Freitag, 15. April 2011

Fukushima ist meldungstot - Wie viele Pompeji müssen aufgebaut werden?

Seit Fukushima auf die höchste Stufe 7 - als Supergau - eingestuft wurde, gibt es kaum noch Meldungen über das Kernkraftwerk und das nukleare Ausmaß der Verseuchung. Die Atomruine in Japan muss unbedingt aus den Schlagzeilen. Medial ist der atomare Vulkan in Japan längst erloschen.

Japan erwacht langsam aus seiner Schockstarre und wird sich über das Ausmaß der Katastrophe bewusst und die Weltwirtschaft versteckt sich vor ihrer Verantwortung. Hundetausende von Menschen sind obdachlos. Notunterkünfte können keine Dauerlösung bleiben. Große Evakuierungen stehen an, die wahrscheinlich über das Militär organisiert werden müssen. Noch ist nicht bekannt wohin all die vielen Menschen umziehen sollen. Viele besitzen nur noch das, was sie am Leib tragen.



Die Versorgung von hunderttausend Menschen muss aufrecht erhalten werden, obwohl Treibstoff rationiert ist. Mittlerweile kam es zu Protesten vor der Firmenzentrale des Kraftwerksbetreibers Tepco. Japaner werden zu Kritikern, nicht einmal ihre Religion und Kultur kann sie daran hindern. Die Realität ist zu erdrückend, man kann vor ihr nicht mehr in Illusionen fliehen, damit das Elend leichter ertragen werden kann.

Viele Agrarflächen des Landes sind durch die Flut und/oder durch Radioaktivität zerstört. Die Bauern haben ihre Lebensgrundlage verloren und können nicht mehr zur Versorgung der Bevölkerung beitragen. Unmengen von Kühlwasser werden ins Meer geleitet und zerstören die Fischgründe. Es gibt einfach keinen Fahrplan für die Beseitigung einer Kernschmelze. Mit der Energiewende muss eine Wertenwende einsetzen. Der Konservative muss anfangen seine falschen Werte abzustreifen, damit er seinen angestrebten Humanismus endlich leben kann. Tepco will aus Verzweiflung jetzt das Wasser aus den Reaktorgebäuden abpumpen, damit die Kühlsysteme repariert werden können. Die Übel für die Menschheit werden jetzt abgewogen. Dies ist das Resultat einer Technologie, von der sich die Menschheit hätte schon längst entledigen müssen.

Chinas Premier Wen Jiabao bat Japans Staatschef Naoto Kan in einem Gespräche darum, nicht mehr das Meer mit radioaktiven Wasser zu verschmutzen. Selbst China kennt und ahnt die tatsächlichen Folgen dieses Entgleisung der Reaktoren. Japans Anrainerstaaten sind sehr besorgt über dieses Verhalten, aber es gibt keine Alternativen. Es gibt keinen Behälter, der all dieses Wassermassen aufnehmen kann. Alternativlos scheint das Vorgehen der japanischen Spezialisten. Tepco wurde in der Zwischenzeit angewiesen das Grundwasser dreimal wöchentlich zu überwachen, anstatt nur einmal die Woche.

Der kleine Ort Nagatoro am Rande der 30 km Zone um Fukushima weist gemäß Greenpeace-Messungen 17,5 µSv/h auf. In Iitate schlugen die Geigerzähler bereits von 8 bis 10 µSv/h aus. In der Regel gilt ein Grenzwert von 1 mSv pro Jahr. dieser wert ist bereits nach 5 Tagen Aufenthalt in Iitate erreicht. Die Lebensdosis für den Menschen liegt bei 400 mSv. Dieser kann in Iitate nach einem Aufenthalt von ca. 333 Tagen erreicht. werden.

Japan das Land der vielen Pompeji


Pompej, das Synonym für Zerstörung. Diese Stadt wurde 79 J. n. Chr. durch einen Ausbruch des Vesuvs komplett zerstört und nie wieder aufgebaut. Japan hat viele Pompeji. Mit Geld alleine kann diese Herkulesaufgabe niemals bewältigt werden. Unsere Wertegesellschaft kann nur in Geld rechnen, das in Wahrheit Materialien ohne Leistung darstellt. Eine langsam gewachsene Infrastruktur wie in Japan, kann nicht binnen Monaten wieder hergestellt werden und der Zusammenhalt der Welt hört wie jede andere Freundschaft beim Geld auf.

In den 1980er stellte Deutschland Berechnungen an, wie hoch der Schaden durch einen Supergau wie in Tschernobyl in Deutschland wäre. Damals stand eine Zahl von c. 3,5 Billionen Euro im Raum, der heute wahrscheinlich weit aus höher liegt. Das liegt in der "Natur" unseres Wertesystems. Es unterliegt einem Wertverfall, damit die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes erhalten bleibt.

