Sonntag, 20. November 2011

Wertelehre 6: Burnout - der Preis für unsere Vernunft

Mit meiner Beitragsreihe möchte ich lediglich erklären, was, warum passiert. Alle unsere Entscheidungen basieren auf unserer Vernunft - doch niemand fragt, was unsere Vernunft als Urgrund annimmt, um ihre Kausalität zu entwickeln.


Burnout ist der momentane Renner in den Medien und der Lebensbewältigung. Wikipedia schreibt darüber: "Ein Burnout-Syndrom (englisch (to) burn out: „ausbrennen“) bzw. Ausgebranntsein ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit. Es kann als Endzustand einer Entwicklungslinie bezeichnet werden, die mit idealistischer Begeisterung beginnt und über frustrierende Erlebnisse zu Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen und Depression oder Aggressivität und einer erhöhten Suchtgefährdung führt.[1]

Als Hauptursache wird Stress im Beruf angegeben. Gleichzeitig verweist Wikipedia auf  ICD - Lebensbewältigung. Im Internet gibt es bereits Solidaritätsbanner für Burnout Betroffene. Man könnte es auch als Desillusionierung bezeichnen. Der Mensch bewegt sich auf den Boden der Realität zu. Er bemerkt plötzlich, dass er niemals so rentabel sein wird, wie es notwendig ist, um in diesem System zu existieren.

Der urbane Mensch - bzw. der zivilisierte Mensch, hat im Zuge seiner Vernunft, viele Einzelpersonen in sich gebildet. Der Mensch selber als ICH hat aufgehört zu existieren. Er verfügt lediglich über ein ICH-Management, dessen Vorsitz immer eine andere Persönlichkeit in uns übernimmt - in Abwägung der Vorteile, die erzielt werden sollen.

Wie viele ICHs hast DU?

Betrachten wir eine moderne Frau. Sie ist:
  • Tochter
  • Frau
  • Arbeitnehmerin/Unternehmerin
  • Mutter
  • Ehefrau
  • Steuerzahlerin
  • Autofahrerin
  • Konsumentin
  • Freundin
  • Umweltschützerin
  • Parteimitglied
  • Sportvereinsmitglied
  • Theaterabo
  • usw.

Wir haben unendliche viele Möglichkeiten uns aufzuspalten. Dabei ergeben sich immer wieder innere Konflikte, da immer nur eine einzige Person - für das außen - für die Realität sichtbar wird. Die Arbeitnehmerin steht grundsätzlich und immer im Konflikt mit der Mutter. Das ICH-Management wird als abwägen müssen, wann die Mutter ihre Forderungen vortragen wird und wann die Arbeitnehmerin nach Vorteil ruft, um eventuelle beide Teil-Ichs zu befriedigen.



Die Mengenlehre in uns selbst

Der heutige, moderne, zivilisierte Mensch befindet sich in der Mengenlehre. Er sucht sich immer wieder neue Schnitten, um seinen Vorteil zu ergattern. Diese losen Interessengruppen dienen lediglich dem eigenen Ego, obwohl sie vorgehen ein WIR zu erzeugen. Jeder Einzelne in dieser Gruppe ist nur solange Mitglied, wie er sich von ihr Vorteile verspricht. Man verlässt diese Interessengemeinschaft genauso schnell wieder, wenn man darin keinen Vorteil mehr sieht und wechselt zu anscheinend besseren Schnittmenge, mit einer einer anderen Persönlichkeit in sich.

Unser Gesellschaft bietet zwar Interessengemeinschaften, wie Elternrat, Gewerkschaften oder Parteien an, aber diese gelten längst nicht mehr als Schnittmenge, man ist oft nur noch aus Gewohnheit Mitglied. Die Sinnhaftigkeit dieser Interessenverbände ist längst verloren. Tarifabschlüsse werden mit dem Bewusstsein eines Unternehmers getroffen, da sonst die Wertschöpfung nicht mehr möglich wäre. Elternbeirat in der Schule ist auch nicht einfach, dass die Kinder für die Wertschöpfung vorbereitet werden müssen usw.

Alleine an diesen Beispiel erklärt sich bereits, dass eigentlich immer nur ein Ziel vor Augen ist = Wertschöpfung = Abschöpfen lassen. Wo zu soll ich also der Mensch noch trennen? Das erzeugt das Burnout in vielen Menschen.

Plötzlich steht der Mensch ganz alleine mit seinem EGO da und findet niemanden mehr der mit ihm zusammen seine Interessen durchsetzen will - seine Vorteile für ihn manifestiert. Das ist ein Schock für viele Menschen, die in ihrer wunderbaren schönen Welt des Eskapismus leben; ihre Informationen selektiv sich holen, um ihre Realität aufrechterhalten zu können. Hier von einer Manipulation der Medien zu sprechen halte ich für kurzsichtig. Im Grund wird alles gesagt, aber es wird immer falsch von den Menschen verstanden, und zwar so, dass sie von ihrer selbst erschaffenen Realität nicht ablassen müssen.

