Montag, 30. Juli 2012

Wer hat Vorteile, wenn der Euro zerbricht?

Seit der Euro als Währung in der Diskussion stand, gab es die übelsten Spekulationen gegen diese Währung. Sie war und ist der Konkurrent zur Leitwährung "Dollar". Das ist nicht von der Hand zu weisen. Sämtliche anerkannten Ökonomen im Euro-Raum genossen die akademische Ausbildung der hohen "Frankfurter" Schulen in den USA. Wir können sie auch neoliberale Gedankenschmieden nennen, das ist geläufiger. Daher sollte sich jeder Eurokritiker zuallererst fragen, aus welcher Gedankenfabrik die heute so aktuelle Eurokritik und der Zersplitterungstrieb für Europa stammt. Dies ist eine Betrachtung der Situation innerhalb der anerkannten Ordnung und Normen. Was zur Folge hat, dass es keine Lösung gibt - denn niemand will sich von der Ordnung lösen - was die eigentliche Lösung wäre. 

Doch das soll nicht das Thema dieses Artikels sein. Er wird wie immer die globalen Ordnungsanhänger ratlos zurücklassen. Sie werden keine passende Lösung für ihre Vermögen hier finden. Sie werden wie immer zwischen Pest und Cholera entscheiden, doch das ist mittlerweile Tradition. Der Gedankenreigen der Menschen dreht sich lediglich darum, ein Antiserum für diese beiden Krankheiten zu finden, damit sie weiterhin die Profiteure im Krankheitswesen unserer Wirtschaft existieren können. Das ist jetzt kein Vorwurf! Ich kann ihre Reaktionen und Ängste verstehen. Wenn ich Ihnen aber heute erklären, dass sie Angst vor dem Kapitalismus haben und trotzdem an ihm festhalten, werden sie dies als Lüge von sich weisen. Wenn ich sie Frage, gibt es Alternativen zum Kapitalismus, werden sie entschieden mit NEIN antworten und sofort an den Kommunismus denken. Dabei fällt Ihnen allerdings nicht auf, dass der Kommunismus auch nur eine Lebensart des Kapitalismus ist. Vor der Menschheit liegt also noch ein weiter beschwerlicher Weg bis zur Erkenntnis der Ordnung, die sie als Gesamtheit in Denk-Gefangenheit hält. Daher erlaube ich mir, Sie abermals in das Paradox ihrer Gedanken zu führen, um Sie hinterher ratlos zurückzulassen - aber nur so kann der Mensch eigenständig denken, wenn er es will.


Die sogenannte Immobilienkrise aus den USA war ein notwendiges wirtschaftliches Übel, das nach dem Zusammenbruch des "Neuen Marktes" absolut existentiell für die USA als Weltmacht war. Die Risiken waren bekannt und damit kalkulierbar. Durch die Verbriefung von Schulden wurden die Risiken ins Ausland verlagert. Es war eine konzertierte Aktion zwischen Banken, Wirtschaft und Staat. Amerikanische Universitäten gelten als die besten der Welt. Diesen Uni-Auswurf finden wir heute in allen Führungsetagen der Globalplayer, wie man so schön sagt. Sie sind alle Jünger des Neoliberalismus. Sie verfügen in Wahrheit nicht über Wissen, sondern  sind im Argumentieren für eine bestimmte Wirtschaftsform geschult, wie Theologen bei der Auslegung der Bibel. Es war daher kein Problem, die Schuldverbriefungen als Wertanlage in Europa zu verkaufen. Das ausgebildete Personal erkannte sofort die angeblichen Gewinnmöglichkeiten und wurde zu den besten Verkäufern von Schrottpapieren, mit der höchsten Überzeugung. 

Die einen führen, die anderen folgen - muss das sein?
 
Sie sahen eben nur die Gewinnmöglichkeiten - so wurden sie geschult und mit dieser Prämisse verkauften sie alles.

Natürlich platze die Immobilienblase, das war absehbar für die Architekten dieser disflationären Staatsaktion. Doch ein guter Architekt achtet immer darauf, dass bei einem Zusammenbruch das Risiko nicht beim Erbauer gelagert. So muss heute Europa die Schulden der USA durch die sogenannte Euro- und Staatsschuldenkrise stemmen. Die Vernunft der Wirtschaftswissenschaftler begründet sich auf den Marktgesetzen, ähnlich den Scientologen. Ihre Prioritäten liegen über dem Wohl der gesamten Menschheit. Sie sehen Wirtschaft als natürliches Selektion von Schwachen und Starken  im Raubtierkapitalismus. Die sogenannten Restrisiken werden wie beim Atomstrom zur Belanglosigkeit gerechnet. Deshalb stehen AKWs in weniger dicht besiedelten Gebieten. Deren Verlust beim Eintritt des Totalverlustes verschmerzt werden kann. Eine logische, marktwirtschaftliche Überlegung.

