Samstag, 18. August 2012

Südamerika erhält durch Assange den Ausstieg aus dem Weltbanksyndikat

Das Verhältnis der lateinamerikanischen Staaten zur Weltbank ist mehr als angespannt. Bereits im Jahre 2011 verließ Ecuadors Präsident Correa wutentbrannt den Iberoamerika-Gipfel (lateinamerikanischen Staaten, Spaniens und Portugal) in Paraguay. "Warum muss ich mir bei einem iberoamerikanischen Forum den Vortrag der Vizepräsidentin der Weltbank anhören, die mein Land offen erpresst hat?", rief Correa während der Rede der Weltbank-Vizepräsidentin für Lateinamerika und die Karibik, Pamela Cox.

Vermutlich soll nach dem Eklat um Julian Assange vor allem Ecuador in die finanzielle Zange der Weltbank genommen werden. Es wäre kein Einzelfall, sondern die Norm. Doch in der Zwischenzeit legten die BRIC-Staaten eine Alternative zur Weltbank auf. Das bietet gerade Afrika und Lateinamerika eine Alternative zu ihrer einseitigen Abhängigkeit gegenüber dem sogenannten Westen. Auch Gaddafi musst aus diesem Grund seine Platz räumen. Er finanzierte mit seinen Petrodollar die afrikanische Union und machte die Staat damit unabhängig. Sie wären in absehbarer Zeit sogar so weit gewesen, ihre eigenen Rohstoffe selber zu veredeln. Ein riesiges Kapitalverbrechen aus Sicht der USA und auch aus der Sicht Europas.

Wer mit Krediten eine Wirtschaft finanziert, diktiert gleichzeitig die Gesetze und Normen; d. h. diese Länder müssen sozusagen ihre Rohstoffveredelung an internationale Unternehme abgeben. Ein Anliegen, das auch Angela Merkel mehr als unterstützt, sondern an jede Vergabe von Krediten bedingungslos knüpft. Das wird unter modernem Imperialismus verstanden. Die politische Bezeichnung dafür ist es der neoliberale "Freihandel".

Der hochtrabende Name "Weltbank" ist allerdings nur Schein. Er soll soziales Engagement suggerieren, was in Wahrheit brutalste Erpressung von Armen und Abhängigen ist. Ich vergleiche es einfach mit unseren Hartz4-Gesetzen, die ebenfalls als "sozialen Fortschritt" unserer Politik angesehen werden. Das entspricht allerdings nur der Wahrheit, wenn man eine neoliberale Einstellung als Wahrheitsgrundlage hegt.

Weltbank als offizielles Erpressersyndikat?


Die Weltbank ist ein Werkzeug des modernen Imperialismus und Sklaverei. Die Armen sollen daher niemals aus ihrem Elend entkommen. Es soll nur erträglich gemacht werden, damit sich die Profit in Europa und den USA nicht nur optimieren, sondern vermehren.

Ecuadors Position ist aussichtslos, wie sie im ersten Moment aus dem europäischen bzw. amerikanischen Blickwinkel erscheint. Europa und die USA sind längst nicht mehr die Macht, die sie vor der Finanzkrise waren. Mit diesem Schachzug setzte sich die USA selber ins Schach-Matt, weil sie ihren Einfluss und militärische Stärke schlichtweg überschätzte.

Großbritannien lieferte mit seinen unorthodoxen Drohungen gegenüber den diplomatischen Normen in Sachen Wikileaks und Assange, geradezu eine Steilvorlage für ein klassisches Ausstiegsszenario sämtlicher lateinamerikanischen Staaten aus den Fängen der Weltbank und damit aus der Abhängigkeit von den USA und Europa. Cameron reagierte also absolut berechenbar aus Sicht der lateinamerikanischen Länder und erwies ihnen damit einen Bärendienst. So ergeht es allen, die blindlings einem sterbenden Imperium folgen.

Die nun einsetzenden Daumenschrauben der Weltbank werden daher keine Wirkung mehr haben, sondern die Vorlage für eine sogenannte "alternativlose" Lösung geben, endlich die frisches Geld von den BRIC-Staaten anzunehmen. Die moralische Verpflichtung fällt also für diese Länder endlich weg. Das ist wie eine zweite Befreiung von der Apartheid und Sklaverei.


Die USA haben nix zu bieten außer Monetarismus oder Keynesianismus

Welche Rolle Spanien und Portugal übernehmen werden ist noch unklar. Doch auch diese beiden Ländern gelten als finanzielle Sorgenkinder innerhalb der EU. Daher ist ein Außeinanderbrechen der Staatengemeinschaft tatsächlich nicht auszuschließen, aber es wird nicht den Verlauf nehmen, den sich einige nationalistischen Verbände in Deutschland und anderen Staaten vorstellen.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass jedes Imperium, das fällt von einem anderen abgelöst wird und sich lediglich der sogenannte Speckgürtel ans nächste Imperium anheftet. Wer hier den Anschluss verpasst, geht mit dem alten Imperium unter.

Genau dieser Streit tobt momentan mitten in Europa - in Brüssel. Deutschland wird wieder einmal die unrühmliche Rolle zu teil, sich an die falsche Vorstellung von Macht geheftet zu haben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass nun das BVG auch Bundeswehreinsätze im Inneren genehmigt. Das ist die Vorausplanung für die sozialen Unruhen, die nun bald folgen werden - wenn der Wirtschaftskrieg der Imperien entbrennt.

Bis jetzt war noch jeder gut beraten, im Vorfeld solcher Kriege abzuschätzen wo der Gewinner sein wird. Aus meiner Sicht, wird die USA diesen Krieg niemals gewinnen, sondern in der wirtschaftlichen Isolation mit seinen verbliebenen Getreuen dahin vegetieren. Es hat nichts mehr zu bieten, außer den Monetarismus oder den Keynesianismus.




Der Dollar ist längst kein Maßstab mehr

China dagegen verfolgt eine ganz andere Strategie als die alte, imperiale, monarchische Gangart der USA. Es vergibt als Kredite seine eh überschüssigen "grünen" Dollars und verrechnet Rohstoffe als Rückzahlungsmittel. Das schwächt nicht nur die Position des Dollars als Leitwährung, sondern vor allem das harte Diktat der USA was seine Außenwirtschaftspolitik angeht. Ihre Position als Weltmacht ist längst nicht mehr gegeben. In Europa wird lediglich noch der Anschein erhalten - es gäbe eine US-Weltmacht.

So lassen sich die Börsen-Capriolen in Europa und den USA besser erklären. Im Grunde werden diese Kurse nur noch auf der Luftwährung - Dollar - fakturiert und stellen im übrigen Welthandel heute keinen tatsächlichen Wertmaßstab mehr dar. Aus diesem Grunde lässt sich Russland heute nicht mehr aus der Ruhe bringen, wenn der Rubel gegenüber dem Dollar fällt.

1 Kommentar:

  1. Wieder ein sehr guter und aufschlußreicher Beitrag.

    "Mit Geld Geld machen", Investitionen müssen sich lohnen, etc. Das Modell Kettenbrief findet leider immer neue Anhänger und "Investoren".

    Dabei müsste doch selbst dem dümmsten Ökonomen klar sein, das dieses Spiel auf Dauer nicht funktionieren kann. Es sagt aber niemand. Es sagt deswegen niemand, weil sie keine Alternative sehen oder nicht sehen wollen oder doch sehen, sie aber nicht benennen können/wollen, weil dann der gut dotierte Posten weg sein könnte. Wir Steuerzahler haben die Ausbildung dieser "Experten" finanziert.

    politprofiler, bitte so weitermachen.

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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