Donnerstag, 15. März 2012

Was ist ein Dögelist? - Die Übergangslösung

Der Dögel (jetzt heißt es Dögl) bevölkert die Erde als Mensch. Er nutzt lediglich 10 % seiner zur Verfügung stehenden Hirnleistung. Mehr ist auch nicht notwendig. Er bezeichnet sich vernunftsgesteuerter Mensch - als Homo Sapiens. Er lebt nach den Marktwirtschaftsgesetzen. Regel und Normen bestimmen sein Leben. Denken ist daher nicht erforderlich. Der Döglist agiert wie ein dressierte Tier und simuliert lediglich Denken. 

Ein Döglist ist ein marktwirtschaftlich konditioniertes Hirn, das lediglich eine Verbesserung des Systems darin sieht, die Marktwirtschaft in ihrer radikalsten Form umzusetzen. Ein Marktwirtschaftshirn. Ein Döglist glaubt an die Freiheit des Menschen, die nur durch eine freie, radikale Marktwirtschaft ohne Staat zu erreichen ist.

Ein Döglist merkt nicht, dass nicht der Staat der Feind ist, sondern die Profitsucht und damit die Wirtschaft. Döglisten kommen auf leisen Sohlen und überzeugen mit ihrer Marktwirtschaftslogik, wie ein Lebensversicherungsverkäufer - denn Profit ist alles.




Auch wenn ich das Video hier einbinde, bedeutet das nicht, dass ich ein Obamafan bin. Es geht lediglich darum Perspektiven zu sammeln. Besonders beachtenwert ist die Aussage von Alan Greenspan (EX-FED-Chef) in Min. 36. Er gibt zu dass seine Ideologie der Deregulierung nicht funktioniert. Seine Weltanschauung war falsch. Das bedeutet aber nicht, dass Regulierung die Lösung ist. Das ist auch nur Döglismus.

Was ist ein Motzer-Döglist?

Ein Motzer-Döglist erklärt mit seinem konditionierten Marktwirtschaftshirn die Welt. Er beherrscht die Dialektik der Welterklärung innerhalb der vorgegebenen Denkgrenzen eines Döglisten. Alles was er nicht versteht ist Blödsinn. Er kritisiert alle negativen Auswirkungen der Marktwirtschaft und ist lediglich in der Lage, das Gegenteil zu fordern.

Sieht ein Motzer-Döglist zu viele Reiche, will es umverteilen.
Sieht ein Motzer-Döglist zu hohe Schulden, willl es sparen.
Sieht ein Motzer-Döglist Deregulierung als negativ, will es regulieren.
Sieht ein Motzer-Döglist eine zu hohe, nicht mehr bezahlbare Verschuldung, will er die Pleite.

Das sind keine Lösungen, sondern lediglich Auswirkungsverbesserungsvorhaben, innerhalb der beschränkten Möglichkeiten eines Marktwirtschaftshirn. Man kann es ihnen nicht vorwerfen. Sie sind lediglich gebildet. Sie haben nie gelernt ihre volles Hirnvolumen auszunutzen. Sie sind in ihrer Vernunft gefangen, die ihnen lediglich erlaubt zwischen Profitstreben und systematischer, freiwilliger Verarmung durch Systemverweigerung zu entscheiden.

Es sind arme, fakturierte Kreaturen, die nur oberhalb der Eigentumsrechtsebene denken und entscheiden können. Für sie existiert keine andere Welt. Eigentum, Profit und Bonus ist ein Naturrecht in ihren Augen. Sie stellen 99 % unserer Weltbevölkerung dar. Sie sind nicht vom Schulsystem ausgebildet, sondern von unserer Gesellschaft. Sie sind das Produkt ihrer eigenen Lebenserfahrung. Ihre Lebenserfahrung kann ihnen also nicht lehren, dass sie falsch liegen. So werden sie niemals einen Beweis für ihr Fehldenken finden. Er falsche Regel befolgt, kann also auch nicht mit Erfahrung lernen, dass er falsch handelt, denn im Döglismus wird das falsche Handel mit Geld belohnt. Sie können daher nicht hinterfragen was mit Bonus belohnt wird. In ihren Augen ist alles GUT, was belohnt wird. So erlangt ein Dögelist eine Wahrheit, die er als Natur interpretiert und daher nicht in Frage stelle,  denn Natürliches gilt als ultimativ.

Dögels gibt es in allen möglichen Varianten. Der Aufklärungs-Döglist ist am gefährlichsten. Es entwickelt Lösungsmöglichkeiten, die eigentliche das erzeugen, was sie vermeiden wollen. Ihre Lösungen sind eine Verfeinerung der Ausbeutung der Menschheit. Sie verschleiern und glauben dadurch etwas zu verbessern. Was der Döglist nicht sieht und nicht sofort als Ausbeutung wahrnimmt ist in seinen Augen gut.

