Mittwoch, 12. September 2012

ESM: Urteil des BVG fällt wie erwartet in der Sklavenlogik aus

Das mit Spannung erwartet Urteil des BVG zum ESM-Vertrag entspricht den logischen Schlussfolgerungen eines Liviten, der sich der Konsequenz eines Urteilsspruchs entziehen will. Der Bundestag im Sinne der herkömmlichen Machtverhältnisse als König und Entscheidungsträger anerkannt, soll nur zu jeder Erhöhung der Kredite einzeln abstimmen und damit die politische Verantwortung übernehmen.

Dieses Urteil entspricht der Profitlogik und zielt auf die Politik der kleinen Schritte ab. Am Ende einer jeder Kapitalismusepoche kommt es zur Umwälzung der Gesellschaft und zu einem Versuch, die Vermögen wieder in die Unterschichten umzuverteilen. Das ist die Natur des Kapitalismus und gleichzeitig der Wahnsinn unserer Gesellschaft. Die jedes Mal aufs Neue versucht, den Kapitalismus doch gerecht zu machen.

Für neue Leser sei gesagt: Kapitalismus ist für mich gleichzeitig auch der Kommunismus. Er unterscheidet sich lediglich darin, dass dem kleinen Menschen nicht erlaubt ist, durch Eigentum Wertschöpfung zu betreiben. Im Hier und Heute wurde zwar niemand zwangsenteignet, aber der groß Teil der Bevölkerung verfügt mittlerweile über kein Eigenkapital mehr, aus dem er wertschöpfen kann. Daher befinden wir uns in einem freiwilligen Kommunismus - als Resultat der Profitlogik. 

Grundsätzlich gilt, dass die Wirtschaft als übergeordnetes Wesen unserer Daseinsdefinition sich auf die Demokratie verlassen kann. Die Sklavenlogik (Profitlogik) gibt vor, dass es dem Sklaven gut ergeht, wenn er seinem Herren Profit einfährt.

Ein Sklave wähnt sich erst dann frei, wenn er das Recht erlangt, sich selber Sklaven zu halten. Das ist der große Vorteil der Profitlogik. Sie teilt die Menschheit in Schuldner und Geber auf. Die Verantwortung des Geber besteht darin, seinen Schuldner nicht zu sehr zu schinden - das wird als Menschlichkeit angesehen.

Mit Blick auf die heutigen sogenannten Schuldenländer und der Bevölkerung wähnt sich der Deutsche im Vorteil, da er sich als Geber sieht. Doch in Wahrheit gibt er nicht, sondern kann nur selber durch Schulden wiederum etwas geben.

So erhält der Spruch: "Wer durch Schuld steigt, fällt durch Tugend" - Shakespeare - einen ganz anderes Gewicht, als sich der Profitmensch zusammenreimt. Der Systemzwang wird seine Schuldigkeit tun und jedem angeblich das moralische Recht einräumen, den anderen rechtmäßig und legitim auszubeuten.

Wir gehen schweren Zeiten entgegen, in denen jeder glaubt, das Recht auf seiner Seite zu haben, egal welches Unrecht er auch anderen zufügt. Wurde früher das Schwert gegen die Feinde erhoben, klirrt heute die Klinge des Geldmarktes. Der Mensch lernte beim Morden zu. Er entwickelte Waffen, die ihn von jeder bekannten Brutalität entlasten.

Entscheidet sich heute Deutschland, als Geberland aufzutreten, wird es später als Tyrann gerichtet. Entscheidet sich Deutschland nicht zu geben, wird es an der Armut der anderen mit untergehen. Daher ist der ESM keine Frage der Moral, sondern bereits die Vorbereitung für die Zeit nach dem Zusammenbruch. Schließlich muss die Ordnung des Profites aufrecht erhalten werden.

In diesem Falle erhält Deutschland den Schwarzen Peter, weil es zuvor die Gunst der Profitlogik für sich zum Vorteil verbuchte. Das was Europa als Wirtschaftskrise bereits erlebt, wird auch Deutschland treffen. Man kämpft heute lediglich um die Reihenfolge der Kapitulation vor dem Kapital.




Das Kapital denkt längst global und nutzt die Zerstrittenheit der Völker zu seinem Vorteil aus. Letztendlich muss aber gesagt werden, dass die Profitlogik die Menschheit von ihrem stetigen Geld- und Hungerproblem nicht befreien wird.

