Sonntag, 28. März 2010

Gunnar Heinsohn fordert Geburtenrückgang der Unterschicht

Gunnar Heinsohn (* 21. November 1943 in Gotenhafen) ist ein deutscher Hochschullehrer, Soziologe und Ökonom.

Gastkommentar: UnserSozialstaat und seine Grenzen
Leistungsträger sterben aus
von Gunnar Heinsohn 20. März 2010



Einen größeren Schmähbrief bzw. -kommentar auf unsere Gesellschaft habe ich noch nie gelesen. Gunnar Heinsohn, Sohn eines U-Boot-Kommandanten des Dritten Reiches erlaubt sich ein nie dagewesenes Urteil über die Unterschicht Deutschlands, das auch noch in "Die Welt" veröffentlicht wird.

Als anerkannter Soziologe beurteilt er eine Situation engstirnig, politisch motivierten und einseitigen aus der Situation des schwindenden Wirtschaftswachstums heraus, dass unweigerlich der Eindruck einer Forderung nach drastischen Geburtenkontrollen bei Hartz4-Empfängern auf dem Diskussionstisch um den Sozialstaat landet.

Heinsohn schreibt:
Sie (die Regierung) legt das Angebot auf den Tisch, einer Frau bei zwei bis drei Kindern bis zum 50. Lebensjahr knapp eine halbe Million Euro aus den Taschen der Mitbürger zu überweisen. ... Wer nicht will, dass immer weitere Millionen von Kindern in die Bildungsferne geboren werden und ein Leben lang Versorgung benötigen, der muss das Angebot vom Tisch nehmen ... vielleicht werden dann nicht mehr 20 Prozent aller Kinder in die Bildungsferne geboren, sondern nur noch zwei Prozent.




Mit seiner Empfehlung die Sozialleistung für das Kinderbekommen drastisch einzuschränken, definiert er die neue Oberrasse der modernen Leistungsgesellschaft, die mit ihrem Geld bestimmen darf, wer von nun an vom Sozialstaat mitversorgt werden soll.

Blumigere Einstellung und Verblendung des wirklichen Lebens unter der Ausbildung eines Soziologen, der im Wald der demographischen Erhebungsdaten, den Baum nicht mehr zu erkennen wagt.

Er schreibt weiter: Selbst das auf Finanzen fokussierte England schafft zweimal mehr junge Ingenieure als ausscheiden.

Doch was nützen Ingenieure, wenn es keine Arbeiter gibt, die ihre Anweisungen ausführen? Bauen in Zukunft die Ingenieure ihre Brücken und Häuser selber? Stellen sich die Manager in Zukunft selber an die Maschinen und erledigen die eintönige Arbeit, die zwar Leistung ist aber niemals anerkannt wird.

So weit denkt ein Soziologe natürlich nicht. Ein Soziologe berücksichtigt auch die Kaufkraft einer fünfköpfigen Familie nicht, diese Kaufkraft ermöglichte es doch erst, dass sich die von ihm so protegierten Oberklasse der neuen deutschen Gesellschaft, an die Spitze der Leistungsträger absetzen konnte - auf Kosten der Allgemeinheit. Ich nenne das indirekte Subventionen.

Ist das die moderne Soziologie, die den Menschen der Unterschicht nur noch als Humankapital betrachtet und jedes menschliche Dasein verachtet, weil es der Wirtschaft keinen Nutzen bringt?

So versucht sich die Oberschicht für die Wirtschaft unentbehrlich zu machen doch für diese Lorbeeren muss erst ein Nachweise der Untermenschlichkeit wissenschaftlich erbracht werden. Heinsohn hat sich aufgrund seiner erstklassigen Ausbildung also Formung zum Instrument gemacht und sich dem Wissen aus "Selbstdenken" einfach verschlossen - außer purer Geltungssucht, um in den Genuss einer Veröffentlichung zu kommen.

Das sind die ersten Anzeichen, dass dem Mensch die "natürliche Person" bald in den Gesetzesbüchern abgesprochen wird und er in die Fremdbestimmtheit aus purer Sozialgerechtigkeit gedrängt wird und unter den Weisungen der Arbeitsagenturen als "Sozialsklave" leben muss?

Nein, dieser Kommentar ist keines Soziologen würdig. Es ist ein Schmähbrief auf die eigenen Gesellschaft hier in Deutschland. Wer den Sozialstaat ablehnt, ihn gar abschaffen will mutiert zum Sozialrassist.

