Montag, 24. Januar 2011

Kommunismus-Diskussion: Der Kapitalismus macht aus Tätern OPFER

Wer über den Kommunismus spricht muss dessen Opfer beklagen, das haben wir durch die Diskussion um Gesine Lötzsch und ihre Kommunismus-Äußerung gelernt. Obwohl die Angriffe gegen die LINKE mehr Wahlkampf ist als politische Ernsthaftigkeit.

Nie taucht die Frage nach den Opfern des Kapitalismus auf, denn dessen Opfer empfinden wir nicht als solche, sondern als gerechte Strafe.

Der Kaptalismus bestraft Kritiker und offenen, ungeschminkten Journalismus einfach mit Geldentzug bzw. Jobverlust. Überflüssige Arbeiter - Arbeitslose - verlieren ihre Selbstbestimmtheit und landen in den Armen der Staatsverwaltung, die bestimmt für wen sie für Sozialhilfe arbeiten müssen, um die Existenzsicherung zu erhalten. Das geht heute sogar so weit, dass damit regulär bezahlte Arbeitsplätze gestrichen werden. Die Brutalität des Kapitalismus greift mit eiserner Hand nach uns und lockert seinen Griff nicht mehr.  So ergibt sich eine Ungerechtigkeit nach der anderen und sie wird nicht mehr als solche erkannt. Er sie erkennt und publiziert, wird entlassen oder einfach versetzt, wo er keinen "Schaden" für den Kapitalismus mehr anrichten kann.

Noch extremer sind die Hartzgesetze, die förmlich die Enteignung der Menschen vorschreiben, bevor sie Grundsicherung vom Staat bekommen können. Die Kontrolle im Kapitalismus wird nicht durch Polizei und Staatsgewalt ausgelöst, sondern nur Geldinstrumente, wie die ungarischen Zensurgesetze es wunderschön aufzeigen. Saftige Strafen und bis zum Existenzverlust sind die Strafen im Kapitalismus - doch wir empfinden die betroffenen Menschen nicht als Opfer, sondern als gerecht Bestrafte.

Verschobene Rechtswahrnehmung

Objektive Betrachtung scheint nicht mehr möglich. Wer in einem Regime lebt, argumentiert in dessen Rechtsauffassung und vermag Unrecht nicht zu erkennen, weil es als solches in der Öffentlichkeit nicht angeprangert wird.


In unserer gesellschaftlichen Auffassung gilt nur der als politisch verfolgt, wer er für seine Meinung im Gefängnissen landeten und/oder Diskriminierungen durch die das Gewaltmonopol des Staates (Polizei) erleidet oder zur Bestrafung enteignet wird. Es ist für viele schwer Parallelitäten zu erkennen, wenn die äußerlichen Anzeichen nicht die gleichen sind - doch Geldentzug im Kapitalismus ist sozialer Mord und Ausgrenzung.

Nach westlicher Auffassung ist der kürzlich in Russland vor Gericht stehende Oligarch ein Regime-Kritiker und ein Opfer des Kommunismus, weil er für seine wirtschaftlichen Machenschaften und Selbstbedienungsmentalität gegenüber der russischen Regierung vor Gericht zitiert wurde. Dieses russische Vorgehen nennt sich in den deutschen Medien "Willkür" und politische Verfolgung. Weltonline schloss zu seinem Artikel die Kommentarfunktion, weil die Leser die Meinung der Redaktion gar nicht teilen wollten und viel lieber eine Anklage in Deutschland gegen Banker gesehen hätten.



Auf diesem Auge der Kriminalitätsverfolgung ist unsere Regierung und unser Gesetzgeber blind und noch nie aufgewacht. Wer heute ein Bank überfällt und 20.000 Euro erbeutet erhält garantiert eine Gefängnisstrafe, aber die Zockergeschäfte im Finanzwesen, das den Steuerzahler als Rückversicherung ansieht, kann sich in Sicherheit wiegen. Seine Zeche wird ohne Murren und per Gesetz übernommen.

Selbstverständlich ist das eine Verschiebung der Gerechtigkeit im Kapitalismus. Viele Menschen nehmen es auch wahr, das zeigt der Unmut in der Bevölkerung, aber es gibt keine gesetzlich Handhabung Wirtschaftsverbrechen genauso zu ahnden wie Gewaltverbrechen.

