Freitag, 29. Juni 2012

EM: ... endlich ist der Fußballkarneval vorbei!

Fußballkarneval 2012
Umsatzvieh Fußballfan als Wirtschaftsfaktor
Der Sommerkarneval der Deutschen ist beendet. Die Nationalelf verliert gegen Italien. Deutschland weint und hat Katerstimmung. Die schwarz-rot-goldene Perücke wird im Schrank verstaut und das Auto wird abgeflaggt. Die nationale Uniform des Patrioten - der Flaggenumhang wandert in die Mottenkiste und die Kriegsbemalung auf der Wange mit den Nationalfarben, brennt wie das Siegel einer gebranntmarkten Kuh im Gesicht. Sie brennt so heißt, dass die Tränen der Enttäuschung darüber verdampfen. Der Narzisst erwacht und erschrickt vor seinem eigenen Spiegelbild. 

Der Adrenalinspiegel der süßen Erwartung wird zum bitteren Gallensaft der Ernüchterung. Der Euphorietempel vor der Leinwand ist nur noch eine graue Eminenz ohne Flair. Die Realität des Spieles sackt vom Herz wie Blei durch den Magen in die Beine ab. Das Fest der Gleichheit hinter den Nationalfarben ist jäh beendet. Der Ferrarifahrer, der vor ein paar Tagen noch einträchtig mit dem Goggo ein Humpkonzert veranstaltete, rauscht in Windeseile wieder in seine Hochburg des Sobbismus und wischt sich den Dreck des Straßengesindes ab. Das teuer erstandene Spieler-Trikot des Nationalhelden wird zur Schmach der eigenen, nicht erfüllten Illusion.


Im alten Griechenland war es Tugend, dass die Wettkämpfer bis zur tödlichen Erschöpfung sich anstrengten. So entgingen sie der Schmach des Verlierens. In der heutigen Zeit hört die emotionalisierte Masse der Verlierer einfach auf zu existieren. Man wirft seine Maskerade wie ein Dieb ab, der gerade eine Bank überfliel

Das erstauliche daran ist, nach der Schmach, ist die Sonne keine Minute später aufgegangen und der Himmel ist niemanden auf den Kopf gefallen. Das gleiche gilt für jede Art von Krieg, Finanzcrash und materiellen Ruin. Sie alle haben keinerlei Auswirkungen auf die Natürlichkeit der Dinge. Krieg, Spiel, Hass und Neid sind unnatürlich. Der Mensch folgt einer unnatürlichen, unmenschlichen Vorstellung von Ordnung und Gesetz.

Wettkämpfe sind Kriegsersatz. Die Menschheit liebt es, sich in ihrer Selbstverachtung in Gruppen aufzuteilen. Ihre Schizophrenie ist so weit fortgeschritten, dass sie nach ihrem Ende schreit.

In bezug auf die Schuldenkrise sind wir gerade beim Penalty-Schießen angekommen. Jeder Treffer ist ein Eigentor für die Menschheit. Es gibt keine Gruppen und Nationalmannschaften. Alle sind nur Menschen. Es gibt keine besseren und schlechtere Menschen. Die Menschheit hat es nicht nötig, sich ständig neu in Gewinner und Verlierer zu formieren. Das Verlieren hört erst auf, wenn der Verlierer nicht ständig glaubt, er könnte beim nächsten Mal doch noch gewinnen.

Worum pokern die Regierungsvertreter in Brüssel? Sie pokern darum, wer verliert und daher die Zeche des Gelages der Marktwirtschaft bezahlt. Die Torjäger Monti, Hollande, Cameron oder Merkel sind einsame Helden einer nicht notwendigen Spieles.

Die Frage ist daher nicht, wie viel die Gewinner von ihrem Gewinn abzutreten haben, sondern wann die Verlieren endlich aufhören zu glauben, sie könnten beim nächsten Mal gewinnen. Ich schlage daher vor: Die Nationalelf auflösen. Die EM und WM-Spiele als normalen Wahnsinn zu betrachten und abwarten, ob die Erde aus ihrer Umlaufbahn fällt.


Kommentare:

  1. Besser ist ja noch das was Merkel derweil beim EU Gipfel verzapft hat. Der Politischen Komödie wird ein weiterer Akt hinzugefügt. Man müsste sich eigentlich halb totlachen wenn es nicht so traurig wäre.

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  2. Ja, perfekt inszeniert. Die haben bestimmt gefeiert. Das Fußballspiel angeschaut und zu später Stunde, die längst gefassten Entschlüsse verkündet.

    Es ist das was der Bürger will. Er will sein Vermögen geschützt sehen. Seinen Arbeitsplatz als sicher betrachten, damit das monatliche Lebenselexier Geld, in Fluss bleibt.

    Daher ist es bequemer zu glauben, das Geld entsteht aus dem Nichts ohne Sicherheiten und die Banken sind an allem Schuld. Sie haben alle Staaten zum Schulden machen erpresst. Selbst das schöne Auto mit Leasingvertrag ist ein Epressungsakt der bösen Banken.

    Eine Rekapitalisierung der Banken, die davon Staatsanleihen wieder einkaufen, spielt keine Rolle. Der Bürger will eine Entschuldung, eine Bad-Bank für Staatsschulden, damit man wieder neue, schöne Schulden machen kann, sonst ist der Wohlstand durch den Kaptialismus (Gewinnsucht) weg.

    Sie träumen von einer Welt der Gewinn und Boni, ohne den dazu gehörigen Verlierer.

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  3. Zeit, ein paar Leute zu verhaften. Verhaftungsgrund: "“Kapitalismusgegner”.
    Tja, wird immer doller in diesem von marodierenden, vollbekloppten Politmarionetten des Grauens vor die Wand gefahrenen Fast-Staat.

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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