Dienstag, 17. Januar 2012

Der Welt-Schulden-Krimi geht weiter

Täglich grüßt das Murmeltier. Die Welt-Schulden-Endlos-Doku-Soap geht weiter. Das Thema scheint für niemanden ermüdend, anders wie bei Christian Wulff. In Sachen Euro ist der Nevenkitzel größer. Das in Aussicht stehende Szenario bedrohlicher. Es ist eine Mischung zwischen Horror-, Katastrophenfilm und Polit-Thriller. 

Die ganzen Abgründe unserer Vorstellung von Politik, Vetternwirtschaft und Geld tun sich auf. Fehlt nur noch die Portion SEX, die heute in keinem Film mehr fehlen darf. Schon hätten wir eine neue Ersatzserie für DALLAS. Der einzige Streitpunkt wäre: War erhält die Rolle des J.R. ?

Seit Beginn der offiziellen Finanzkrise - als die Menschen mit Zeitungsberichten hochgeschreckt wurden - geht es Rund im Hühnerstall der Finanzweisen. Nach und nach schoss sich jeder darauf ein, selbst die 9/11-Szene schaffte die Kurve zur Finanzkrise. Das Schreckgespenst der NWO gewann Gestalt. Doch es bleibt bis heute bei der üblichen Hackordnung von unten nach oben. Es wird nach Geheimbünden gesucht, wie im Mittelalter zur Zeit der Hexenverbrennung. Das System selber steht nicht in der Kritik. Der Aufgeklärte glaubt er müssen nur das Geld ändern uns schon sein alles wieder GUT. WAR ES JEMALS GUT?

Kapitalismuskritik steht nicht zur Debatte. Es ist so also ob man sich über den TEUFEL unterhält.

Diesem Wort haftet bereits überdimensionale, politische Inkorrektheit an. Es ist das NO-GO-Wort der Welt. Wer dieses Wort in Verbindung mit Finanzkrise nennt ist ein Kommunist. BASTA! Daran erkennt man wie unfrei man doch im Denken ist und innere Denkblockaden längst nicht zu überschreiten wagt. Man bleibt damit nicht auf den Boden der Tatsache, sondern im Rauch der Nebelkerzen stehen und ruft: "ICH SEHE... das, was ich sehen will".

Sie Reden von Konsumgeld, neuem Geld und neuem Geldsystem, von einer anderen Geldentstehung, ist Selbstbetrug. Das eigentliche Problem, der Kapitalismus gerät nicht ins Sichtfeld. Man verweigert sich den grundlegenden Tatsachen. Geld darf sich nach ihrer Vorstellung nicht mehr durch Zinsen vermehren, aber sie wollen jede ihrer Dienstleistungen mit Mehrwert weiter verkaufen. Das ist bereits ein Widerspruch in sich selbst, doch mit einer großen Portion Eskapismus, kann man sich auch diese unangenehme Wahrheit zurecht lügen.

Plötzlich ist Silvio Gesell wieder der Star der Reformer. Ich benutze absichtlich das Wort REFORMER, denn sie wollen nichts ändern, lediglich an den Auswirkungen ein paar Stellschrauben drehen. Das Grundkonzept des Kapitalismus, der Mehrwert aller erbrachten Leistungen soll bestehen bleiben, denn die Gier soll trotz aller Kritik an den Großen, dem kleinen Menschen als Freude und Wohlstandsaussicht erhalten bleiben.

Wohlstandsausicht! Ja - ich benutze dieses zusammengesetzte Hauptwort: Wohl-Stand-Aussicht! Schon jetzt sind wir wieder im berühmten Hamsterrad ohne auch nur ein Detail der vielen, verschiedenen Vorschläge diskutiert zu haben. Es wird lediglich eine Aussicht auf Wohlstand aufgestellt. Der kleine Kompromiss, der jedem diesen "Wohlstand" sichern soll, ist ein Minimal-Handgeld per BGE. Ein Daseins-Bonus für den Konsumkreislauf. Ein Beweis der Menschlichkeit dieser Theoretiker.

Wertschöpfungsketten bzw. Ausbeutungsketten wäre das treffendere Wort,  bleiben in der Struktur von heute erhalten. Es ändert sich nichts an der Grundsätzlichkeit des System - unserer Daseins-Definition.

Genau davor schreckt selbst der Aufgeklärteste der Aufklärer zurück. Man verweigert sich der Wahrheit über die tatsächlichen Verflechtungen von Währungen, wie über die eigentliche Entstehung des Geldes und den dafür benötigten Sicherheiten.