Das Burnout ist daher kein Erwachen, sondern ein innerer Zusammenbruch und wie beschrieben eine unendliche Hoffnungslosigkeit, weil dem Menschen in unserer Gesellschaft mit ihrer Vorstellung von Gemeinschaft und Wertschöpfung keine andere Vernunft nahegelegt wird. Daher hält er das Burnout tatsächlich für eine Krankheit, doch es ist die bedingungslose Kapitulation von einer selbsterfunden Realität der Menschheit - der berühmte Teufelskreis oder das Hamsterrad, in dem jeder steckt, sogar die sogenannten Eliten.

Im Burnout-Syndrom kommt man sehr langsam an, denn der Mensch sucht mit all einer "überlebensnotwendigen" Schizophrenie in all seinen Ichs, nach Möglichkeiten Vorteile zu erreichen und nach und nach in jeder Persönlichkeit erkennen, dass es keinen Vorteil mehr zu langen gibt. Nun steht er vor einer unüberwindbaren Mauer der Vernunft. Die Unlösbarkeit unserer Gesellschaftsordnung wird immer offensichtlicher, aber der Mensch kennt nichts anderes und wird so Leidensfähigkeit und wird auch seinen Mitmenschen mehr Leiden zumuten.

Der Burnout ist keine psychische Störung, sondern möglicher Weg zu Genesung

Der Mensch beginnt beim Burnout sich mit seinen vielen ICHs zu vereinigen, oblässt aber einem Teil -Ich das Kommando. Der heutige, moderne Mensch gibt auf und sucht Zuflucht in einer psychischen Bankrotterklärung.  Die Wertelehre hat mittlerweile Auswüchse erzeugt, denen nicht einmal der anpassungsfähigste Mensch gewachsen ist. Er kann nicht mehr im Hamsterrad laufen. Er sieht mehr und mehr, dass es sinnlos ist. Er erfasst plötzlich, sein Daseinssinn besteht darin immer mehr Rentabilität erzeugen zu müssen, wo keine mehr zu erzeugen ist. Das Abschöpfen ist am Grund des Fasses angekommen, egal welches ICH beschwört wird, Vorteile auszuloten. Plötzlich muss der Mensch erkennen, dass der DA ist weil er DA ist, auch ohne Grund. 


Eine gefährliches Situation für die Wertelehre, da es in der Masse keine Lösung ersichtlich ist, die ohne die Wertelehre auskommt. D. h. sie kann die aktuell gültige Vernunft in ihrer Entschlussfassung nicht verlassen. Vielleicht hatten die Bauern im 30jährigen Krieg auch einen Burnout erlitten, als sie unter der Steuerlast nach und nach zusammenbrachen.

Die sinnlose, vernünftige Suche nach Lösungen


Teile der Gesellschaft versuchen diese Daseinskrise mit angeblichen Lösungen zu bewältigen, die versprechen, Gerechtigkeit in der Verteilung der Gewinne aus der Wertschöpfung, zu erlangen. Dazu muss man wissen, dass die VERNUNFT lediglich ein Anpassungsinstrument des Menschen an die aktuelle Begebenheit der Wertelehre ist. Sie ermöglicht es dem Sklaven zu überleben. Sie erzeugt die Logik ins uns, die uns beherrscht. Hinzu kommt: Es gibt keine alles beherrschende Elite, sie ist in der Rotation, wie unsere ICHs. Wir sind also Teil der Elite und Teil der Sklaven. Das ist der Dualismus, der begriffen werden muss. Diese Erkenntnis wird aber nur dann erreicht, wenn man sich nicht auf die Suche nach der Wahrheit macht, sondern nach der Realität - nach dem WAS - das alles erst möglich macht und das ist nun mal die Definition des Eigentumsrechts als Grundwert für all unseres Seins und Handelns. 

Die Mutter ist nicht mehr der innere Antrieb für die Arbeitnehmerin, weil der Lohn eh nie ausreicht. Der Steuerzahler sieht keinen Vorteil mehr in der Solidarität, da diese sich nur durch Konsum erkaufen lässt und die Konsumentin aufgrund des niedrigen Lohnes, keine Möglichkeit mehr sieht, Stützkaufe in der Wirtschaft vorzunehmen. Der Mensch verbindet sich also zu einem gemeinsamen ICH - nach Außen - in die Realität hinein.

Ein gefährlicher Vorgang, für die Wertelehre. Folglich muss mit psychiatrischer Hilfe, der Mensch wieder aufgeteilt werden. D. h. in unserer modernen Zivilisation kann man nur mit einer akzeptierten Schizophrenie überleben = Vernunft, die aber nur dann aufrechterhalten werden kann, wenn die Politik oder NGOs für genügen Hoffnung sorgen, die auf wenigstens eine unsere verschiedenen Persönlichkeiten wirken. Woraus sich wieder der gewünschte Antrieb für die Sinnlosigkeit des Einzelnen ergibt, die aber wie einen Ball von einer Persönlichkeit zur anderen reicht und danach wieder Hoffnung schöpft.