Schlaue Wirtschaftsberater kamen in Japan auf eine Summe von ca. 210 Milliarden Euro. Das ist nicht einmal der Umfang unseres Banken-Rettungspaketes. Alleine die Tsunami zerstörte geschätzte 600.000 Gebäude und Wohnstätten, inkl. Infrastruktur wie Straßen, Schulen und Stromleitungen. Japan steht also vor Billionen schweren Ausgaben. Geld das nicht da ist, denn sämtliche Sicherheit (Wohnungen, Häuser, Produktionsstätten) sind vernichtet. Wer über keine Sicherheiten verfügt, erhält in unserer Wertegesellschaft kein Geld. Wer über kein Geld verfügt, kann keine Rohstoff einkaufen. Ein Kreislauf der Armut beginnt.

Japans Mitbewerber freuen sich auf die frei gewordenen Marktanteile

Sollte Japan Kredite vom IWF, der Weltbank oder anderen Ländern erhalten, muss es diese wieder mit Heller und Zins zurück zahlen. Eine ganze Nation gerät so bedingungslos in die Fänge der Geldverleiher und wird zum ewigen Zinssklaven. Auch Spenden helfen in diesem Dilemma in Wirklichkeit nicht weiter. Es ist nur ein teilweise Freikaufen durch die private Weltgemeinschaft. DasGeld selber fließen wieder in die Wirtschaft zurück, die jetzt schon die Hände reibt, mit Blick auf das Jahrhundertgeschäft.

Wirkliche Gerechtigkeit kann nur dann entstehen, wenn die Wirtschaft unentgeltlich Materialien und Leistung zur Verfügung stellt bzw. die Kosten dafür selber beträgt. Das ist die einzige Möglichkeit für Japan, einigermaßen glimpflich aus diesem Desaster herauszukommen. Doch es findet sich keiner der industriellen Mitbewerber Japans, der auf eigene Kosten sich beim Aufbau beteiligen will. Sie wollen nur die Produktionslücken, die Japan hinterlässt, mit Gewinnen schließen. Deshalb ist die Börse so unbeeindruckt von den Geschehnissen in Japan bzw. bekommt Feierlaune. "Des einen Leid ist des anderen Freud".

Mit Sicherheit wird bereits hinter verschlossenen Türen darüber spekuliert ob die Weltmarktführer Toyota oder Nissan überhaupt noch überlebensfähig sind. Für Japan wäre das eine unvorstellbare Dragödie. Für die ohnehin gebeutelte Weltwirtschaft ein Segen, wenn man sich die Welt in Geldzahlen denkt. Geld kennt keine Menschlichkeit, wenn nicht dafür bezahlt wird. Deshalb spenden wir. Das sind die modernen Opfergaben, um die Götter zu besänftigen.


Es reicht nicht aus, wenn die obdachlose Bevölkerung in 10 Jahren mit einer neuen Behausung rechnen kann. Notunterkünfte sind keine Dauerlösung für Hunderttausende. Die Anrainerstaaten China und Korea haben bereits jetzt schon Zusagen für den Wiederaufbau geleistet. Doch noch weiss niemand wie dieser Aussehen wird.

Die Bevölkerung um das Kernkraftwerk Fukushima 1 wird nun schrittweise auf die Evakuierung vorbereitet. Tepco spricht von Entschädigungen von 1 Million Yen (9000 Euro) pro Familie. Alleinstehende sollen 750.000 Yen erhalten. Eine durchschnittliche 3-Zimmer-Wohnung kostet in Tokio ca. 50 Millionen Yen = 450.000 Euro, außerhalb der Stadt halbiert sich der Preis schnell Ein Milliarden schweres Versprachen der Firma Tecpo, doch das eigentliche Problem ist damit nicht gelöst. Japan benötigt innerhalb kürzester Wohnungen hundertausende von Menschen, die sämtliche Grundlagen verloren haben. Oft existieren die Städte- und die Arbeitsplätze nicht mehr. Finanzierung durch die Menschen selbst ist nicht möglich. 

Japan braucht andere unkonventionelle Lösungen

Japan ist die einmalige Chance für die Menschheit sein Wertesystem als falsch zu begreifen. Tote Materialien als Grund für die Geldentstehung heranzuziehen war schon immer falsch, aber es wurde nie revidiert. Leistung muss in Zukunft der Wert sein und nicht der Sklavendienst, der die Zinsen garantiert und die Menschen zu mehr Leistung antreibt, um nicht ganz im Elend zu versinken. 

Wir dürfen es nicht zulassen, dass eine ganze Nation nun von den Geldmachern dieser Welt überrollt wird. Wir müssen unser Geldentstehungssystem neu erfinden. Die Welt ist längst im Umbruch. Sie streift nur ziellos umher und versucht zu flicken, was nicht zu retten ist. Behalten wir dieses Geldentstehungssystem bei, werden wir alle in der vollkommen Sklaverei (Abhängigkeit) enden.



