Dienstag, 24. Januar 2012

Italien: Eine Pleite diskutieren wir nicht - Eine Pleite können wir uns einfach nicht leisten

Für eine Rettung Italiens in der Finanzkrise gibt es keinen Plan. Europa verkraftet diese Pleite schlicht und einfach nicht, egal wie hoch der ESM ist; egal wie viele Eurobonds ausgegeben werden; egal wie hoch die EU-Steuer ausfallen wird. 

IWF-Chefin, Legard, pocht heute, 24. Januar 2012, in Berlin, auf Eurobonds. Es ginge schließlich nicht um die Rettung eines Landes, einer Region, sondern um die Weltwirtschaft. Die Wertlehre treibt die Nationen vor sich her. Die falsche Vorstellung von Natürlichkeit der Wirtschaft, hat bald ihren Höhepunkt erreicht. Die Implosion einer Zivilisation steht kurz bevor. Wir werden eine epochale Zeitwende erleben. Nichts wird mehr Gültigkeit haben, wenn dieser Zenit überschritten ist. Noch befinden wir uns in Diskussion um das Klein-Klein der Auswirkungen auf jede Region dieser Welt. Wir zerfetzen uns über sentimentale Einstellungen und halten am althergebrachten fest, anstatt den Blick auf eine neue, unbekannte Zukunft zu erheben.

Mit geballter Kraft stemmt sich jeder auf seine Art, für die Aufrechterhaltung seines kleinen Konservativismus. Wohlstand für alle ist mit der heutigen Auffassung von Rentabilität und Wertvorstellungen nicht zu erreichen. Es war nie Ziel dieser Weltordnung.

So viel Kitt, wie dieser künstliche Turm zu Babel benötigt, gibt es auf dieser Welt nicht. Der Mensch ist mit seiner Rentabilitätsrechnung über seine eigenen Kapazitäten hinaus gegangen. Der Preis der Menschlichkeit ist die Unmenschlichkeit. Das ist das stetige Programm unserer Auffassung von Wert und es wird immer exzessiver.

Während Monti, der italienische Technokrat in Brüssel die heile, italienische Sparwelt präsentiert und Hoffnung macht, streiken Italiens LKW-Fahrer und blocken sämtliche große Autobahnen. Dies soll bis 27. Januar 2012 anhalten. Italien kann sich nicht so rentable erweisen, wie die Weltkalkulation der Rentabilität es von ihm erwartet. Die Benzinpreise werden unerträglich hoch werden. Der Kapitalismus läuft Gefahr sich selber verhungern zu lassen. Das ist der Zenit, den Hochkulturen (Ausbeutungs-Hochkulturen) immer wieder überschritten und im Dunstkreis der Geschichte zu einem kleinen, unscheinbaren Haufen, von Armen verkamen.

Doch die Welt lernt nicht daraus. Es gibt immer einen, der glaubt, er könne es besser und gerechter machten. Ein Staat funktioniert nur in einer hierarchischen Form, also in einer allgemein akzeptierten Unterdrückung, auf freiwilliger Basis. Daher kann Wohlstand für alle nur innerhalb der jeweiligen Gesellschaftsschicht stattfinden. Der Wohlstandanspruch der höheren Gesellschaftsschichten unterscheidet sich also erheblich vom Anspruch der untersten Schichten. In der Konsequenz der Wertelehrelogik bedeutet dies, dass es wieder zu einer offensichtlichen Sklavenschicht kommen muss.

Es findet hier und heute also kein Kampf um einen verbessertes oder gerechteres Leben statt, sondern es geht lediglich darum festzulegen, wer diese untere Schicht in der zukünftigen Neuen Weltordnung der Weltgesellschaft bilden wird.

Dieser Kampf wird von Nation gegen Nation, von Region gegen Region und Mensch gegen Mensch in bestialischer Art ausgefochten werden. Dies gab es schon einmal - es war der 30jährige Krieg. 

Der Westfälische Frieden war also kein Fortschritt der Menschheit, sondern ein Frieden zweier erschöpften und ausgelaugten Gesellschaftsschichten, mit der Bereitschaft, sich gegenseitig nicht mehr so rabiat auszubeuten. Nun haben wir eine neue Qualität der Ausbeutung, der Unterdrückung erreicht. Bis ein neuer Westfälischer Frieden geschlossen werden kann, wir es noch viel unmenschliches auf die Erde geben, von dem wir uns voller Abscheu abwenden werden. Ja - manchmal sogar das Menschsein leugnen wollen.

Die Bestie Mensch, erzeugt durch falsche Werte und einem inneren, noch nicht erkannten Zwang zur Rentabilität. Er erliegt dem Glauben, das Innere könne das Äußere ändern. Das ist das Resultat Jahrtausende alter religiöser Verblendung. Sein Inneres ist lediglich das Resultat der äußeren Umstände, die einem freiwillige anerkannten Faktum folgen, das unnatürlich ist = Eigentumsrecht.

Es wird Zeit, dass der Mensch seine äußeren Zwänge, seiner inneren, nicht erfüllbaren Freiheit anpasst ohne diesen großen Schritt, den alle Gesellschaftsschichten gemeinsam tun müssen, wir es lediglich wieder zum Waffenstillstand  - Westfälischer Frieden - als Kuhhandel kommen.  

... und das Spiel um die rentabelsten Menschen geht weiter.


Kommentare:

  1. Agressive Neuronen - Ursache von Gewalt ist soziale Ausgrenzung

    http://swrmediathek.de/suche.htm?econt=joachim%20bauer

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  2. @ politprofiler

    Da ist zwar noch ziemlich viel Wertelehre enthalten in dem Vortrag von Prof. Joachim Bauer...

    ...aber die Grundthesen sind doch ganz interessant...


    Alles, was uns die Archäologen sagen, spricht dafür, dass der Mensch, bevor er vor
    etwa 10.000 Jahren sesshaft wurde und in die zivilisatorische Epoche eintrat, ein Wesen war, welches überwiegend friedlich in Gruppen zusammenlebte. In die gleiche Richtung gehen Beobachtungen, die sich bei der Mehrheit der noch
    existierenden vorzivilisatorischen Jäger- und Sammlerkulturen machen ließen. Die meisten der heute noch lebenden Jäger und Sammler leben friedlich, wobei es hier allerdings einige Ausnahmen gibt.

    Die neolithische Revolution bedeutete den Eintritt des Menschen in die zivilisatorische Welt. Sie bedeutete nicht nur die Erfindung des Eigentums und der Erwerbsarbeit, sondern den grundlegenden Einzug des ökonomischen Prinzips in
    das menschliche Zusammenleben. Der Mensch wurde, nachdem er zu einer
    Arbeitskraft und damit Teil eines ökonomischen Kalküls geworden war, nun selbst zur Ware, was logischerweise zur Folge hatte, dass Menschen begannen, Macht
    über andere Menschen auszuüben.

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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