Freitag, 3. September 2010

Das BGE - und alle Probleme sind verschwunden?

Ein Artikel von Infokrieger Mitteldeutschland 

Immer mehr Menschen in Deutschland setzen sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein. In Hoffnung auf eine Lösung für das Arbeitsmarktproblem, welches durch den Fortschritt und die Automatisierung von Konzernen und Produktionsstätten sicher auch nicht mehr gedreht werden kann. Zudem soll es die Existenz sichern und die gesellschaftliche Teilhabe sichern. Die Frage Ist: Ändert es die Probleme dieser Zeit?

Modelle für das BGE gibt es mitlerweile etliche, die auch in ihrer Struktur deutliche Unterschiede aufweisen. So gibt es die Idee, die auf Einkommen basierten Steursysteme gänzlich abzuschaffen und auf eine Konsumsteuer umzuverteilen. Auch die Abschaffung (oder auch nicht) der sozialen Sicherungssysteme, um eine Finanzierung zu ermöglichen, steht in Frage. Alles in Allem bringt die Idee des BGE eine breite Palette an Möglichkeiten und pro und kontra mit sich. Die Angst der Menschen, das BGE würde nur zur Abtragung der sozialen Systeme führen und später der Grundgedanke nicht umgesetzt werden, ist, wie ich finde nicht unbergründet. Auch wird der Vorteil geworben, die Finanzierungsmöglichkeit der Sozial- und Pflegeberufe, bei denen es zur Zeit und immer mehr an jeder Ecke mangelt, wäre durch das BGE gegeben. Hier sehe ich den Denkfehler und ein Problem, welches sich durch kein Modell wirklich lösen lässt: Die Arbeit am Mensch (Pflege, Betreuung, Erziehung etc.) erzielt nach unserem Finanzsystem keinen "Wert" und ist somit nicht bezahlbar.

Durch die Automatisierung von Herstellungsbetrieben und der Produktion in Hülle und Fülle in sämtlichen Bereichen kann man davon ausgehen, dass sich das Augenmerk der Beschäftigung in den kommenden Jahren immer mehr in Richtung soziale und pflegerische Arbeit, sowie Dienstleistungen aller Art wiederfinden wird. Das BGE ist für mich in diesem Hinblick, langfristig, keine Alternative zu den Problemen unserer Zeit, sondern ein, wenn auch außergewönliches, alt bewährtes Verarzten und Flicken. Nebenbei sind die wichtigsten Probleme (Ausbeutung der Erde, soziales Ungleichgewicht) wenn überhaupt ansatzweise retouchiert.
Eine, für mich bessere Lösung, die wirklichen Probleme anzugehen, ist die Werteverschiebung und das  

Einführen eines leistungsgedeckten Finanzsystems.

Alleine die Vorstellung, die Betreuung eines Kindes erbringt keinen Wert, jedoch das verzinsen von Geld welches garnicht existiert zeigt doch das Paradoxum in dem wir leben und auch ein BGE wird ohne ein neues System diese Aspekte nicht ändern. Die Aktzeptanz, durch meine Leistung anderen ein Brötchen zu erzeugen welches Geld einbringt, auf der anderen Seite jedoch zu Tollerieren das die Arbeit am höchsten Gut, dem Menschen, nicht finanzierbar ist, kann ich weder verstehen noch tollerieren. Welche umpfangreichen Veränderungsmöglichkeiten ein leistungsgedecktes Geld in sich birgt, kann man auf dem Blog von Politprofiler - http://leistungsgedecktes-geld.blogspot.com/ - nachlesen.

Da sich ein solches System sehr schwer auf Fingerschnipp umsetzen lässt, das jetzige System und seine Machthaber werden alles dagegen tun, bedarf es kleinerer Ansatzpunkte, die den Weg zu einem solchen strukturellen Systemwandel vorbereiten. Über einen Ansatzpunkt bin ich heute gestolpert:

Die „Gemeinwohl-Ökonomie“

Zur Erläuterung zitiere ich dazu am besten die Idee des ökonomischen Modells von dessen Internetpräsenz:


Die „Gemeinwohl-Ökonomie“ ist ein wirtschaftliche Systemalternative zu kapitalistischer Markt- und zentraler Planwirtschaft, ein vollständiger Dritter Weg und zum Teil auch eine Synthese aus den beiden großen historischen Entwürfen.
Der Autor und politische Aktivist Christian Felber hat in seinem Buch „Neue Werte für die Wirtschaft. Eine Alternative zu Kommunismus und Kapitalismus“ 2008 die Grundlagen ausgearbeitet. Daraufhin bildete sich ein Kreis von UnternehmerInnen, die das Modell gemeinsam mit Felber weiterentwickelt und mit einem Namen versehen haben.
Die „Gemeinwohl-Ökonomie“ ist tendenziell eine Form der Marktwirtschaft, in der jedoch die Motiv- und Zielkoordinaten des (privaten) unternehmerischen Strebens „umgepolt“ werden – von Gewinnstreben und Konkurrenz auf Gemeinwohlstreben und Kooperation.
Eine super Sache, um der Profitgier einhalt zu gebieten und die Konzernwelt auf ein neues Denken in einer neuen Zeit vorzubereiten. Wie ihr seht, liebe Leser, gibt es viele Ansätze und Modelle um den Weg für ein respektvolles und nachhaltiges Leben ohne Ausbeutung und Profitgier. Das BGE hat für mich den geringsten Nutzen auf lange Sicht. Trotzdem befürworte ich die Initiativen und möchte betonen das auch dort der wichtigste Part bereits eingeleitet wurde: Die Suche nach Veränderung im Sinne unserer Gesellschaft.

Kommentar Politprofiler:
Für mich ist es unvorstellbar, das Unternehmer trotz privatem Gewinnbestreben gemeinnützig agieren können. Anhand der gemeinnützigen GmbHs die es vieler Orts gibt und sich mittlerweile mit Ein-Euro-Jobbern reich sozialisieren , sind meine Hoffnungen sehr begrenzt. 

Sogar Spenden ist ein Geschäft innerhalb der Organisation und Bill Gates spendet nicht aus nächsten Liebe, sondern aus purem Eigennutz. Auch ihm ist klar, dass wenn die Reichen nicht ein klein wenig umverteilen,  werden sich die armen Massen irgendwann erhaben und die Reichen werden gar nichts mehr haben.

Spenden und Mitleid ist künstliche Menschlichkeit. Sie verhindern nicht die Ursachen des Leides, sie schaffen nur eine kleine Erleichterung im Leid. Wollen wir wirklich etwas ändern müssen wir unsere Wertegesellschaft neu erfinden. Das leistungsgedeckte Geld (LGG) ist ein einfaches Mittel dies zu bewältigen ohne jemanden weh zu tun und jemanden etwas wegzunehmen. Es gibt jedem nur.

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Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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