Mittwoch, 30. November 2011

Dollarflut: Das letzte Aufbäumen?

Vor einigen Tagen kaufte die EZB noch Staatsanleihen von über 300 Mrd. Euro auf. Hauptsächlich von den offiziell angeschlagenen Staaten war zu hören. Im Gegenzug sollten die Banken diese wieder zurückkaufen, aber einige hielten sich nicht an die Abmachung. Lediglich ca. 190 Mrd. flossen zurück an die EBZ. Auf dem Rest blieb sie sitzen. Der Wirtschaft selber werden diese Maßnahmen nicht wirklich helfen. Wir müssen unsere Ordnung der Dinge grundsätzlich infrage stellen. Eine freie Menschheit kann es nur geben, wenn wir aufhören Menschen in Rentabilität zu denken und mit ihrer Leistung Wertschöpfung am eigenen Eigentum zu betreiben, den EIGENTUM ist DIEBSTAHL - es hört nicht auf Diebstahl zu, nur wenn man es gleichmäßig an alle verteilt oder andere Möglichkeiten sucht, Gewinne wieder zurück in die Massen zu verteilen. Unser Tauschmittel basiert auf dem falschen Grundwert EIGENTUM, aus diesem Grunde kommt es immer zu diesen Ungleichgewichten, weil es den Menschen zu Konkurrenz und Wertschöpfung treibt. ( Siehe Wertelehre und Leistungsgedecktes Geld). 

Die heutige "Dollarschwemme" (30.11.2011) gab es bereits im Oktober 2008. Damals öffneten sich auch die Geldschleusen. Es gab Dollars für die angeschlagenen Banken, so wurde es damals formuliert. Heute ist es angeblich ein Segen für die Wirtschaft. Heute herrscht wieder die gleiche Situation wie damals. Keiner will dem anderen mehr Geld leihen. S & P stufte Banken auf der ganzen Welt herab. Die meisten der betroffenen Banken kommen aus den USA und aus Europa. Eine Stufe schlechter bewertet werden unter anderem die großen US-Banken Citigroup, Wells Fargo, Goldman Sachs, Morgan Stanley, JPMorgan und Bank of America, die britischen Banken Barclays und HSBC sowie die UBS aus der Schweiz. 20 Ratings behielt S&P bei, höher eingestuft als bisher werden nur die beiden chinesischen Bankriesen Bank of China und China Construction Bank. S&P veränderte auch das Rating der Deutschen Bank leicht. Der Ausblick für das „A+“-Rating, das im Vergleich zu anderen deutschen Banken solide ist, sei negativ, das Rating somit gefährdet, teilte S&P mit.

Das ging im DAX-Feuerwerk unter. Lediglich die gesunkene Arbeitslosenquote in Deutschland drang durch.

Europäische Banken hatten offensichtlich einen Dollarnot stand. Amerikanische Anleger zogen sich vom europäischen Markt zurück; auf der Gegenseiten vergaben die europäische Banken Kredite in Dollar, die sie nicht haben. Dieser Engpass wird nun gestopft. Vermutlich mit SZRs (Sonderziehungsrechte). So gelangt Zentralbankgeld direkt in den Markt.



Mit SZR teilt der IWF Ländern Sonderziehungsrechte von Devisen zu. Seit 1971 sind im SZR-Währungskorb nur noch US-Dollar, Euro, Pfund-Sterling und Yen enthalten. Um genau diesen Währungskorb ging es beim letzten G20-Treffen. China bzw. die BRIC-Staaten fordern schon lange eine Neugestaltung der Zusammenstellung der SZR. Sie könnten am Ende als neues Zahlungsmittel für den Rohstoffaustausch dienen, wenn eben alle Währungen entsprechend ihrer wirtschaftlichen Gewichtung enthalten wären. Das wäre die endgültige Entkopplung der Weltmärkte vom Dollar.

SZRs stellen ein Guthaben gegenüber dem IWF dar. Sie stellen einen Teil der Währungsreserven der Länder dar. Mit SZRs können Länder, die in Devisenschwierigkeiten sind, ihre Gläubiger bedienen. Mitgliedsländer müssen die SZRs als Zahlungsmittel akzeptieren. (Ob sie nun wirklich zum Einsatz kamen ist lediglich eine Vermutung von mir, doch letztendlich könnten sie in beliebiger Höhe erzeugt werden). 

Es ist nicht absehbar, wie sich die Regierung aus der Affäre ziehen wollen. Tatsache ist, dass das Finanzmarktsystem mehr und mehr in sich zusammenbricht. Vergleiche ich es mit den Abläufen von 1929, wäre 2012 der tatsächliche Crash zu erwarten; mit großen Bankenpleiten und den tatsächlichen Tiefstständen der Börsen. Es ist nicht zu erkennen, dass beim Zusammenbruch im 21. Jh. auch nur ein Handschlag anders vorgegangen worden ist.

