Donnerstag, 2. Juni 2011

Libyen/Tripolis: Das Imperium schlägt zurück -über 10.000 Tote

Die Berichte über Libyen und die NATO-Angriffe befremden. Es scheint eine verklärte, heroische Berichterstatter der kriegsführenden Parteien zu sein. Nicht nur Gaddafi betreibt Medienpropaganda, sondern auch die NATO bzw. deren Mitgliedsstaaten. Der Krieg wird im Internet fortgesetzt. Die Rebellen bieten ihre Bericht- und Bilddienste im Internet an. Medien berichten über 10.000 Tote alleine in Tripolis, die von Gaddafis Truppen umgebracht wurden, weil sie sich nicht ergaben und die NATO Bomben für den Frieden abwerfen musste. Die schlechte humanitäre Lage - damit die Versorgung der zivilen Bevölkerung gemeint - ist ebenfalls Gaddafis Schuld, weil er sich nicht ergibt.

In der Zwischenzeit rückt Gaddafi in der Schergenliste der USA und damit in der Welt immer weiter nach oben, damit der Krieg nicht zu schnell zu Ende geht. Wir erleben gerade die Geburtswehen des neuen Nahenosten, den Condolizza Rice (Außenministerin G. W. Bush) immer und immer wieder beschwor.  Europa schützt mit neuen Demokratien, die sich zur Aufgabe machen, den Flüchtlingsstrom aus Afrika aufzuhalten. Gaddafi galt als nicht mehr zuverlässig, er ließ sich seine Dienste zu teuer bezahlen. Außerdem verwendete er die Öleinnahmen für die Stärkung Afrikas anstatt das europäische Bollwerk gegen die Flüchtlinge auszubauen. Ein sträflicher Fehler für einen Despoten, der nun nicht mehr tragbar wurde.

Jede der Kriegsparteien versucht sich im Licht des GUTEN und des BEFREIERS darzustellen. Am Rande dieses Schauplatzes sind die Toten in Libyen zu beklagen. Die NATO selber fliegt Angriffe der verbrannten Erde und legt Städte in Schutt und Asche. Piloten der NATO spielen Ballerspiele mit echten Menschen.  Während der Westen die Konten des Despoten - des bösen Gaddafi - abräumt, um sie für humanitäre Hilfen benutzt, die sie selber verursacht. Mit jedem NATO-Angriff wachsen die Chancen auf die Übernahme der Ölquellen durch eine Demokratie, die am Ende alles wie in Griechenland privatisieren muss. So bombt sich die moderne Welt einen neuen Markt frei, der die armen, verschuldeten Ländern über Wasser halten soll.

Der USA steht das Wasser bis zum Hals. Es muss seine Gesetze ändern, damit es weitere Schulden machen kann, aber nur ein erfolgreicher Einsatz im Nahenosten, der mit einem weiteren Einfluss der USA verbunden ist, bringt das nötige Vertrauen für weitere Kreditanträge.

Die wichtigste Frage ist und bleibt: Wer stellt in Zukunft die Rechnungen für die Öllieferungen aus Libyen aus? - derjenige hält einen der Joker für die Weltherrschaft in der Hand. Demokratien werden es wohl nicht sein. Es gibt keinen einzigen Ölkonzern, der in den Händen irgend einer Demokratie wäre. Wir müssen als den Kern des Imperiums nicht in Staaten oder Staatsmännern suchen, sondern in den Aktienpaketen der einzelnen Weltkonzerne. Dies ist keine Neuentwicklung, sondern seit Jahrtausenden die Wertelehre unserer Gesellschaft. Wir gaben uns nur immer dem Glauben hin, dass Demokratien die Geschicke der Wirtschaft lenkten. Wir leben lediglich in einer modernen Feudalherrschaft des Mittelalters, in der sich der Leibeigene demokratisch seine Armut durch Staaten selber verwalten darf.

Der Westen bringt heute Frieden mit Bomben und erzeugt einen Freiheitstraum in den Herzen der Menschen, den er schwerlich erfüllen kann. Es ist ein "Glaubenskriegs" wie der 30jährige Krieg, der Europa im 15. Jh. erschütterte. Viele hoffnungsvolle jungen Menschen in Nordafrika erwarten Wunder von einer Demokratie, die sie nicht vollbringen kann. Sie erwarten Vollbeschäftigung, Lohn und Brot für alle und medizinische Versorgung für jeden - sie träumen von Europa.

