Samstag, 26. November 2011

Der Systemmensch und wie er Moral lernt

Driftwood



Problemjugendliche - als solche von ihren eigenen Eltern entlarvt. Sie schicken ihre Kinder als Vorbeugung in private Erziehungsanstalt. Die Story des Films ist für mich zweitrangig. Jeder Film braucht eine Story, um vom eigentlichen Inhalt abzulenken. So läuft die alltägliche Gewalt plötzlich als Horrorfilm.

Das Kernthema dieses Film ist, wie die Jugendliche zu angepaßten Wesen werden, die sich an die Gesetze/Regel der Anstalt halten. Diese Anstalt sieht ihre Aufgabe besser Menschen aus diesen Jugendlichen zu machen; ehemalige Heimbewohner werden zu skrupellosen "Erziehern"; Zimmergenossen zu Züchtigungsinstrumenten, denen Strafe droht, wenn sie sich nicht an der kollektiven Prügelstrafe beteiligen. Am Ende befreit wiederum die Gewalt und eine erstarkte Moral, die Gewalt als Mittel zum Guten rechtfertigt. Doch was zwingt den Menschen immer wieder zu diesem letzten Mittel der Ausweglosen zu greifen? Es ist immer und immer wieder das Recht auf Eigentum und Gewinn/Wertschöpfung.

Es stellt sich immer die Frage nach RECHT und UNRECHT; nach Moral und Amoral; um Gewalt oder gerechte Bestrafung; Manipulation; um Täter, die Opfer sind, aus Gehorsamkeit und dem Einhalten von Regeln.

Wagner - das BILDSCHANDMAUL - stellt die Frage: Wer macht unsere Kinder zu Verbrechern? Die Eltern, die diese angeblichen Verbrecher - unsere Jugendliche - erzogen haben, sitzen in verantwortlichen Positionen; sie interagieren so in ihrer Verantwortung wie Erzieher, die mit Bestrafung und Zucht und Ordnung, bessere Menschen - Systemmenschen - erzeugen wollen.

Jeder will seinem Kind alles ins Leben mitzugeben, um in diesem Raubtierkapitalismus zu überleben. Unsere Gesellschaft unterscheidet sehr prägnant zwischen körperlicher und seelischer Gewalt. Seeliche Gewalt - Mobbing - gilt, so lange es nicht als solche erkannt wird, als Stärke und Führungsstärke; nur wer Prügel ist als Gewalttäter in unserer Gesellschaft entlarvt.

Systemzwang gilt als natürlich, doch die Prostituierte gilt als moralisch verwerflich.


Das Schachbrett in unserem Kopf ergibt die Regeln


Unsere schöne Realität kann als Schachbrett brachtet werden. Der freie Wille besteht lediglich darin sich für SCHWARZ oder WEISS zu entscheiden - eben Pest oder Cholera. Das große Arrangement aller Beteiligten ist: Einer muss verlieren; die Hoffnung besteht darin, bei den Gewinnern zu sein. 

Daher gibt es vor Spielbeginn immer die heißesten Diskussionen auf welche Seite man sich schlagen will. Jeder fühlt sich bereits als Gewinner und hofft: Je weniger sich für die andere Seite entscheide, desto schnell wird das Spiel für uns gewonnen. Das ist Meinungsbildung der Massen.

Wer außerhalb des Schachbettes denken will, ist im OFF - im Nirwana - denn der gebildet Mensch kann sich sein Leben und seine Gesellschaft ohne Brettspiel als Denkmuster nicht vorstellen. Selbstverständlich existieren noch andere Varianten des Brettspiels, wie das asiatische Go. Hier wird ebenfalls ein Sieger ermittelt, aber nicht vernichtetend geschlagen wie im Schachspiel. Es geht darum die Größe des eigenen Spielfeldes auszuweiten und den Gegenspieler handlungsunfähig zusamchen, indem er eingekesselt wird. Die Spielwelt (unsere moderne Welt der Hochkultur) bleibt daher immer aufgeteilt,umkämpft und einem höheren Gehorsam unterstellt, der nicht der Gesamtheit der Menschheit dienen will, sondern nur den Spielregeln für das Brettspiel.

Grundlegen ist also zu fragen, braucht die Menschheit, um gemeinschaftlich existieren zu können, ein Spielfeld, das mit Regeln immer zu einem Verlustgeschäft für einen Teil, der Teilnehmer führt? Im Schach selber finden wir uns hierarisches gesellschaftliches Denken wieder. Jeder Figur stellt in sich selber einen Wert für die Verteidigung des Königs dar, der nichta anderes kann, als von einem Feld zum anderen zu hüpfen. Die freiwillige Verteidigung und Opferbereitschaft seiner "Armee" ist grundlegende Voraussetzung für dieses Spiel. Steht aber in keiner Spielregel. Sie wird einfach praktiziert, weil es unserem anglichen naütrlichen Denken entspricht  - denn wer sich für die Pest entschiedet, wird diese bis zum bitteren Ende verteidigen - für seine freiwillig gewählte Überzeug angeblich freiwillig sterben, obwohl es nur eine Spielregel in unserem Kopf ist. Die Gegenseite denkt genauso, denn es geht um alles - um das Recht zu Leben. Das ist unser Leben. Vielen erscheint diese Spiel längst sinnlos. Sie wollen nicht mehr Bauer sein, sondern Springer; Dame oder Turm; und der Turm findet sein Dasein mehr als langweilig und wäre lieber Springer. Man einer träumt, König zu sein.

