Montag, 13. August 2012

Der Sinn der Macht!

Als Einleitung möchte ich Friedrich Nietzsche zitieren:

Mit Wohltun und Wehtun übt man seine Macht an anderen aus - mehr will man dabei nicht.

Mit Wehtun an solchen, denen wir unsere Macht erst fühlbar machen müssen; denn der Schmerz ist ein viel empfindlicheres Mittel dazu, als die Lust - der Schmerz fragt immer nach der Ursache, während die Lust geneigt ist, bei sich selber stehenzubleiben und nicht rückwärts zu schauen. 

Mit Wohltun und Wohlwollen an solchen, die irgendwie von uns abhängen (das heißt gewohnt sind, an uns als Ursache zu denken); wir wollen ihre Macht mehren, weil wir so die unsere mehren, oder wir wollen ihnen den Vorteil zeigen, den es hat, in unserer Macht zu stehen. - so werden sie mit ihrer Lage zufriedener und gegen die Feinde unserer Macht feindseliger und kampfbereiter sein.

Ob wir beim Wohl- oder Wehtun Opfer bringen, verändert den letzten Wert unserer Handlung nicht; selbst wenn wir unser Leben daran setzen, wie der Märtyrer zu Gunsten seiner Kirche, - es ist ein Opfer, gebracht unserem Verlangen nach Macht oder zum Zweck der Enthaltung unseres Machtgefühls.
(Friedrich Nietzsche - "Die fröhliche Wissenschaft")

Wer diese Macht erlangt, kann Recht erlassen und Gesetze schaffen, die zum Machterhalt dienen und pflichtbewusst von den Abhängigen befolgt werden, so lange sie vom Vorteil des Machterhalts überzeugt sind.

Unregierbar wird nur das Volk, das der Macht keinen Glauben mehr schenkt und sich daher dem Willen der Macht widersetzt. Das ergibt das Helden- und Märtyrertum, das am Ende nur einer anderen Macht dient, das bessere Vorteile verspricht und die Abhängigen im Schlepptau hält.

Jede Macht dient also dem System, egal wer gerade die Vorteile für sich einheimst und welche Massen sie hinter sich versammelt. Es ändert sich im Grunde NIX, außer das Feindbild. Plötzlich wird der Abhängige mit einem neuen Führer der Mächtige und herrscht mit Wehtun und Wohltun; erzieht durch Schmerz und führt zu einer Ursache, die eigentlich keine ist, sondern nur eine Auswirkung.

Wer also auf dieser Basis nach Lösungen sucht, wir nur innerhalb des Systems wandeln und sich auf ewig im Kreis dreht; die Mächtigen ablösen und versprechen, die Macht besser durch mehr Wohltun, anstatt Wehtun, auszuüben.



All diese durchlebte die Menschheit bereits tausendfach und ist noch keinen Schritt weiter gekommen. Das Einzige was ihr als Ausweg angeblich offen steht ist die Askese und die Entsagung des Egos; die allerdings niemals das System an sich anzweifelt, sondern sich einfach sich selber im Denken verweigert - in der Hoffnung das System werde sich selber auflösen. Diese Vorstellung kann nur derjenige für sich als Wahrheit aneignen, der nicht begreift, WAS Macht überhaupt möglich macht - denn diese Ursache ist zwar die Wahrheit, aber dennoch die Lüge, auf der sich all unsere Logik und jede Entscheidung aufbaut - sich sogar wissenschaftlich als richtig und vernünftig beweist.

Aus diesem Grund forderte bereits Kant die Überwindung der Vernunft durch den Verstand. Wer sich in sein Inneres durch Meditation und Egoaufgabe flüchtet ist sich nicht bewusst, dass sein Inneres bereits ein Resultat der Lüge an sich ist und ihn daher betrügt, weil es die Wahrheit nicht als Lüge erkennt, sondern als bewiesen und richtig ansieht.

Wer sein Ego nur deshalb aufgibt (Märtyrer), um sich selber wieder einen Vorteil zu verschaffen, um andere durch Macht an sich zu binden, ist daher ein Diener des Systems und kein Kritiker. Selbst Buddha blieb diese Weisheit verschlossen. Er war zu sehr damit beschäftigt die Ursache für das Elend zu finden, ohne die Weltordnung an sich aufzulösen. Er sah die Welt als Priester und als Diener einer großen Sache. Die Aufgabe des Egos und die Meditation bleibt nur eine simple Verweigerung der Macht; sie löst sie aber niemals auf - sondern man sich nur zu Opfer. (Siehe Nietzsche-Zitat).


Die Umkehrung der Macht ist ihre Auflösung!

Das heute vorherrschende Dogma ist eben nicht im simplen Stile einer "Sendung mit der Maus" zu erklären, sondern erfordert hohe Selbstdisziplin und zur absoluten Aufgabe der anerzogenen Vernunft - d. h. in der Konsequenz: Alles was heute als richtig gilt, ist falsch, aber der Schlüssel zur Auflösung ist nicht diese Umkehrung der Werte, sondern die Umkehrung der Wahrheit /Ursache in eine Lüge. 

Nur so kann das erreicht werden was Buddha in seinen Träumen sah. Aus diesem Grunde führte ich bei meinem vorigen Videobeitrag die Bibel/Erbsünde als Mythos an. Es ist ein Lehrbeispiel für die Menschen, was in ihrer Weltanschauung falsch lief. Doch in ihrer Vorstellung von Menschenbild, übernimmt Gott die Hauptrolle, obwohl dem Baum diese Rolle gebührt. Er ist der Schlüssel - das Eigentum - und der Apfel der Gewinn, der durch Eva und Adam gegen den Willen/Macht des Gottes gestohlen wurde.

Sie akzeptierten die Regeln und damit die Macht. Das ist die Erbsünde, die von der Menschheit heute als Religion in der Umkehrung praktiziert wird. Es gibt keinen natürlichen Grund für Macht. Es gibt keinen natürlichen Grund für ein Gewissen, das bei Diebstahl auf Strafe wartet. Das ist alles eine Fehlinterpretation und führt zum heutigen Welt- und Menschenbild. Darauf baut jede Wissenschaft auf, die behauptet der Mensch braucht Recht und Gesetz. Er hat sich der Realität verweigert und sieht Eigentümer (Gott) und Dieb (Gott) nicht als eine Person. Die Schizophrenie (Dualismus) wurde so durch den kollektiven Glauben und allgemeines Übereinkommen von Akzeptanz zur Realität, die keine ist.

Bis zu dieser Erkenntnis muss der einzelne Mensch, also nicht mit Macht über andere zu Gericht sitzen, sondern sich selber schonungslos anklagen, bis er aufhört in der Ursache die Wahrheit zu sehen, sondern sie als Lüge anerkennt. Erst dann ist er fähig die Umkehrung der Werte einzuleiten; erst dann braucht er keinen Staat, kein Recht; keinen Gewinn und keine Wertschöpfung mehr, um andere von sich abhängig machen zu können - erst dann ist er bereit für die Aufgabe des Egoismus, denn es ist eine logische Konsequenz der Erkenntnis und musst nicht durch Märtyrertum und Askese künstlich herbeigeführt werden.

Erst dann ist der Mensch ein Mensch und hört auf, ein Gott sein zu wollen; - denn nur Götter herrschen und haben Macht; sprechen Recht und bestrafen. Der Mensch lässt leben, ist von Natur aus nicht neidisch, sondern lebt ohne Bonusdenken in einer Gemeinschaft, die jedes Übervorteilen des Einzelnen als Negierung der Gemeinschaft erkennt und von sich aus nicht anstrebt, weil er sich selber damit schadet.  

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