Samstag, 11. Juni 2011

kino.to - Ein Neider packte aus

Wie BILD berichtet, kam der entscheidende Hinweis aus den eigenen Reihen von KINO.TO. Ein Mitarbeiter fühlte sich ungerecht behandelt. Seiner Auffassung nach, war die Verteilung der angeblichen Millionen-Werbegewinne der Plattform ungerecht. Offensichtlich fühlte er sich von einem Werbespot angesprochen, der unzufriedene bzw. gemoppte Mitarbeiter auffordert, den eigenen Chef anzuzeigen, wenn er kopierte Software benutzt bzw. die Lizenzen nicht für alle Mitarbeiter erweiterte.



Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, wer Millionenbeträge in Werbung auf dieser Plattform investiert? Unlängst stieß ich auf eine Kinohitliste, die sich mit Klicks und Bewertungen auf "illegalen Filmplattformen" schmückt. Auf der anderen Seite frage ich mich, ob die Millionengewinnen korrekt beim deutschen Finanzamt angeben wurden. Wäre diese der Fall, wäre unser Fiskus, also unser Staat, ein williger Mitverdiener dieser Plattform gewesen.

Leider kam ein übereifriger und angeblich benachteiligter Mitarbeiter dem ganzen Spiel in die Quere und die Staatsanwaltschaft war förmlich gezwungen gegen Kino.to vorzugehen. Natürlich sind das Mutmaßungen, aber die Vorwürfe gegen Kino.to sind es ebenfalls.


Urheberrechtsverletzungen sind einfacher zu verfolgen als Pädophile

Die Polizeiarbeit scheint sich in diesem speziellen Fall sehr einfach zu gestalten und konnte sogar länderübergreifend agieren. In Deutschland, Frankreich, Spanien und den Niederlanden waren 13 mutmaßliche Betreiber festgenommen worden.

In Sachen Kinderpornographie steht die Polizei noch vor unlösbaren Aufgaben - man erinnere sich an die STOPPSCHILD-Aktion unserer damaligen Familienministerin v. d. Leyen. Gemäß ihren Ausgaben sind diese pädophilen Internetseiten sehr schwer von irgendwelchen Servern zu löschen bzw, zu blockieren. Bei Urheberrechtsverletzungen, insbesondere Im Fall von Kino.to gab es keinerlei Barrieren für die Polizei. Dieser schwere Schlag gegen die "Internetmafia" schaffte es sogar in die 20-Uhr-Nachrichten der Bundesrepublik Deutschland. Bei pädophilen Seiten reichte lange Zeit ein Stoppschild. Die Ersteller dieser Seiten sind in bezug auf die Polizeiarbeit nicht die potentiellen Täter, sondern die Konsumenten der Bilder. Bei manchen Sachverhalten gestaltet sich der politische Wille in unterschiedliche Richtungen, die in zweierlei Maß messen. 

Internetkriminalität als Kriegsgrund

Die USA will Hackerangriffe als Kriegsgrund anerkennen. Unter dieser politischen Vorlage ist es für Deutschland zwingen notwendig gegen "Kino.to" als Urheberrechtsverletzer vorzugehen. Sie werden sogar als kriminelle Vereinigung benannt. Eine Wort, das an die Anti-Terrorgesetze erinnert.
§ 129
Bildung krimineller Vereinigungen

(1) Wer eine Vereinigung gründet, deren Zwecke oder deren Tätigkeit darauf gerichtet sind, Straftaten zu begehen, oder wer sich an einer solchen Vereinigung als Mitglied beteiligt, für sie um Mitglieder oder Unterstützer wirbt oder sie unterstützt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Absatz 1 ist nicht anzuwenden,


1. wenn die Vereinigung eine politische Partei ist, die das Bundesverfassungsgericht nicht für verfassungswidrig erklärt hat,

2. wenn die Begehung von Straftaten nur ein Zweck oder eine Tätigkeit von untergeordneter Bedeutung ist oder

3. soweit die Zwecke oder die Tätigkeit der Vereinigung Straftaten nach den §§ 84 bis 87 betreffen.
Erstaunlicher Weise werden Parteien, die vom Bundesverfassungsgericht nicht für verfassungswidrig erklärt wurden, vom o. g. Paragraphen ausgenommen.

