Freitag, 30. März 2012

Europa: Eine Billion ist morgen zu wenig, wir brauchen also heute schon zwei

Mehr Geld, mehr sparen. Die Börsen steigen, je mehr frisches Geld zu erwarten ist. Die Preise steigen, je mehr Geld in das System gepumpt wird und gleichzeitig verlieren die Löhne an Wert. Die Inflation hat längst bei den Rohstoffwerten eingesetzt.  Dies alles funktioniert nur um den Preis der Sozialsysteme und Solidaritätsprogramme. Noch will das nicht jeder einsehen, aber die Masse ist gelehrig. Jeder ist sich selbst der Nächste. Ein Grundprinzip unserer Wertelehre. Menschlichkeit ist ein Luxusgut, das man sich nur bei höchster Rentabilität für die Wirtschaft erkaufen kann.

Die einen wollen die Schulden - und damit die Geldmenge erhöhen, damit jeder ein Einkommen hat. Die anderen wollen sparen und den Lebensstandard der Menschen reduzieren, durch höhere Konsumkosten. Damit die Wirtschaft in Schwung bleibt. Daher scheint eine Konvergenz die optimale Lösung sein. Die Zeche zahlt immer der kleine Mensch.

Vor nicht als zu langer Zeit konnte sich keiner einen Rettungsschirm vorstellen. Eine Billion war eine nicht gerade geläufige Zahl. Heute sind Milliarden, die Millionen von Gestern und Milliarden sind die heutigen Billionen. Die Inflation findet bereits in unsere Köpfen statt. So wird man nicht von der eigenen Entwertung seiner Leistung aus dem Nicht getroffen. Man gewöhnt sich langsam daran. Der einzige Wert in der Relation gleich bleibt, sind die Rohstoffe - so scheint es.

Doch wenn kein Geld mehr für Produkte da ist, werden keine Rohstoffe mehr verarbeitet. Es herrscht also immer noch Goldgräberstimmung an den Märkten, solange die Staaten frische Geld für Spekulationen liefern. Man fördert auf alle nur erdenkliche Arten die Blasenbildung in dieser Welt.

Noch hegen viele die Hoffnung, dass es lediglich zu einem harmlosen, überschaubaren wirtschaftlichen Absturz wie im Jahre 1932/33 kommt. Der Krieg und die Radikalisierung der Menschen in Deutschland und Europa, war lediglich eine Folge eines Diktators und die Erfindung einer radikalen Ideologie. Deshalb sind wir auf diesem Auge mehr als Blind. Die Radikalisierung der Märkte ist längst in Gang und erfasst breite Massen.

Eine europäische Binnenmarktwirtschaft ist aufgrund der Bevölkerungsdichte nicht möglich und es gibt keine Märkte, die für einen Aufschwung nach einem Zusammenbrauch ausgesogen werden können, außer den eigenen. Daher rühren die Bestrebungen, Europa zu einem Land zu einer Steuerzone - also Einnahmezone - zu machen. Der letzte Ausweg, einen Flächenbrand zu verhindern. Alle werden unter das gleiche Recht und Gesetz stellt, und zwar ohne Krieg und Blutvergießen.

Asien rüstet sich für den Alleingang ohne Europa und den USA. Das Erwachen der Rohstoffländer ist nicht aufzuhalten. Die marktwirtschaftliche Aufklärung von unserer Seite funktionierte nicht wie gewünscht.

Die BRIC-Staaten machen sich ihre eigenen Weltbank. Eine Offensive gegen die Dollarpräsenz und die Benachteiligung der aufstrebenden Märkte. Sie ordnen sich nicht dem Wirtschaftskonglomerat  der alten Industriestaaten unter. Sie kochen ihr eigenes Süppchen und bestaunen amüsiert das Treiben auf unseren Breitengraden.

Sie zeigen die Bereitschaft aus den Fehlern zu lernen, das uns hier fehlt. Eigentlich stünde eine Entschärfung der Märkte an, doch das Gegenteil wird angestrebt.

Das langsame Erwachen der westlichen Bevölkerung in der Realität ist schmerzhaft. Es sieht seine Ketten und Zwänge, die es vor nicht all zu langer Zeit als Freiheit interpretierte. Plötzlich sieht man sich im eigenen Existenzkampf, den eigentlich nur Menschen in fernen, armen Ländern führten.

Der Unmut der unteren Schichten steigt stetig an. Noch bemühen sie sich um soziale, diplomatische Lösungen; meist angeleiteten von großen Thinktanks der Neoliberalen. Ob diese gesteuerte Revolution der Marktradikalen in Europa gelingt ist fraglich. Ich bin nicht davon überzeugt, dass das anarchokapitalistische Meinungsdiktat als freiwillige Revolution in den Köpfen der Menschen bis in die letzte Konsequenz umsetzen lässt.

Am Ende zahlt der kleine Mensch eh die Zeche. Sei es durch Enteignung der eigenen Leistungskraft oder aber durch asymmetrische Kriegen gegen Teile seines eigenen Volkes. Der sozialrassistische Druck auf die Menschen steigt immer weiter an. Die Ungleichgewichte sind zu hoch. Eine Selbstregulierung ist nicht zu erkennen, viel eher eine Eskalation des radikalen, vernichtenden Kapitalismus.

Wie die Entschärfung aussehen kann, vermag sich jeder für sich auszumalen. Hauptsache er denkt darüber nach, ohne in den großen Umverteilungswahn von Einzelmensch zu Einzelmensch zu verfallen. Wir sollten weg vom Kampf, Mensch gegen Mensch; Brot gegen Brot; Wasser gegen Wasser ... es wird Zeit für eine Öffnung der Perspektiven.

1 Kommentar:

  1. Klare Worte wieder von dir, danke. Dem kann ich nichts hinzu fügen, außer den Artikel zu teilen, damit ihn so viele Menschen wie möglich lesen können, wenn sie es wollen.
    Daumen hoch auch hier für!

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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