Montag, 12. September 2011

Eurokrise: Lassen sie nun Griechenland über die Klinge springen?

Lange bäumte sich die deutsche Öffentlichkeit gegen die Rettung Griechenlands auf. Angeführt von den Medien und diskriminierender Berichterstattung .... und plötzlich soll alles möglich sein, sogar eine Pleite. Der Grieche füttert nur Beamte mit seinem Geld, das er gar nicht hat. Das Geld selber kommt im Volk nicht an ... 


... aber liebe Leute? ... ist das in Deutschland anders? Ehrlich gesagt, wäre Deutschland morgen Pleite, wenn es keine Gläubiger mehr finden würde, die im Geld liehen. Ökonomisch betrachtet ist nicht zu erklären, warum Deutschland überhaupt noch eine so gute Bonität erhält. Steigen übermorgen die Rohstoffpreise und werden Einfuhrzölle erhoben, bricht Deutschland zusammen, wie ein Kartenhaus.



Rückblick - Das Pokerspiel der Bonitätseinstufung



Spulen wir das Rad der Zeit etwas zurück und betrachten wir, was ganz am Rande der Medienberichterstattung ablief ohne dass es großartig der öffentlichen Wahrnehmung ankam.


Als die Überlegung mit den Eurobonds aufkam, ließen die Ratingagenturen verlauten, dass diese so eingestuft werden würden, wie das Rating, des am schlechtesten bewerteten EURO-Land. Dies bedeutet, die heißgeliebten Eurobonds hätten griechische Bewertung - wären also SCHROTTPAPIERE.

Vorher rückten sich die Ratingagentur noch schnell wieder ins richtige Licht. Sie waren mit ihrem Abwertungsfeuerwerk in Europa schwer in die öffentliche Kritik geraten. Zu offensichtlich war ihr Verhalten zu Gunsten der USA. Es kam zu einer regelrechten Showveranstaltung um die Schuldenbegrenzung in den USA. Bis in den letzten Winkel der europäischen Bevölkerung fand ein öffentliches Briefing zu diesem Thema statt. Schließlich kam es zur Abstufung der USA. Das wichtigste dabei war. Jeder, auch derjenige, der sich nicht für Finanzen interessierte, sollte davon Kenntnis haben.


USA-Abwertung als Bauernopfer

Mit diesem Manöver nahmen sich die Ratingagenturen aus der Schusslinie. Öffentliche Angriffe der politischen Linken gegenüber den Ratingagenturen verpufften in der unbeeindruckten Masse. Die anderen Parteien konnten ihr mediales Bombardement zurücknehmen und diese, aus ihrer Sicht unsägliche Diskussion beenden. Mit der Herabstufung der USA erhielt die europäische Bevölkerung eine breite Genugtuung. Ihr Selbstwertgefühl stieg. Die Masse fühlte sich in ihrer Meinung bestätigt. Allerdings prallte diese Abwertung an den USA wie Wasser auf Wachstuch ab. Es hatte keinerlei negative Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Der billige Dollar machte ihn umso attraktiver.  Schließlich ist der Dollar, Weltenergiewährung. Jedes Land muss über eine Dollarreserve verfügen, um am internationalen Handel teilnehmen zu können. Generiert die Industrie zu wenige Dollars, wird sie sich bemühen, durch Firmengründungen in den USA, sich die Devise zu beschaffen. Ein Trick, der in Europa nicht funktionieren wird. Das ist die währungstechnische Taktik des Dollars, der den USA das Schuldenmachen so vereinfacht. Europa stellt die Vorherrschaft des Dollars nie infrage, obwohl die Töne aus China und Russland immer schärfer werden. Um freie Schusslinie auf die Geberländer der EU und deren Bonität zu haben, war dieses Bauernopfer notwendig. Es war ein Placebo fürs Volk, zur Unterstützung des europäischen Kurses, damit Europa die US-Schulden schultert.

Wer wird als nächster GROSSER abgewertet? 

Frankreich geriet sofort nach der Abstufung der USA in die Schlagzeilen. Es wurde als möglicher nächster Kandidat gehandelt, der sein Toprating verliert.  Sarkozy verteidigte damals vehement den guten Ruf Frankreichs, aber auch Deutschlands Bonitätsabstufung schien möglich.

Plötzlich steht die EU wieder unter massivem Druck. Ihr droht eine Abwertung der EU-Geberländer, was für alle, auch mit Eurobonds, eine Refinanzierung der eigenen Schulden massiv verteuert oder aber, die Ratingagenturen stufen die neuen Eurobonds auf das Niveau des am schlechtesten bewerteten Euro-Landes ein. So erhielten alle Länder über die Eurobonds die  Bewertung "SCHROTTPAPIERE".

Mit dieser Betrachtungsweise erklärt sich der plötzliche Gesinnungswandel, Griechenland doch Pleite gehen zu lassen und das Risiko auf sich zu nehmen, ein weiteres Bankenpaket zu schnüren. Schließlich spielt es keine wirkliche Rolle, ob nun Griechenland die Milliarden überwiesen werden, um diese sofort an die Banken weiter zu reicht, oder jedes Land, stützt seine Banken noch einmal direkt. Es geht lediglich um die innerpolitischen Auswirkungen, die durch dieses Handling hervor gerufen werden. Natürlich war es besonders für die deutsche Regierung bequemer, über die bösen EURO-Sünder zu resümieren, als vor der eigenen Haustüre der Zahlungsunfähigkeit zu kehren.

