Freitag, 15. Juni 2012

Griechenland die Beruhigungspille von Notenbanken, Politik und Presse wirkt

Es läuft wie am Schnürchen. Der Dax steigt, trotz drohendem griechischen Austritt aus dem Euro und der EU. Man versichert sich gegenseitig Beistand beim großen erwarteten Erdbeben. Die Griechen sind dagegen nicht zimperlich. Sie heben pro Tag an die 800 Millionen Euro bar von ihren Bankkonten ab und so manchein Arbeitgeber bezahlt den Lohn am Wochenende auch in bar aus.

Gesetzt dem Fall, Griechenland steigt aus, bleibt der Euro trotz allem ein gültiges Zahlungsmittel. Sollten die Grenzen nach dem Austritt strenger kontrolliert werden, damit die Griechen ihre hart verdienten Euros nicht über die Grenzen schmuggeln, bleibt er auch noch in einem halben Jahr Zahlungsmittel. Das angebliche, kapitalistische Ordnungsproblem der Währungen ist also nicht so einfach zu bewerkstelligen, wie angegeben ist.

Ist der Kapitalismus unmenschlich,
muss man nicht den Kapitalismus verbessern
oder die Moral erneuern,
sondern erkennen, dass die allgemein anerkannte
Weltordnung schon immer eine Lüge war.




Einzige Möglichkeit wäre, neue Euroscheine auf den Markt zu bringen. Doch das braucht Zeit und kann nicht beliebig oft und in kurzen Abständen wiederholt werden. Es könnten nämlich weitere Länder abspringen. Kämen nach dem Griechenlandaustritt sofort neue Euro-Schein in Umlauf, wäre es ein boshafter Schlag gegen den griechischen Bürger und würde aus meiner Sicht, gegen die Menschlichkeit verstoßen.

Betrachten wir es einmal sachlich. Verschuldet sich eine Aktiengesellschaft (juristische Person) und geht dadurch Pleite, werden die Aktionäre nicht zur Kasse geben. Doch im Fall Griechenland soll der kleine Mensch, der nicht einmal Einfluss auf die Staatsverschuldung hat und am wenigsten davon profitierte, die Rechnung bezahlen.

Aber genauso funktioniert Marktwirtschaft. Immer der Schwächste, der mit dem wenigsten Recht ausgerüsteteste, muss zwangsläufig immer die Rechnung bezahlen, ansonsten funktioniert die so humane, tugendhafte und moralische Marktwirtschaft nun mal nicht.

Das selbsterfüllende Polit-Engineerings

Griechenland ist im Moment die Ausnahme, die diese Regel bestätigt. Eine politische Einheit in Europa kann nur durch die brachial herbeigeführten Bauchlandungen oder nennen wir es Pleiten, auf den Weg gebracht werden. Es funktioniert nach dem einfachen Prinzip des Polit-Engineering.

Wie ich schon mehrfach in meinen Artikel anführte, denkt der Mensch - egal in welcher Position - grundsätzlich und immer wirtschaftlich. Selbst Politik ist nichts anderes als ständige Umverteilungsdebatten der erzeugen Gewinne in der Marktwirtschaft.

Durch Griechenland wird ein Experiment am lebendigen Volk vorgenommen. Es wird Hass und Neid in allen sozialen Schichten der Gesellschaft geschürt. So kann eine Mehrheit in der öffentlichen Meinung erzeugt werden, die inhumane Strafmaßnahmen gegenüber den vermeintlichen Schuldnern Europas als Gesetze angenommen werden, die später für alle Völker gleichermaßen gelten. Das nennt sich im Volksmunde: "Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein." Hier muss ganz krass von Vertragsrecht und der Pflicht, Verträge einzuhalten - als Moral - gesprochen werden. Daher stelle ich die Moralfrage.

Das Griechenlandszenario gehört zur Meinungsbildung der marktwirtschaftlichen Logik der Bevölkerungen, die nach und nach zu der Überzeugung kommen werden, dass die sozialen Systeme für die nicht mehr benötigten Menschen in der Wirtschaft unfinanzierbar sind. So können die Rechtssprecher im Einvernehmen mit der öffentlichen Meinung per parlamentarischem Beschluss sämtliche Sozial- und Solidarverträge kündigen.

Grundsätzlich gilt, mit jeder Sparmaßnahme, die eingeleitet wird, wird der Wirtschaftsumsatz in der EU und ganz besonders in Deutschland schwinden. Die Wirtschaft selber interessieren nationale Belange und Empfindlichkeiten schon lange nicht mehr, sie denkt global und erwirtschaftet ihre Gewinne in globalen Mischkalkulationen.

Daher stimmt der Vergleich mit dem Untergang der Titanic auf schaurige Art und Weise. Der Kapitäne und die Offiziere erzählen bis zum tatsächlichen Untergang, dass sie alles im Griff hätten und während dessen setzten sich die Passagiere der ersten Klasse längst in den Rettungsbooten ab. Dem kleinen Menschen bleibt nur noch der Sprung in die kalten Fluten des Kapitalismus übrig und die große Hoffnung, dass er nicht zu schnell auskühlt und untergeht.

Für Griechenland selber spielt es keine Rolle, ob es in der EU bleibt oder aussteigt. Es wird so oder so von den Forderungen der Gläubiger erstickt und an die Kandare genommen. Grundsätzlich aber gilt: Wer zu erst das sinkende Schiff auf einem zusammengezimmerten Floß verlässt, hat eher die Chance vom nächsten Dampfer, in diesem Fall, Asien, aufgenommen zu werden.Es gab unlängst Verhandlungen, in denen vorgesehen war, Griechenland als Umschlagplatz für den chinesischen Außenhandel zu machen. In einem späteren Szenario spielt es keine Rolle mehr, ob Griechen in Drachmen, Euros oder Dollars abrechnet. Die Weichen sind längst für den Yuan als Ersatzwährung für die Umwälzung des Weltwirtschaftsgefüges gestellt.

Es wäre also an der Zeit, dass der kleine Mensch, der die Masse der Menschheit darstellt, endlich von seinem eigentumsgedeckten Denken Abstand nimmt. Dann braucht er kein Rettungsboot mehr, wenn die Titanic/Kapitalismus untergeht. Sie ist nur eine Illusion. Sie steht auf festem Boden. Doch damit diese Flucht der Massen aus einem Trauma gelingt, braucht es eine Überwindung der antrainierten Moral.


1 Kommentar:

  1. Daher stimmt der Vergleich mit dem Untergang der Titanic auf schaurige Art und Weise. Der Kapitäne und die Offiziere erzählen bis zum tatsächlichen Untergang, dass sie alles im Griff hätten und während dessen setzten sich die Passagiere der ersten Klasse längst in den Rettungsbooten ab.

    Du hast wahrscheinlich unwissend damit sogar die Theorie abgedeckt, dass der Untergang der Titanic nicht wirklich von Eisbergen herbeigeführt wurde sondern absichtlich herbeigeführt wurde.
    Das Schwesterschiff Olympic wurde zuvor schon von der britischen Kriegsmarine "aus Versehen" gerammt und versenkt.
    Die dominierende Stellung der Briten zu dieser Zeit drohte zu wanken, da musste etwas geschehen.
    Es hat sich nichts geändert.

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