Samstag, 24. Juli 2010

Loveparade: Ein Nadelöhr ist kein Hindernisse für Gewinne


Update: 26. Juli 2010

Spiegel-Online zitiert einen Beamten, der von der Löschung sämtlicher E-Mail und Karten auf den Polizeirechnern erzählte. Die Polizei dementiert natürlich - alles sei gespeichert und stünde für die Ermittlungen zur Verfügung.
(Quelle: Stern.de)


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25. Juli 2010

"Die Sicherheit darf nie zu Gunsten des Kommerzes auf der Strecke bleiben"

Erich Rettinghaus - Sprecher der Polizeigewerkschaft NRW spricht von einer angemeldeten Veranstaltung mit 500.000 Teilnehmern, aber auf dem Gelände seinen nur 250.000 zugelassen.





Er ist der Meinung, dass das Sicherheitskonzept der Stadt erst einmal grundlegend hinterfragt werden muss. Die von der Stadt und vom Veranstalter angegeben Zahlen stehen in keinem Verhältnis zu den anderen Loveparade-Veranstaltungen der voran gegebenen Jahre. Im Grund war Duisburg für die Loveparade gar nicht geeignet, die Eignung kam nur durch die angenommen Zahlen zu Stande, die jeder Grundlage entbehren. In seiner Presseerklärung schreibt Erich Rettinghaus: "Die Sicherheit darf nie zu Gunsten des Kommerzes auf der Strecke bleiben." Im ZDF-Spezial vom 25. Julie fordert die Klärung:  wie und warum bestimmte Konzepte nicht zum Tragen gekommen seien und ob gegebenenfalls auch kommerzielle Gründe auf irgend eine Weise Druck ausübten.










Die Pressekonferenz war eine Farce. Im Grund war es nur eine offizielle Unschuldsbeteuerung der Verantwortlichen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass hier die Profitgier an vorderste Stelle der Entscheidungen stand. Anders lässt sich nicht erklären, dass die Veranstalter in ihrem Sicherheitskonzept von ca. 800.000 Besuchern ausgingen, obwohl in den Vorjahr in Essen und Dortmund die Loveparade jeweils ca. 1,6 Millionen Besucher zählte. 


Interessant wäre es zu erfahren, ob eine Art Werbegemeinschaft in die Planungen der Loveparade involviert war. Unter einer Werbegemeinschaft verstehe ich einen Zusammenschluss sämtlicher Gewerbetreibenden, die mit Veranstaltungen das Image der Stadt und damit ihre Umsätze vorantreiben wollen. Solche Gemeinschaften arbeiten sehr eng mit der Stadtverwaltung bzw. mit dem Stadtmarketing zusammen. Grundvoraussetzungen für solche Veranstaltungen sind Sicherheitskonzepte, Anreiselogistik und Unterbringung der Besucher. Um diese Hürden nehmen zu können, müssen entsprechende Zahlen für Berechnungen festgesetzt werden. Ich persönlich gehe davon aus, wenn die Berechnungen mit einer Besucherzahlen von 1,6 Millionen erfolgt wären (wie in Essen 2009), wäre es nie zu einer Loveparade in Duisburg gekommen. Das könnte so manchem Gewerbetreibenden nicht so angenehm gewesen sein.









Wer also die Wahrheit finden will, muss tiefer im Schlamm wühlen, als nur die Stadtverwaltung und Polizei anzuvisieren. Die Ideengeber sitzen meist hinter dieser imaginären Schranke und werden in den öffentlichen Diskussionen fast nie erfasst. Das ganze erinnert an den Bauskandal in Köln und dem Zusammenbruch des Kölner Stadtarchives. Auch dort stellte sich heraus, dass kleine Bauarbeiter angeblich den Stahl nicht verbauten, sondern weiter verkauften. Was natürlich nicht ausgeschlossen ist, doch Gewinn bringender wären es gewesen, den Stahl zu berechnen ohne ihn tatsächlich einzubauen. Auf der anderen Seite wurden Sicherheitsmängel einfach ignoriert und schön gerechnet, sonst wäre es vielleicht nie zu diesem lukrativen Auftrag für die Industrie gekommen.


Alles hängt am Geld und funktioniert durch Geld - das sollten wir nie vergessen!



