Freitag, 30. Dezember 2011

Nordkorea: Kim ließ 100.000 Menschen verhungern - nun kommt Mc Donald und macht sie satt

Die westlichen Medien überschlagen sich. Der böse Diktator Kim Jong Il ist tot. Ihr Botschaft kommt mit viel Sarkasmus in unseren Wohnzimmern an. Das Leid der Menschen wird lediglich auf die Anwesenheit einer schlimmen Diktatur geschoben. Der rentable Mensch bleibt seinem Wesen treu und sucht Schuldige, um selber unschuldig zu wirken. Sanktionen durch die UN sind daher kein Schuldbeweis für 100.000 verhungernde Nordkoreaner, sondern ein Beweis für die Brutalität des Kommunismus. Die westlichen Demokratien sind satt, weil der Rest der Welt hungert. Doch von einem Hamburger für 3 US-Dollar ist der Traum von Freiheit. Danach tut jeder alles für 3 US-Dollar, um in den demokratischen Traum beißen zu können. Das Hamsterrad läuft!

Kim Jong Il  - das US-Feinbild des lebenden Kommunismus starb angeblich eines natürlichen Todes. Offiziell gilt die Version: Die USA erfuhren erst aus den aus den koreanischen Medien vom Tod des Systemfeinds. Es gibt keinen wirklichen Grund anzunehmen, dass die USA in diesem Fall freiwillig und ohne öffentlichen Druck die Wahrheit verbreiten lassen. Unsere Nachrichten sind keine Fakten, sondern Wiederholungen von Gehörtem und Gesagtem. So werden Behauptungen innerhalb kürzester Zeit zu Wahrheiten, wie im Fall Bin Laden. Er erhielt auf diese Art einen offiziellen Todestag und die USA ein kollektives Erfolgserlebnis durch seinen angeblichen Tod.

Nordkoreas Machthaber musste leise und eines natürlichen Todes auf einer Zugreise sterben. Vielleicht erinnern sie sich noch an die beiläufigen Zeitungsberichte über seine streng bewachten Zugreisen und seine Angst einem Anschlag zum Opfer zu fallen.

Die Hoffung der USA: Sein Nachfolger liebt US-Basketball

Nun ist sein Nachfolger, sein Sohn, Kim Jon Un, die große Hoffnung der größten Demokratie der Welt (USA). Sie verbreiten: "Er (Kim Jong Un) habe in der Schweiz studiert und interessiere sich sehr für die US-Basketball-Liga". Na - mit solchen Informationen lässt sich doch mit Leichtigkeit eine Revolution von oben anzetteln. Vielleicht gelingt es, die US-Basketball-Spiele inkl. Werbung in Nordkorea ausstrahlen zu können. Das wäre weniger aufwändig, als die vielen Luftballons mit Neckermankatalogseiten, die in Richtung DDR abgelassen wurden. So lässt sich der Wunsch nach Demokratie etablieren, man steigert das Konsumbedürfnis der Menschen. Schließlich ist Demokratie gleichzusetzen mit Einkaufcentern und Wohlstand.



Nordkorea soll Konsum wollen und Demokratie fordern

Vielleicht feiern wir bald die erste Eröffnung einer McDonald-Filiale in Nordkorea als den Anfang einer Befreiungsrevolution - mit dem Slogan: WIR SIND DAS VOLK UND WOLLEN HAMBURGER! Auf diese Art bekam man die DDR-Bürger auf die Beine, bevor das Land Pleite ging. Es wird leider vergessen, dass auch dieser Luxus nur mit Geld erkauft werden kann. Die Geigen hängen also immer noch genauso hoch, wie im Kommunismus - nur mit Geld gibt es Freiheit - das gilt in der Demokratie, wie im Kommunismus. Nur das Hoffnungspotenzial, dass man eine Leiter findet, die zum Himmel voller Geigen führt, ist höher. 