Gerade die Sicherheiten für "frisches Geld" sind ein Fingerzeig auf die tiefe, klaffende Wunde unseres Systems, die eitert und schmerzt und wir pflegen sie. Nicht um sie zu heilen, sondern der Schmerz ist unser Antrieb und unser Lebensinhalt. Was würden wir tun, wenn es nicht mehr WEHTUT? Das ist Kapitalismus!

Kapitalismuskritik ist keine kommunistische Unart, denn der Kommunismus ist genauso ein Teil des Kapitalismus, egal wie sehr sie sich auch weigern wollen, dies zu glauben. Sie sollen nicht glauben, sondern wissen. Der Kommunismus ist lediglich ein Produkt aus der Summe von Überlegungen, die damals wie heute wieder angestellt werden, um die eigentliche Ursache aller Armuts- und Reichtumprobleme zu umgehen.

Ich persönlich habe den Eindruck gewonnen, dass keiner der Kritiker auch nur Ansatzweise eine wirkliche Änderung anstrebt. Die Balken und Hürden in den Köpfen der Menschen sind viel zu groß, als dass sie ohne große geistige Anstrengung überwunden werden könnten. Man verfällt in die Denkweise der Inquisitoren. Sucht mit stechendem Röntgenblick nach Schuldigen und verbannt diese.

Betrachtet man die Art der Kritik mit noch weiterem Abstand, bekommt man den Eindruck, es sei eine religiöse Bewegung am Werk. Getragen vom unbedingten Glauben - alles in GUT und BÖSE aufteilen zu müsse! JA - aufteilen MÜSSEN! Ein gerade zu manischer Zwang breitet sich überall aus.

Kapitalismuskritik ist für mich eine Kritik an der heutigen Definition von DASEIN. Der Kapitalismus ist nichts anderes als Monarchie, Feudalismus und Antike Herrschaftsstrukturen. UND DAS DARF NICHT ZUR DISKUSSION STEHEN?

Wer seinen Kopf wirklich frei machen will, für NEUES, muss damit anfangen, seine naive Vorstellung von KAPITALISMUS nicht zu überdenken, sondern vor sich selber zu offenbaren. Wer Habgier und Neid als Ursache allen Übels ausmacht, muss den Kapitalismus in seinem Wesen und seinem Recht auf Mehrwert unbedingt in Betracht ziehen. Egal wie unangenehm es wird.

... und der Kommunist, der glaubt er sei ein Befreier der Menschheit, muss sich seiner Weltanschauung genauso ungeniert gegenüber stellen und bekennen, das Kommunismus genauso den Gesetzen der Wertschöpfung folgt, wie jede andere Form von Zusammenlebensrichtlinen die der Mensch sich jemals ersann. Der Mensch kennt nur das Denken im Kapitalismus, deshalb erscheint er ihm natürlich. Es ist für ihn natürlich etwas zu besitzen und er glaubt er hätte ein natürliches Recht auf Wertschöpfung - das Recht auf GIER und HABGIER.

Der Mensch kann sich und sein Dasein nicht verbessern, wenn er sich der Askese widmet wie ein Priester dem Zölibat. Damit ist der Zwang zur Gier, um überleben zu können nicht aus der Welt. Wer sich also dem heutigen Geldthema widmet, sollte wenigsten diese innere Selbstkritik an sich üben. Das Geld ist nicht das Problem unserer Welt, auch wenn es im ersten Augenblick dem Beobachter so suggeriert wird ... und ... weil er es glauben will.

Nur weil der Kapitalismus das einzige ist was er als Daseins-Ordnung kennt, heißt das noch lange nicht, dass es keine anderen Möglichkeiten des Zusammenlebens gibt -.... ohne Wertschöpfung, eben ohne Gier und ohne Eigentumsdenken.

Bevor Sie sich jetzt wieder in die Welt der Illusionen von Autarkie, Dezentraliserungsgesellschaften oder leistungsbasiertem Geld begeben - halte sie inne und überprüfen Sie ihre Vorstellung von der neuen Welt auf Parallelen zum Kapitalismus. Ich benutze absichtlich das Wort: "leistungsbasiertes Geld" - weil es nicht leistungsgedeckt ist.

Leistungsgedecktes Geld macht ein Leben ohne Eigentumsrecht möglich. Es schafft eine Welt ohne Gier, Eigentum, Wertaufbewahrung, Hierarchie und die damit verbundene Unterdrückung und Ausbeutung - sowie Bonusdenken. "Ohne Eigentumsrecht" ist keine Askese - kein Zölibat - vom Eigentum und Selbstdisziplin gegenüber der Gier, sondern es gibt kein Eigentum mehr - für niemanden.