In bezug auf die Finanzkrise haben sie die euroäischen Wirtschaftsgläubigen aus der Frankfurtschulen, sich selber ein Kuckucksei gelegt und werden nun von ihren Ideologiegenossen im wahrsten Sinne des Wortes, wirtschaftlich eliminiert. Der innere Kreis eines Zirkel unterrichtet den äußeren, niedere Kreise eben nicht mit alle Künsten ihrer eigenen Ideologie. Eine schmerzliche Erfahrung für die Wissenschaftspriester hier in Europa. Eigentlich war diese Finanzkrise "Hochverrat" am eigenen Stand.


Aus Sicht der USA werden mit dieser Finanzkrise zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die USA muss so ihre Schulden nicht selber abarbeiten und ein lästiger Konkurrent um die Weltführung wird gleichzeitig aus den Weltmärkten gedrängt. Doch auch die neoliberale Schule aus den USA ist ein Opfer der eigenen Ignoranz. Es war davon überzeugt, dass China durch den Ankauf der us-amerikanischen Staatsschulden in ein Abhängigkeitsverhältnis zu den USA eintrat. Diese Kalkulation wäre auch aufgegangen, wenn China sein eigenständiges Denken aufgegeben hätte wie Europa. Doch es gab sich nur "dumm", während Europa ein Überzeugungstäter ist.


Die Weltordnung, die uns alle im Griff hat
während keiner sie begreift

Für die Weltöffentlichkeit macht es sogar den Anschein, als ob die Finanzkrise eine Verflechtung von legalen Verträgen sei. Doch es ist nur der Anschein. Verträge die allerdings unter Vorgauklung falscher Tatsachen zustande gekommen sind, in sogar in der heutigen Rechtsauffassung ungültig. Hier gilt normaler Weise der Tatbestand der Sittenwidrigkeit. Doch davon macht keiner Gebrauch. Die Angst vor einem imaginären Restrisiko lässt die Akademiker zurückschrecken. Sie sind eben nur ein Produkt ihrer Lehrer und haben sich Geschwätz ungeprüft als Wissen angeeignet. So wird Wirtschaft zur Theologie und der Vertragsbruch zur Erbsünde.

Im Grund ist keine europäische Bank verpflichtet die Scheinwertanlagen nun als sogenannte "toxische" Papiere auszulagern und die Schulden dem europäischen Steuerzahler aufzubürden bzw. die Staaten hätten keinerlei Verpflichtung die Verträge durch ihre Stützungsaktionen anzuerkennen, außer man geht davon aus, dass es zum Kampf der Titanen kommt. Die neoliberalen Jünger aus den amerikanischen Schulen versuchen nun das Imperium zu sprengen, indem sie sie selber ein anderes Imperium ausrufen. Doch noch sind sie zerstritten. Sie sind sich nicht einige, ob diese Imperium national - mit nationalen Währungen wachsen soll oder unter der gemeinsamen Währung. Der Steuerzahler ist ihnen in diesem Ideologiestreit völlig egal, denn die Zeche zahlt er immer und grundsätzlich - das gehört zu ihrer Wirtschaftstheologie und bildet die Basis für jede ihrer Entscheidungen. 

Es wäre daher viel mehr angebracht über einen noch zu schaffenden internationalen Gerichtshof die Architekten dieser Finanzkrise zu suchen, die gleichzeitig die nun neu gebildeten Splittergruppen dieser Religionsanhänger erfasst und ebenfalls in die Klageschrift mit einbezieht. Es tut mir leid, wenn ich so argumentiere, doch die Mehrheit der Bevölkerung wird leider nur auf diese Art die Zusammenhänge erkennen. Somit mache auch ich mich zum Opfer des Risikos, da die Gefahr groß ist, dass sich hier Rachegefühle entwickeln, anstatt zuhören ohne zu urteilen.


Wir brauchen keine Leitwährung, die gleichzeitig ein legales Zahlungsmittel in einem Land ist

Selbstverständlich mögen einige meine Äußerungen und Ausführungen als Antiamerikanisch auffassen, aber das ist leider nur eine primitive ideologische Beurteilung der Situation, die ihre Basis in der Wirtschaftstheologie hat. Eigentlich sollte die Welt so weit sein, dass sie keine Leitwährung mehr braucht, die gleichzeitig als physisches Zahlungsmittel in nur einem einzigen Land der Welt akzeptiert wird. Über diese Animositäten von Imperialismus sollten wir längst hinweg sein. Der Ausstieg aus dem Kapitalismus ist lange und schmerzvoll. Man muss zu erst erleben und erfahren, dass er nicht praktizierbar. Bis jetzt zog die Menschheit jedes Mal die Notbremse durch Revolutionen und Umbruch, um das Spiel von Neuem zu beginnen - so musste sie sich nie der Wahrheit stellen: Kapitalismus das brutalste Ausleseverfahren, das sich die Menschheit je erdachte.  Das "dritte Reich" - Nazideutschland - ist daher das beste Beispiel für Raubtierkapitalismus. Dort wurde der Arier als Obermensch festgeschrieben und heute betreiben wir Bürgerrechtsraub durch Sozialrassismus - empfinden es allerdings als legal.   