 24. Juli 2010


Dr. Motte, der Erfinder der Love-Parade spricht klare Worte und gibt den Veranstaltung die Schuld an der Massenpanik, die vielen Menschen den Tod brachte. Doch noch sind ca. eine Million Menschen hinter dem Nadelöhr und müssen nach der Veranstaltung ebenfalls wieder durch den Tunnel um die Party zu verlassen. Die Situation bleibt daher angespannt, es bleibt zu hoffen, dass die Sicherheitskräfte bis dahin eine Möglichkeit gefunden haben, einen geordneten "Abfluss" der Menschenmasse zu bewerkstelligen. 












Dr. Motte: „Die Veranstalter sind schuld!“ Sie hätten aus „reiner Profitgier“ gehandelt. „Die haben doch gewusst, dass es voll wird. Was also haben Zäune und Security da zu suchen? Bei nur einem Zugang.“ Die Katastrophe sei „einfach schrecklich“, sagte der Techno-Guru. „Mein Mitgefühl gilt den Familien der Toten und den Verletzten.“


Ein einziger Zugang für über eine Million Menschen, die eine Party feiern wollen ist unverantwortlich. So etwas muss zu einem Desaster führen. Vor nicht all zu langer Zeit kam es in Spanien zu einen ähnlichen Unfall. Eine Bahnunterführung konnte die Menschen Massen nicht aufnehmen, die zu einer Strandparty wollten. Kurzer Hand entschlossen sich ein paar Jugendliche einfach die Bahnschienen zu überquer und wurden vom Zug erfaßt.

Proftgier: Es wird schon gut gehen




Profitgier prangerte auch ein Augenzeuge in einem N-TV-Interview an. Ein unerwarteter Kommentar, der schnell vom Interviewer beendet wurde. Sie wollten den Zuschauern Augenzeugen präsentieren, die schreckliche Dinge sahen und keine Worte hatten, für das was sie erlebt hatten. Sensationsjournalismus ohne Augenmerk auf die Ursache der Sensation.


 Die Stadt Duisburg wollte unbedingt die Loveparade ausrichten und war nicht mehr im Stande das alte Bahngelände abzureißen. Sie nahmen einfach die Gefahr in Kauf, dass sich die Menschen durch den Tunnel hinein und hinaus quälen müssen.


Über eine Millionen Menschen bringen Umsatz und Publicity  für die Stadt Duisburg. Eine Demonstration mit einer Besucherzahl über eine Million wäre wohl nie von der Stadt genehmigt worden, wenn nur ein Zugang zu der Veranstaltung vorhanden ist - besonders wenn der Zugang ein Tunnel ist. Doch wenn das Geld und die Gewinne locken, schätzen Sicherheitsbehörden plötzlich Situationen ganz anders ein als bei politisch kritischen Veranstaltungen.


... wenn es um Geld geht ist wohl niemandem mehr zu trauen. Die Suche nach den verantwortlichen Entscheidungsträger wird sicher schwer fallen und macht keinen der Toten mehr lebendig. Verantwortungsvolles Handeln wäre gewesen: Diese Veranstaltung nicht in Duisburg auszuführen.


Jetzt am spätem Abend steigt der Adrenalin -Spiegel der Veranstalter sicherlich noch einmal an, denn die eine Million Menschen, müssen durch das Nadelöhr die Veranstaltung auch wieder verlassen.


http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article8626329/Dr-Motte-gibt-Veranstaltern-die-Schuld.html

Kommentare:

  1. ich kotz hier gleich im quarree. da sind n paar leutchen umgefallen und es wird ein aufhebens gemacht, als wenn der dritte weltkrieg ausgebrochen sei. für die betroffenen und angehörigen: na klar ist schrecklich, grausam, unfassbar. aber jetzt kommen wir mal wieder im hier und jetzt an. wieviele sterben tagtäglich durch hunger, durst, medizinische nichtversorgung allein durch profitgier? die verantwortlichen gehören zur rechenschaft gezogen durch ein gesetzessystem, welches nicht legitimiert ist, von richtern ohne befugnis... . manno!

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  2. Hi - klar global betrachtet ist dieser Vorfall ein Mückenschniess, aber die Menschen sind nun mal am sensibelsten, wenn es vor der eigenen Haustüre passiert.

    Auch hier werden wir wieder erleben, dass die Sparwut und Profitgier nicht im Vordergrund der öffentlichen Diskussion stehen wird. Sie finden einen Sündenbock wie im Fall "Bad Reichenhall", der angeblich alles zu verantworten hat.

    Der Kapitaldruck, die Seilschaften innerhalb der Stadtverwaltung werden gedeckelt und das muss, dieses Mal, wenn möglich verhindert werden.

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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