Dienstag, 12. Januar 2010

Dolchstoß für die deutschen Landesbanken

Schon 1999 ist die EU zu der Auffassung gelangt, dass die deutschen Landesbanken nicht ins Konzept passen. Geldgeschäfte sollten vom Staat abgekoppelt sein, deshalb holte die EU gegen die deutsche Banken 2005 mit einem schweren Schlag aus. Doch vor der Finanzkrise war das Ausbluten der Landesbanken harte Realität. Sie waren die lukrativen Kunden, für die heute toxischen Papiere. Schließlich gab es potenzielle Hafter (Steuerzahler) für die drohenden Minusgeschäfte.



Aus meiner Sicht ist nicht auszuschließen, dass viele namhafte Banken das Desaster kommen sahen und noch schnell Käufer suchten, damit die Risiken optimal verteilt waren. Der Steuerzahler wurde durch das Bankenrettungspaket mit 500 Mrd. Euro bereits genug belastet, die Landesbanken werden separat abgerechnet und die Bürger begreift die tatsächliche Summe der sogenannten Fehlgeschäfte nicht als ganzes, obwohl er die gesamt Zeche zahlt.

Nach Medien berichtet will die HRE (bereits verstaatlicht) eine Bad Bank mit Auslagerungen von ca. 180 Mrd. machen. D. h. die gesamten Einlagen, die der Steuerzahler in diese Bank machte waren toxische Papiere. Wie der Wert der ausgelagerte Papiere ermittelt wird, weiss ich nicht. Ich gehe aber davon aus, dass die angegebenen 180 Mrd. längst nicht dem tatsächlichem Kaufpreis entsprechen. Wer hat diese Geld eingestrichen? Geld löst sich nicht auf - es ist nur auf einem anderen Konto! Also wo ist es?

Die Hypo-Alpe-Adria könnte ein Beispiel sein, wie Geld "umgebucht" werden!



"Es ist wichtig festzuhalten, dass die Kommission das Beihilfen-Element einer Garantie und die Vereinbarkeit dieser Beihilfe mit dem gemeinsamen Markt nur dann ordnungsgemäß feststellen kann, wenn die Garantie befristet und eine Höchstsumme festgelegt ist", heißt es im Entwurf. "Wenn die Garantie nicht der Summe nach begrenzt ist, sind ihre Auswirkungen nicht quantifizierbar. Wenn sie zeitlich unbegrenzt ist, stellt sie eine Betriebsbeihilfe dar. Deswegen kann in beiden Fällen die Kommission dem Grundsatz nach eine solche Beihilfe nicht für vereinbar mit dem gemeinsamen Markt erklären."
Im Klartext, die deutschen Landesbanken sollten weg. Die deutschen Landesbanken waren Anstalten des Öffentlichen Recht und Mehrheitlich im Bundeslandbesitz. Die staatl. Garantien erhöhten natürlich die Bonität und Kreditwürdigkeit der Banken und darin sah die DU eine Wettbewerbsverzerrung.

Siehe hierzu auch die Anzeige im Handelsblatt vom 3. April 2009 vom Aktionsanwalt der IKB. Hier wird aufgeführt wie viele toxische Papiere noch vor Bekanntwerden der Finanzkrise von der Deutschen Bank zur IKB wechselte.
http://politikprofiler.blogspot.com/2009/04/aktionare-der-ikb-deutsche.html
Meiner Ansicht nach, müssen die Verstrickungen viel tiefer gesucht werden.


Deutsche Medien halten den bayr.-österreichischen Bankenskandal klein

So ermitteln in Bayern und Österreich die Staatsanwaltschaften, wer für das Debakel der Hypo Alpe Adria in Österreich verantwortlich ist.

  • 400 Millionen Euro sollen zu viel bezahlt worden sein.

  • Tilo Berlin und sein Konsortium (mit österreichischen Industriellen) dürften dabei 150 Millionen Euro verdient haben.

