Montag, 18. Juli 2011

Abhörskandal/Großbritannien: ... wenn ein Staat seinen Bürger nicht mehr traut

Murdoch, der Medienmogul, der viele Zeitungen und Sender sein Eigentum nennen kann, ist selber in die Schlagzeilen geraten. Er schloss seine "News Of The World" in London, wegen eines Abhörskandals. Die Redakteure zapften angeblich Opfer von Gewaltverbrechen genauso an, wie deren Angehörige. Sogar Angehörige des 9/11 Dramas blieben nicht verschont. Er entließ alle seine Mitarbeiter in dieser Zeitung. Die einzige, die verschont bliebt, war Rebekah Brooks. Darüber stutzen auch die Mitarbeiter. Sie war genau für die Zeit verantwortlich, in der die Telefone angeblich von der Zeitung angezapft wurden. 


Murdoch muss nun nicht mehr mit einer Entlassung reagieren. Die britische Polizei kam ihm zu vor. Rebekah Brooks wurde fast als Vorstandsvorsitzende von Murdochs britischer Verlagsholding News International verhaftet. Schaffte aber den Rücktritt noch am Freitag, den, 14. Juli 2011. Nun befreite sie ihr Chef aus den Fängen der Justiz mit einer Kaution, deren Höhe nicht genau bekannt ist. 

In der Zwischen trat auch der Londoner Polizeichef Stephenson zurück, angeblich wegen den spekulativen Vorwürfen einer Beteiligung an dieser Abhörwelle.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine Zeitungsredaktion über derartige Abhörtechnik verfügt, um Handy- und Festnetztelefone zu überwachen. Daher liegt die Annahme nahe, dass diese Personen bereits von der Polizei überwacht wurden und das Nachrichtenblatt lediglich ein Trittfahren war. Wir sollten der Tatsache in die Augenblicken. Nicht erst die Überwachung durch sensationshungrige Journalisten ist ein Skandal, sondern das legale Abhören von neugierigen Regierungen, die sich hinter dem Tarnmantel der Justizia verstecken.

Abhören ist heute das normalste auf der Welt. Wer nicht abgehört wird, ist abnormal. Unsere Regierungs- und Polizeichefs sind immer und überall mit dabei. Es muss nicht immer direkt sein, denn ein großer Teil der Überwachung übernimmt der große Bruder aus Übersee, die USA. Sämtliche Portale und Soziale Netzwerke haben ihren Standort in den USA. So laufen alle Twitter- und Facebook-Einträge in einen großen Pott, der ausgewertet werden kann.

Es geht ihnen nicht unbedingt um etwaige Bombendrohungen, sondern um Persönlichkeitsbilder und Gesinnungen. Sie wollen doch präventiv auftretende und potenzielle Terroristen enttarnen. Das beste wäre, wenn sie die Terroristen noch enttarnen bevor der Mensch selber weiß, dass er zum Terrorist wird.


Die Staaten sind die Lauscher im Auftrag der Demokratie

Demokratien werden durch Regierungen zu Datenkraken. Nein, der Skandal liegt in den Überwachungsgesetzen, die Demokratien zu lassen und sie selber geheim überschreiten. Deutsche Zeitungen, wie "die Welt", legen ihre Kommentarfunktion zu politischen Themen einfach in die USA. Angeblich aus technischen Gründen und der einfacheren Verarbeitung wegen, denn dort sitzen angeblich die Spezialisten, die ihre kritische Stimme zu Angela Merkel oder Schäuble besser für die deutsche Zeitung bearbeiten können. Es geschieht also alles nur zu ihrem Wohle.

Ein Skandal reiht sich an den anderen, doch er wird erst zum Skandal, wenn die Medienmogule, ihn durch das Nadelöhr der Reaktionssitzung pressen.

Es ist eine Farce zu glauben, dass eine plumpe Abhöranlage im Hause der Royals nicht erkannt worden wäre. Sie ist fest installiert und kann nach Belieben angezapft werden, auch von Skandalblättern. Ich sage nur peinlich, peinlich Mr. Cameron. 