Wirtschaftsverbrechen, in deren Folgen viele Menschen ihre Existenz verlieren; Manager die aufgrund von sogenannten "Fehlentscheidungen" Firmengelder für Geschäfte flüssig machen, die hinterher als persönliche Bereicherung bezeichnet werden könnten wie im Fall der HGAA in Österreich und der Bayrischen Landesbank, sind Kavaliersdelikte und schier unmöglich vor einem Gericht anzuklagen. Justizia ist auf dem Auge des Kapital einfach blind.

Wer aus Geldmangel hungert ist selber Schuld

Der Kapitalismus akzeptiert den Börsenhandel mit Grundnahrungsmittel und treibt damit ganze Länder in eine Hungernot, die der Einfachheitshalber in unserer Gesellschaft "Ernährungskrisen" genannt werden. Das soll heißen, die Menschen könnten Essen haben, wenn sie das nötige Geld dafür hätten. Er in solch einer Situation aus Hunger stirbt oder sich keine medizinische Versorgung leisten kann ist selber SCHULD! 

.... es gibt kein Gericht, das eine Anklage gegen den Kapitalismus mit seiner Preistreiberei annehmen würde. Marktgesetze erzeugen zwar Ungerechtigkeit und Hunger und Not, aber sie gelten als "natürlich" Folge, nicht als Verantwortungslosigkeit oder gar Mutwilligkeit.

Es gibt kein Gesetz in unserer Rechtsauffassung, das Kapital und Eigentum zum Wohle der Menschen eingesetzt werden muss. Es gibt nur einen Paragrphahen im GG (Art. 14), der für den Messebau in Stuttgart in Anspruch genommen wurde. Enteignung für ein Großprojekt (Messebau Stuttgart) ! Bei einem Messegelände handelt es sich nicht um ein Infrastrukturprojekt wie eine Straße oder eine Schule, sondern ein Messegelände ist ein Geldwertschöpfungsprojekt für ein paar wenige. Der enteignete Bauer und auch der große Rest der ansässigen Bevölkerung ist nur von den Nachteilen eines solches Projektes betroffen - ohne Entschädigung natürlich. Wirtschaftliche Interessen standen immer schon im Vordergrund unserer Demokratie, die im Sog des Kapitalismus voll und ganz untergeht.
 
Natürlich hätten wir die wahre Auswirkung des Kapitalismus schon viel früher erkennen können, wenn wir unseren Blick ins Ausland gehoben hätten, das uns mit Rohstoffen und beliefert. Damit meine ich nicht Saudi Arabien, sondern Afrika und Lateinamerika - die Hinterhöfe unserer schönen Glitzerwelt.


Ernährungskrisen entladen sich in Protesten, die von Demokratien blutig niedergeschlagen werden. Die Menschen haben ihre Armut bzw. den Hunger zu akzeptieren - das ist Einhaltung der Gesetze unserer Marktwirtschaft bzw. des Kapitalismus.

Der Westen ist stolz, dass die Zahl der Hungernden auf dieser Welt angeblich unter eine Milliarde Menschen gefallen. Sind Hungernde nun Opfer des Kapitalismus oder ist es eine Naturkatastrophe.

Unser Gesellschaft stellt sich diese Frage nicht. Sie verdrängt sie. Sie sucht Opfer der anderen politischen Regierungsformen, die wir als Feind unserer Freiheit betrachten. Wir malen uns die Welt in Schwarz/Weiss wie sie uns gefällt und unserem Reichtum dient. Objektivität ist gar nicht möglich, gar verboten.

Was wird ein Diktator als solcher im Westen wahrgenommen?

Diktatoren nennen wir solange Demokraten wie sie dem Westen Rohstoffe zur Verfügung stellen und keine Ambitionen zeigen, diese selber zu veredeln.  Mal ist ein Schah in Persien ein guter Freund und Öllieferant und wenn er beginnt seine Ölquellen selber ausbeuten zu wollen, wird er zu einem brutalen Herrscher, der von einem Islamisten (Ayatollah Khomeini) abgelöster werden muss, der aus seinem franz. Exil in den Iran eingeflogen wird und schon glänzt die Welt wieder in Schwarz/Weiss und wir sind beruhigt. 