Die aktuelle Rechenaufgabe für dieses Wochenende, Anfang September 2011, ist: Jdes Land rechnet sich seine Kosten für die Rettung der eigenen Banken aus, wenn es zu einer Griechenlandpleite kommt oder gibt es weitere bilaterale Refinanzierungsmöglichkeiten, die in der öffentlichen Wahrnehmung nicht als Bankenrettung empfunden werden, sondern als Opferbonus für die anderen gewertet wird. So halten sich die Regierungen aus der Schussline vor dem öffentlichen Zorn. Die Politik weiss die Öffentlichkeit, in Sachen Griechenlandpleite, auf jeden Fall hinter sich. Merkel kann wieder als resolute, agierende Kanzlerin in der Presse hochgejubelt werden. Auf diese Art, glaubt die Bevölkerung, ihre Meinung hätte Einfluss auf die aktuelle Politik und die Eurobonds können zu günstigeren Konditionen platziert werden - denn diese werden als weitere alternativlose Lösung daher kommen.


Die Flucht vor der Deflation ist aussichtslos

Der  Keynesianismus ist keine dauerhafte Lösung. Er ist ein Provisorium, das schneller reißt, als sich Ökonomen es sich erträumten. Das Restrisiko unserer Wertelehre trifft uns mit voller Wucht. Alle Reißleinen lösen den Rettungsschirm nicht aus, den sich die Wissenschaftler für alle möglichen, aber nicht alle Eventualitäten, erdachten. Das schier unmögliche ist eingetreten. Die Refinanzierung der Staaten gerät ins Stocken. Den Entscheidungsträgen ist dies auf jeden Fall bewusst. Ihre Ahnungslosigkeit und Überraschung ist ein großes Schauspiel. Es gehört zur Inszenierung, um vorher undenkbare soziale Kürzungen in der Bevölkerung vornehmen zu können. Derartig drastische Maßnahmen brauchen horrorartige Szenarien, wie 9/11 für den plötzlich notwendigen "Krieg gegen den Terror".

Das war der Grund, warum der Euro und die Börsen am Freitag ( 09.09.2011) fiel. Der Rücktritt Starks zum Dez. 2011 als Chefvolkswirt bei der EZB ist nur vorgeschoben, um keine Panik aufkommen zu lassen. Die Rezession in den USA ist unumgänglich. Ein weiteres Konjunkturpaket für den Straßenbau, das Arbeitsplätze wie zu Hitlers Zeiten schaffen soll, wird den Zerfall des Wohlstandes der Mittelschicht nicht aufgehalten. Das bedeutet einen drastischen Rückgang der Konsumkraft und setzt die Spirale der Deflation wieder ingang.

Das alte Problem unserer Wertelehre tritt wieder voll zu Tage. Es mangelt nicht an Geld, sondern an den Sicherheiten, dieses Geld durch Kredite entstehen zu lassen. Aus diesem Grunde überlegen sämtliche Staaten fieberhaft, was sie an Eigentum gegen Geld bzw. als Sicherheiten für neues Geld eintauschen können. Griechenland wird sogar dazu genötigt, das seine staatseigenen Betriebe zu verkaufen, welche Deutschland schon längst verflüssigte.

Afghanistan mit seinen angeblich drei Billionen Dollar an Rohstofflagern kann dieses Weltdefizit nicht stopfen. Es wird auch nicht ausreichen, die libyschen Ölvorkommen besser und durch weniger Zwischenhändler in den Markt zu pumpen. Nicht einmal die iranischen Ölvorkommen, können ein einigermaßen ausgeglichenes Weltfinanzgefüge wieder herstellen. Nicht das Geldsystem an sich ist am Ende, sondern die Wertelehre. Leider findet diese Tatsache kein Gehör.

Es wird einen Rückfall in den massiven und existenzbedrohenden Protektionismus in der Welt kommen, weil man krampfhaft an der Wertelehre festhalten wird. Diese Vorgänge werden von nationalistischen Gruppen sogar noch vorangetrieben. Ganze Länder werden so böswillig in die Depression und Verelendung geschickt. Besonders der gebildete Mensch ist nicht bereit aus seinen Fehlern zu lernen. Es sucht krampfhaft nach immer neue Wegen, im gleichen Wertedenken, das System aufrecht erhalten zu. Daher nimmt die Elite immer größere Kollateralschäden in der breiten Weltbevölkerung in Kauf. Ihre humane Kalkulation besteht lediglich darin, den breiten Lebensstandard auf dem niedrigsten Niveau einzupendeln und das hohe Niveau der Oberklasse nicht anzutasten - schließlich leben wir in Rechtsstaaten.

... es wird wieder gelingen, die breite Masse noch mehr zu enteignen, um mit neuem Elan im Hamsterrad weiter zu laufen.

