Samstag, 1. Oktober 2011

Erneut defekte Spaltelemente vom Typ MOX im AKW Gundremmingen

Im Block C des AKW Gundremmingen wurden jetzt beim Revisionsstillstand erneut undichte Spaltelemente entdeckt. Diesmal gleich vier und alle vom heiklen plutoniumhaltigen MOX-Typ. Verschämt meldete das AKW diesen Vorfall Freitagabends zum Redaktionsschluss.

Im letzten AKW Deutschlands mit veralteten Siedewasserreaktoren häufen sich die Schäden an den Spaltelementen (verharmlosend auch „Brennelemente“ genannt). Das überrascht Fachleute nicht, da infolge des Siedens - also Kochens - des Wassers zwischen den Spaltelementen (SE) diese schnellen Temperaturänderungen ausgesetzt sind und somit zu Materialschäden neigen. In Siedewasserreaktoren ist auch der Wärmeübergang von den Spaltelementen zum Wasser des Hauptkreislaufes unregelmäßiger und somit materialstrapazierender als in Druckwasserreaktoren. Zugleich führen die Dampfblasen dazu, dass die Neutronenstrahlen immer wieder ungebremst die Hüllen der Spaltelemente treffen und schwächen.

Hinzu kommt, dass das AKW Gundremmingen Vorreiter bei reaktortechnischen Versuchen spielt. Es war auf der Welt das erste AKW mit Siedewasserreaktoren, das in großem Umfang die brisanten MOX-Spaltelemente eingesetzt hat. Dagegen haben wir Umweltschützer 1991/92 mit 40.000 Einwendungen protestiert. Aber Bayerns Umweltminister Gauweiler und Goppel hatten keine Skrupel, diesem Plutoniumversuch in Gundremmingen freie Bahn zu verschaffen.

Zugleich haben RWE und EON als Betreiber des AKW Gundremmingen immer stärkere Spaltelemente in den Reaktoren eingesetzt und die Grenzen der Belastbarkeit getestet. Wurden anfangs SE mit 2,75 % des Spaltstoffes Uran-235 eingesetzt, erhöhte man später diesen Spaltstoffgehalt auf 3,14 und dann auf 3,75 %. Dann  ging man gar bis 4,6 %. Die MOX-Spaltelemente dürfen besonders stark sein und sogar mit 5,47 Prozent Spaltstoffgehalt in Betrieb gehen.

Im Februar 2004 tönte das AKW auf seiner Homepage:
“Die Leistungsfähigkeit der Brennelemente ist in den letzten Jahrzehnten ständig verbessert worden. Dadurch ist die Leistungssteigerung überhaupt erst möglich geworden. Unsere Strategie der Kernbeladung nützt selbstverständlich die Leistungsfähigkeit der eingesetzten Brennelemente unter sorgfältiger Bewahrung eines mehr als ausreichenden Sicherheitsabstandes. …Die MOX-Elemente haben sich übrigens – entgegen allen Behauptungen von "Experten der Bürgerinitiativen" bestens bewährt. Im Betriebsverhalten sind keine Unterschiede zu Uran-Ele­menten aufgetreten.“

Das AKW Gundremmingen ist der letzte Standort Deutschlands, wo sogar zwei Reaktoren an einem Ort betrieben werden. Und das sind auch noch die letzten Siedewasserreaktoren unseres Landes. Sie haben nur einen Hauptkreislauf und in ihnen werden durch die ungebremste Neutronenstrahlung die Materialien des Reaktordruckbehälters wie der Spaltelemente stärker strapaziert. Die Anlage ist längst abgeschrieben. Sie muss zum Schutz der Bevölkerung schnell abgeschaltet werden!

Schon im Jahr 2010 waren vier Spaltelemente im AKW Gundremmingen defekt. Drei des Typs MOX und eins vom Typ WAU. Ursachenberichte wurden nicht veröffentlicht. Fragen nach den Herstellerfirmen nicht beantwortet. Das AKW Gundremmingen ist Deutschlands am meisten Strahlung freisetzende Atomanlage. Und im Umkreis erkranken überdurchschnittlich viele Menschen an Krebs.

Wir fordern Konsequenzen:
Der Einsatz von MOX-Spaltelementen muss von der Aufsichtsbehörde bis auf weiteres untersagt werden! Alle Ursachenberichte müssen veröffentlicht werden!

Raimund Kamm  (Vorstand)
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager
und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.
Augsburg - Dillingen - Günzburg - Heidenheim - Ulm
Konto des FORUM e.V.:    Kt-Nr.: 2 11 99
Raiffeisenbank Aschberg  BLZ 72 069 113

pr.  Luitpoldstraße 26, 86157 Augsburg
T.0821 - 54 19 36  r.Kamm(at)anti-akw.de 


Schluss mit Atom - wir kaufen nicht bei RWE + LEW den Strom
Von den Atomkonzernen zu den Ökostromfirmen wechseln!
Nur Frauen und Männer wählen, die konsequent
für Atomausstieg und Klimaschutz eintreten!

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