Eine weiteres Paradox in unserer Gesetzgebung. 

Dies ist sozusagen ein Freibrief für Parteien. Parteien wie z. B. die CDU könnten erst dann als kriminelle Vereinigungen angeklagt werden, wenn das BVG sie für verfassungswidrig erklärt. Diese Einschränkung in § 129 ist daher unangemessen und begünstigend. Es kann niemals ausgeschlossen werden, dass auch ehemals nicht verfassungswidrige Parteien verfassungswidrig handeln, bevor sie vom BVG als solche erkannt werden.

Internetmafia als Filmplattform

Kino.to war lediglich eine Internet-Plattform, die Kinofilme per Mausklick zur Verfügung stellte. Keine einzige Datei lag auf ihrem Serverplatz. Die jeweiligen Kinofilme stellen andere Internetseiten bzw. Server zur Verfügung. Nun behauptet die Staatsanwaltschaft, dass diese Internetseiten und Server, auf denen die Filme gespeichert waren, speziell von Kino.to-Betreibern zu diesem Zweck gegründet worden seien. Was bis heute nicht Hieb und Stichfest nachgewiesen ist. Es handelt sich lediglich um Mutmaßungen, die bei der Verhaftung angeführt wurden. In Deutschland gilt aber bis zu Verurteilung nun mal die Unschuldsvermutung - auch für Kino.to

In Windeseile verbreitete sich die Nachricht über die Schließung der Internetseite "kino.to". Man hatte das Gefühl, ein terroristischer Anschlag sein in Deutschland verhindert worden. Im Jahre 2008 als zu erst die KfW-Bank und danach die HRE mit Steuergelder gerettet wurden, gab es keine Bürodurchsuchungen und keine PC-Beschlagnahmung, lediglich satte Abfindungen für die Bankmanager. Die Drohung unserer Bundeskanzlerin, dass alles schonungslos aufgedeckt wird, verpuffte im All der Medien genauso, wie im Gedächtnis der Bürger.

CinemaxX - die Aktiengesellschaft als Kinobetreiber


Schon jetzt reiben sich die DVD-Vertreiber und -Verleiher die Hände. Sie warten auf den Ansturm der vielen Kino.to Nutzer, die keine Filme mehr im Internet anschauen können. Sie träumen davon, dass jeder Klick ein Kinobesuch ist. In diesem Glauben schwebt die Musikindustrie immer noch. Jeder Klick sollte deren Meinung nach bares Geld in ihre Kassen spülen. Die Gier scheint grenzenlos geworden zu sein. Vielleicht wird bald eine Gema-Gebühr fällig, wenn man ein Liedchen pfeift. 

Kino.to ist eine Plattform des modernen Zeitvertreibes. Man klickt sich durch die vielen angebotene Film und ist froh, dass man sich diesen Schrott nicht im Kino angetan hat. Oft ist der Trailer das beste am Film. Kino-Nostalgie gibt es längst nicht mehr. Es sind kommerzielle Popcornbuden mit überteuerten Preisen.

Der Flair von kleinen Kinos ist Vergangenheit. CinemaxX AG eroberte die Innenstädte und bedeutete für viele kleine Kino-Besitzer den kommerziellen Tod.

CinemaxX ist eine börsennotierte AG und anonymisiert Kapital. Kinobesuchen gehören daher ins Interesse der breiten Öffentlichkeit. Jeder Klick bei Kino.to erzeugt in den Führungskreisen Schweißperlen und Verlustängste. Die Kinobranche ist ein Dinosaurier, der sich selber überholt hat. AVATAR, der 3D-Film, war ein Kassenschlager. Man wollte glauben, dass es die 3D-Technik war, die Kinobesucher anlockte, aber es war der Inhalt und die Aussage des Films. Kinobesucher schauen sich nicht jeden Schrott in 3D an. Das musste die Filmindustrie schmerzlich feststellen.

3D ist keine Erfindung der Neuzeit. Bereits in den 1980 strahlte das Deutsche Fernsehen 3D-Film aus - mit mäßigem Erfolg. Jeder konnte sie - wie heute - mit einer 3D-Brille anschauen. Technische Sperenzchen machen noch lange keine vollen Kinos, sondern sinnige Inhalte ohne die ständige amerikanische Propaganda der Wertrettung.