Hier geht es nicht um einen kleinen Polizisten, der den Verlockungen des Geldes erlag, sondern es geht um die Wahrheit und die Tatsache, dass unser Staat - also unsere Demokratie - jeden x-beliebigen Menschen überwacht, wenn ihm der Sinn danach steht. Die Willkür hat längst in unserer freien Welt Einzug gehalten. Freie Meinungsäußerung dient nur noch dazu eventuelle Verdächtige auszumachen, die dem Bild des korrekten Bürgers nicht entsprechen. Es wird Buch geführt, wer die politischen Entscheidungen der Politiker kritisiert, denn es werden noch weitere unangenehme Entscheidungen getroffen werden, die vielleicht gerade diese Menschen zu einer Gefahr des Staates werden lassen, weil sie sich für Freiheit einsetzen, die dieser Staat in naher Zukunft kappen wird.

Meinungsfreiheit ist eine Interpretation


Noch sind die Freiheiten nur im Geheimen längst aufgehoben. Es wird die Zeit kommen, in der es auch offiziell keine freie Meinungsäußerung mehr geben wird. Kritik der Sozialsparpakete ist ein Rede gegen die Regierung - also ein verbaler Angriff auf das aktuelle Regime. Nur mit harter Hand wird Europa seine verarmenden Massen  noch unter Kontrolle halten können. Der Schutz der neuen "Demokratie" gilt der Marktwirtschaft und deren Akteuren. Die Handelsgesetze und damit auch die Zahlungsbedingungen der Staaten  müssen auf Kosten der vielen Menschen eingehalten werden.

Das Volksprügel-Kommando steht in jedem Staat längst parat. Die Polizei sieht sich hier als Bollwerk für die Demokratie, aber nur solange, wie auch ihre Gehälter bezahlt werden können. Was wird passieren, wenn die Staaten ihre eigenen Privatarmee zum Schutze der Regierung nicht mehr bezahlen können?

Glauben Sie mir, die Überlegungen unserer Regierenden, unabhängig ob sie nun auf der Regierungsbank sitzen oder nicht, stellen längst präventive Lösungspläne zusammen. In der Politik geschieht nichts ungeplant.

Der Skandal um "News of the World" ist ein kleiner Patzer, der schnell durch die Schließung der Zeitschrift gestoppt werden sollte. Nicht Murdoch ist der Spitzel, sondern unsere Regierungen, die den Staat zwingen, sein eigenes Volk zu bespitzeln. Nicht die Regierung muss über den Staat das Volk überwachen, ob Missetäter vorhanden sind, sondern das Volk braucht das Recht über den Staat die Regierungen zu kontrollieren.

Viel zu viele Rechte sind seit 9/11 für die Menschen verloren gegangen, wegen einen Bedrohung, die nur imaginär ist und auf Hörensagen beruht. Keiner käme auf die Idee, einen TÜV-Mitarbeiter hinter jedem Auto abzustellen und jedes Mal, wenn der Autoschlüssel in die Hand genommen wird, macht dieser eine Inspektion.


Wir Bürger sind keine fehlgeleiteten Individuen. Die Fehlleitung und die falsche Wahrnehmung der Wahrheit liegt viel mehr in den Elitenverbänden, die Regierungen kreieren und Schlagzeilen produzieren. Der Mensch muss anfangen sich eigenständig zu informieren - noch bevor das Leistungsschutzrecht in Kraft gesetzt wird. Wer Zeitungen kauf, bezahlt für seine Meinung, die mit jeder Zeile gebildet wird. Im Internet ist jeder kritisch. Es wird Zeit, dass der Normalo, die Kritik auf auf die Print- und Visualmedien ansetzt.


"Whistleblower" Sean Hoare tot aufgefunden
Abhörskandal: Der britische Journalist, der als erster zum Abhörskandal um die Boulevardzeitung „News of the World“ ausgepackt hat, ist laut Polizei tot aufgefunden worden. Der Tod von Sean Hoare in dessen Haus werde jedoch nicht als verdächtig eingestuft, erklärte die Polizei am Montag.

Kommentare:

  1. Und dann sind sie noch zu doof um die gesammelten Daten zu schützen (siehe Bundespolizei/Zoll, oder Baupläne vom BND); aber unsere Daten wollen sie alle haben...

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  2. eine große zeitung mit 4 buchstaben, schreibt doch tatsächlich über einen britischen komidien der einen teller voll rasierschaum auf Rupert Murdoch werfen wollte.
    die gerichtsverhandlung wurde unterbrochen bla bla bla.
    damit zeigt sich doch nur, dass die zeitung zu murdoch hält.

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