... weil der kleine Mensch sich mit den Vorrechten der Oberschicht arrangiert, so lange er auch nur einen Hauch von einer Illusion durch Bildung erhält, die ihm augenscheinlich erklärt, er könne in die nächsthöhere Gesellschaftsschicht aufsteigen. Das ist der Grund, warum gerade die unterste Gesellschaft an der pyramidalen, irrsinnigen und menschenverachtenden Gesellschaftsordnung festhält und sie geradezu mit Waffengewalt verteidigt. ....

Kommentare:

  1. NEIN!!!
    Nachdem man jetzt die Nazikeule wieder rausgeholt hat, hat die BRD wegen der Weltkriege noch VIELE,VIELE Schulden bei den Griechen!!!!
    Aber da werden sich noch mehr melden!!!!

    AntwortenLöschen
  2. Das ist noch zu unausgegoren und unpräziese, so öffnet sich auch noch der Weg nach vorne nicht. Es geht nicht um das "Aufgeben der Werte". Verschiedene Qualitäten des Bewusstseins beleben verschiedene Werte-Konzepte. Z.B.:

    1. Auf sich selbst bezogene Menschen (das naive ICH)denken:"Mir das meiste!" (Profit) Die Welt der Dunkelheit/Taubheit/Unbewusstheit.

    2. Menschen, die im Bewusstsein ein DU/WIR nachbilden können, leben Werte der Gegenüberstellung. "Gerechtigkeit" wäre ein Wert dieser 2. Stufe. Mein Gewinn steht in einem bewussten Verhältnis zu dem Gewinn oder Verlust von jemand anderem. Das ist die Welt von schwarz/weiß bis grau.

    3. Erst auf dieser Stufe beginnt das Bewusstsein die Starre der Materie weit genug abgeschüttelt zu haben, dass die Personen in den Hintergrund treten und die Interaktion/(der gemeinsame kreative Prozess) die zentrale Bedeutung erlangt. Auf dieser Stufe gibt es weder die (Wahn-)Idee von isoliertem Profit in einer vernetzten Welt noch die Idee einer "Gerechtigkeit". Jetzt sprechen wir dafür vielleicht von "Rechtschaffenheit". Die Welt wird farbig und beginnt auf neue Art lebendig zu sein. Die Stufe verlangt jedoch auch nach einer anderen Sprache und so auch nach einem anderen Denken. Dualität muss sich zur schöpferischen Polarität wandeln. (siehe z.B. Das Polaritätsrad)

    So gibt es Qualitätsstufen der Werte. Auf jeder Stufe, bildet das jeweilige Besusstsein des Menschens eine andere Welt. So entscheidet die Entwicklingsstufe des Bewusstsein über die Art der Hypnose, in der wir uns befinden. "Gut" und "Böse" gibt es auf der 3. Stufe nicht mehr. Nur z.B. angenehm und unangenehm. Da der Prozess im Mittelpunkt steht, dient die Empfindung des Unangenehmen zur Korrektur des Prozesses.

    Es gibt nicht nur eine Matrix wir leben nebeneinander in verschiedenen Welten. Da wir selber die uns täuschenden Getäuschten sind, fällt uns das jedoch selten auf.

    Die entscheidende Frage der ersten Stufe ist Existenz. Auf der zweiten Srufe die Verteilung. (Deshalb ist Moral, Ethik und sogar die 10 Gebote zentral mit der "richtigen"/gerechten Verteilung und der dazugehörigen Verteilungsstruktur und Verteilungskultur beschäftigt.
    Auf der dritten Stufe geht es um Synergie.
    Verstehen kann man das z.B. über den Interaktionskreis.

    AntwortenLöschen
  3. "Kreditwürdigkeit" ist die einzige verbliebene Würde eines Staats im neoliberalen Zeitgeist und die hängt auch noch am seidenen Faden der privat betriebenen Rating-Agenturen.

    AntwortenLöschen

Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Neueste Meldungen

Regelmässige Leser

Internetradio

mit politischen Themen und Hintergrundinformationen, die in den Mainstreammedien verschwiegen werden oder als Halbwahrheiten publiziert werden von keuronfuih

Politprofiler (keuronfuih) hat sich zur Aufgabe gemacht, die Beweggründe der Politik aufzudecken, denn Systemkritik scheint in unserer Medienlandschaft der Selbstzensur zum Opfer gefallen zu sein.

Alles was in der Politik passiert ist von Langer Hand geplant, das ist nicht nur ein Spruch sondern die Wahrheit. Aber warum entscheiden sich unsere Politiker immer mehr gegen das Volk und für die Wirtschaft?

Bilden Sie sich Ihre Meinung selbst, aber geben Sie sich die Möglichkeit, alle Hintergründe zu erfahren.

Wir stellen hier nicht den Anspruch, alles zu wissen, aber bemühen uns, alles, was wir in Erfahrung bringen können zu publizieren.
---------------------------------------------
Ravensburg, Friedrichshafen, Lindau, Tübingen, Freiburg, Lörach, Memmingen, Augsburg, Ulm, Keuronfuih, Politprofiler, Wertelehre, Umwertung der Werte