So lange wir uns einer Wirtschaftsordnung unterwerfen, die alleine durch eine Leitwährung wie den Dollar das Ungleichgewicht der Welt einseitig verschiebt und Politik so zur Wirtschaftskontrolle einiger großer Unternehmer und Geldhäuser macht, bleibt der Raubtierkapitalismus existent.  Jeder Demokrat müsste sich eigentlich dazu instinktiv dazu berufen fühlen, den Rohstoffhandel in einer neutralen Währung ohne Ankoppelung an eine einzige Staatskontrolle durchführen zu können. Doch das widerspricht seiner theologischen Schulung durch die "Frankfurter Schulen und Neoliberalismuskirchen".

Eine neutrale Weltleitwährung würde gleichzeitig ein Ende der sinnlosen Kriege im Nahen-Osten herbei führen und die USA auf Augenhöhe zu allen anderen Nationen einordnen. Das wäre nicht nur eine Erfahrung für die USA, sondern auch für Europa. Es müsste Asien und Afrika als gleichwertige Handelspartner akzeptieren. So könnte die Welt vielleicht die Wirtschaftsvernunft überwinden und endlich damit beginnen ihren Verstand einzusetzen, um zu einer Austauschwirtschaft zu gelangen, die weder Gewinner noch Verlierer kennt.


Daher ist die jetzige "Finanzkrise" nichts anderes als ein weiteres Instrument zum postmodernen Imperialismus des Neofeudalismus - wir nenne dies heute schlicht und einfach Kapitalismus und verknüpfen dies ironischer Weise sogar noch mit Demokratie.

Das Wesen dieser Geldkrise ist also der uralte Streit um den Zugang zu Rohstoffen und im Kern der Streit um Eigentum und Unabhängigkeit, woraus die Macht resultiert, Gesetze und Normen zu erlassen, der die Menschheit zu folgen hat.

Dieses Mal werden keine Zölle erhoben - also der alte Protektionismus wird versteckt praktiziert. Dieser Krieg wird indirekt durch Währungsabwertungen bis hin zum Staatsbankrott, ausgefochten. Leittragende sind immer die Völker und bis jetzt ist nicht zu erkennen, dass es ein Umdenken gibt. Wer den Euro abschaffen will, will andere Völker benachteiligen, um sich zu bevorteilen. Wer die Euro behalten will, will die USA benachteiligen usw. Im Gegensatz will die USA, die Welt ihre Schulden aufbürden, was auch eine Benachteiligung anderer ist, um den eigenen Wohlstand zu behalten.

Jede amerikanische Einmischung in europäische Angelegenheiten ist also nur ein Einflussnahme der "Frankfurter" Neoliberalisten Schulen, die sich nur eine einzige Weltmacht als Rechts- und Wertdiktator vorstellen. Demokratie - d. h. in diesem Falle eine Mitsprache anderer Völker an den Verteilungs- und Zugriffströmen auf die Rohstoffe dieser Welt, wird damit kategorische ausgeschlossen ohne dass sich jemand daran stört. Wir sind alle darauf gebrieft Verträge einzuhalten, auch wenn sie unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zum Abschluss gebracht wurden.

Die jetzigen Lösungsvorschläge basieren alle lediglich auf der Illusion, dass die Vermögen des kleinen Menschen - also der Basis der Demokratie - geschützt werden. Der Streit geht lediglich darum, welcher Lösungsweg angeblich der richtige ist - doch alle haben ein gemeinsames Ziel: Den Schutz des Vermögens auf Kosten eines Anderen, den es noch auszumachen gilt.

Mit dieser Illusion versucht jede Partei und Interessengruppe die größte Mehrheit in der Demokratie zu bilden, um die aus ihrer Sicht übervorteilte Gegenpartei zu enteignen und die Schulden auf ihre Schulter abzuwälzen. Diese innere Zerrissenheit in Europa macht sich die USA zu Nutzen - "wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte."

Niemand stellt die Existenz des Dollars als US-Währung infrage, obwohl auch dieses Land aus vielen Bundesstaaten besteht. WARUM? Daher sollte sich jeder Euro-Kritiker zu erst fragen, aus welcher Denkfabrik seine Eurokritik stammt und wer sie in ihm herangezüchtet hat.

Ich hoffe veranschaulicht zu haben, in welchem schizophrenen Denkkreislauf sich die Menschheit befindet, weil sie einfach nicht imstande ist, die oberste Ordnung zu hinterfragen und wenn nötig einzureissen. "Schizophrenie" ist immer die Annahme es gibt eine Stimme, eine Ordnung, die einem sagt, was zu tun ist.

Welche Ordnung domestiziert ihre Gedanken und wirft nach gründlicher Analyse die Entscheidungsmöglichkeit aus - auf denen immer nur Pest oder Cholera zur Auswahl stehen?

Video vom 15.07.2011

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