Das Land ist damit destabilisiert und kommt nicht mehr auf die Idee seine Rohstoffe für seinen eignen Wohlstand zu nutzen. Offensichtlich hält der Westen sich einen Vorrat an Exilanten, die bei Bedarf wieder in ihr Land gefolgen werden. Haitis Ex-Diktator erschien ebenfalls wieder aus dem franz Exil und hilft jetzt durch seine Verhaftung das Ansehen des jetztigen Präsidenten aufzufrischen.

Rohstoffländer der Drittenwelt dürfen niemals in den Besitz von Produktionsstätten kommen, die ihre eigenen Rohstoff verarbeiten. Das wäre ein Frevel am Kapitalismus des Westen und würde die gesamte Ausbeutungsstrategie funktionsuntüchtig machen. Wir vergeben Entwicklungshilfe als Kredite und bringen so die Armut in diese Länder, die wir mit Spendengeldern aufrecht erhalten und die Ursachen nicht beheben.

Steigen die Nahrungsmittel-Weltpreise an, tritt es solche Länder als erstes, Das nennen unsere Nachrichtensender dann Ernährungskrisen und zeigen uns Bilder von Polizisten die aufgebrachte Menschenmassen verprügeln, mit Panzern dagegen vorgehen und in die Massen hinein schießen. Das wird von uns nicht als Brutalität und Unmenschlichkeit empfunden. Auch als in Thailand in die Menschenmengen geschlossen wurde, kam es uns nicht in den Sinn, an dieser Demokratie zu zweifeln. Stuttgart 21 - ist längst wieder aus dem Gedächtnis der Menschen durch einen Schlichterspruch gelöscht, der Gerechtigkeit suggerierte.

Sind steigende Weizen und Reispreise durch Börsenspekulationsspiele kein Kapitalismus, der anderer Ort Hunger und Not erzeugt?.... in Revolten mündet und demokratische Regierungen ermächtigt die aufgebrachten Menschenmassen mit Gewalt zur Ruhe zu zwingen, wie in 'Thailand oder Tunesien? Ach STOPP!!! Tunesien wird nach 23 Jahren Demokratie auf einmal als Diktatur von uns im Westen entlarvt.

Kapitalismus und der Kommunismus sind ein und das SELBE

Beide Systeme streben den GINI-Koeffizienten 100 an - das bedeutet alles gehört einem. Im Kapitalismus wird der Streit um die Monopole als Freiheit empfunden und als Weg zur Akzeptanz der Abhängigkeit betrachtet. Im Kommunismus wird der GINI-Koeffizient durch Gesetze erreicht und in einer Regierung erreicht, die sich aus der Elite des Landes zusammensetzt. Der Normalbürger ist also in jedem System vom Wohlwollen der Mächtigen abhängig. Im Kommunismus scheinen die Strukturen unverrückbar gefestigt, doch betrachtet man die Monopolbildung im Kapitalismus, sind diese Strukturen genauso zementiert und unverrückbar. Die Bankenrettungspakete und die Wirtschaftssubventionen von den Staatslenkern und deren Parlamente zeigen das ganz deutlich.

Der Kommunismus ist sozusagen die schneller Form des Raubtierkapitalismus, der sofort eine bestimmte Riege in die absolute Macht setzt, Abhängigkeiten auszunutzen bzw. die Hoffnung der Menschen zu stützen, einen guten, menschlichen und gerechten Regenten zu erhalten.

Im Kapitalismus sind die Regierungen das Instrumente der Mächtigen und suggerieren der Bevölkerung ebenfalls Gerechtigkeit zu praktizieren. Doch im Grund geht es in beiden Denkmodellen immer nur um die absolute Macht über andere mit der Geißler der Abhängigkeit zu regieren, die als Freiwilligkeit von der Bevölkerung angenommen wird.

Es wird beides in einem totalitären System enden, das brachial über die Menschen herrschen muss, weil die Geldentstehungsgesetz das vorschreibt und die Länder immer in Konkurrenz zu einander stehen und über Rohstoffe feilschen und mit billigen Löhnen Wertschöpfung betreiben. Dem NORMALE ist es egal ob er von einem Staat ausgebeutet wird oder von einem privaten Monopol - die Folgen sind immer die gleichen.