Keine Analyse zum ESM 

Im Grund ist jede Analyse zum ESM und dem Richterspruch notwendig. Mit dieser Herangehensweise werden lediglich die Vorteile bzw. Nachteil einzelner Menschengruppen in den Vorder- bzw. Hintergrund gestellt.  Demokratien lassen sich nämlich immer hinsichtlich der angeblichen Vorteile für die breite Masse zu Entscheidungen als freien Willen hinreißen. Sie pflegen dies grundsätzlich immer zum Nachteil kleiner Gruppen durchzusetzen. Nur findige Politiker schaffen eine breite Masse zu erzeugen, die sich für etwas entscheidet, was wider ihrem Egoismus ist, indem sie angebliche Nachteile als Vorteil heraus kehren.

Lassen Sie mich dazu einen Werbespot der Deutschen Bundesbahn verwenden. Wir alle wissen, dass Studenten nur schwer eine bezahlbare Unterkunft finden. In diesem Werbespot stehen wir Wohnungsbewerbung vor einem Art Komitee sitzen, das entscheidet wen es in die Gemeinschaft aufnimmt. In diesem Falle wird dem Bewerber den Vorzug gegeben, der ein Bahncard vorlegt.

So wird Korruption gesellschaftsfähig und dient sogar als positiver Werbeaufhänger. So kehrt man einen Nachteil in einen Vorteil um. Dieser Spot ist das beste Beispiel für unsere Funktionsweise des angeblich "freien Willens" der aber lediglich nur ein Resultat des Mechanismus unserer Profitlogik ist. Ursache und Wirkung werden damit spielerisch in alle möglichen Variationen dargestellt. Hauptsache der Profit ist am Ende ohne Rücksicht auf Verluste auf der Seite des Egos. So kann im Kapitalismus selbst der Nachteil wieder als Positivum in der eigenen Interpretation von Wahrheit erscheinen und blendet damit das Elend der anderen, erfolglosen Mitbewerber als eigenen Erfolg aus.

Genau so verhält sich der heutige gebildet Mensch, wie nach Programmschrift. Gilt heute das Iphone als Reichtumsprädikat in bestimmten Bevölkerungsschichten, nimmt die nächste die Yacht als ihr Erkennungszeichen von Zugehörigkeit. Die angebliche Gleichheit der Menschen unterscheidet sich also grundsätzlich in ihrem Kapitalvermögen, das sie für Statussymbole einsetzen. Der wichtigste Faktor für unsere aktuelle Wirtschaft und das Wirtschaftswachstum.

Somit muss mit dem Wirtschaftswachstum, gleichzeitig die Bereitschaft der Bevölkerung angekurbelt werden, Geld für Sinnlosigkeiten auszugeben. Als Vorreiter aller sogenannten Trends sind nur die Prominenten. Sie gelten als Maßstab, auch wenn sie künstlich durch die Medien erschaffen werden. Das gleiche gilt für Lebenseinstellungen. Der Mensch ist also grundsätzlich dazu bereit, sich zu uniformieren. Der Punker kennzeichnet sich eben durch ein anderes Outfit, als der Skinhead. Selbst diejenigen, die alle für gleich halten, benennen ihr Gegenüber als intolerant.

Um das Ganze wieder auf einen Nenner zu bringen, ist festzustellen, dass jeder Gruppe versucht ihre eigenen Regeln für alle gültig zu machen, selbst der Anarchist. Keinem ist allerdings bewusst, die gemeinsame Grundlage ihrer sehr unterschiedlichen Regelvorstellungen sind. Sie sind alle Profitrechner, selbst der Anarchist unterwirft sich dieser Logik.

Daher sehe ich keinen Grund die eine oder andere Gruppe von Vorteilsgläubigen zu beweihräuchern. Wer Töten oder Betrügen unter Strafe stellen will, hat noch lange nicht verstanden, was es möglich macht, dass der Mensch einen anderen Menschen töten will.  Er entzieht sich geflissentlich der Wahrheit und den Fakten, die offen vor ihm liegen. Er will sich das Recht nicht nehmen lassen, einen anderen zu erschlagen, wenn er bestohlen wird.

Daher wäre es an der Zeit "stehlen" schonungslos zu definieren. Denn am Ende dieser Debatte muss festgestellt werden, dass der Dieb und der Eigentümer eine Person ist. Das wäre das Ende des Dualismus und damit das Ende des rechtmäßigen Egoismus. Doch so weit ist die Menschheit noch lange nicht... wenn sie überhaupt einmal zu dieser Erkenntnis kommt und sich auch noch zu einer Lösung verarbeiten kann.

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