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Montag, 13. Februar 2012

Duisburg/Sauerland: Nicht einmal mehr auf die Demokratie ist Verlass

Adolf Sauerland, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg und Mitverantwortliche der Loveparade, wurde mit überwältigender Mehrheit abgewählt. Was in Baden-Württemberg noch mit der Volksabstimmung S21 gelang, ist in Duisburg mehr als misslungen. 

Hier konnte die CDU nicht mit drohenden Konventionalstrafen aufwarten, um die Wählermeinung zu ihrer Gunsten zu manipulieren. In Duisburg standen 21 Tote Menschen zur Diskussion, die fahrlässig der Profitgier einer Pleitestadt zum Opfer fielen.

Das Restrisiko - der schmale Tunnel - war bekannt und wurde wissentlich eingegangen. Nun versuchen sie die Schuldigen gegenseitig mit Schuld zu belasten, um sich von der eigenen Verantwortungslosigkeit freisprechen zu können.

Selbstverständlich ließ sich der Stadtrat von den zu erwartenden hohen Einnahmen durch die Loveparada blenden. Selbstverständlich standen die Nutznießer dieser Veranstaltung als Bittsteller Schlange in den Verwaltungsstuben und dem Bürgermeisteramt. Doch Demokratie bedeutet nicht: ... wenn alle den Verstand wegen ein paar Euros mehr in der Kasse verlieren, dass der Bürgermeister, einen Kopf ebenfalls beim Kassenwart abgibt.

Die Verantwortlichkeit der "Menschenverwaltung" einer Stadt hat in Duisburg kläglich versagt. Sie spielte eine hohe Risikokarte und verloren. Das Restrisiko traf die 21 jungen Menschen zu 100% und sie bezahlten mit dem Tode.

Die Abwahl Sauerlands mag vielen einen Genugtuung sein, doch ich sehe noch einen Lernwillen in der Gesellschaft aus diesen Desaster tatsächlich zu lernen. Es kann nicht sein, dass durch derartige Volksabstimmungen durch Zwang erst Bereitschaft zur politischen Verantwortung erzeugt wird. Die Verantwortung sollte sich vor den Entscheidungsfassung einstellen und nicht erst, wenn Menschen für das lasche Kalkulieren mit dem Restrisiko, mit dem Leben bezahlt haben.



Unsere Gesellschaft ist viel zu egozentrisch von oben herab ausgerichtet. Die Verantwortlichen blicken auf den kleinen Menschen wie auf einen Ameisenhaufen, bei dem nicht auffällt, wenn ein paar wenige unter dem großen Schuh der Profitsucht auf der Strecke bleiben. Ja - dieser arrogante Haufen spricht so gar von Eigenverantwortung, wenn solche Veranstaltungen besucht werden. In diesem Wahn der Selbstgerechtigkeit vergessen sie all zu schnell, dass die Werbeplakate für diese Veranstaltung aufhängten und den Eindruck erweckten, jeder würde den größten Event der Stadt verpassen, damit die Kasse der Veranstalter und damit die Steuereinnahmen einer Pleitestaat klingeln.

So einfach sollte man es ihnen in ihrer Argumentation nicht mehr machen. Sie müssen persönliche Verantwortung für das übernehmen, was sie entscheiden. Vielleicht werden dann aus den "kleinen, vielen Ameisen", die für den Profit zertreten werden, wieder Menschen und man scheut sich davor den großen Schuh der Gier auf sie zu stellen.

Unser Geld und unser Wohlstand ist blutig. Es ist kein Wohlstand, sondern es ist der Lohn für die Menschenverachtung, die wir uns zur Norm gemacht haben und dies dann Eigenverantwortung nennen.

Kommentare:

  1. Woher soll ich diese Eigenverantwortung haben?

    Die ist nämlich nicht angeboren...

    ...sondern muss erlernt werden...

    Wenn ich mir Eigenverantwortung erarbeite, dann bin ich plötzlich eine Gefahr für das System und werde bekämpft!

    Das ist mal wieder total schizoid (seelisch zerrissen)... :)

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  2. "Eigenverantwortung" ist hier offensichtlich falsch verstanden worden. Eigenverantwortung sollen die Entscheidungsträger übernehmen und sie nicht ständig auf ihre Untergebenen und Entscheidungsumsetzer übertragen.

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  3. @ Politprofiler

    Aber da gehören doch immer zwei dazu...

    ...die meisten Untergebenen nehmen doch dankend die Kritik an und fühlen sich schuldig oder minderwertig...

    ...wollen es wieder gut und richtig machen...

    ...das bestärkt dann wiederum die Entscheidungsträger in ihrem Verhalten die Verantwortung auf Untergebene abzuwälzen...

