Sonntag, 2. Oktober 2011

Gewissen und Moral machen feige

Seit ihr der neue Mob, der dem neuen Sonnenkönig den Kopf abschlägt? Seit ihr die neuen Gerechten, die gerechter sind als die, die vor Jahrhunderten sich genauso gerecht glaubten? Seht doch wohin Euch Eure Gerechtigkeit führen. Sie endet immer im Elend, weil die Gerechtigkeit nie fair ist. Wäre die franz. Revolution ein Lösung gewesen, wäre es heute nicht so wie es ist.

Sein oder Nichtsein, das ist die Frage? Ein viel zitierter Satz. Ein Satz der die Welt bewegt, doch alleine die Rechtschreibung - eben die richtige Schreibart verwischt die eigentliche Frage und verdreht sie.  Hamlet stellt nicht die Frage nach dem DASEIN - eben dem SEIN - sondern, er stellt die Frage, ob der Mensch tatsächlich Gottes Besitz ist oder nicht. Doch wer will das wissen - nur die Frevler und Sünder. Es geht nicht um den Glauben, sondern um die Werte, die durch diesen Gott als RICHTIG - eben als Gewissen - in die Welt kamen. Der pure Gottkritiker ist kein Kritiker des Gewissen, sondern er will das Gewissen ohne Gott. Das Gewissen ist daher noch unumstößlicher, denn auch ein Gott könnte stürzen, wie ein Papst.

"To be oder not to be",war zu Zeiten Shakespeares eine existenzielle Frage. Es war die Frage: Gehört man jemanden und kann dadurch sein oder ist man herrenlos und ist nicht.

Bin ich sein oder nicht sein - das fragt Hamlets und spricht über den Tod, das Sterben und das Leben danach. Er sucht den Grund für das Gewissen. Man sollte nie den Fehler machen, Schriftzüge aus der momentanen Zeit zu beurteilten, sondern man muss sie so sehen, wie zu der Zeit, in der sie verfaßt wurden.

Shakespeare war ein Kind der Renaissance. Sie stelle alles infrage, vor allem die Gottheit und nicht nur die Kirche, so wie es in den heutigen Geschichtsbüchern steht. Die Moral und das Gewissen selber stand auf dem Prüfstand - nicht der Papst.  Der freie Wille des Menschen existiert nicht, weil er an den Gott glaubt, der Gewissen erschuf.  Das liess man Hamlet sagen und er liefert sogleich eine Erklärung, für die Falschheit, die RICHTIG - EBEN RECHT - SEIN SOLL.  Wird der erste Satz dieses Monologs aber nur unter den Scheffel der Frage. Dasein oder nicht sein gestellt, bekommt alles eine politisch korrekten Aussage - man landet in der Philosophie, die keine Antworten sucht.



Sein oder nicht sein, das ist die Frage.  Gehöre ich ihm oder nicht. Bin ich sein oder nicht sein.


Obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern
Des wütenden Geschicks erdulden oder,
Sich waffnend gegen eine See von Plagen,
Durch Widerstand sie enden? Sterben – schlafen –

Jeder Aufstand gegen die Kausalität der Akzeptanz einer Wertelehre - eben das Jemanden gehören - einem Gott gehören - endet immer im Tod, der als Erlösung angesehen wird - aber nichts im Leben ändert. Er bezeichnet das Sterben des Gläubigen als Schlaf, denn dieser steht nach dem Tod auf. Der Jehadist ist längst geboren, vor dem Wort, das in heutiger Zeit gebraucht wird. Wie soll jemand aus der Geschichte lernen, wenn er die Geschichte immer von hohen Thron des JETZT herab betrachtet?

Nichts weiter! Und zu wissen, daß ein Schlaf
Das Herzweh und die tausend Stöße endet,
Die unsers Fleisches Erbteil, ’s ist ein Ziel,
Aufs innigste zu wünschen. Sterben – schlafen –
Schlafen! Vielleicht auch träumen! Ja, da liegts:

Der Schlaf - der Tod - ist der Erlösung vom Leben - das ist der Glaube an einen Gott. So erträgt der Mensch als das, was in der falschen Annahme des Bessenwerden von Gott, zu all dem führt, was der Mensch als Plage empfindet. Der Mensch lebt als nicht für das Leben, sondern seine Regeln, Moral und Gewissen sind danach ausgerichtet nach dem Sterben - eben dem Schlafen - zu träumen.

Hamlet erkennt das Träumen wollen der Menschen, vom dem sie nicht ablassen können. Sie wollen Träumen im Tod. Das ist ihr Ziel. Daher befolgen sie die aufgestellten Regeln, die sich auf Gott begründen, doch gehört der Mensch wirklich diesem Gott, der all diese elendigen Regeln aufschrieb, wirklich. Oder ist gerade die Annahme des Gehörens der eigentliche fatale Fehler im Denkmuster?


Das Denken in einem Gott - macht das Elend erst. Dem man nur durch den Tod entfiehen kann. Elend ist nicht nur die Armut, sondern auch das Elend des Reichen, die Armut zu sehen. Das Elend zwar lindern, aber nicht aus der Welt schaffen kann, denn das widerspricht der Lehre von RICHTIG und FALSCH - eben dem Gott, der auch ohne Kirche und Papst weiter im Hirn der Menschen existiert und die Wertelehre ansich ist.

Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen,
Wenn wir die irdische Verstrickung lösten,
Das zwingt uns stillzustehn. Das ist die Rücksicht,
Die Elend läßt zu hohen Jahren kommen.
Denn wer ertrüg der Zeiten Spott und Geißel,

Hamlet redet über das Träumen, das sich auf all das stützt, was der Mensch im Leben sah. Er wird zu Gott und steht still. Er übt Rücksicht und hält das Elend für die Eintrittskarte in den Traum. Wer will schon zugeben, dass seine Richtlinien für das Leben nur ein großer Selbstbetrug war, um Elend ertragen zu können, um träumen zu dürfen.

Des Mächtigen Druck, des Stolzen Mißhandlungen,
Verschmähter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub,
Den Übermut der Ämter und die Schmach,
Die Unwert schweigendem Verdienst erweist,
Wenn er sich selbst in Ruhstand setzen könnte

Das ist das Elend des Menschen, der sich nie die Frage stellt: Bin ich sein oder nicht? Wer sich die grundlegende Frage nicht stellt, wird immer den falschen Werten folgen und sich den Tod - die Erlösung - vom Elend wünschen. Der Ruhestand des menschlichen Treibens.


Mit einer Nadel bloß? Wer trüge Lasten
Und stöhnt’ und schwitzte unter Lebensmüh?
Nur daß die Furcht vor etwas nach dem Tod,
Das unentdeckte Land, von des Bezirk
Kein Wandrer wiederkehrt, den Willen irrt,

Würde jeder Sterben und sich der Last entledigen, wäre keiner mehr da, der als das erträgt, was den Menschen in das Land der Träume, eben in das Leben nach dem Tod führt. So ist also das Leben nach dem Tod, das Hamlet als Bezirk beschreibt, von dem nie einer wiederkehrte, der größte Betrug, der dem Menschen einen Willen aufdrückt, der den Irrtum zum Richtigen macht. Er hält das Elend für Lebensnotwendig.

Daß wir die Übel, die wir haben, lieber
Ertragen als zu unbekannten fliehn.
So macht Bewußtsein (richtig übersetzt GEWISSEN) Feige aus uns allen;
Der angebornen Farbe der Entschließung
Wird des Gedankens Blässe angekränkelt;

Wir ertragen also das Übel, wir schaffen es auch nicht aus der Welt. Wir könnten, wenn wir wollten, aber dann muss die Eingangsfrage: Ihm gehören oder nicht ... mit "nicht gehören" beantwortet werden - das ist das große Unbekannte, das keiner gehen will. Wer ihm gehört, klassifiziert und ordnet pyramidal, damit das Elend einen Grund hat zu existieren. Gewissen ist also das feigstes was es gibt.

Wer heute über Leben, Tod und Sinn des Lebens sowie über das Leben nach dem Tod nachdenkt, landet bei Gott und seinen Regeln. Doch alleine dieser Kreislauf der Logik ist geschlossen und lässt nichts Unbekanntes zu. Daher wird der Wille des Menschen - geirrt. Wille ist das Recht - freie Entscheidungen zu treffen - doch wer in dieser höheren Logik Entscheidungen trifft ist nicht frei. Er hängt an festdefinierten Werten, die genau das Elend hervorrufen, dem der Gläubige durch das Leben nach dem Tod entfliehen will. Da aber das Elend und dessen Ertragen, wie auch das Lindern, Bestandteil für das Leben nach dem Tod - eben dem Träumen ist - gibt es keinen Ausweg, wenn man anerkennt, dass man sein ist.

Noch frevelhafter ist die Übersetzung von "conscience" als Bewußtsein. Hier wird automatisch unterstellt, dass Gewissen in der heutigen Zeit Bewußtsein sei. Welch ein Hohn und Irreführung, das nennt sich Bildung und ich nenne es Verbildung. Jeder Grundsatz der Wertelehre wird so als unbedenklich erklärt - man muss nicht mehr darüber nachdenken - es ist halt so wie es ist.


Und Unternehmen, hochgezielt und wertvoll,
Durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt,
Verlieren so der Handlung Namen. – Still!
Die reizende Ophelia! – Nymphe, schließ
In dein Gebet all meine Sünden ein!

And enterprises of great pith and moment
With this regard their currents turn awry,
And lose the name of action. – Soft you now!
The fair Ophelia! Nymph, in thy orisons
Be all my sins remember’d.


"Und Unternehmen" ist wohl zu modern übersetzt. Es geht um das Geschäft also um den Gewinn und die Wertschöpfung, sie wird zum höchsten Gut und so dreht sich alles verkehrt herum und verliert alle alle Richtigkeit. Ophelia, soll durch ihr Gebet all seine Sünden, auflisten. Das ist pure Ironie. Das was es zu fragen gibt, wird zur Sünde und so zur Leier der Betenden, dass sie sich dazu verleitet fühlen fragen, weil die Sünde es ihnen verbietet.







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