Für diese Illusion sind Doku-Soaps und ständig plappernde, demokratisch gewählte Politiker von Nöten. Diese Art des Selbstregimes bietet den Vorteil, dass die Regenten in regelmäßigen Abständen abgelöst werden, so bald ihre Lügen als enttarnt gelten. So kann sich die Bevölkerung der nächsten, schöneren und wohlklingenderen Lüge widmen und seiner Demokratie - der "freien Wahl" - also dem Wunschdenken, frönen.

Natürlich wird im keinen der ausgestrahlten Berichte über Nordkorea versäumt, zu erwähnen, dass Kim Jong Il - der tote Diktator - für den Tod von 100.000 Nordkoreanern verantwortlich ist.  Die Vorgeschichte wird tunlichst unterschlagen, ansonsten verfehlt die Zahl ihre erwünschte Wirkung in den Köpfen der Berieselten. 



Kim Jong Il - der verhasste Feind der USA -  musste leise sterben. Es ist kein Geheimnis: Nordkorea besitzt Atombomben. Eine militärische Intervention wie in Libyen muss daher kategorisch ausgeschlossen werden. Eine medienstarke Hetzjagd, wie im Falle von Gaddafi ist ausgeschlossen. Sein Tod sollte als Kriegsverletzung bzw. Kopfschuss dargestellt werden, doch übereifrige Richter der Revolutionäre stellten Beweismaterial ins Netz, in dem offensichtlich wurde, dass sie Gaddafi zu Tode gemartert haben. Auslandskorrespondent Scholl-Latour spracht kürzlich davon, dass Gaddafi auf seiner Eisenstang aufgepfählt war - als Trophäe. Ein Beweis der vorherrschenden radikalen Menschlichkeit. Die sich das Recht zuspricht, die dahin zu morden, die als Feind ausgemacht sind. Das Regime und das Recht wechselt daher nicht, sondern nur das Personal und die Nutznießer. Heute gilt in Libyen sogar die verhasste und verachtete Scharia, die als menschenrechtsfeindlich angesehen wird, doch diese Tatsache spielt in unseren Medien keine Rolle. Die Öllieferverträge sind unter Dach und Fach. Frankreichs Lohn für seinen NATO-Einsatz wurde fürstlich bezahlt. Die Söldner sind also immer noch die gleichen, nur ihre heutigen Rüstungen bestehen aus falscher Menschenschutzpflicht und ihre Menschlichkeit wird vom Profit geleitet. Daher muss Gaddafi postum zugestanden werden, dass seine Aussage: "Der Krieg ist ein Kreuzzug...", stimmte. Der Ausgang der Revolution stempelt alle anderen als Lügner ab. Doch das sind wir gewohnt. Deshalb sind wir nicht schockiert. Schockiert wären wird dann, wenn es tatsächlich einmal eine Revolution geben würde, die nicht der Profitgier unterliegt.


Wie man Staaten mobbt

Doch zurück zu Nordkorea. Angeblich ließ Kim Jong Il 100.000 Tausend Menschen während seiner Regentschaft verhungern. Die ständigen Widerholungen in unseren Medien haben dies längst zur Wahrheit gemacht. Um hier nicht einem falschen Eindruck durch Schnelllesen oder sonstigen Aufnahmefehlern des Lesers zu unterliegen, betone ich noch einmal, dass es sich um einen Versuch handelt, diese Sachlage neutral - also ohne emotional vorgeschriebene Reaktionen auf hohe Opferzahlen, zu verfassen. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir genau entrüstet sein müssen ob nun ein Mensch oder 100.000 oder Millionen sterben. Ebenfalls ein Trugbild unserer Wahrnehmung, das sich längst als "normal" verfestigt hat und mit Lichterketten äußert.


Vorgeschichte der 100.000 Toten des Kim Jong Il

Diese Geschichte beginnt wieder einmal in den USA. Korea erlitt das gleiche Schicksal wie Deutschland nach dem II. Weltkrieg - wie Deutschland. Es ist ein Relikt des "Kalten Krieges" - dem Krieg der zwischen der besten Humankapitalverwaltungsform zur Optimierung der Profite.