Tatsache bleibt nach wie vor: Wer über eine Währung verfügt, die nicht mehr glaubwürdig ist, erhält in naher Zukunft keine Rohstoffe mehr, die seine Wirtschaft verarbeiten könnte. Das löste damals die berüchtigte Verelendung aus. Es gilt auch zu berücksichtigen, dass in der Zeit von 1929 der Informationsfluss nicht in dem Tempo von Statten ging, wie heute. Das erzeugt in der heutigen Zeit den Eindruck, es sei alles anders. Auch damals stiegen die Börsen.

Der nächste Schritt wäre der Protektionismus, der zum Teil bereits gegen die Rohstoffländer angewendet wird, wenn sie sich nicht den gültigen Marktgesetzen unterwerfen und internationale Verträge akzeptieren und damit ihre Eigenständigkeit aufgeben.

Das alles wird aber den Zusammenbruch nicht verhindern. Sie werden heute bereits nach den neuen Geldmarktregeln suchen und beraten, die sie nach dem Chaos errichten werden. Ich persönlich gehe davon aus, dass sie eine Art Tauschmittel für das Humankapital entwickeln werden, das es vom Erwerb von Rohstoffen abschneidet. Cradle to Cradle, sowie Visionen über Minutos oder ähnliche Modelle von Regiogeld, die an das fliegende Rad aus China erinnern. Zwar war damals das fliegende Rad entwickelt worden, um die kaiserliche Steuer zu umgehen.

Doch diese Thema hab ich schon mehrfach ausgeführt.

http://www.bis.org/press/p090629_de.htm

BIZ-Jahresbericht: Von der Rettung zur Reform – die Gratwanderung vor uns
29. Juni 2009

In ihrem heute veröffentlichten 79. Jahresbericht wirft die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) einen Blick auf die Gratwanderung, die aus der Finanzkrise herausführt. Der Bericht betont die Notwendigkeit eines klaren Augenmerks auf mittelfristige Ausrichtung und auf Tragfähigkeit bei der Ausgestaltung wirtschafts- und finanzpolitischer Maßnahmen.

Die Krise hatte sowohl makro- als auch mikroökonomische Ursachen: umfangreiche globale Ungleichgewichte, eine lange Phase niedriger Realzinsen, verzerrte Anreizgefüge und unterschätzte Risiken. Einige Märkte versagten, und die Regulierung vermochte den Aufbau einer übermäßigen Fremdfinanzierung nicht zu verhindern.

Im September und Oktober 2008 verschärfte sich die Finanzkrise, sodass sich die geld-, fiskal- und aufsichtspolitischen Instanzen gezwungen sahen, sowohl ihren Kampf für die Wiederherstellung eines soliden Finanzsystems auszuweiten als auch den Gefahren für die Realwirtschaft entgegenzutreten. Die ergriffenen geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen sind hinsichtlich ihrer Bandbreite wie auch ihres Umfangs beispiellos.

Dennoch sind die Bilanzen vieler Finanzinstitute nach wie vor nicht saniert. Hier sind weitere Maßnahmen erforderlich. Ein solides Finanzsystem ist eine zwingende Voraussetzung dafür, dass expansive Maßnahmen wirklich greifen können und es zu einem stabilen langfristigen Realwachstum kommt. Wie im Jahresbericht vermerkt, ist es unabdingbar, dass die staatlichen Stellen die Sanierung des Finanzsystems in Angriff nehmen und konsequent umsetzen. Die Entscheidungsträger sollten ferner darauf achten, nicht in Finanzprotektionismus zu verfallen – zuweilen die unbeabsichtigte Folge von nationalen Stützungsmaßnahmen für den Finanzsektor –, denn dies würde Wachstum und Entwicklung bremsen.

Die Durchführung der Sanierung ist eine komplexe, risikobehaftete Aufgabe. Die Maßnahmen sollten einen geordneten Anpassungsprozess unterstützen, nicht behindern. Es muss ein ausgewogenes Verhältnis zwischen kurzfristiger Ankurbelung und klar formulierten Strategien zur Rücknahme der Maßnahmen gefunden werden, damit die langfristige Tragfähigkeit sichergestellt ist. Ein Schrumpfen des Finanzsektors muss zugelassen werden, während die Kreditnehmer ihre Schulden verringern. Und es muss eine Neuausrichtung der Produktionsstrukturen gefördert werden: weg von rein export- bzw. schuldeninduzierter Expansion und hin zu ausgewogeneren Wachstumsmodellen.