Im Go-Spiel gibt es dagegen keine hierarchischen Rangfolgen der Spielsteine. Sie sind alle gleich viel wert. Ihre Wichtigkeit entwickelt sich im Spiel. Vielleicht erschließt sich so manch einem die asiatische Vorstellung von Gemeinschaft und doch unterliegen auch sie dem Gewinn und Verlieren wie wir - lediglich die Art und Weise - der Weg - zum Ziel ist anders - aber das Ziel ist das gleiche wie bei uns hier im Westen.

Der Mensch denkt sich die Welt, das Leben eben nur als Brettspiel. Da ist die Vorstellung von großen Marionettenspieler und Schachspielern nicht weit. Doch im echten Leben, entscheiden diese Spielfiguren - also auch jeder kleine Mensch -  freiwillig im Determinismus der gelten Spielregeln für dieses Brettspiel. Sie sind verinnerlicht. Sie kennen nur ein Ziel - den SIEG, um die Vormacht auf dem Spielbrett - wie ein Spermien, das seine Eizelle sucht.

Würden die Bauern aus ihrer Verteidigung für den schwarzen König ausbrechen und sich für den weißen König entscheiden, ändert sich lediglich der Spielverlauf zu Gunsten des weißen Königs. Die Spielregeln selber und das Feststellen eines Verlierers wird aber nicht aufgehoben oder gar beigelegt. Das Schachbrett dominiert und suggeriert nur einen freien Willen, weil seine Spielregeln als natürlich anerkannt werden - doch in Wahrheit erzeugen sie einen künstlichen freien Willen, der zur Selbstzerstörung im Überlebenskampf auffordert. Eine freie Marktwirtschaft wäre also ein Schachbrett, auf dem jeder, jeden schlagen kann, um zum Vorteil zu gelangen. Einige werden sich wieder zu kleinen Gruppen zusammenschließen, um gemeinsam für eine Sache zu kämpfen. Das Hamsterrad ist also noch voll intakt. das Gewinn und das damit zwingend notwendige Verlieren werden als Marktgesetze immer noch freiwillig anerkannt.

Wie also soll die Menschheit sich ein Leben ohne Spielbrett vorstellen, auf dem ausgemacht wird, wer zu verlieren hat, damit der andere angenehm leben kann?

Das heutige Wirtschafts- und Gesellschaftssystem ist also lediglich ein Brettspiel. Der freie Wille, der Voluntarismus, ist lediglich sich freiwillig an die Spielregeln zu halten und zu entscheiden ober der Springer vor oder zurück geht, im Strategiespiel. Würde er sich plötzlich kreuz und quer über das Schachbrett hüpfen wie es ihm paßt, wäre das Spiel zerstört. Die Sinnlosigkeit des Gewinnens und Verlierenmüssens erkannt, doch dann wäre es kein Voluntarismus, sondern wirklicher freie Wille der anscheinend sinnlos ohne Regeln ist.

Würde sich daher die Menschheit auf ein Leben außerhalb des Schachbrettes einigen, ergäbe sich ein Zusammenspiel ohne feste Regeln, aber mit dem Ziel des gemeinsamen Überlebens. Das Eigentum, auf einem Spiel stehen zu dürfen, wäre nicht mehr wichtig. Man wäre Eins im Überlebenwollen. Die Menschheit hätte plötzlich eine nie dagewesene Kraft, die nicht mehr mit einem selbstzerstörerischen Planspiel vergeudet werden würde.

Der Grundwert wäre die Leistung, die jeder Mensch für das gemeinsame Überleben einbringen könnte. Hierarchiedenken und Rangfolgen erschienen kontraproduktiv, das Vorteilsdenken und Bonidenken, die Gemeinschaft an sich schwächt. All diese Dinge fallen uns aber heute nicht auf, da jeder kontraproduktive Schritt auf einem Schach- oder Gobrett zum Vorteil einem Teil der Menschheit dient, aber eben nicht allen.

Um diesen inneren Konflikt zu unterdrücken erfindet sich der Mensch die Moral. Sie soll den späteren Verlieren zu Gute kommen, damit er sich wieder aufrappelt,  um beim nächsten Spiel voller Hoffnung aufs Neue antreten zu können.

Nun ist unser Schachspiel längst in einem Remis angekommen. König und König stehen sich gegen über und flüchten von einem Feld zum anderen. Im Hintergrund brodelt es in den geopferten Schachfiguren. Sie verlangen nach neuen Spielregeln, damit sie wieder in Aktion treten können.

Das ist immer noch der freie Wille zwischen Pest oder Cholera. Egal wer gewinnt, die Menschheit an sich verliert immer. Ich will mich für keines entscheiden. Ich bin für ein Leben ohne Brett!


Pest:
... auch als schwarzer Tod bezeichnet – eine hochgradig ansteckende, bakterielle Infektionskrankheit. Sie tritt in Epidemien auf und war bereits in der Antike bekannt. Seitdem hat sie unzählige Todesopfer gefordert. Unbehandelt verläuft die Pest in der Regel tödlich. Allerdings sind auch milde Verläufe möglich.
(Quelle: www.onmeda.de)

Cholera:
... eine durch das Bakterium Vibrio cholerae ausgelöste Durchfallerkrankung, die unbehandelt in bis zu 60 Prozent der Fälle tödlich endet.
(Quelle: www.onmeda.de)

1 Kommentar:

  1. Schütz eure Kinder und Familien gegen diese menschenfeindliche,
    morallose und gesetzlose BRD - Firma.

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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