Mittwoch, 22. Juni 2011

Pflegeversicherung als Teilkastoversicherung - Die kommerizialisierte Familie

Wer seine Kinder in Krippen angibt, braucht sich nicht wundern, wenn er im Alter selber abgegeben wird.

Nur Schwache pflegen ihre Eltern noch selber, der Leistungsträger lässt pflegen. Die Familie ist längst kommerzialisiert und zur Handelsware im Supermarkt verkommen. 

Gunter Sachs entzieht sich vorbildlich dem Leben, um niemanden mit seiner Krankheit "A" zur zu Last fallen. Er ist ein Opfer unserer Leistungsgesellschaft, die Alter als AUSSATZ ansieht und schwindende Arbeitskraft, mit der keine Wertschöpfung betrieben werden kann, einen inakzeptablen Makel darstellt, der nur Mehrkosten verursacht für die kein Träger mehr vorhanden ist.  




Guter Sachs hätte sich die Pflege leisten können, im Gegensatz zu vielen anderen, denen längst als demographische Blase ein schlechtes Gewissen eingeredet wird. Die systematische Zermürbung einer Generation der ZUVIELEN wird vorbereitet. 

Die freie Wahl der Alten, ausgemergelten Leistungsträger in einer Leistungsgesellschaft besteht anscheinend nur noch aus dem Freitod oder dem Siechtum unter schlimmsten Bedingungen, wenn seine Ersparnisse aufgebraucht sind.

Kommentare:

  1. Nun war ja die unsägliche, zu Unrecht so genannte Pflegeversicherung von Anfang an eine Teilkasko. Die ursprüngliche Idee wurde ja nie verwirklicht, nämlich zu verhindern, dass ganze Familie daran zugrunde gehen können, wenn das Geld nicht reicht. Nur die Kosten den rein mechanistischen Pflege werden ja getragen, im stationären Bereich muss der Bewohner alles andere selbst bezahlen. Wenn es eng wird, .... Häusle verkaufen, Vermögen einbringen. Bei Fehlen dieses springt dann wieder der Staat ein - noch... unter Einbeziehung eines zumutbaren Anteils von Verwandten ersten Grades. Ach ja, und freundliche Zuwendung seitens des Personals kommt dann auch als Extrarechnung - am besten bar zu bezahlen.

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  2. Über "Pflege" kann ich mitreden. 2007 habe ich meine Mutter aus dem 6. (!) Pflegeheim zu mir geholt. Ich konnte das menschenverachtende System nicht mehr ertragen, es war ein Kampf gegen Windmühlen. Das ganze hat mich so traumatisiert, dass es mindestens für 5 Leben reicht.
    Ich habe meinen Beruf aufgegeben und Pflegen gelernt. Obwohl wir der Pflegekasse nun jede Menge Geld sparen, müssen wir um jede Kleinigkeit weiter kämpfen. In Krankenhäusern muss ich jedes Mal mit dem Staatsanwalt drohen, damit sie eine unterdurchschnitlich schlechte Behandlung bekommt. Es wird immer darauf gleich verwiesen, dass meine Mutter alt genug sei, um zu sterben. Alte und behinderte Menschen hätten ja eh keine Lebensqualität mehr. Und wie viele alte Menschen musste ich qualvoll in Krankenhäusern ersticken sehen, ohne etwas tun zu können. Sie hatten den fehler gemacht, eine "Vorsorgeverfügung" zu machen. Und als lebensverlängernde Massnahme zählt nun einmal auch ein simples Antibiotikum oder die rettende Infusion, wenn Altersheime die Menschen haben dehydrieren lassen ... Sehr oft habe ich von Heimärzten bezüglich der schweren (durch einseitige Breinahrung verursachten) Anämie gehört: "Ihre Mutter/Vater hat innere Blutungen, da machen wir nichts mehr, das ist Krebs". Und die unwissenden Angehörigen haben abgenickt zu dem Todesurteil. Und wie oft habe ich von Pflegepersonal, Krankenwagenfahrern, Berufsbetreuern schon den Satz gehört: "Wir können uns die alten Menschen nicht mehr leisten". Ich habe Angst vor dem Alter, vor dem Ausgeliefertsein, denn ich habe niemanden, dem Ungereimtheiten auffallen würden und der sich für mich einsetzen würde. Aber vielleicht bekommen wir dann ja wie in China einfach die Todesspritze. Geplant ist ja eine Weltordnung nach den Gesetzen Chinas.

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  3. Ja, sie appellieren an unsere Menschlichkeit und verdienen dabei noch jede Menge Geld. Das ist alles unserer Wertelehre geschuldet.

    Die CDU sieht den Pflegemarkt als neuen Wachstumsgaranten für unser BIP. Wir können uns also noch auf etwas gefasst machen.

    Soziales Jahre für unsere Kinder. Bürgerarbeit für Hartz4-Empfänger in Pflegeheime. All das wird die Umstände der Pflegefälle nicht verbessern, aber die Marktlage.

    Das macht mich unendlich traurig. Angst vor dem Alter habe ich deshalb keine, ich werde es mit vorwurfsvollem Blick und schneidenden Kommentaren hinnehmen, bis ich nicht mehr kann.

    Viel mehr Sorgen bereitet mir diese Organspende-Diskussion. Das ganze macht nur Sinn, wenn die Menschen nicht an Altersschwäche sterben. :-(

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  4. @Prolitprofiler: Die Organspendediskussion macht mir auch Sorgen. Wir haben dafür ein uraltes Gesetz und es ist noch nicht einmal Pflicht, wenigstens ein EEG anzufertigen zur Feststellung eines Hirntodes (obwohl bezweifelt wird, dass es in die tiefen Hirnschichten messen kann). Es brauchen nur zwei Ärzte (egal welche Fachrichtung sie haben) einen Hirntod bestätigen. Sie bekommen dafür 1000 Euro. Ich habe viele Berichte gelesen von Angehörigen, die diese Entscheidung bitter bereut haben. Nachweislich steigen bei den "Spendern" die Temperatur und der Puls während des "Schlachtens". Als "Schlachten" wird das wirklich vom OP-Personal beschrieben. Bekanntlich halten sie ja auch Wachkoma-Patienten zumeist für "hirntod".

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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