Klar, dies überschreitet momentan den Horizont des Vorstellbaren. Es ist der Blick ins All, in die Leere der eigenen Vorstellungskraft. Wer einen Ausweg vom Hamsterrad sucht - nicht nur für sich alleine, sondern für alle - muss also zu erst den Kapitalismus schonungslos analysieren und dies nicht als KOMMUNISMUS-Befürwortung von sich schieben. Ich betone noch einmal: Der Kommunismus ist eine Variante des KAPITALISMUS.

Nun liegt es an ihnen, diese Denksperren in sich aufzuheben. Sie werden sehen, alle jemals von ihnen getroffenen politischen Entscheidungen folgen ausschließlich und immer den Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus. So unfrei wie heute war noch nie ein Mensch, der von sich glaubte frei zu sein. Solange die Menschheit sich dem Gesetz des Bonusdenken unterwirft, ist das Leben - egal mit welchem Geld, egal mit welcher Politik und egal mit welchen gut gemeinten Sonderzahlungen - immer nur eine ewige Suche nach dem eigenen persönlichen Profit, um überleben zu können. Das nenne ich Systemzwang - die Dressur des Menschen - die Strom geladenen Zäune für unseren Willen und unsere Absichten.

Es ist der unangenehme Weg zu unserer ganz eigenen, inneren Wahrheit - zu unserem Selbstbetrug, den wir weit weg von unserer Wahrnehmung im tiefsten Winkel unseres Hirns verstecken. So lange die Menschheit diese Wahrheit nicht als die größte Lüge aller Zeit enttarnt und sich damit vor sich selber entblößt, kann sich nichts ändern.

Die täglich Jagd nach neuen Nachrichten aus der Finanzwelt ist ein unendlicher Krimi und die unendliche Geschichte der Menschheit. Wir sind stille, verängstige Zuschauer, die um ihren Wohlstand fürchten. Der Drang zum Schwärmen als Masse wird immer größer - und doch ... ist es nur ein Schutzreflex, getragen von der Hoffnung, dass man sich im Schwarm verstecken kann, damit die anderen gefressen werden.

Diese Metaphern kommen nicht von ungefähr. Der Mensch denkt sich als Tier. Er lebt in einer Fabelwelt. Er dichtet sich die Natur zurecht. Mal vergleicht er sich mit Ameisen, weil sie Krieg führen wie er, mal mit einem Wolfsrudel, weil sich Rehe reissen und eine Rangfolge aufweisen wie der Mensch sie praktiziert.

Der Mensch will einfach nicht erkennen, in welcher künstlichen Realität er sich mittlerweile bewegt. Er erfindet immer neue Ausreden, um sich dem Selbstbetrug nicht stellen zu müssen. Er hat sich seine Natur definiert, wie sie am besten in das Weltbild des Kapitalismus passt. Er sucht immer neue moralische Begründungen, warum Stehlen BÖSE und Mehrwert durch Verkaufen - also der andere lässt sich freiwillig bestehlen - ein großer Unterschied ist - also richtig = RECHT.

Das was wir als Unterschied sehen, ist keiner. Das ist der große Selbstbetrug, aber nur der Anfang der Kritik und der Überlegungen. Denn den Betrug erkennen, heißt noch lange nicht zu sehen, wie ein angeblicher Überlebenskampf nicht mehr stattfinden muss.

Noch sind wir Gladiatoren in der Arena der Realität, die keine ist. Spartakus führte seine Mannen auch in die Freiheit - glaubte er - Danach musste er feststellen, die ganze Welt ist ein Arena. Er war auf der Flucht, vor dem das ihn einsperrte, ausbeutete und besaß. Danach war er derjenige, der brandschatze und raubte, um überleben zu können. Welch eine Enttäuschung muss diese - für einen Mann wie Spartakus gewesen sein? 

Kommentare:

  1. GUTER ARTIKEL
    Kurz zusammengefasst könnte man auch sagen:
    Alle Menschen würden genug kriegen, würden sie endlich alle genug kriegen.

    Gruß, Peter

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  2. "ICH SEHE... das, was ich sehen will"....und Gott, der Herr, sagte zu mir, so sei es, und es sei gut und gerecht.

    Definitiv einer deiner besser zu verstehenden Vorträge. Noch einige dieser Art und die Welt wacht auf.

    AntwortenLöschen

Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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