Die Mittelmäßigkeit amerikanischer Filme ist schier nicht mehr zu ertragen. Es ist ermüdend ständig die USA als Weltretter zu erleben. Immer weniger Helden retten immer häufiger die Welt - das ist die Grundaussage jeder amerikanischen Aktionproduktion.

Hollywood verloren seinen Glanz in seiner Arroganz. Die Strategie der 1960, europäische Stars zu amerikanischen Filmproduktionen nach Amerika zu holen, brachten der deutschen UfA die Pleite. Am Ende gab es nur noch amerikanische Filmstars. Europäische Produktionen dümpeln mit wenig Geld vor sich hin, während deutsche Steuergelder in Hollywood angelegt werden. Das europäische Publik wird müde. Es ist überladen von amerikanischem Nationalismus auf der Kinoleinwand. Es langweilt, Überraschung mit hochgezogenen Augenbrauen geschauspielert  zu bekommen. Die Abhandlungen sind derartig einfach zu durchschauen und einfach in politisch korrekte Handlungsweisen umzusetzen, dass die eigenen Intelligenz fast jedes Mal nur noch beleidigt wird.

Leider haben sich die deutschen Produktion nicht mehr von denen aus Hollywood hat. Man hat sich der Mittelmäßigkeit untergeordnet.




  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Cruise
  2. http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/CinemaxX-veroeffentlicht-vorlaeufiges-Jahresergebnis-2010-1075842
  3. http://www.derwesten.de/kultur/film/Steuergelder-locken-Hollywood-id85041.html

Kommentare:

  1. Wie wahr, wie wahr. Wir waren letztens im Kino (2 Kinder, 2 Erwachsene) und waren mal eben 40 Euronen los. Unglaublich. 30 Euro Eintritt, dann noch Trinken und Popcorn für die Kinder und zack - ist das Geld weg. Das kann sich ein normaler Durchschnittsbürger doch gar nicht mehr leisten. Uns wird jedenfalls nichts mehr so schnell ins Kino ziehen.

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  2. Es ist schon traurig, wie die jahrelange Gehirnwäsche sich ausgewirkt hat. Der Konsum dieser unsäglich faschistischen Hollywoodstreifen hat wesentlich zur Verblödung unserer Bevölkerung beigetragen. Kein Wunder, dass sich große Teile der Bevölkerung Formate wie GNTM, DSDS und Dschungelcamp reinziehen. Ich denke, vieles ist der Vereinsamung unserer Gesellschaft geschuldet. In meiner Kindheit saß die Familie am Tisch, man spielte Monopoly und Scrabble und lernte dabei entweder die deutsche Sprache oder wie man mit seinem Geld gut haushält. In der heutigen Zeit wird dem Bürger eingeredet, dass der Staat am besten auf die Kinder aufpasst, dann kann der Bürger arbeiten und schuften, bis die Schwarte kracht und er entsorgt sich am Besten sozialverträglich selbst, bevor die Rentenkasse zahlen muss. Tja, wenn man drei Jobs benötigt um über die Runden zu kommen, wählt man schnell die seichte Manipulationsmaschinerie des TV, bevor man ins Bett fällt...

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  3. Leider kam ein übereifriger und angeblich benachteiligter Mitarbeiter dem ganzen Spiel in die Quere und die Staatsanwaltschaft war förmlich gezwungen gegen Kino.to vorzugehen. Natürlich sind das Mutmaßungen, aber die Vorwürfe gegen Kino.to sind es ebenfalls...

    Wer diesem Mitarbeiter wohl gesteckt hat, wie unzufrieden er wirklich sein kann, tz...

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  4. .... wenn zwei Menschen etwas zusammenmachen, fühlt sich früher oder später immer einer benachteiligt, egal ob es nun berechtigt ist oder nicht.

    Julian Assange erging es bei Wikileaks genauso. Wobei ich glaube, dass sein Whistleblower niemals mit ihm in seiner heutigen Situation getauscht hätte.

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  5. Ist schon unglaublich, wie sich alles mit der Zeit so entwickelt. Aber früher oder später musste ja es dazu kommen.

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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