Also ist die Suche nach einer verträglichen Lösung innerhalb dieser Geldentstehung durch Sicherheiten auf Rohstoffe und sonstige Eigentümer unendlich - nicht lösbar - alternativlos - um im Neudeutsch zu bleiben.

Der Kapitalismus macht aus Tätern Opfer


Wer ist in unserem Wertesystem Opfer und wer ist Täter? In unserer Wahrnehmung sind immer die armen, auf begehrenden Menschen die Täter, die unbeteiligte Demokratien der Korruption anklagen.

Betrachten wir die Opferzahlen des Kapitalismus neutral, wäre es endlich an der Zeit, dass unsere Demokratien, die vor Selbstsicherheit strotzen endlich damit anfangen, die Hungertoten dieses Planeten als Opfer des Kapitalismus zu betrachten und anfangen ihr Wertesystem zu überdenken und zu kritisieren.

Eine menschliche Gesellschaft, die sich in Wohlstand suhlt und auf die Hungrigen dieser Welt als ungebildete, bedauernswerte Menschen herab blickt, hat die globalen Auswirkungen des Kapitalismus noch nie erkannt. Sie sind in ihrer kleinen, heilen Welt gefangen und wollen ihren Kopf auch nicht aus dem Staub ihrer Selbstverleugnung erhaben.

Sind nun Indianer Opfer des Kapitalismus oder nur Opfer ihrer eigenen Dummheit, weil sie das westliche Wertesystem nicht auf Anhieb verstanden? Waren sie arme Trottel, die einfach mit Gesetzen mundtot gemacht wurden und ihr Land verloren?

Das sind Fragen, die öffentlich nicht beantwortet werden dürfen. Antworten kann sich jeder nur in einer stillen und einsamen Minute geben. Jede öffentliche Diskussion darüber wäre Hochverrat an unseren Werten.

Diese Bespiele lassen sich beliebig rückwirkend in unsere Menschheitsgeschichte ausweiten. Wie kam der erste Pharao überhaupt zu der Macht, dieses riesige Land als sein Eigentum zu betrachten? Wer legitimierte ihn, als Eigentümer?

Sind Indianer die Opfer des Kapitalismus?


Ich persönlich frage mich, ob die Entdeckung und die anschließende Erschließung der USA eine Zwangsenteignung der Ureinwohner war und sie damit Opfer des Kapitalismus wurden. Zum damaligen Zeitpunkt gab es noch keinen Kommunismus der Verbrechen begehen konnte. Werden diese Opfer, damit meine nicht Aufopferung, sondern OPFER, jemals als das wahrgenommen, als das was sie waren und sind?

Ist ein unabhängiges Südafrika, das nach dem Ende der Apartheid, die schwarze Bevölkerung in Armut in die Freiheit entließ, tatsächlich gerecht und gab es jemals eine Entschädigung bzw. ein Denkmal für die Opfer dieses Kapitalismus oder ist Kolonialismus etwas anderes als Kapitalismus?

Ist ein Chaves in Venezuela ein Kommunist, wenn er das einfordert, was seines Volkes ist und zu unrecht angeeignetes Land in die Bestimmungsgewalt der Urbevölkerung zurück gibt? Sind die Ureinwohner Südamerikas Opfer des Kapitalismus nach der Entdeckung Amerikas oder sind die Kommunisten, weil sie nicht ständig in Armut und Hunger und Abhängigkeit von denen Leben wollen, die ihnen einmal alles weg nahmen bzw. ihre Landansprüche einfach ignorierten und mit Waffengewalt sich behaupteten? Sind die Ureinwohner eines Landes tatsächlich Kommunisten, nur weil sie sich das wieder holen, was ihnen einfach genommen wurde?

Als die DDR durch die Treuhand von Helmut Kohl aufgelöst wurde, erhielten die alten Eigentümer wie selbstverständlich ihr Eigentum wieder zurück und die Treuhand verkaufte ein ganzes Land für ein paar D-Mark an die Wirtschaft. Einen größeren Basar gab es wohl noch nie auf der Welt. Was ist nun Kapitalismus und was ist Kommunismus?

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