Bereits heute führen wir Kriege wegen Rohstoffe, die als Sicherheit für neues Geld dienen sollen. Soll Japan nun einen Kreuzzug starten, um sich das Geld für den Wiederaufbau zu beschaffen? .... Wohl kaum! Spenden  anderen Länder, fehlt es ihnen wieder an Kaufkraft im eigenen Land. Japan ist kein Rohstoffland wie Deutschland auch. Kopfleistung ist nur dann gefragt, wenn Materialien zur Verarbeitung zur Verfügung stehen. Doch auch die Konkurrenz, um die beste Kopfleistung ist längst entbrannt und für den Westen verloren.

Die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) haben sich jüngst dazu entschlossen, ihren Handel in den eigenen Währungen zu betreiben. Der Dollar wird von ihnen nicht mehr als Reservewährung anerkennt. Sie wollen ihre "grünen Scheine" noch schnell in Rohstoffe eintauschen. Dafür geht China auf Einkaufstour in Europa und kauft die dortigen Staatsanleihen ein. Europa hat die Zeitwende verschlafen. Es orientiert sich heute noch an den USA, das finanztechnisch gar nicht mehr existiert. Es existiert lediglich noch in den Buchhaltungen, die ihre Rohstoffe in Dollar eintauschen.

Wir wird Zeit, dass wir uns dieser Zeitwende anpassen, wenn wir den Anschluss in die Neuzeit nicht verpassen wollen. Es ist unsere letzte Chance, damit wir beim Wandel in eine neue Wertegesellschaft noch eine Stimme haben, die gehört wird.

Asien, das über Jahrhunderte vom Westen ausgebeutet wird wohl keine Gnade kenne und seine ehemaligen Ausbeuter nicht schonen. Es wird die Wertegesellschaft als Knüppel zur Züchtigung der westlichen Dekadenz benutzen, bevor es zur Umwertung der Werte kommen wird.

Wir könnten uns einiges an Leid ersparen, wenn wir endlich nicht mehr die Augen vor der Wahrheit verschließen und über den "Schatten des Esels" diskutieren.

Des Esels Schatten

Der antike Redner Demosthenes sprach vor den Athenern und wurde daran gehindert, seine Rede zu beenden. Da fing er an von einem Athener zu erzählen, der sich einen Esel gemietet hatte und sich in der Mittagshitze im Schatten des Esels ausruhen wollte. Der Eselstreiber jedoch hinderte ihn daran, weil er ihm zwar den Esel vermietet habe, aber nicht dessen Schatten. Der Athener jedoch behauptete, auch den Schatten gemietet zu haben. Danach hörte Demosthenes auf zu reden. Als ihn die Athener aufforderten, seine Rede zu beenden, sagte er ihnen:
Demnach wollt ihr zwar über den Schatten eines Esels hören, aber über ernsthafte Dinge wollt ihr mich nicht reden hören!
Quelle: Wikipedia

Kommentare:

  1. falsches Geld- und Wertesystem.
    Es gibt kein richtiges Leben im
    falschen System.

    http://www0.xup.in/exec/ximg.php?fid=27766673

    AntwortenLöschen
  2. Sehr richtig. Ist auch meine Auffassung. Doch jedes Mal, wenn ich auf die Lösung hinweise, bekomme ich die Argumente für das "falsche" System um die Ohren gehauen.

    Die Mehrzahl der Menschen sehen keinen Fehler im System, nur in der Herrschaftsform und der Umverteilung. :-(

    AntwortenLöschen
  3. nicht immer
    sag das nicht
    es gibt menschen, welche zugehört haben

    AntwortenLöschen
  4. Sehr richtig. Ist auch meine Auffassung. Doch jedes Mal, wenn ich auf die Lösung hinweise, bekomme ich die Argumente für das "falsche" System um die Ohren gehauen.

    --

    Ach, erzähle doch mal, wie man argumentiert, was man sagt, das würde mich mal interessieren. Oder hast Du das in einem Video verarbeitet?

    AntwortenLöschen

Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Neueste Meldungen

Regelmässige Leser

Internetradio

mit politischen Themen und Hintergrundinformationen, die in den Mainstreammedien verschwiegen werden oder als Halbwahrheiten publiziert werden von keuronfuih

Politprofiler (keuronfuih) hat sich zur Aufgabe gemacht, die Beweggründe der Politik aufzudecken, denn Systemkritik scheint in unserer Medienlandschaft der Selbstzensur zum Opfer gefallen zu sein.

Alles was in der Politik passiert ist von Langer Hand geplant, das ist nicht nur ein Spruch sondern die Wahrheit. Aber warum entscheiden sich unsere Politiker immer mehr gegen das Volk und für die Wirtschaft?

Bilden Sie sich Ihre Meinung selbst, aber geben Sie sich die Möglichkeit, alle Hintergründe zu erfahren.

Wir stellen hier nicht den Anspruch, alles zu wissen, aber bemühen uns, alles, was wir in Erfahrung bringen können zu publizieren.
---------------------------------------------
Ravensburg, Friedrichshafen, Lindau, Tübingen, Freiburg, Lörach, Memmingen, Augsburg, Ulm, Keuronfuih, Politprofiler, Wertelehre, Umwertung der Werte