Der Staat und der private Sektor müssen gemeinsam am Aufbau eines widerstandsfähigeren Finanzsystems arbeiten. Um die durch die Krise vielerorts aufgezeigten Schwachstellen zu beseitigen, müssen die Systemrisiken in all ihren Formen erkannt und entschärft werden. Dazu ist ein systemorientierter Aufsichtsansatz erforderlich – seit vielen Jahren ein Kernthema der Arbeit der BIZ. Guillermo Ortiz, der Vorsitzende des BIZ-Verwaltungsrats, hielt fest, dass diese Arbeit international koordiniert werden und eine große Zahl von Ländern einbeziehen müsse. Im Besonderen werden Gremien mit entsprechender Erfahrung – wie beispielsweise das Financial Stability Board und die normgebenden Ausschüsse – eine führende Rolle spielen müssen.

Im BIZ-Jahresbericht wird argumentiert, dass Finanzinstrumente, Finanzmärkte und Finanzinstitute allesamt der Reform bedürfen, damit ein wirklich robustes Finanzsystem entsteht. Für die Finanzinstrumente heißt dies: ein Mechanismus, der ihre Sicherheit abschätzt, der nicht alle Instrumente allen zugänglich macht und der Warnsignale gibt, wenn Instrumente ungeeignet oder zu riskant sind. Hinsichtlich der Märkte heißt es, dass Handel und Abwicklung vorzugsweise über zentrale Gegenparteien und Börsen laufen sollten. Für die Institute heißt es, dass verbesserte Aufsichtsstandards flächendeckend zum Einsatz kommen und eine systemorientierte Perspektive eingenommen wird. Vor allem aber müssen die Regulierungs- und Aufsichtsinstanzen ihre Tätigkeit auf das System als Ganzes ausrichten. Wenn der Stabilität des Finanzsystems ebenso viel Gewicht beigemessen wird wie der Solidität jedes einzelnen Instituts, würde dies die Wahrscheinlichkeit gleichzeitiger Ausfälle mindern, die sich aus zusammenhängenden Engagements ergeben, und gleichzeitig würde es den prozyklischen Charakter des Finanzsystems mäßigen. In seiner heutigen Ansprache unterstrich BIZ-Generaldirektor Jaime Caruana, dass es mehrere Vorhaben gibt, um den systemorientierten Ansatz in die Praxis umzusetzen, unterstützt durch den inzwischen erreichten internationalen Konsens in dieser Frage. Die BIZ ist an all diesen Initiativen beteiligt.

Aber eine bessere Regulierung allein genügt noch nicht. Die Wirtschaftspolitik kann und muss das Ihre zur Förderung der Finanzstabilität beitragen. Entsprechend muss die Geldpolitik Vermögenspreis und Kreditbooms vermehrt berücksichtigen, und die Fiskalpolitik hat auf mittelfristige Haushaltsdisziplin und langfristige Tragfähigkeit zu achten.

Der 79. Jahresbericht wurde der heutigen ordentlichen Generalversammlung der BIZ in Basel, Schweiz, vorgelegt. Diese wurde von Guillermo Ortiz geleitet. In ihrem Jahresabschluss weist die Bank per 31. März 2009 eine Bilanzsumme von SZR 255 Mrd. (bzw. USD 381 Mrd.) aus, was einem Rückgang von SZR 56 Mrd. gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Reingewinn beläuft sich auf SZR 446 Mio. (USD 666 Mio.), 18% weniger als im Vorjahr. Die Währungseinlagen von Kunden machen rund 4% der weltweiten staatlichen Währungsreserven aus.

Den 55 Aktionärszentralbanken der BIZ wird eine – gegenüber dem Vorjahr unveränderte – Dividende von SZR 265 je Aktie ausgezahlt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Neueste Meldungen

Regelmässige Leser

Internetradio

mit politischen Themen und Hintergrundinformationen, die in den Mainstreammedien verschwiegen werden oder als Halbwahrheiten publiziert werden von keuronfuih

Politprofiler (keuronfuih) hat sich zur Aufgabe gemacht, die Beweggründe der Politik aufzudecken, denn Systemkritik scheint in unserer Medienlandschaft der Selbstzensur zum Opfer gefallen zu sein.

Alles was in der Politik passiert ist von Langer Hand geplant, das ist nicht nur ein Spruch sondern die Wahrheit. Aber warum entscheiden sich unsere Politiker immer mehr gegen das Volk und für die Wirtschaft?

Bilden Sie sich Ihre Meinung selbst, aber geben Sie sich die Möglichkeit, alle Hintergründe zu erfahren.

Wir stellen hier nicht den Anspruch, alles zu wissen, aber bemühen uns, alles, was wir in Erfahrung bringen können zu publizieren.
---------------------------------------------
Ravensburg, Friedrichshafen, Lindau, Tübingen, Freiburg, Lörach, Memmingen, Augsburg, Ulm, Keuronfuih, Politprofiler, Wertelehre, Umwertung der Werte