Freitag, 30. März 2012

Lena / Emden: Der Mob entwickelt einen Hang zur Todesstrafe

Lynchlust - Die tödlichen Ideen und die Menschenrechte

Keine Regierung könnte die Todesstrafe in Deutschland einführen wollen. Es käme zum größten Aufstand der Gerechten. Ich erinnere an den EU-Vertragspassung, der ebenfalls als Todesstrafe interpretiert wird. Nun aber bildet sich immer mehr der Hang der öffentlichen Meinung zur Todesstrafe heraus. Die Selbstgerechten übertreffen sich mit ihrer radikalen Menschlichkeit immer mehr und fordern das, wogegen sie im unemotionalisierten Zustand wenden würden. 

Vor der Polizeihautwache in Emden sollen Menschen kampiert haben, die eine Herausgabe des 17-Jährigen Tatverdächtigen forderten. Eine unverhohlene Forderung nach Lynchjustiz mitten in Europa. Nun stelle sich heraus, dass der angeblich Schuldige, unschuldig ist. Hätte der Mob, die Intelligente Masse regiert, wäre dieser junge Mann schon tot. Wären danach die Lyncher wegen Mord ebenfalls zum Tode verurteilt worden? Dies ist eine rhetorische Frage. Muss aber gestellt werden, damit sich heraus kristallisiert, warum es in Deutschland keine Todesstrafe gibt. Wir leben nicht in den USA und auch nicht im Iran oder China.

Sehr viel Böses wird im Moment über den 17-Jährigen und seine Familie erzählt, was vielleicht in der Natur der Sache liegt, schließlich soll er Lena, das Mädchen, das manche hier schon als „Engel von Emden“ bezeichnen, getötet haben.
http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article106135373/In-Emden-regieren-Geruechte-und-Hass.html

Die Todesstrafe wurde und wird von zu vielen totalitären und auch demokratischen System als politisches Druckmittel schamlos ausgenutzt. Dem darf man keinen Vorschub leisten, egal wie emotional der tragische und gewaltsame Tod der 11jährigen Lena berührt. Die Trauer der Familie um ihre tote Tochter kann niemand auslöschen. Das mag in ihren Augen jetzt kaltherzig von mir klingen, aber lieber nehme ich ihren Zorn auf mich, anstatt in wenigen Jahren, den offiziellen Ruf des Mob nach einer Todesstrafe, hier in Deutschland erleben zu müssen.

Wer einen Mörder ermordet, macht das Opfer nicht mehr lebendig. Der Schmerz, die Trauer und der Verlust bleiben in den Herzen der Angehörigen erhalten. Niemand kann diesen Schmerz tilgen. Wir leben nicht mehr im biblischen Zeitalter, wo gilt: "Auge um Auge, Zahn um Zahn".

Es ist verständlich, dass man seiner Wut und seiner Hilflosigkeit mit der Forderung nach der Todesstrafe, hingibt; sich seine eigene moralische Festigkeit damit beweisen will. Der öffentliche Druck auf die Ermittlungsarbeiten der Polizei ist besonders bei solchen Gewalttaten immens groß und führt dadurch schnell zu falschen Verdächtigungen. Auf der anderen Seite, will die Polizei allen Hinweisen nachgehen. Hier ist die Verantwortung der Medien gefragt, denn auch bei uns gilt die Unschuldsvermutung bis zur Urteilsverkündung. Egal wie schwerlich dies akzeptiert werden kann.

Es war keine Ermittlungspanne

Jetzt muss ich der Polizei zur Seite springen. Als der junge Mann verhaftet wurde, stand er unter Tatverdacht. Die Medien selber machten einen Schuldigen aus ihm. Nun wollen sie ihre eigene miese Berichterstattung, als Fehler der Polizei um interpretieren. 

http://www.focus.de/panorama/welt/ermittlungspanne-nach-maedchenmord-in-emden-jugendlicher-unschuldig-drei-tage-in-haft-ermittler-verteidigen-festnahme_aid_730408.html



Meine aufrichtige Anteilnahme gilt den Angehörigen von Lena.
Der tiefe Schmerz lässt sich nur erahnen und bereits das scheint unerträglich zu sein. 

1 Kommentar:

  1. Das funktioniert natürlich auch anders herum...

    ...wenn der Täter ein gutaussehender und charmanter Mann ist, dann würde der Mob ihn überhaupt nicht bestrafen wollen...

    Siehe Serienkiller Ted Bundy!

    Selbst viele Polizisten glaubten damals so ein netter Mann könnte kein Mörder sein und die Republikaner sammelte sogar noch Geld für die Verteidigung von Bundy ... ^^

    http://youtu.be/AUZ3TBMfHDE

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