Mittwoch, 14. Dezember 2011

Eiserne Kanzlerin: Medien setzen nicht Merkel unter Druck, sondern die Masse

Weltonline greift auf einen Artikel der Newsweek zurück und bezichtige Deutschland bzw. die Kanzlerin als Schnecke.

"Wäre sie doch nur nicht so langsam! Das ist, nahezu unisono, die Klage amerikanischer Politiker, Medien und Wirtschaftsexperten.
 Die wirtschaftlich starken Länder im Norden Europas, damit in erster Linie Deutschland und allen voran die Kanzlerin, müssten entschiedene und eilige Schritte gehen, um den Not leidenden Ländern im Süden Europas zu helfen, weil ein Scheitern der gemeinsamen Währung die Weltwirtschaft und auch die USA in eine gewaltige Krise stürzen würde."

Im Klartext bedeutet dies: Die USA können und wollen ihre eigenen Schulden nicht bezahlen. Das soll gefälligst Europa unter der Federführung Angela Merkels erledigen. Hierbei muss man beachten, dass europäische Regierungschef ein Wettrennen abliefern, wenn es darum geht, in der us-amerikanischen Presse erwähnt zu werden. Das adelt und gibt dem erwähnten einen Verhandlungsbonus gegenüber seinen Mitbewerbern in der EU.

Amerika bedient sich einer althergebrachten Intrigenlogik, die bereits in grauer Vorzeit der Monarchie noch herrschte. Die USA spielen die EU-Staaten gegeneinander aus und unser Presse macht fröhlich mit.

Warum Schuldenabbau eine irrwitzige Empfehlung aus den USA ist?

Aus der heutigen Wertelehre heraus betrachtet macht der reine Schuldenausgleich keinen Sinn. Werden Schulden z. B. durch die Beschlagnahmung von Privatspareinlagen - die in Europa auf 18 Billionen geschätzt werden - getilgt, ergibt sich daraus kein Nutzen für die Realwirtschaft und das Wirtschaftswachstum. Das ist lediglich die Meinung der Freien-Marktanhänger, die unsere heutige Wertelehre nicht im geringsten komplett durchdenken. Ihre Logik vernachlässigt die Notwenigkeit eines Staates, um das von ihnen favorisierte Wirtschaftssystem überhaupt aufrecht und finanzierbar erhalten zu können.

Ohne Staat kann unser Wirtschaftssystem gar nicht funktionieren und existieren. Es braucht eine harte Hand, die für die Enteignung der Menschen sorgt. Der Staat agiert aus dem erzeugten Systemzwang heraus. Er ist ein Prellbock, der diese systemisch notwendig Enteignung "gerecht" vorschreibt - als eine Art Moral.

Wäre der Staat weg, käme es viel früher und heftiger zur Eskalation des Ungleichgewichts unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Den verschuldeten Staaten bleibt also nichts anderes übrig, als über Gesetze der Wirtschaft ein Geldspritze aus den privaten Haushalten zu verschaffen.

Das bringt Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum und fiskalischen Rückfluss an den Staat selber. So kann sich der Schuldner, in diesem Falle der Staat als juristische Person, wieder als rentabel - also als zahlungsfähig - erweisen.

Es muss also zu einer Reinvestition der Privathaushalte in die Wirtschaft kommen. Da hier keine Freiwilligkeit zu erwarten ist, weil der Kosten-Nutzenfaktor sehr negativ und offensichtlich für den Investor ausfallen wird, muss mit Zwang, also mit Gesetzen und Moral nachgeholfen werden.

Es wird keine Belohnung auf den Investor warten, sondern eine Bestrafung, eine Steuer, wenn er dem Gesetz nicht Folge leistet. Hier sind ganz klar die Immobilieneigentümer von Mietwohnungen im Visier der Regierungen. Sie sollen Kapital zur Optimierung ihrer Immobilien aufwenden, damit sie klimafreundlicher wird (Moral). Die optimalste Lösung, wäre der freiwillige Einsatz des Kapitals aufgrund der Klimawandeldiskussion. Ein Anstieg des Ölpreise würde sich wiederum negativ auf die Wirtschaft auswirken. Es wäre ein Kapitalabfluss in andere Länder.

Der Besitzbürger ist längst im Visier der Regierungen. Die Vorboten waren längst zu hören. Das Mietrecht wird so geändert werden, dass die entstanden Kosten zum größten Teil auf den Mieter wieder abgewälzt werden können.

Das ist die einzige Alternative, die den Staaten eine letzte Schonfrist vor dem Schuldenzusammenbruch bringen wird. Diese Konzept wendete bereits Helmut Kohl mit seinem steuersuventioniertem Wohnungsbau an. Nur wird dieses Mal kein Steuervorteil winken, sondern ein höhere Besteuerung.

Der Druck der Staaten wird also härter und er ist in den nächsten Jahren  noch steigerungsfähig. Im Gesundheitssystem muss noch eine Hemmschwelle durchbrochen werden. Es müssen nach und nach höhere Zuzahlungen von der Bevölkerung akzeptiert werden. Nur so kann der neue Wirtschaftswachstumszweig - Altenpflege - optimiert und als Wertschöpfungskette in Gang gesetzt werden.