Kurzer Überblick der politischen Intrigen und dem Aufbau einer chinesischen Widerstandsgruppe, die nach dem II. WK die Macht für die USA in China übernehmen sollte - bis hin zum Smith-Act und den unzähligen Verhaftungen von Gewerkschaftern und Asiaten.
http://politikprofiler.blogspot.com/2010/11/korea-wurde-genauso-geteilt-wie.html

Nordkorea war bereit unter der Präsidentschaft von Clinton sein Atomprogramm abzubrechen. Die USA sicherten Öl- und Energielieferungen zu. Doch nach dem Machtwechsel im Weißen Haus - Georg W. Bush zog ein - wusste plötzlich niemand mehr von diesen Abmachungen. Bush brach wissentlich und in purer Absicht die Verträge. Nordkorea blieb nichts anderes übrig, als sein Atomprogramm zu beenden.

Es musste sich zum Schurkenstaat machen. So konnten die USA und UN ihre Sanktionen gegen dieses Land aussprechen, das vielen Menschen indirekt den Hungertod brachte. Nun soll Kim Jong Il der böse Diktator sein, der all diese Menschen auf dem Gewissen verbuchen muss. Etwas mehr Selbstkritiker der angeblich gerechten Welt wäre hier mehr als angebracht. Kollektivbestrafung ist heute noch ein weitverbreitetes Instrument und wird momentan auch gegen die Iran angewendet.

Am Arbeitsplatz würden wir in solchen Situationen längst von Mobbing sprechen. Der Chef nimmt alle Bleistifte weg und diszipliniert, weil nix geschrieben wird. Der Erpresser und Aggressor war und ist nun mal die USA. Sie ist Ideengeber und Initiator von politischen Wahrnehmungen. Im Grund ein unzuverlässiger Verhandlungspartner. Wer sind auf deren Diplomatie einlässt, wird früher oder später als Verräter enttarnt.

USA: Die Weltherrschaft auf freiwilliger Basis der Pflichterfüllung

Die Großmacht spielt mit ihren Karten und versteht es darauf, immer der Retter der Welt zu sein und zwar vor denen, die sie zu vor zum Feind der Welt machte. Wahrheit ist daher ein relatives Geschäft. Die einzige Wahrheit, nach der sich alle Entscheidungen und Einschätzungen ausrichten, ist: Die wirtschaftliche Sicherheit seiner Industrie. Unlängst veröffentlichte das US-Außenministerium unter Hillary Clinton eine Listen von strategisch wichtigen, wirtschaftlichen Standorten im Ausland, die als schützenswert gelten. Wer also in den Genuß kommen will, von dieser Großmacht als schützenswert erachtet zu werden, muss ich in der Nähe von Großindustrieanlagen wie BASF aufhalten. Das Auswahlverfahren ist schlicht. Nur wer wirtschaftlich unersetzlich ist, wird verteidigt. In der Umkehrung bedeutet dies, wer seine Wirtschaftskraft nicht mehr in den Dienst der US-Wirtschaft stellt, sondern selber davon profitieren will, ist aus der Perspektive der USA ein Staatsfeind und damit Weltfeind.

Ob diese Art der Weltherrschaft als militärische Überlegenheit angesehen werden kann, ist fraglich. Gewalt ist immer der letzte Ausweg, zuvor werden wirtschaftliche Sanktionen ausgesprochen. Dazu bedient sich die USA der UNO und ihrem Vetorecht. Militärische Interventionen werden immer nur unter dem Aspekt der Rechtssicherheit getroffen. Das Abstimmverfahren kommt mehr dem Cliquenverhalten von Halbstarken gleich, als demokratischer Willensbildung. Zu schnell gerät eine Nation unter moralischen Weltbeschuss, wenn es sich nicht der Meinung der Supermacht anpasst. Um innenpolitischen Querelen zu entrinnen, bietet sich die Möglichkeit der Stimmenthaltung - also die Unterwerfung des Mehrheitsbeschluss. Diese Enthaltung kann im eigenen Land mit raffinierten Formulieren sogar als NEIN verkauft werden. Funktionierte im Falle Libyen hervorragend.

