Mittwoch, 13. Oktober 2010

Chile: Rettung durch ein Nadelöhr

Update:
Vor dem Grubenunglück in Chile bat ein Vater seinen Sohn nicht einzufahren, da er ein Erdbeben verspürt hatte. Sein Sohn ist heute einer der geretteten Bergleute. 

Das Grubenunglück ereignete sich am 5. August 2010 in San Joes durch einen Bergschlag der zu einem Streckabsturz führte. Ein Bergschlag ist eine schlagartige Umspannungsumlagerung im Gestein, der häufig durch Bergbau verursacht wird oder kontrollierten Sprengungen. Die schlagartigen Entspannungen sind Unter- und Übertage als gut hörbare Schläge und Erschütterungen wahrnehmbar.

Im Februar 2010 ereignete sich in Chile ein Erdbeben der Stärke 8,8 bei dem 300 Menschen starben. San Jose ist ca. 2050 km von Santigao de Chile entfernt, da der Grenze zu Peru.  


Für das glänzende Glück unserer Börsianer und Golddeckungsfreunde der ganzen Welt mühen sich viele Menschen wie in Chile 700 m oder noch tiefer in der Erde ab, oft für einen geringen Lohn und ohne Wertschätzung unser globalisierten Gesellschaft.  Nicht selten kommt es zu Unfällen, von denen die Welt erst gar nichts erfährt. Doch heute ist ein glücklicher Tag. In Chile wurden keine Kosten und Mühen gescheut, die Rettung von 33 Kumpels zu planen und zu realisieren.

70 Tage und Nächte harrten die Männer in 700 m Tiefe bei Temperaturen um die 40 Grad C aus. 17 Tage war nicht klar, ob sie überhaupt gerettet werden können und heute am 13. Oktober 2010 kam der erste Kumpel unversehrt an der Oberfläche an.

Zu vor muss sich jeder Kumpel in eine Rettungskapsel zwängen, sie wird aussagekräftig Fenix (Phönix) genannt und wird Phönix aus der Tiefe aufsteigen und neues Leben begebären. Mit nicht mehr als 53 cm Durchmesser ist sie ein Nadelöhr in die Freiheit, durch das die Bergleute 700 m Erde und Gestein unter sich lassen können. 15 - 20 Min. dauert die Auffahrt aus dem heißen Inneren dieser Mine bis in die Freiheit, bis das erste mal wieder frische und kalte Luft in die Lungen dieser Männer strömen kann. Sie müssen nicht nur einen Höhenunterschied von 700 m verkraften, sondern auch einen Temperaturunterschied von ca. 30 Grad C aushalten.

Schier unvorstellbare Strapazen waren die Bergleute ausgesetzt und der letzte Schritt in die Freiheit ist ein eine enge Kapsel in der sie fast 15 - 20 Min. bewegungslos verharren müssen Es kostet sicherlich sogar einen erfahrenen Bergmann einiges an Überwindung in einer so schmale Röhre von nicht mehr als 53 cm nicht von Platzangst befallen zu werden, die einem die Luft zum Atmen nimmt und ungeahnte Kräfte in einem Menschen entwickeln kann, die diese Kapsel sogar zum Schwingen bringen könnte. Deshalb wird von den Männern beim Aufstieg höchste Konzentration gefordert und deren Entspannung sich bei jedem anders an der Oberfläche entlädt. Selbstverständlich sind alle nötigen Vorkehrungen getroffen worden. In der Kapsel befindet sich eine Sauerstoffflasche und ein Funkgerät mit dem sie direkt mit der Oberfläche verbunden sind, aber die Männer sind im Moment des Aufstieges auf sich selber angewiesen. Sie alle müssen etwaige aufsteigende Ängste kontrollieren mit Übungen ihre Blutzirkulation aufrecht erhalten und jeden dunklen Gedanken in dieser Enge einfach verdrängen und vor dieser Kapsel sozusagen herschieben, denn am Ende dieses Marthyriums wartet Freiheit, Luft, Licht und ihre Lieben, von denen viele direkt am Bohrloch bis zur Rettung ausharrten und wenn möglich täglich mit ihren Männern, Söhnen, Vätern und Brüdern sprach.

Ich glaube wir können nur versuchen nachzuempfinden, was in diesen Männer vorging, während sie in der Dunkelheit 700 m unter der Erde gefangen waren. Wie sie sich tagtäglich neuen Mut machten und an ihr Überleben glaubten und die Menschen an der Oberfläche nie den Mut aufgaben, diese Rettung zu realisieren.

