Sonntag, 1. Juli 2012

Fiskalpakt: Die Politik guckt zu viel Metropolis und spricht von "Hirn und Herz"

Seit geraumer Zeit fällt mir auf, dass man gerne in der Politik von "Hirn und Herz" oder "Haupt und Gliedern" spricht. "Metropolis" ist ein epischer Stummfilm aus dem Jahre 1922, der im letzten Jahr digitalisiert und aus den letzten Resten so nah wie möglich an das Original wieder herangebracht wurde. 

Ein Zukunftsfilm aus dem Jahre 1927 inspiriert nun die Politik in ihrer Semantik? Ein Film der nach der Hyperinflation und nach den Goldenen 1920er gedreht wurde. Metropolis beschreibt eine Hightechwelt.  Das Arbeitervolk lebt in der Unterstadt, fern vom Tageslicht. Die Nutznießer und die Denker werden im Tageslicht, nicht vom niederen Volk behelligt. Sie genießen ihre Intelligenz und ihren Wohlstand in vollen Zügen. Diese Obermenschen wollen immer mehr Luxus und Wohlstand. Was dazu führt, dass die Maschinen in der Unterwelt immer schneller laufen und die Menschen dort an ihre Leistungsgrenzen treiben.





Gut und Böse durfte in dieser Inszenierung nicht fehlen. Sämtliche Märchenaspekte und religiöse Mythen werden in einander verschlungen. Da findet der Prinz, der sich in ein niedirges Mädchen verliebte, das zufälliger Weise beim Aufstand im Garten des Ober-Obermenschen steht bis hin zur Jungfrau von Orleans. Die in Form der Prinzengeliebten die Armee der Arbeiter für mehr Gerechtigkeit anführt. In diesem Fall dürfen "Romeo und Julia" zu einander finden, trotz Klassenunterschiede. Sie sind der neu geschlossene Bund zwischen Unter- und Obermenschen ohne dass eine Klasse ihre Privilegien bzw. ihre Unterwürfigkeit aufgibt.

Das "Herz" soll nach der modernen Interpretation der Politik, die Arbeiter in der Unterwelt darstellen. Doch sie sind nur der Motor/Herz des Kapitalismus, der für wenig Lohn hohen Wohlstand in die Oberwelt bringt. Doch heute assoziiert der Mensch mit "Herz" nun mal Menschlichkeit in seiner Ausübung.  Das "Kopf" war und ist die Bourgeoisie, in die keiner als Arbeiter aufsteigen konnte.

Es kam zur Revolution - zum Aufstand. Mit verzwickten Nebeneffekten und Intrigen aus der Oberstadt, die je nach politischer Ausrichtung und Belieben interpretiert werden können. Somit ist dieser Film für jedes politische Couleur offen. Am Ende reichen sich aber "Hirn und Herz" sentimental die Hand. Mit dem Effekt, die Arbeiter gehen freiwillig in ihre Unterstadt zurück und erledigen freiwillig und anspruchslos ihre Arbeit für die Bourgeoisie.

Ich benutze nicht ohne Hintergedanken das verpönte und oft verschluckte Wort "Bourgeoisie" für Elite, Adel und bürgerliche Schicht. Es klingt so wundervoll kommunistisch und assoziiert bei vielen Lesern, sofort: ACHTUNG - Sozialismus ist in Anmarsch! Ich will damit nur demonstrieren, wie einfach der Mensch in seinem Denken und Fühlen bereits mit Worten konditioniert wurde. Werden aber die Worte "Bilderberger", Rothschild oder Rockefeller genannt, eröffnet sich eine ganz andere Fantasie- und Gerechtigkeitswelt. So schnell läßt sich also der Mensch ins bekannte Boxhorn jagen. Ersetze ich "Hirn" mit "Arier", wird die Fantasiewelt im Kopf des Menschen, mit noch ganz anderen Bilder gefüllt. Daher ist objektives Urteilen nicht so einfach, wie man immer glaubt.

Unsere Politik will mit einem, neuen und doch alten Wortschatz den vorherrschenden und leicht entzündlichen Klassenkampf in Deutschland, in Europa und in der Welt nicht herbei reden. Sie suchen nach einem Kuhhandel, der die Arbeiterstadt im Untergrund lässt, aber sie mit einem wohligen Gefühl von Behütetsein freiwillig wieder in die Dunkelheit und dem Los der harten Arbeit auf ihren angestammten Gesellschaftsplatz zurückkehren.  Es muss ein Vertrag her, der jeden neuerlichen Aufstand und Aufbegehren mit harten Strafen und Sanktionen belegt, die von der neuen Bourgeoisie au den intelligentesten Köpfen Unterwelter überwacht und bei Verstoß geahndet wird.

Selbst die SPD will Reformen an "Haupt und Gliedern". Das kann nichts Gutes bedeuten. Doch Gutes definiert sich immer aus verschiedenen Perspektiven. Kehrt die Unterschicht nur mit einem warmen Händedruck an ihre Werkbänke und Maschinen zurück, ist das in jedem Fall etwas Gutes für die Arier der heutigen Welt.

Was ist ein Arier?

Die Arier unter den Motorradfahrer, sind die Harley-Davidso-Fahrer.
Die Arier unter den Handytelefonieren, sind die IPhonierer.
Die Arier unter den PC-Nutzern, sind die MAC-PCisierer
und die Freiheitskämpfer benutzen Linux.


Letztendlich laufen alle auf der gleichen MATRIX. Jeder will der Arier über dem anderen sein. 


Daher ist die Welt tatsächlich immer noch in der Vorstellung der Menschen eine Scheibe. Sie teilt die Menschheit in Oben und UNTEN. Das ist unser binärer Code für alles was wir denken, fühlen und an Lösungsvorschlägen entwickeln können. Unser Hirn bietet für ein no-binäres System keine Synapsen zum Andocken. So verharrt der vernünftige binäre Mensch (Geldbeutelmensch) in seiner Unmündigkeit ohne es auch nur zu erahnen.

Kommentare:

  1. Hier kann man sich weiter mit Fritz Lang und unserem alten Geldsystem beschäftigen
    http://rheingoldblog.wordpress.com/2012/01/18/fritz-lang-und-das-geldsystem/

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  2. Hier ist die Diskussion über das Geldsystem längst abgeschlossen. Es ist nur eine Simulation des Tauschhandels und daher nicht als Schuldig zu betrachten.

    Das Problem liegt am eigentumsgedeckten Denken, das eine künstliche Ordnung über das Menschsein legt.

    AntwortenLöschen

Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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