Donnerstag, 10. Februar 2011

Ägypten: Mubarak tritt nicht zurück - unverantwortliches Verhalten der Nachrichtenagenturen


Unverantwortliche Meldungen über die Nachrichtenagenturen in Ägypten und in der gesamten Welt. Sie kolportierten, dass Mubarak vermutlich heute Nacht zurücktritt und erzeugten so eine unglaubliche Erwartungshaltung in den Massen auf den Tharir-Platz in Kairo.

Die Stimmung ist ungewisse. Ein Funke genügt und das Militär, das um den Tharir-Platz zusammengezogen wurde müsste eingreifen. Wer für diese Mutmaßungen verantwortlich ist, ist für mich nicht erkennbar.

Mubarak sprach von den Opfern der Demonstration als Märtyrer und erzeugte so eine Verbundenheit mit seinem Volk. Ebenso beschwor er den pharaonischen Stolz der Ägypter, die gemeinsame Kultur aller Ägypten, egal ob Moslem, Kopte oder Christ.

Seine Rede war gestrickt wie ein Vater, der mit seinen Kinder redet. Die Art der Rede erinnerte mich aber unwillkürlich an die Ansprachen unserer Kanzlerin, wenn es darum ging, Gelder an die EU oder andere Länder zu überweisen. Mubarak wies ausdrücklich darauf hin, dass die wirtschaftliche Situation in Ägypten auf jeden Fall Priorität hat. Somit unterscheidet er sich in keinster Weise von europäischen Herrschen oder von den USA. Es sprach den Ägyptern gleichzeitig ein Recht auf ihre Forderungen und bestätigte sie gleichsam als RICHTIG.

Mubarak versprach indirekt einen sanften Übergang und versprach, dass alle Parteien, die sich zur nächsten Wahl stellen, auch gewählt werden können. Ebenso versprach er eine Änderung der Verfassung. Heute stufte Moondy (Ratingagentur) Ägypten auf Ba1 auf nun nur noch Ba2 und drohte mit weiterer Abstufung, entsprechend den politischen Entwicklungen in Ägypten. Mubarak betone ebenfalls, dass er sich dem ausländischen Druck nicht beugen wird, sondern Ägypten selber in die Demokratie zu führen.

Die Lage bleibt in Kairo angespannt. Die versammelte Menge ist besonders aufgrund der erzeugten Erwartungshaltung durch die Nachrichtenagenturen sehr aufgebracht, obwohl noch kurz vorher ein Dementi der Rücktrittmeldungen verbreitet wurde. Das kam offensichtlich nicht mehr in der Menge an.

http://politikprofiler.blogspot.com/2011/02/agypten-google-chef-reiste-extra-nach.html

http://politikprofiler.blogspot.com/2011/02/agypten-aktivisten-in-kontakt-zu-den.html

Solimann spricht ebenfalls an das Volk

Soliman unterstützt das Verbleiben Mubaraks an der Regierungsspitze. Er sagt, der Dialog sei eröffnet worden und verspricht eine Verfassungsänderung gemäß den Forderungen der Demonstranten. Er fordert die Menschen auf Ruhe zu bewahren und nicht in die Falle des Chaos zu laufen und nach Hause zu gehen. Er spricht aber nicht von ausländischer Einflussnahme wie Mubarak auf Ägypten.

Für Soliman sind die Toten der Demonstrationen Helden der Nation und appelliert an den Wachstumsglauben einer Wirtschaft in Ägtypten, die längst und hauptsächlich in ausländischer Hand ist und unter den Mächten - der Eliten - aufgeteilt ist.

Sogar vor einem Zitat des Koran schreckte er nicht zurück, obwohl es Auffassung der ägyptischen Politik bis jetzt immer war, das Politik und Religion getrennt sein muss.

Was wäre passiert, wenn Mubarak zurück getreten wäre?





Soliman wäre sein möglicher Nachfolger gewesen, der die Staatsgeschäfte bis zur nächsten Wahl geführt hätte. Die Aktivisten hatten versäumt Personen an die Spitze der Bewegung zu stellen, die vom Volk als mögliche Regierungschef anerkannt worden wären. El Baradei hätte eventuell die Position übernehmen können. Die Bewegung "6. April" hatte versucht, seine Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen. Doch er war als Befreiungspolitiker zu unbekannt. Pressemitteilungen aus dem Ausland gaben ihm auch keinen weiteren Vorschub.

Vermutlich hielt sich Obama deshalb zurück. Die Börsen reagierten nicht auf den Nicht-Rücktritt von Mubarak. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es keine Möglichkeit mehr gab zu reagieren, da die Rede kurz vor Börsenschluss ausgestrahlt wurde. Im Grund ist Mubaraks Rücktritt für die wirtschaftliche Entwicklung Ägyptens nicht unbedingt ungünstig, wenn er sich an die Versprechungen hält und die Forderungen der Massen erfüllt und die Demonstrationen enden. Jeder Demonstrationstag kostet die Regierung und die Wirtschaft Geld, das sie nicht zur Verfügung hat. So schuf Mubarak vollendete Tatsachen und hielt die Menschen nicht weiter in Hoffnung auf eine prompte Änderung.

Eine weitere Option wäre immer nach wie vor das Militär, aber die Führungsschicht des Militärs ist massiv in der Wirtschaft verwurzelt. Nicht selten sind die Generäle auch Wirtschaftsbosse. Ein Wandel in Ägypten muss wohl unter wirtschaftlichen Aspekten gesucht werden, wenn dabei ein "bisschen" Demokratie für die Bevölkerung übrig bleibt, wir die Bevölkerung diese auch erhalten.

Mubarak offenbar doch zurückgetreten

Lt. CNN und ägyptischem Botschafter in Washington wird gemeldet, dass Mubarak alle Geschäfte an Soliman abgegeben hat. Sogar die Nachrichtenagentur AFP meldet dies als Teil der Rede von Mubarak. Offensichtlich haben die USA und die Nachrichtenagenturen die bessere Übersetzung der Rede von Mubarak als die Ägypter die immer noch wütend auf Tharir-Platz stehen und den Rücktritt Mubaraks fordern.

Offensichtlich herrscht innerhalb der internationalen Gemeinschaft große Verwirrung. Es kann doch nicht sein, dass Millionen von Ägyptern (Mutterspracher) die Rede von Mubarak falsch verstanden hätten.

In einem Gespräch auf N-TV wird die Situation so dargestellt, dass der CIA-Chef schon vor der Rede-Mubaraks wusste, dass er zurücktreten soll. Offenbar sind die Medien mit den wirrenden Meldungen aus Realität und Politik momentan überfordert. Live-Berichterstattungen und politischer Will überschneiden sich momentan. 

1 Kommentar:

  1. http://www.xup.in/pic,68628264/Husni_muss_gehen.jpg

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