Das sind Momente, in denen der Mensch auf sich selber und seine technischen Leistungen stolz sein kann. Ein Stolz der alle Nationen verbinden sollte und ermuntern sollte sich mit gegenseitigem Respekt zu begegnen und nicht gesellschaftlichen und sozialen Unterschieden als Merkmal akzeptieren sollte. Das sind Momente für die Menschheit, in denen sie sich bewusst werden sollte, dass jeder ein Leben in Würde verdient und dass unsere gegenseitige Ausbeutung wegen Rohstoffen und Werthortungsmitteln wie Gold im Grunde nichts wert ist, sondern nur Staub, wenn sie nicht dem Weiterkommen der gesamten Menschheit dienen.

Wir sollten uns fragen ob diese Art von Marktwirtschaft tatsächlich das erstrebenswerte Ziel einer Menschheit ist, die von Unterschieden lebt und nur dann Wohlstand garantiert, wenn sich ärmere finden die günstig für uns arbeiten müssen, um sich am Leben halten zu können.

Ist das der Sinn einer Gemeinschaft, die sich nur in solchen Rettungsaktionen für ca. 24 Std. als ein Weltgemeinschaft versteht und anderer Orts wieder Menschen in die Tiefe schickt und dem gleichen Risiko aussetzt, nur weil Gold gerade an der Börse höchst Preise erzielt?

Für mich ein schauriger Gedanke, aber es ist das MUSS unserer Wertegesellschaft. Wir haben diese angenommen, akzeptiert und sie ist uns in Fleisch und Blut in übergangen. Es ist uns schier unmöglich, sich eine Welt ohne dieses Besitz- und Eigentumsbestreben vorzustellen. Wir glauben nicht, dass ohne Armut und die Möglichkeit auf sozialen Aufstieg der Menschen überhaupt zu irgend einer Leistung motiviert werden kann.

Chile sollte uns ein Mahnmal sein! Es ist möglich! ... ohne finanziellen Anreiz sich für andere einzusetzen, alles Knowhow und jedes Mittel zur Verfügung zustellen, um Menschenleben zu retten. Der Mensch ist nicht so schlecht, wie sie es uns immer einreden wollen. Der Mensch ist dazu geboren sich gegenseitig zu achten und hat sich selber in einem Wertesystem arrangiert, in dem er hart lernen muss all diese Menschlichkeit zu überwinden und in einer Welt der Unmenschlichkeit und Ausbeutung klar zu kommen. Wir erziehen sogar unsere Kinder zu diesen harten, rücksichtslosen Menschen, damit sie im Kampf der sozialen Kälte überleben können. Um so glücklicher machen uns solche Momente, wenn wir Mensch sein dürfen und uneigennützig helfen dürfen, da Geld in diesem Moment keine Rolle spielt. Es wird nur gefragt was zur Rettung benötigt wird und Leistung steht in solchen Momenten im Mittelpunkt, ganz ohne finanziellen Anreiz.

Wir sollten uns Wege suchen, diese Art von Management ohne Habgier mit dem Ziel für die Gemeinschaft als neues Wertesystem umzusetzen und das gelingt uns, wenn wir uns eine Wertesystem vorstellen, indem Geld nur durch Leistung entsteht, denn der Mensch leistet, wenn er sich für die Gemeinschaft weiterbringen kann, wie in Chile.

Warum gibt es keinen Bergbau ohne menschliche Einsatzkräfte?

Dafür gibt es eine simple Antwort. Würden nur Maschinen diese Arbeit erledigen gäbe es massive Proteste. Menschen sind in unserem Wertesystem abhängig von Arbeit bei Menschen die Eigentum haben. Würden diese Menschen nur Maschinen für sich arbeiten lassen, würde der größte Teil unserer Menschheit bereits verhungert sein, weil sie keine Möglichkeit mehr hat Geld für Nahrungsmittel durch Frondienst zu verdienen.



... denn unsere technische Errungenschaften, unsere Maschinen arbeiten nicht für die Menschheit, sondern nur für ihre Eigentümer und je knapper die Arbeitsplätze für Menschen sind, desto leichter läßt sich der Mensch ausbeuten, er ist sogar bereit billiger als Maschinen zu arbeiten, um Geld für Nahrungsmittel zu erhalten.

Die fortschreitende Technologisierung unserer Welt, sollte uns anhalten unbedingt ein neues Wertesystem zu entwickeln, bevor wir uns noch alle gegenseitig umbringe, für ARBEIT oder gar Maschinen zerstören, um arbeiten können - was oft in Kriegen auch passiert.






1 Kommentar:

  1. Das geht echt nah! Ich halte für jeden der noch unten ist die Daumen das auch der letzte heil oben ankommt!!! Himmel ich muß das erste mal feststellen wie nahe ich am Wasser gebaut habe. Glück auf und kommt gut nach Hause! Alles Gute nach Chile aus Solingen :-)

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