  • Ex-BayernLB-Chef Werner Schmidt steht im Verdacht, das ihm anvertraute Geld missbraucht zu haben.

  • Vorausgesetzt, die Vorwürfe stimmen und es passierte vorsätzlich, müssen sich alle Beteiligten anschnallen,

  • unter anderem Erwin Huber und Günther Beckstein von der CSU (damals im BayernLB-Verwaltungsrat),

  • Wolfgang Kulterer (damals noch Hypo-Aufsichtsratschef) und die

  • Eigentümervertreter, beispielsweise BZÖ-Finanzlandesrat Harald Dobernig, der im Hypo-Aufsichtsrat saß.

  • Für alle erwähnten Personen gilt die Unschuldsvermutung.
  • QUELLE


Welche Rolle spielt Corinna Linner?

Seit Februar 2009 berät sie die Landesbank Bayern. In Ihrem Gutachten weist sie darauf hin, dass die Hypo Group Alpe Adria nicht abschließend geprüft wurde. Doch es gibt Ungereimtheiten. (siehe Teil 4 - 2:06 - Münchner Runde). Erst nennt sie harte Fakten warum der Kauf nicht geht und plötzlich geht es doch. Wenn ich die Debatte richtig interpretiere, hat Frau Linner am Ende des Berichts durch die Frage: "Wurde der Verwaltungsrat davon informiert?" von jeder Verantwortung entbunden.

Linners Prüfberichte füllen einen ganzen Ordner, und sie bringen die Staatsregierung zunehmend in Bedrängnis. Linner hat nämlich nicht nur, wie vor einer Woche bekannt wurde, den Erwerb der österreichischen Finanzgruppe Hypo Alpe Adria im Jahr 2007 durch die Landesbank heftig gerügt. Sie hat auch den Handel mit Kreditpaketen aus den USA, der die Landesbank inzwischen mehrere Milliarden Euro gekostet hat, vehement kritisiert.

Doch das Erstaunliche: Sie hat diese Einwände wie auch im Fall Hypo Alpe Adria am Ende größtenteils wieder zurückgezogen. Sie halte es nicht für "angezeigt, Maßnahmen zu ergreifen", lautete ihr Resultat auch bei dem verlustreichen Kredithandel. (Quelle)
Corinna Linner war seit 2003 Bilanzchefin der Commerzbank, die durch die Finanzkrise durchgeschüttelt wurde. Die Bank wurde im Januar 2009 teilverstaatlicht.

27. April 2009 FAZ:

Entweder die Allianz oder die Commerzbank müssen ihren Geschäftsbericht für das Jahr 2008 neu erstellen. Dies fordert Dieter Hein vom unabhängigen Aktienanalysehaus Fairesearch. Der renommierte Bankenanalyst prangert einen „Bilanzierungsskandal um die Dresdner Bank“ an. Das inzwischen auf die Commerzbank übergegangene Institut hat im Geschäftsjahr 2008 einen Verlust von 6,3 Milliarden Euro verzeichnet, wovon 3,9 Milliarden auf das von schweren Marktverwerfungen geprägte Schlussquartal entfallen. Doch diesen Verlust haben nach Ansicht von Hein weder die Allianz noch die Commerzbank konsolidiert.

(Quelle)

Teilverstaatlichung der Commerzbank und die Folgen

RP-Online: 10.01.10 >> Zum ersten Mal in der Krise hat auch Deutschland eine private Bank teilverstaatlicht. Damit will der Bund Stabilität im Bankensektor schaffen. Aber welche Auswirkungen hat der staatliche Eingriff auf Kunden und Mitarbeiter, auf Steuerzahler und Aktionäre des Unternehmens?
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Für die einen ist es der Sündenfall der freien Wirtschaft – für die anderen der ultimative Fallschirm vor dem Absturz: Die Commerzbank ist teilverstaatlicht worden. 25 Prozent plus eine Aktie gehören nun dem Bund.

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