"Der Sozialrassist ... ist ein Mensch, der Angst hat, vor allem aber nicht vor den sozial Schwachen natürlich, sondern er hat Angst vor sich selbst, vor seinem Bewußtsein, vor seiner Freiheit, vor seinen Trieben, vor seinen Verantwortlichkeiten, vor der Einsamkeit, vor der Veränderung, vor der Gesellschaft und vor der Welt; vor allem hat er Angst nur nicht vor den sozial Schwachen. In Wahrheit hat er Angst vor dem Kapital das er vor dem Altar der Wirtschaft vergöttert und anbetet. Ihm will er gefallen, wie ein Gläubiger seinem Gott: wobei die Bezeichnung "Gläubiger" endlich seine wahre Bestimmung gefunden hat.

Er ist ein Feigling, der sich seine Feigheit nicht eingestehen will; ein Diskriminierer, der seine Diskriminierungslust verdrängt oder zensiert, ohne sie zügeln zu können, und der trotzdem nur unter dem Deckmantel der Gesetze es wagt seine Diskriminerung anonym auszuleben und somit legitmiert; in Wahrheit ist er ein Unzufriedener, der sich nicht aufzulehnen wagt aus Angst vor den Folgen seiner Auflehnung." frei nach Jean-Paul Sartre)

Heinsohns Vorschlag kommt einer kapitalistischen Sterilisation der Unterschicht unseres Landes gleich. Eine Elitenbevölkerung soll für Deutschland und die deutsche Wirtschaft gezüchtet werden. Im Raubtierkapitalismus muss nur der Geldentzug angewendet werden und der Mensch gehorcht anscheinend aus freien Stücken den Befehlen der Kapitalinhaber und fühlt sich immer noch "selbstbestimmt".

Heinsohns Vorschlag ist ein Aufleben des Klassendenkens aus Altertum und Menschenverachtung, eine Aufgeben des Humanismus im Namen der Wissenschaft zum Wohle der Dekadenz unserer Eliten, die selber um ihre Existenzberechtigung fürchtet.

Mir fehlen die Worte beim Anblick solcher Verachtung, gekleidet in Gerechtigkeit, formuliert über GELD. Heinsohns Geschreibe ist nichts anderes als selbstgefällige Plappererei, um nicht selbst den sozialen Tod des Unnützen sterben zu müssen.

Das Ziel der Wirtschaft besteht darin, dass die Politik unter Anleitung der Wissenschaft grundlegende Fehler im Sozialstaat macht, damit er sich selber abschafft und das Humankapital egal welcher Schicht es angehören mag, an die Wirtschaft vom Staat verpachten werden muss. Mit Dekadenz schaufelt man sich immer sein eigenes Grab!

Es lebe die Soziologie!

1 Kommentar:

  1. Wenn Ihr Bericht ueber die Aussagen Gunnar Heinsohns stimmen bin ich sehr ueberrascht, ja sogar unangenehm beruert.
    Wie kann ein Mann aus studierten Kreisen dermassen perverse Denkstrukturen verbreiten ? Es beweist, in Bremen ist alles moeglich.
    Es scheint ihm nicht bekannt zu sein, wer diese "Unterschicht" arbeitslos gemacht hat.
    Es ist ihm scheinbar auch nicht bekannt, dass selbst studierte Fachleute Taxi fahren oder ins Ausland fluechten, weil sie nicht eingestellt, oder kalt ausgesperrt werden.
    Facharbeiter werden ebenfalls ausgesperrt und werden gezwungen in öffentlichen Anlagen Papier aufzusammeln, bei gleichzeitiger Androhung von Leistungskuerzungen. Ein klarer Fall von Zwangsarbeit !

    Dieses Land wird kaltbluetig zugemuellt mit Auslaendern, die hier garnicht benoetigt werden und in ihrer Mehrheit ebenso in der Arbeitslosigkeit landen.

    Er sollte sich eingehend darueber Gedanken machen, welche systematischen Schweinereien da seit Jahrzehnten im Gange sind und wer dafuer verantwortlich ist.
    Dafuer lohnt es sich an die Oeffentlichkeit zu gehen !!!

    MfG. Gregor Schock Hamburg

    Mit Bezug auf Menschenrechte in der BRD und Rechtsstaat BRD, lesen Sie http://www.polithammer.de

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