Montag, 16. April 2012

Argentinien will Repsol-Tochter verstaatlichen - Droht nun Krieg?

Der Krieg um Rohstoff ist längst entbrannt. Die westlichen Industrie neigen zu Kriegshandlungen, wenn ihre Zugänge zum heiß begehrten schwarzen Gold abgeschnitten werden. Im Allgemeinen wird versucht eine Regierung einzusetzen, die nichts gegen die ausländische Ausbeutung ihrer Ölvorkommen einzuwenden hat. Dies sogar als Segen und Geldquelle empfindet. Ich bezeichne dies gerne als freiwilliger Imperialismus, erzeugt durch Systemzwang. In Libyen funktionierte dies perfekt. Afghanistan sträubt sich noch bis heute. 

Argentinien will nun die spanische REPSOL-Tochter YFP verstaatlichen. Aus Sicht der Spanier ist dies natürlich Diebstahl und der Verlust einer Wertschöpfungsquelle, ganz besonders in diesen Sparzeiten. Spanien muss neue Staatsanleihen am Markt platzieren und die Anleger sind mit dem spanischen Sparkurs gegen das Volk noch lange nicht zufrieden.

Vielen Menschen ist immer noch nicht klar, dass Leistung in der heutigen Wertelehre eben nichts wert ist. Leistung darf heute nur dann stattfinden, wenn irgendein Eigentümer von Ressourcen diese zur Weiterverarbeitung zur Verfügung stellt.

Die ganze zivilisierte Welt - der industrialisierte Westen - hängt an den Rohstoffen bzw. an denjenigen, die Rohstoffe und Ressourcen als Eigentum deklariert haben. Auch Deutschland ist in dieser Eigentumsfalle. Zwar stellt es sich gegenüber seinen Bürger immer als Wohlstandsland dar, ist aber in Wahrheit ein Habenichtsland, das darauf angewiesen, dass andere Länder ihre Rohstoffe für die deutsche Produktivität ausbeuten lassen ohne selber Wertschöpfung mit ihren eigenen Rohstoffen zu betrieben.

Das bedeutet in der Konsequenz. Rohstoffländer müssen freiwillig durch Verträge oder Systemzwang und westlich orientierten Regierungen auf Westkuschelkurs gebracht werden. Sei es durch Boykotte, Sanktionen oder WTO-Vorschriften.

Doch die BRIC-Staaten brechen aus. China lockert seine YUAN-Bindung an den Dollar und ist bereit in eigener Währung Kredite an das Ausland zu vergeben. Längst wickeln die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) ihre Geschäfte nicht mehr oder immer seltener in US-Dollar ab. Der Dollar als Leitwährung wird dadurch immer mehr geschwächt.  Das letzte Bollwerk der alten, westlichen Industriestaaten der angeblichen freien Welt bröckelt. Der Limes des Imperiums zerfällt.

Mit den BRIC-Staaten kommen Nationen in die Führungsposition dieser Welt, die über eigene Rohstoffe verfügen und diese in eigenen Wertschöpfungsketten verwerten. Es passiert das, wo vor die "freie Welt" immer vor Angst erstarrte. Ihr ausgekügeltes eigentumsgedecktes Geldsystem wird ihnen nun selbst zur Bedrohung, daher suchen sie Zuflucht im exzessiven Marktliberalismus ohne besser gesagt im libertären Sozialismus.

Doch dieses Thema: "Starker Staat", der nur noch Marktwirtschaftsgesetze durchsetzt und deren Einhaltung überwacht, ist hier zur genüge besprochen und ausdiskutiert worden. Der Sozialabbau in Europa ist für die globale, westliche Industrie gedacht. Die Bürgeraufgabe gegenüber diesem "Starken Staat" der Neoliberalen Marktradikalen definiert sich neu im Begriff "SOZIAL". 

Weniger Staat, aber mehr Bürgeropfer durch niedrige Löhne, keine Sozialabsicherungen durch eine Solidargemeinschaft. Die neue Gesellschaft wird designt. Wenige Reiche und viele Arme, die sich in ihrer Armut auch noch selber verwalten, damit sie ihre Wirtschaft durch Verzicht und radikale Sparmaßnahmen am Leben erhalten. Das ist das neue SOZIAL in unserer Definition von Existenz. Für die Menschen an sich, wird dies natürlich keine Besserungen bringen. Es ist lediglich ein hoffnungsloser Versuch, am Existenzminimum zu bleiben.

1 Kommentar:

  1. Kindergarten-Phlipp17. April 2012 um 08:44

    ...die Anleger sind mit dem spanischen Sparkurs gegen das Volk noch lange nicht zufrieden.

    Vielleicht sollten sie, die deutsche Wirtschaft, auch unseren spanischen Freunden Kriegsgerät im Überfluss, das wir die deutschen Steuerzahler dann bezahlen, durch von uns gewählten Volksvertreter zukommen lassen, so wie das für unsere anderen Freunde, den Israelis, schon seit ewigen Zeiten eine Selbstverständlichkeit ist.

    So könnten die Spanier ihre Interessen nachhaltig und vor allem glaubwürdig verteidigen und auch die anderen in der Eurozone haben etwas davon.

    Immerhin haben auch deutsche Unternehmen in Spanien investiert, und es sollte eine Selbstverständlich sein, dass die Return of Investment zurückfindet über die Märkte zu den Investoren an der Märkten der Wirtschaft.

    Gerade vier als Deutsche haben eine historische Verantwortung, die wir übernehmen müssen. Jeden Tag neu, für immer und immer.

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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