Während der westliche Arbeitnehmer mit seinen Demokratien gerade im Schuldensumpf versinkt und soziale Leistungen per parlamentarischen Entscheidung durch Gesetz kürzt, steht die afrikanische Welt auf und will sich den gewünschten Wohlstand mit Demokratie erkämpfen. Im Westen, dem Vorbild der Rebellen und Revolutionäre, gibt es längst keinen Wohlstand der Massen mehr. Die Gesellschaft ist zerklüftet und zerfleischt sich selbst, im Überlebenskampf um Arbeitsplätze. Staaten und Demokratien sind Erfindungen für den Arbeiter, der sich immer noch in der Abhängigkeit von monarchisch anmutenden Familien befindet. Seine Freiheit besteht darin sich unter Zwang einen beliebigen Lohnzahler zu finden. Mit den demokratischen Bewegungen in Europa wurde lediglich eine Armutsverwaltung für die Bevölkerung in Kraft gesetzt, aber keine Volkswirtschaften - wie es immer so schön genannt wird, wenn man von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Volks spricht. Das BIP gibt Auskunft wie viel von unten nach oben verteilt wurde - mehr nicht. Die gestürzten Monarchien und ihre Lehnsherren Europas blieben als Unternehmer in der politischen Wende erhalten - also existieren außerhalb der demokratischen Staatsgewalt. Die Strukturen unserer Wirtschaftsordnung erscheinen liberalisiert - jeder kann jetzt Fürst oder gar Monarch werden - wir sind in Wirklichkeit noch nie in der Demokratie angekommen. Die kleine Monarchie findet heute an den Börsen statt - der Pokertisch um Einfluss. Der kleine Pöbel glaubt durch Fleiß in die nächste Welt - in das eigentliche Imperium - aufsteigen zu können, wenn er sich nur genug anstrengt, sich bildet und innovativ ist. Im übertragenen Sinne wird er zum Ritter und wenn er erfolgreich ist, wird er geadelt. Das festigt den Glauben an eine Freiheit, die lediglich darin besteht, seine Fähigkeiten zur Ausbeutung zu beweisen. Die angebliche Freiheit veranlasst den Pöbel aus innerster Überzeug die Ausbeutung mit seinem Blut zu verteidigen. So führen Demokratien - rechtschaffene Leute - Kriege für ein Imperium, das sie aussaugt wie ein Vampir. Das Staatendenken, das nationalistische Denken ist daher ein Unterdrückungsinstrument. Der Patriotismus ein falscher Schein - eine Scheinheiligkeit. Patriotismus ist nichts anderes als die blinde Unterwürfigkeit von Massen vor den Häschern der Habgier. Der glaube an die eigene Währung ein Pfandbrief für Kriege und das Vorrecht auf Ausbeutung. Keine Währung dieser Welt gibt irgend einem Volk seine Selbstbestimmung. Weil Geld nur gegen Sicherheiten auf Eigentum entsteht. Auch wenn keine direkten Sicherheiten für einen Kredit hinterlegt werden, kommt der Gerichtsvollzieher und pfändet alles weg, wenn nicht bezahlt wird. Unsere Weltwährung existiert längst und ist überall anerkannt - es ist das Eigentumsrechts auf materielle Dinge, die eigentliche jeder zum Überleben braucht. Das sichert den Mächtigen unsere Unterwürfigkeit durch Hungerangst, durch Energieangst - nicht umsonst spricht man heute bei der Energie vom neuen Brotpreis.

Kommentare:

  1. "Außerdem verwendete er die Öleinnahmen für die Stärkung Afrikas anstatt das europäische Bollwerk gegen die Flüchtlinge auszubauen."

    Aus der Warte hatte ich das noch gar nicht gesehen. Ich dachte, es ginge wohl um das viele Wasser und seine Rolle bei der "Vereinigung" Afrikas.

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  2. Gaddafi stellte sein Beschäftigungsprogramm in Afrika der EU in Rechnung (s. Artikel). Er betrieb Auffanglager und stellte viele Arbeiter z. B. aus Mali ein. Die Öleinnahmen benutzte er, um die Afrikaunion-Beiträge der anderen Länder zu bezahlen. Afrika wäre eigenständig geworden, wie heute Lateinamerika ist.

    Es ist belegt, dass die sogenannten "Rebellen", diese Gastarbeiter in Libyen jagten wie Hunde. Aus deutscher Sicht würde man sagen, die RECHTEN - die RADIKALEN - sind jetzt an der Macht in Libyen.

    Nach Gaddafis Tod muss nun Europa mit Hilfsprogrammen in Afrika einspringen. Die Unruhen in Mali resultieren aus der massiven Verarmung der Bevölkerung. Die neuen Machthaber in Libyen haben keinen Verantwortungsdenken gegenüber dem eigenen Kontinent, sondern benutzen die Öl- und Gasgewinne nur für sich selbst.

    Der Angriff auf Libyen war daher eine massive Destabilisierung Afrikas. So kann militärisch interveniert werden, um China mit seinem Aufbau-Afrika-Projekt zu verdrängen. China betreibt dort schon lange die Politik: Dollarkredite gegen Rohstoffe. Was der aktuellen Leitwährung überhaupt nicht gut tut.

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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