Mittwoch, 30. März 2011

Libyenkonferenz - die westlichen Industriestraaten machen mobil

Diese Tagung erinnert an die Vereinbarung der Alliierten, als die Bedienungslose Kapitulation Deutschlands vor dem Ende des Krieges beschlossen wurde. Die Casablanca-Konferenz 1943 war ein Geheimtreffen, aber die Alliierten lernen aus jedem Fehler. Der Irak wurde 2003 überrollt ohne eine Opposition. 2011 in Libyen ist diese vorhanden und wird gleich in die Machtübernahme eingebunden. In unserer Wahrnehmung vergessen wir, dass Libyen im Grund schon immer in West und Ost geteilt war. Gaddafi war der einzige, der es schaffte das ganze Land zu beherrschen. Er hatte alle Stämme bzw. Clans hinter sich. Jetzt ist Libyen wieder gespalten und genau das war der Denkfehler der Alliierten. Sie versuchen ihn durch das angebliche Überflugsverbot zu relativieren. Doch dieses Überflugsverbot gilt nur für Gaddafi. Die Alliierten dürfen fliegen und bombardieren - wie es in ihre Pläne passt. Es wird auch noch zum Einsatz von Bodentruppen kommen, wenn Gaddafi nicht nachgibt und damit eine Teilung Libyens in Kauf nimmt.

Friedensangebote Gaddafis und das Einleiten über die Afrika-Union werden in den Kreisen der abhängigen westlichen Welt ignoriert. Zu groß ist die Angst, dass Gaddafi sich an der Neuen Weltordnung orientiert und seine Geschäfte in Zukunft mit den aufstrebenden asiatischen Staaten macht. Afrika darf nicht unabhängig werden. Es darf kein Handelspartner auf Augenhöhe werden. Afrika ist und bleibt unser Rohstofflieferant ohne eigene Produktionsstätten, sonst geht unser Welt- und Wertebild nicht auf.

Den einzigen Wohlstand, den die westlichen Industrienationen diesen Ländern versprechen können, sind höhere Energiepreise. Diese höheren Preise muss der "kleine Menschen" in Europa bezahlen. Das bedeutet einen noch weiter sinkenden Lebensstandard und einen weiteren Abbau der Sozialsysteme.



Natürlich würde dies auch mit einem Afrika auf Augenhöhe einsetzen, aber unsere Wirtschaftsboss hätte keinen Verhandlungsvorsprung. D. h. das Ungleichgewicht in dieser Welt bleibt bestehen und weitere nicht heftigere Konflikte schüren.

Die Kriegsallianz der alten Industrienationen

Es ist wie das Aufbäumen des römischen Reiches gegen seine eigenen Sklaven, die ihm die Vorherrschaft streitig machen. Europa hat sich mit den USA zu einer Kriegsallianz zusammengerottet. Diese Kriegsallianz steht nicht für die Freiheit der Menschen, sondern für die Freiheit der Handelswege und Abkommen. Jedes Land soll sich das Korsett der abhängigen Demokratie überstülpen wie Deutschland.

Zum ersten Mal zeigt sich ein Vertreter der Gaddafi-Gegner als Oppositionssprecher in Anzug und Krawatte dem internationalen TV-Publikum. Zuvor kam es aber längst zu Absprachen im EU-Parlament. Die Handelskonditionen sind längst in trockenen Tüchern, ansonsten würde sich die Allianz nicht so in die Presche legen. Gaddafi wird unterstellt, dass er 30 Mrd. US-Dollar an Privatvermögen hätte. Die englische Queen ist auch keine arme Frau und wird deshalb nicht aus dem Land bombardiert. Auch sie erhebt Ansprüche gegenüber den Engländer - aber das wird toleriert.

... aber nicht mehr in allen Gesellschaftsschichten. In England werden Unruhen während der pompösen Hochzeitsfestivitäten des Thronfolgers erwartet. Die Dekadenz in Europa hat nicht nachgelassen, sie fängt gerade wieder anzublühen. DAX-Manager erwarten zweistellige Millionengehälter. Es geht nach der Finanzkrise auf höherem Niveau weiter und wir bemerken es nicht. Jeder Euro Schulden ist unsere Last. Die Mächten setzen sich viel schneller ab als jeder Gaddfi. Sie regieren uns aus der Ferne, denn sie haben ihre Pfründe durch Recht und Gesetz gesichert. Das wir nicht in Frage stellen dürfen. Jeder der es wagt wird in dieser Zeit ein Rebell sein und mit dem größten Recht hingerichtet.

Unser Zeit ist nicht mit Jakill & Hayd zu vergleichen. Dieser wechselte seine Persönlichkeit in Intervallen. Unsere Zeit ist viel mehr schizophren. Richtiges ist gleichzeitig falsch, wenn nur die Gewinnspanne das gewünschte Ergebnis bringt.

Anhand dieser Tatsache sollte mittlerweile jedem Auffallen, dass es in unserer Welt kein wirkliches Richtig und Falsch gibt. Es gibt nur die Gewinnoptimierung und die Gewinnmehrung. Das ist das einzige Ziel unserer Gesellschaft. Unsere Regeln dienen lediglich dazu, dass die Rechtschaffenen von der Masse überrannt werden, weil sie noch Menschlichkeit leben wollen.

Das System des perfekten Selbstbetruges

Das System ist perfekt ausgelegt. Jeder der sich in Mitleid übt, eliminiert sich auf diese Weise selber und befördert sich in monetäre AUS. Das kommt einem Selbstmord gleich. Auf diese Art trennt sich die Spreu vom Weizen und nur auf diese Art kann unser Wertesystem weiterleben unter der Herrschaft der Spreu. 



