahren, ob er verlängert wird. Brender selbst hatte in einer Schaltkonferenz der Redaktionsleiter von einem "Aufstand der Schranzen" gegen ihn gesprochen. Unabhängig vom Votum des Verwaltungsrates werde er seinen Vertrag zu Ende erfüllen und damit auch während des Bundestagswahlkampfs Chefredakteur bleiben: "Alle, die glauben, sie könnten hier unter dem Schutzschirm der Parteien wachsen, werden nicht reüssieren."
An der Spitze des ZDF wird versucht, die Anti-Brender-Front der Union aufzuweichen - bisher ohne Erfolg. SPD-Kreise haben die Hoffnung auf eine weitere Amtszeit für Brender allerdings nicht aufgegeben. "Brender ist ein herausragender Chefredakteur", sagt Martin Stadelmaier, Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei und Vertrauter von Ministerpräsident Kurt Beck, der im ZDF-Verwaltungsrat den Vorsitz hat. "Die CDU kann für ein Nein keine auch nur halbwegs nachvollziehbaren Gründe nennen", sagt Stadelmaier. Das Ansinnen der Union berge "die Gefahr, das Ansehen des Senders dauerhaft zu beschädigen".
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er heisst bEnder und nicht bRender!!
AntwortenLöschenDanke - wurde geändert! :-)
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