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  4. @ Eigenverantwortung

    "Gruppenentscheidungen" haben die Eigenschaft, dass Entscheidungen getroffen werden, die der Einzelne niemals alleine verantworten würde.
    Das verstehe ich unter Eigenverantwortung.

    Ihre Interpretation des Wortes ist bereits politisch korrekt in ihrem Kopf. Sie interpretieren "Eigenverantwortung" mit Schadens- bzw. Schuldübernahme.

    Doch Eigenverantwortung war einmal ein Ausdruck für Entscheidungen die in ihrer absoluten Auswirkung auf alle überprüft wurden, damit niemand einen Schaden nimmt.

    In der heutigen Auffassung von RICHTUNG UND FALSCH, würde das ein Patt ergeben (Stillstand) - daher gibt es ausschließlich und nur Kuhhandel.

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  5. Doch Eigenverantwortung war einmal ein Ausdruck für Entscheidungen die in ihrer absoluten Auswirkung auf alle überprüft wurden, damit niemand einen Schaden nimmt.

    @ Politprofiler

    Das habe ich so noch nie gehört...

    ...warum hast du dann den Kapitän Schittino indirekt in Schutz genommen und davon geschrieben, dass die Reisenden auch Verantwortung übernehmen müssten...

    http://politikprofiler.blogspot.com/2012/01/costa-concordia-die-lust-der-strafe-die.html

    Verstehe da nicht den Unterschied zwischen Eigenverantwortung und Selbstverantwortung...

    ...wo ziehe ich da die Grenzlinie?

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  6. Ihre Interpretation des Wortes ist bereits politisch korrekt in ihrem Kopf. Sie interpretieren "Eigenverantwortung" mit Schadens- bzw. Schuldübernahme.


    @ Politprofiler

    Nee, ich persönlich halte nichts von dem Konzept Schuld...

    ...aber ich weiß doch, wie die Masse tickt...

    Die lieben ihr Schuld-Modell und wollen es auch nicht aufgeben!

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  7. @Schettino

    Naja - eine schwimmende Stadt erscheint mir grundsätzlich als unsicher. Wenn die Gewinnoptimierung solche Mega-Kabinen-Städte aufs Meer schickt und die eigenverwortliche Überprüfung in die Hand des "guten Glaubens" legt, wie in Duisburg, dann sollte wenigstens der Reisende sein Hirn einschalten.

    Außerdem wurde das "in Schutz nehmen von Schettion" falsch interpretiert. Ich beschrieb lediglich, dass er durch das Aufsetzen der Costa Condordia überlegt handelte und schlimmeres verhinderte. Ich schrieb auch, dass es eine Entscheidung der Reederei ist, so nah an den Inseln vorbei zu fahren.

    Das Restrisiko fuhr also immer mit, wie in Duisburg - aus mangelnder Eigenverantwortung der Entscheidungsträger.

    ... wenn man als weiss, wie charakterlos heute Sicherheit vorgegaukelt wird, sollte man sich nicht wundern, wenn man plötzlich auf einem sinkenden Schiff ist.

    Es gibt kein unsinkbare Schiffe. Es gab nie welche und es wird auch nie welche geben - vor allem dann, wenn man Hochhäuser auf See schickt.

    Also gehört nicht der Kapitän in die öffentliche Diskussion, sondern die Passagierschiffe mit 4000 bis 6000 Gästen und max. 2000 Personal.

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  8. @ Politprofiler

    Achso...

    ...jetzt verstehe ich den Unterschied...

    Danke für deine Erklärungen! :)

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  9. @ beide Kommentatoren

    Ich halte es immer noch mit einer Kernaussage vom Buchautor Konrad Kustos aus seinem Buch CHAOS mit SYSTEM:

    "Nicht einzelne Entscheidungen, politische Programme, Zufälle oder aufsehenerregende Aktionen verändern die Welt, sondern Strukturen."

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  10. @ Conrad

    "Chaos mit System" = Strukturwandel ist doch auch nur eine wertkonservative Lösung. D. h. der Wert bleibt, nur die Struktur, die Gesellschaftsordnung wird geändert.

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  11. Aus den drei Wörtern "Chaos mit System" zu schließen, es handele sich um eine Aufforderung zum Systemwandel und dann darauf zu antworten ist natürlich kühn. Leider verstehe ich auch die Antwort nicht, weil ich Ihre Werttheorie nicht verstehe, aber vielleicht, eines Tages ... Jedenfalls kann ich an dem Begriff "Wertkonservativ" nichts Schlechtes finden. Und schließlich, und das ist das, was Conrad gemeint haben dürfte: Solange wir glauben, dass einzelne Menschen ursächlich die Abläufe der Welt verändern, können wir nicht die Strukturen dahinter verstehen. Hat das Rad im Uhrwerk einen Freien Willen?