Der Rechtschaffene wird von der Masse überrollt, weil sie sich an falsche Werte klammert und davon überzeugt ist, dass das Eigentum dieser Werte, Gerechtigkeit bringen. Somit ist der Kampf um die Werte Gerechtigkeit und jeder der seine Werte verteidigt, wird zum Feind. In diesem Rausch der angeblichen Gerechtigkeit drücken sie uns Waffen in die Hand und wir erschießen uns gegenseitig. Noch schlimmer wird die Betrachtungsweise, wenn man davon ausgeht, jede Partei hat RECHT.

In dieser Wertung von Werten wird es nie Frieden geben. Unsere Werte bestehen im Wegnehmen. Wir haben dafür Regeln erfunden, wann sie jemand etwas wegnehmen lassen muss. Wir haben also Regeln, die besagen, wann sich ein Mann, eine Frau, ein Kind, sich die Existenzgrundlage - wegnehmen lassen muss.

Wir sind nur vom eigenen Egoismus getrieben und der Gerechtigkeitswahn des Wegnehmen bezieht sich nicht mehr auf nationale Ebene oder Bündnisebene, sondern sie globalisiert sich. Innerhalb den alten Bündnissen gibt es niemanden mehr zum Ausbeuten und die externen sind in ihrem Wissen um die Funktionsweise der Wertegesellschaft so weit vorgeschritten, dass sie diese für sich nutzen wollen.

Das darf nicht geduldet werden. Eine Führungsschicht der Werte-Rechtgläubigen müssen auch in diesen Ländern eingesetzt werden.


Stuttgart 21 ist das beste Beispiel für die Funktionsweise unserer Demokratie


Kaum sind die Wahlen beendet, droht die Bahn bereits mit Geldforderungen, falls Stuttgart21 nicht gebaut wird. Im Klartext heißt das, der Bund bedroht das Bundesland mit Zahlungsforderungen. Die Demokratie hat sich also dem Geld zu unterwerfen, das ist die Lektion, die Grünen in Baden-Württemberg lernen müssen. Der Lerneffekt wird sich auch in die abtrünnigen Wähler weiter fortpflanzen. Doch die Deutschen sind in dieser Wahrnehmung bereits derartig geschult, sie werden als Klügere nachgeben und einen Kompromiss finden, der die "kleinen Menschen" einseitig belasten wird. Es müssen lediglich die Gewinnerwartungen der Wirtschaft erfüllt werden. Ob der Bahnhof oben oder unten ist, spielt keine Rolle.




USA gibt Merkel Schützenhilfe


Verbal wird Deutschland von den USA angegriffen. Das poliert die innenpolitische Akzeptanz von Merkel auf, weil sie gegen den Kriegseinsatz in Libyen war. Ein Tribut für einen treuen Bündnispartner. Es ist in den USA  sehr wohl bekannt, dass die Deutschen nicht gerne in den Krieg ziehen. Das geht eindeutig aus Wikileaks hervor. Es ist auch nachweisbar, dass in der Rhetorik diesbezüglich immer wieder Rücksicht genommen wurde. Angela Merkel bekommt Rückendeckung aus den USA und schickt dafür gleichzeitig zusätzliche deutsche Soldaten  nach Afghanistan. Der Bundestag ließ sich überrumpeln. Aus Kriegsgegner wurden Kriegsbefürworten und stimmten dem Antrag der Bundesregierung zu.

Es war wieder einmal ein Phyrussieg für die Deutsche Parlamentarische Demokratie. Sie wurde am Nasenring über die politische Weltbühne gezogen und bemerkte es nicht einmal. Die große Aufbereitung für den Krieg beginnt erst in Deutschland. Diese Libyenkonferenz ist eine Drohgebärde an die ganze Welt. Sie soll aussagen, dass jeder, der sich nicht an die Richtlinien der Allianz hält, niedergeschlagen wird und zwar mit den Mitteln einer Demokratie, die nicht mehr weiß wo ihr der Kopf steht.


Selbstverständlich gibt es Absprachen mit den Rebellen

Die USA dementieren kräftig, dass es keinerlei militärische Absprache zwischen den Alliierten und den Bodentruppen der Opposition in Libyen gibt. Nur die Regierungschef beraten mit der Übergangsregierung. Doch wir glauben alles, wenn wir das Wort DEMOKRATIE hören. Wir töten dafür. Wir überfallen dafür Länder. Die Gerechtigkeitspolizei aus den USA wir jetzt bedingungslos von Europa unterstützt. Es geht um Sicherheiten für neues Geld, ansonsten bricht unsere schöne Welt der REICHEN zusammen. Sie wird von aufstrebenden Dritt-Nationen bedroht.

Die Kriegsberichterstattung ist ein Hohn und eine Ohrfeige für jeden Verstand. Die Vernunft erfreut sich an solchen Jubelbildern, der Sieger und des getöteten und entehrten Feindes. Einerseits wird von der hoch modernen Armee Gaddafis gesprochen und den Rebellen, die viel Militärgerät der hochmodernen Gaddafiarmee erobert hat und einerseits gelten die Rebellen als leicht bewaffnet und wehrlos.

Deutschland und auch Europa hat längst vergessen was menschliche Moral ist. Über die Medien können nach Belieben ehemalige Freunde als Feinde aufgebauscht werden und die Allianz marschiert in jeden Krieg, auch gegen sich selbst, wenn es die Propaganda so will.

Nach wie vor ist die Frage nach Bahrain nicht beantwortet. Dort darf ohne Aufbegehren der rechtschaffenen und Demokratie liebenden EU, jeder Aufständische vom Regime niedergeknüppelt und niedergeschossen werden. Dort werden sogar ausländische Truppen an die Seite des Despoten gestellt.

1 Kommentar:

Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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