Der programmierte Zusammenbruch


Klar, das alles sind Tropfen auf den heißen Stein der heutigen Wertelehre. Sie ist ein Verbrennungsmotor, der unkontrolliert immer schneller läuft. Ihm genügt der Nachschub an Energie nicht, er braucht Öl, um geschmeidig zu laufen und Wasser, um den Motor zu kühlen. 

Das alles sind externe Einbringungen, die letztendlich heute nicht mehr durch Landgewinn oder Entdeckung von neuen Kontinenten kompensiert werden können. Der eingebaute, "natürliche" Selbstzerstörungsmechanismus wird unweigerlich einsetzen. Er kann lediglich nicht nur noch mit hoher Opferbreitschaft aus der Masse der Weltbevölkerung hinausgezögert werden.

"... und bist du nicht willig, gebrauche ich Gewalt!", nach diesem Prinzip muss nun in Zukunft regiert werden. Die harmlose Stufe der Gewalt, werden Gesetze sein, die Investitionen verlangen.

In der nächsten Stufe wird es zum Übergriff auf die Leistung der arbeitslosen Masse kommen. Die aufgrund der heute geltenden Moral zur kostenlosen Arbeit bzw. gegen Kost (Lebensmittelmarken und Unterkunft) verpflichtet werden. Der internationale Handel wird nach und nach auf ein Minimum zurück gefahren, um die eigenen Bevölkerungen ruhig und in Arbeit halten zu können. Das ist die berüchtigte politische Phrase von der "Stärkung des Binnenmarktes". Danach ist der Schritt zum Protektionismus nicht weit.

Dabei spielt es keine Rolle, ob nun Europa geschlossen seinen Protektionismus gegenüber der globalisierten Welt betreibt oder als Einzelnationen. Aufgrund der gesunken Stromnachfrage in Italien (Wirtschaftsrückgang) kommt es z. B. bei Eon bereits zu Gewinneinbußen. Der positive Effekt der Globalisierung kehrt sich nun und kommt mit voller Wucht zurück.

Die Globalisierung ist der Schlussakkord der heutigen Wertelehre

Dieses Hamsterrad ist nicht mehr aufrecht zu erhalten, egal wie wir es drehen oder wenden. Das Prinzip der Rentabilität hat sich als Fehlentscheidung der Menschheit erwiesen. Die Eliten müssen sich endlich eingestehen, dass sie einer Wahnvorstellung von Gerechtigkeit und Wachstum erlegen sind. Offensichtlich musste die Welt auf das 21. Jh. warten. 

Die Wirtschaftslehre vom freien Markt und dem daraus resultierenden allgemeinen Reichtum, kann nur durch die Globalisierung selber widerlegt werden. Das ist der Weg der Erkenntnis. Auf ihm schreiten wir nur langsam und mit Wehmut voran. Zu erst wurden alle gegenläufigen oder bremsend wirkenden Weltanschauungen nach und nach vom freien Markt erdrückt und auf Kurs gebracht.

Jetzt muss der gescheite Mensch mit ansehen, wie seine Wertschöpfungsketten nach und nach zusammenbrechen; wie sie auch mit der größten Anstrengung und dem größten Änderungswillen keine Nahrung mehr finden. So bekommt der Satz: "Learning by doing..." plötzlich eine umfassende Bedeutung. Solange der Mensch noch einen störenden Faktor für seinen Wunschtraum entdeckt, glaubt er an die Funktionsfähigkeit seines Denkmodels "Freier Markt, Wertschöpfung und Wohlstand für alle."

Erst wenn er alle Störfaktoren beseitigte, wird er schmerzlich erkennen, dass es eben doch nur einem Traum mit sehr vielen essentiellen Denkfehlern hinterher jagte. Die Wertelehre ist nicht zu heilen, da sie auf Ungleichheit - eine Unwucht aufbaut, welche uns bis heute antreibt. Beseitigen wird diese Unwucht, bricht das Kartenhaus zusammen.

Erst danach wird der überzeugte Mensch sich eingestehen, dass die aufgestellten Grundsätze und Werte nie richtig waren.

Es bleibt für die Menschheit zu hoffen, dass diese Einsicht tatsächlich nach diesem Zusammenbruch erhalten bleibt und nicht die nächsten Pappnasen wieder aufstehen und behaupten: "Wir können es noch einmal versuchen!!!! .... die Karten neu mischen, um wieder das Kartenhaus aufzubauen - obwohl jeder weiss, dass es wieder zusammenbricht.

Jeder der mit einem Konzept daherkommt, das die Rentabilität eines Menschen errechnet, einschätzt und als Grundlage für die nächste Wertschöpfungskette heranzieht, ist in Begriff, dieses Kartenhaus aufzubauen, bevor das alte in sich zusammenstürzt.

http://www.welt.de/politik/ausland/article13765880/USA-zittern-vor-dem-Tempo-der-Eisernen-Kanzlerin.html?wtmc=google.editorspick&google_editors_picks=true

1 Kommentar:

  1. Danke, Deinem Artikel kann ich nichts als Kommentar hinzufügen, außer Zustimmung und dass ich das Thema genau so sehe wie du es hier darstellst.

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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