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  12. @ Conrad und Konrad Kustos

    ... dann war der Link also nur ein primitiver Spam?

    Tja, die Struktur dahinter erkläre ich ja fortlaufend, aber sie wird eben nicht verstanden. Sie wird lediglich seziert und an dem herumgedockert, was gerade mal wieder nicht in Kram passt = Auswirkungsmilderung.

    Wert-Konservativ bedeutet, der Wert, die Empire, das Faktum bleibt (Struktur nicht erkannt), nur die Hierarchieformen, Umverteilung soll geändert werden.

    Folglich war und bin ich auf der richtigen Spur bei "Chaos mit System".

    ... und jetzt soll ich das Buch für 20 Euro plus Versand kaufen, damit er mir den Grund nennt?

    Ich mache das hier kostenlos :-)- Es ist die Fakturierung über das Eigentumsrechts. Doch das ist nur der halbe Weg zur Erkenntnis, man muss verstehen, wie ein Leben ohne fakturiertes Denken auf Eigentum, Profit usw. funktioniert.

    :-D

    Bei den meisten entsteht an diesem Denkpunkt gähnende Leere, weil sie die Struktur ihrer heutigen Vernunft (fakturiertes Denken) nicht verstehen, sondern lediglich fühlen - wie dressierte Ratten in einem Labyrinth, die mit Stromschlägen (Gesetzen, Moral) auf den richtigen Weg (Anpassung) gebracht werden.

    Am Ende steht das Leckli - der Bonus.

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  13. Ich habe einen nett gemeinten Kommentar geschrieben, warum das ein primitiver Spam ist, weiß ich nicht. Ich kann Ihnen jedenfalls versichern, dass Conrad und Konrad trotz der Namensähnlichkeit nicht eine Person sind. Man muss auch nicht Geld ausgeben, um mehr über meine Sicht der Dinge zu erfahren, wenn man es denn will und sich nicht die Welt selbst zurechtbiegt. Dafür gibt es die Homepage und den Blog von Konrad Kustos, aber das zu erwähnen, scheint einen ja in Spamverdacht zu bringen.
    Beste Grüße nach Dusiburg

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  14. Naja, eine sehr merkwürdige Synchronizität oder doch nur simple Kausalität...

    ...Conrad & Konrad...

    Was hat das zu bedeuten? :D

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  15. Konrad Kustos

    Konrad...

    Konrad leitet sich von „kon“ (kühn, mutig) und „rath“ (Rat) ab und bedeutet wörtlich der kühne Ratgeber („kühn an Rat“), sinngemäß der gute Ratgeber.

    Kustos...

    wissenschaftlicher Betreuer einer Sammlung oder eines Museums

    Regionalvorsteher des Franziskanerordens

    Lehnwort aus dem Lateinischen cūstōs „Wächter, Aufseher"

    @ Konrad Kustos

    Ist das ein Künstlername oder der echte?

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  16. @ Konrad Kustos

    War auf deiner Website und habe die Leseprobe von deinem Buch gelesen...

    ...dabei habe ich auch die Antwort auf meine Frage gefunden...

    Der Name Konrad Kustos ist leider ein Pseudonym! Schade...

    Ich werde mir dein Buch nicht kaufen, die Auszüge daraus sind total langweilig und nach dem Schema früher war alles besser...

    ...am Anfang meiner Wahrheitssuche (vor 5 Jahren) hätte ich es aber bestimmt gerne gelesen...

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  17. Besonders der Schluss ist merkwürdig...

    ...Verantwortung statt Schuld...

    "Mit der Abschaffung der Illusion vom Freien Willen, wird jeder für das verantwortlich, was er Menschen antut"

    Keine Rücksicht mehr auf Psychopathen etc.

    Du vergisst aber das solche Menschen scheinbar gebraucht werden, sonst würden sie im "Theaterstück" nicht auftauchen...

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  18. Korrektur:

    Sorry, habe anscheindend mit scheinbar verwechselt..

    ...es muss anscheinend heißen..

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  19. Ein Psychopath kann überhaupt keine Verantwortung für seine Taten übernehmen...

    ...weil er aufgrund von Gehirnschäden (nachweisbar durch Gehirnscans) gar kein Gewissen ausbilden kann...

    ...er ist auch nicht beziehungsfähig oder empathisch...

    Sollen wir vier oder fünfjähirge Kinder, die schon antisoziales Verhalten auf dem Schulhof zeigen mittels Gehirnscans aus der Gemeinschaft entfernen?

    Wo sollen die hin? Was sollen die machen?

    Werden diese Gehirnscans auch an Kindern der Elite durchgeführt?

    Sind Gefängnise eine Lösung? Sie gelten nicht zu Unrecht als Schulen des Verbrechens...

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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