Auf diesem Wissen sind die geplanten Maßnahmen wie Glücks-BIP, BGE und Wohlfühlbarometer für das Volk aufgebaut. Sämtliche Sozialprogramme in unserem Umfeld dienen dazu, Hoffnung zu erzeugen, wo keine mehr ist - weil die Aussichtslosigkeit unserer Wertelehre erkannt ist.  Natürlich beschreibe ich hier nur wieder eine Auswirkung der Wertelehre, die nicht behoben werden kann, wenn der Urgrund - die heutige Akzeptanz und Definition von Eigentum als Grundwert nicht in Leistung geändert wird. 

Das zu wissen genügt nicht, um Lösungen herbeiführen zu können. Es ist wichtig die Frage zu stellen, WAS macht dies alles möglich und WAS gibt unserer Vernunft vor, uns in uns selbst zu teilen? Wir müssen uns in uns selbst vereinigen. Es kann keine Basis für eine Gesellschaft sein, dass immer nur Teile des ICHs wertschöpfen können, um andere Teile seines Ich, wiederum dafür benachteiligen zu müssen. Das ist extremste Form des Dualismus, der durch unsere Zivilisation und dem unbändigen Glauben das Eigentumsrechts als universelles Recht anerkennen zu müssen. Wir kommen niemals auf die Idee, dass der erste Eigentümer eines Teils unserer Erde, der erste Dieb gegenüber den anderen war. Daher kann es niemals ein universelles, natürliches Rechts sein, sondern die größte Lüge aller Zeiten, die wir als Wahrheit anerkennen und darum all unsere Gesellschafts- und Wirtschaftsformen aufbauten.


Hierzu empfehle ich meinen ersten Beitrag "Wertelehre 1" er beschäftigt sich mit dem Ursprung unserer heutigen Vernunft, auf der sich all uns angeblich logisches Denken aufbaut - die Kausalität bzw. der Determinismus.




ICH BIN DA, WEIL ICH DA BIN.

Mein Recht zu existieren ist universell
und darf durch Eigentumsrechte auf Lebensnotwendiges von Niemandem eingeschränkt werden.

Ich kann nur durch die Gemeinschaft existieren,
die aber durch jede Art von Eigentumsrecht 
- nicht per Gesetz oder Recht oder Grundwert befähigt werden darf -
mich als rentablen oder unrentablen Menschen zu bewerten. 

Jede hierarchische Gesellschaftsform ist unnatürlich. 
Jede Bewertung des Menschen ist unnatürlich. 

Die alte Ordnung einhalten und neue Gesetze und Normen erfinden,
die das Dasein des bewerteten Menschen erleichtern,
sind genauso unnatürlich,
da sie der Ursprung jeder Ungerechtigkeit sind.  

  ... Daher muss der Grundwert unserer Gesellschaft geändert werden,
denn erst die Leistung schafft Wert und nicht das Eigentum. 

So wird Eigentum zum Unwert
- zur Amoral.

Nur so kann der Mensch seine natürliche Vernunft wieder erreichen. 

Kommentare:

  1. Wie stellst du dir das ICH des Einzelnen in seiner nichtaufgeteilten Vollkommenheit vor?

    Ist es die vollkommene Bewusstheit in der Realität, ohne in Scheinwelten zu leben, sprich ein fester innerer Kern?

    Die Idee ist aber gar nicht mal so verkehrt, dass der Burnout durch das alltägliche Theaterspiel auf diversen Bühnen von Eilzelpersonen gespielt wird.

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  2. Als "vollkommenes ICH" würde ich es nicht bezeichnen, vielleicht als "natürliches ICH".

    Der Mensch muss sich selber nicht mehr spalten, um augenscheinlich Vorteile in unserer Gemeinschaft zu ergattern, sondern ist als gesamter Mensch in der Realität.

    Es ist mit der Mengenlehre vergleichbar. Der Mensch muss nicht ständig auf der Suche nach Schnittmenge sein, um überleben zu können.

    Momentan gehen die Schnittmengen aus. Es sieht so aus, als ob aller Verlieren sind. Wir haben ein weltweites Burnout.

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  3. Das System basiert auf einem einfachen Prinzip.
    Jeder glaubt er schafft es auch " vom Tellerwäscher zum Millionär"
    Die Umerziehung sagt, du schaffst es du muSSt nur deine Leistung
    bringen. Wer dann von der Realität eingeholt wird fällt dann auf die
    Nase. Die Menschen werden absichtlich in den burnoutWahn getrieben. Siehe Bilder.
    Die Reichen leben von den Armen, Arme von der Fron.

    sehen - nachdenken - erkennen - handeln

    http://www1.xup.in/exec/ximg.php?fid=13325924
    http://www1.xup.in/exec/ximg.php?fid=90354306

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  4. Es gab auch eine interessante Diskussionsrunde zu dem Thema auf Phoenix:

    "„Burnout“ – Lebt sich die Gesellschaft kaputt?
    PHOENIX Runde: Mi, 28.09.11, 22.15 - 23.00 Uhr"

    http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/%E2%80%9Eburnout%E2%80%9C_%E2%80%93_lebt_sich_die_gesellschaft_kaputt_/404803?datum=2011-09-29

    AntwortenLöschen

Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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