Donnerstag, 10. Februar 2011

Ägypten: Google-Chef reiste extra nach Ägypten und wird dort prompt verhaftet

Wael Ghonim ist Google-Marketingleiter in Dubai. Er reiste extra zu den Unruhen nach Kairo und wurde prompt verhaftet. Gemäß Pressemitteilungen wurde Ghonim am 27. Januar 2011 verhaftet und galt für die Öffentlichkeit als verschollen. Es wird von einer 12tägigen Haft gesprochen, in der ständig mit verbunden Augen inhaftiert war.


Zur Ikone wurde Ghonim durch die Gründung einer Facebookseite "Wir sind alle Khaled Said", die an den zu Tode geprügelten Blogger erinnern sollte. Im Januar erschien auf dieser Facebook-Seite der erste Aufruf zu Demonstrationen.

Seine Verhaftung bzw. Verschwinden und wieder Auftauchen gab der Demokratiebewegung in Ägypten neuen Schwung, die bereit in Begriff war zu erlahmen. Die Menschen mussten arbeiten und Geld verdienen.  Wieder gingen tausende von Menschen auf die Straße und begrüßten ihn nach seiner Freilassung auf dem  Tahrir-Platz in Kairo.



Diese Demonstrationen, die auch mit Streiks verbunden sind, kosten die ägyptische Wirtschaft Millionen. Eine schier unlösbare Aufgabe für ein so wie so schon hoch verschuldetes Land wie Ägypten (Moondy korriegierte von Ba1 auf nun nur noch Ba2), daher ist abzusehen, dass es nur auch unter wirtschaftlichen Druck zu einer schnellen Lösung kommt.


Heute Mittag (10.02.11) wurde bereits kolportiert, dass Mubarak eventuell zurücktritt, nur von welchem Amt wurde noch nicht angekündigt. Ägyptische Militärfunktionäre teilten in einer Pressekonferenz mit, sie werden sich für eine schnelle Lösung für das Volk einsetzen.


Zwar ist die ägyptische Armee eine Armee des Volkes, mit Bundeswehrpflicht, aber die führenden Generäle sind nicht nur mit einem hohen Dienstgrad bestückt, sondern tragende Kräfte in der Wirtschaft. Somit leiden ihre Privatgeschäfte unter den Demonstrationen.

In jedem Fall der Zufall der ägyptischen Bewegung zu gute, indem ein Ägypter, der aus Dubai einreiste und verschwunden war. Nach 12 Tagen wieder auftauchte und seiner 12tägigen Haft sehr emotional berichtete.

Die Willkür der ägyptischen Polizei

Die Art und Weise wie in Ägypten Polizeigewalt und Zensur ausgeübt wird ist für unsere Verhältnisse schier unvorstellbar. Das ägyptische Volk wurde zum Wohle der Eliten im Stall einer Schein-Demokratie gehalten. Der Mut dieser jungen Männer ist daher beachtenswert. Es muss aber auch erwähnt werden, dass sich die USA bei der Haftung der Aktivisten vom "6. April" sehr stark für sie einsetzten. Die Zuwendung wurde nicht allen mutigen jungen Männern zu teil. Es hätte weit aus schlimmeres passieren können, wenn die USA bei den Aktivisten des "6. April" nicht interveniert hätten. 

Gleichzeitig muss immer wieder erwähnt werden, dass die Zustände in Ägyütem nicht erst seit 2008 vorherrschen, sondern zum Polit-Programm einer Führungselite gehören. Der Westen monierte nie, da er seinen Partner in der Friedensbewegung mit Israel nicht verlieren wollte. Des Weiteren ist in den USA schon länger bekannt, dass sich das Militär für einen Machtwechsel einsetzen wird, auch für einen Zivilisten an der Spitze des Staates. Das macht eine Bewegung wenigsten dahin gehend sicher, dass die Protest nicht wie in Thailand vom Militär blutig niedergeschlagen werden und doch kam es zu Opfern der Freiheitsbewegung.

Der Umbruch in Ägypten war schon sehr lange plant und im politischen Sinne zeitlich längst überfällig. In Ägypten baute sich eine arme Unterschicht auf, die nicht länger für die Völkergemeinschaft tragbar war. Die USA standen vor einer großen Herausforderung. Mubarak zeigte sich sehr uneinsichtig, wenn es um Demokratisierungswünsche der USA ging. Er wollte in jedem Fall verhindern, dass die Moslembruderschaft an der Regierung beteiligt ist. Aus seiner Sicht sollte es eine rigerose Trennung von Religion und Politik geben.

Es ging lediglich darum die Massen auf die Straße zu bringen, um Mubarak um Umdenken bzw. Abdanken zu bringen. Die Bewegung "6. April" hat dies geschafft. Es bleibt abzuwarten, wer die Macht von Mubarak beerben wird. Die Bewegung "6. April" hat versäumt Persönlichkeiten als Alternative für Mubarak ins Spiel zu bringen. Es lediglich einen kläglichen Versuch El Baradei als Alternative anzubieten, doch dieser war und ist in Ägypten nicht übermässig bekannt. Gohnim (Google-Manager) will sich der Politik nicht zur Verfügung stellen, er will weiter in seinem Beruf arbeiten.

Auch wenn es eine verfassungsgebende Versammlung in Ägypten geben soll, müssen für die anstehenden Wahlen neu, unbeschriebene Köpfe her, die nicht von den "alten Hasen" der Politik benannt sind, sondern direkt aus dem Herzen des Volkes kommen und in keiner Verbindung zu ausländischen oder inländischen Machtseilschaften stehen.

Die Moslembrüder sind die einzige strukturierte Organisation und werden bei Wahlen nicht unberücksichtigt bleiben. Die Angst vor einer Islamisierung in Ägypten ist wohl unberechtigt und entspringt der Propagandafeder Israels. Ägypter genießen ihre religiöse Freiheit und jeder kann seinen Islam ausüben wie er es für richtig hält, auch ägyptische Kopten blieben bis vor einige Monaten unbehelligt. Doch schon damals - beim Anschlag auf die kopitische Kirche - konzentrierte sich das Medieninteresse auch auf eine mögliche Radikalisierung, sogar der Vatikan meldete sich zu Wort. Ägypten war längst in einer Aufbruchstimmung. Die Mubarak-Regierung konnte seinem Volk nicht mehr viel bieten. Die Pfründe waren aufgeteilt und keiner war bereit etwas davon abzugeben. Ägypten ist nur ruhig zuhalten, in dem über ein Demokratie die gleiche Nahost-Politik geführt wird und die Umverteilung besser in die Mittelschicht vorrückt.

Kommentare:

  1. Der Anschlag auf die koptische Kirche war, wie mittlerweile durchgesickert ist, auch bloß eine "False Flag" - Aktion der damaligen ägyptischen Regierung. Siehe Lügenmauls Blogspot.

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  2. Stellt sich die Frage, wer das Regime ist, wenn der Regent alt und schwach ist.

    Ist das Regime nicht das Militär, das jetzt so edel die Ordnung wieder herstellt?

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