Auch die Occupy-Bewegung ist eine Döglismus-Bewegung. Sie wollen die Börsen schließen. Eine ganz normale Reaktion eines Döglisten. Es sieht die riesigen Gewinne an der Wallstreet und die Lebensmittelspekulation und kommt so zu seiner ganz rationalen Schlussfolgerung. Ein Döglist sieht nicht, dass unser ganzes Leben ein Spielkasino ist. Der Arbeiter bringt seinr Leistung in die Firma ein und erhält Geld. Er verhandelt zäh am Markt um Lohnerhöhungen, um seine Profitsteigerung. Ein Döglist sieht dies als normal und gerecht an. Er akzeptiert also nur kleine Gewinne, aber nicht die großen. Sie sind Zeichen der Ausbeutung.

So schließen sich die kleinen Motzer-Döglist, den großen Motzer-Döglisten an, von denen sie sich am meisten Profit versprechen - ein besseres Leben. Ich nenne das Lebensbörse oder Lebenskasino. Nur Dögelisten können so denken und halten das auch noch für natürlich.

Die radikalste Form des Dögelismus ist der Anarchpdöglisten. Er will sich nicht ausbeuten lassen und will daher den Staat abschaffen. Aus seiner Sicht ist der Staat der Ausbeuter. Die Marktwirtschaft mit ihren Gewinn- und Verlustrechnungen, mit ihrer Rentabilitätsberechnung, ist niemals der Ausbeuter, sie für den Döglisten natürlich. Er kann sie anhand seiner Lebenserfahrung erklären. Eben innerhalb seiner beschränkten Denkform.

Döglisten sind also die Kritiker des Hamsterrades und gleichzeitig seine größten Verteidiger. Das ist das typische Kennzeichen eines Dögels. Dögels glauben, dass sie denken. Doch wer innerhalb wirtschaftlicher Eigentumszwänge denkt, denkt nicht, sondern agiert eben wie eine Hohlraum. Eine einmal in Gang gesetzte Kugel gehorcht den vorgegebenen Rändern, mit Effet-Effekt. Dögls kennen alle nur ein Ziel, die Kugel muss versenkt werden. Ein Ausstieg aus diesem Gedankenkarussell scheint nicht möglich.


Wie kann ich aufhören ein Döglist zu sein?

Das ist wohl die größte Herausforderung, die ein Mensch an sich selber stellen kann. Ein Döglist muss anfangen, Leistung als Grundwert anzunehmen. Das ist sein Ausstiegsszenario aus seinen Hirnschranken. Um Leistung überhaupt in ihrem vollem Umfang zu erkennen, muss der Döglist
aufhören, Leistung nur dann als solche anzusehen, wenn er dafür heute mit Geld oder anderen Tauschmitteln entlohnt wird.

Der Döglist muss sich bewusst machen, dass ein Maurer zwar leistet, aber nur wenn er den Rohstoff zur Verfügung gestellt bekommt. Leistung ist also heute und war früher schön niemals etwas wert. Leistung ist immer Abhängig vom Rohstoff, also vom Eigentümer des jeweiligen Grundstückes. Nur wer Eigentum hat, kann Profit erwirtschaften.

Der Döglist muss lernen, was es bedeutet, wenn Leistung Grundwert ist. Eigentum wird dadurch wertlos, es hat kein Erpressungspotential gegenüber den anderen Menschen mehr. Es ist daher nicht mehr das höchste Gut, das es durch Moral, Tugend, Gesetze und Strafverfahren zu schützen gilt. Der Döglist bekommt so die Chance all seine jemals erlangten Gedanken- und Entscheidungsmuster zu hinterfrage. Daher ist das Leistungsgedeckte Geld von mir die Übergangslösung, sich vom Döglist (Homo sapiens) zum Homo mentis zu entwickeln. Einem Döglisten nützen nicht einmal seine Erfahrungen, die er im Laufe seines Lebens sammelte. Sie sind wertlos. Sie sind lediglich Döglerfahrungen, die ihm lediglich beweisen, dass Döglsein natürlich ist, was ja nicht stimmt.

Erst wenn ein Dögl anfängt zu begreifen, was passiert, wenn Leistung Grundwert ist, kann er seine beschränkten Denkfähigkeiten erweitern und sein Dögldasein nach und nach aufgeben, im dem er es in Frage stellt. Eine große Aufgabe für einen kleinen Menschen. Wer will schon sein Lebenswerk und das seiner Vorfahren als falsch anerkennen. Ein weiterer Zenit, den der Mensch überwinden muss.

Doch nur so kann ein Dögl für sich ganz alleine den Grund all seines Handels als Dögl erarbeiten und sieht, wenn er hart genug an sich arbeiten, den Auslöser, seine eigene Fakturierung ganz klar vor sich. Ein Dögl nennt das was er dann sieht, die Wahrheit. Ein Homo mentis, nennt das die größte Lüge der Welt.