In Bezug auf Nordkorea und den darauf folgenden Sanktionen durch die UN, kann man behaupten: Nordkorea hätte dem Druck der USA und UN nachgeben können, keine Atomkraftwerke bauen und keine Öllieferungen erhalten - doch warum? - es gab  bereits ausgehandelte Verträge, die einfach von den USA unter Bush missachtet wurden. Das eigentliche Problem kam in der UN niemals zur Sprache. Die USA hatten sich durch Mobbing und Scheinverträge, einen Staatsfeind gezüchtet, den nun die Welt züchtigen muss.

Daher ist die Schuldfrage irrelevant. Schuld ist immer der Staatsfeind - also Nordkorea.



Die Berichterstattung über den Tod und Beerdigung von Kim Jong IL

PEINLICH - kann ich da nur sagen. Sie zeigen weinende Menschen am Straßenrand und machen sich indirekt darüber lustig. Ganz so als ob dadurch die kollektive Schuld der westlichen Welt an diesen vielen Menschen, mit den angeblich vorgetäuschten Tränen der Nordkoreanern, weggewischt werden kann.



Auf der anderen Seite segnete Deutschland und Österreich einen Habsburger nach seinem Tod drei Mal aus. Mit jedem nur erdenktlichen Prunkt wurde dieser letzte Kaiser in Wien beerdigt. Sie übertrugen diese Märchen-Trauerfreier live - wie die Thronfolgerhochzeit aus England. Ich frage mich selber, worin unterscheiden wir uns eigentlich - von den bösen Diktatoren. Wir erbauen unseren demokratischen Führern Paläste, statten sie Prunkt aus, der nicht ausreicht, sie zur Loyalität gegenüber dem Volk zu verpflichten. Und wir halten uns für die Gerechten, weil wir die Führerschaft alle vier Jahr neu vergeben - wenn auch an die Gleichen.

In Deutschland freuen wir uns über Dokusoaps, die den Anschein erwecken, es handelt sich um Tatsachenberichte. So erziehen wir uns durch das angucken von Fehlern, die ein Schauspiel sind. Sie geben uns damit Lebens-, Erziehungs- und Verhaltenshilfe. Weinende, schreiende und kreischende Frauen, Kinder und Männer sind lediglich Schauspieler, aber ihr Drehbuch stellt das "echte Leben" dar, und zwar mit Verhaltensregeln, die wir verinnerlichen sollen - obwohl sie gegen die Natur des Menschen sind.

Wir lernen Rücksichtslosigkeit ist ein notwendiges Übel in dieser Welt, also dürfen wir sie nur praktizieren, wenn wir uns gleichzeitig sozial darstellen. Deshalb gilt auch "sozial ist was Arbeit schafft - auch wenn der Mensch daran langsam verelendet".

Die Bundeskanzlerin Merkel hält Ansprachen vor ausgesuchten Schülern, die ihr danach höfliche Fragen stellen dürfen. Putins Interviews sind dagegen alle nur gestellt. Wir selber sind das Resultat unserer freiwilligen Selbstprogrammierung, weil wir nicht fähig und gewillt sind, die Lehrbücher und die Lehrmittel auf ihre Neutralität zu prüfen. Vielleicht sind wir bereits die westlichen Nordkoreaner, die einer Illusion folgen, die nackt, schäbig und blutgierig durch unsere Köpfe wandelt - wir sie aber für einen Engel halten.

Diese dekadente Selbstgerechtigkeit unserer Medien ist nicht mehr zu ertragen.

http://politikprofiler.blogspot.com/2010/11/korea-wurde-genauso-geteilt-wie.html

1 Kommentar:

Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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