Erst dann kann der Noch-Dögl anfangen aus seinem Gedankenmuster, aus seiner Vernunft aussteigen. Er fängt an, die Leistung aus Ausgangspunkt einer menschlichen Gesellschaft zu sehen und zu verstehen. Leistung hat jeder Mensch für sich. Sie ist kein Eigentum, sondern sie ist Natur. Die Natur verlangt keinen Profit für ihre Leistung. Sie leistet für sich selbst um zu existieren. Was heute Luxus ist und erstrebenswert ist, ist plötzlich maßlose Leistungs- und Ressourcenverschwendung. Es eignet sich nicht mehr zur Selbstdarstellung, zur Selbstaufwertung- Standesdünkel ist idiotisch. Luxus ist dann ein Beweis für die Niedertracht eines Menschen - eben der Beweis für ein Döglhirn.

Der Dögl versteht nach und nach wie er sich als natürliche Gemeinschaft denken kann ohne Profit- oder Bonusansprüche für seine Leistung in Rechnung stellen zu müssen. Er erkennt, wie seine Leistung für alle, ihn selber zum größten Reichtum bringt, der im Döglismus nie möglich war. Er erkennt, dass die Menschheit sich sicher, ohne Streit, Krieg und Hierarchien, besser ernähren kann als heute. Er sieht, wie Ressourcen nicht mehr verschwendet werden. Nicht weil sie durch zu hohe Preise für den kleinen Geldbeutel verboten werden, sondern weil jede Art von Verschwendung, eine Verarmung der Menschheit darstellt und damit seine eigene.

Der Dögl kann so zu seiner ursprünglichen, natürlichen Form des Menschseins zurückkehren. Selbst die Inanspruchnahme der Rohstoffe kann durch den Grundwert Leistung in einer noch nie dagewesenen Form von Eigenverantwortung in eine neue Dimension der Gerechtigkeit umgewandelt werden.

Niemand kann jemals wieder aufgrund seiner Kompetenzen in die Verlegenheit kommen, andere damit zu erpressen, indem er Rohstoffe nur dann zuteilt, wenn er einen persönlichen Vorteil erhält. Selbst der niederträchtigste und hinterlistigste Dögl kann dem Menschen nicht mehr gefährlich werden. Denn die Leistung all der Menschen, die für das Vorhandensein von Rohstoffen sorgen, sind die eigentlichen Verantwortungsträger und Entscheider und damit jeder von uns. Die echte Demokratie ist damit geboren. Eine Gemeinschaft kann nie gerecht existieren, wenn sie Vorteile als Bonus einprogrammiert. Das wird der Dögl erkennen, wenn er konsequent genug an sich arbeitet. Korruption wird als nicht per Gesetz bestraft, sondern ist schlicht weg unmöglich, weil man sich damit selber schadet.

Ja, wer es schafft sein Döglsein hinter sich zu lassen, ist frei. Es ist eine Freiheit, die die Menschheit schon lange vergaß. Nicht einmal die Mythologie kennt diese Freiheit. Freiheit ist die höchste Form der Selbstverantwortung, die je ein Mensch erlangen kann. Diese Selbstverantwortung ist kein Egoismus, sondern ein Bewusstsein der Übermenschlichkeit. Ein Homo mentis kennt kein "Über" im heutigen Sinne. Übermensch bedeutet, der Mensch sieht sich als Teil eines Ganzen, das nur dann funktioniert, wenn sich der Einzelne voll einbringt ohne eine Bonus zu erwarten. Er hört auf ein Dögl sein zu wollen.

Die neue Art des Denkens ist damit geboren und kann auch nie mehr zerstört werden. Diese neue Art des Denkens ist keine Massenbewegung, die durch Zwang und Obermenschen erlangt werden kann. Jeder Dögl muss an sich selber, alleine arbeiten und sich selber vom alten Denkmuster befreien. Je mehr die neue Freiheit kennen, desto eher kann die ganze Menschheit endlich ihre Fußfesseln der marktwirtschaftlichen Fakturierung abwerfen.

Es wird zum ersten Konsens ohne Kuhhandel und Krieg kommen. Es wird zum ersten Frieden der Welt kommen, ohne Gerichte und Tribunale. Es wird die friedlichste Revolution, die dieser Planet jemals gesehen hat. Der Mensch erlangt Verstand. Der einzige Krieg der stattfindet, tobt im Hirn des Dögls. Erst wenn der Mensch sich selbst überwunden hat, ist er frei.

Kommentare:

  1. Tja, alles Übel liegt im eigenen Innern! :D

    Damit kann ich mir wenigstens einen kräftezehrenden Kampf gegen äußere Scheinfeinde schenken!

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  2. @ politprofiler

    Dein Artikel ist so geil...

    ...da kann jeder ohne Probleme seinen eigenen Schatten sehen...

    Danke!

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  3. Das Wort Dögel ist so cool..ich habe immer ein Lächeln im Gesicht wenn ich nun die vielen Dögel-Kommentare betrachte..ich ärgere mich net mehr über die Dögels..ich habe Mitleid mit ihnen*kicher Coole Psychotrip- Erfahrung!

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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