Montag, 24. September 2012

Griechenland: Wildern wie in alten Zeiten - nur jetzt holt man Holz

Auch in Griechenland wird der Winter unangenehm. Viele können sich das Heizöl nicht mehr leisten. Voraussichtliche Steuererhöhung treiben den Heizölpreis bald auf 1,40 Euro per Liter. So entschließen sich immer mehr mit der Axt bewaffnet im Wald ihr Holz zu holen. Diese romantische Vorstellung treibt auch viele Deutsche um. Es ist längst in Vergessenheit geraten, dass der Wald auch nach dem Ende der Feudalherrschaft kein Selbstbedienungsladen ist.

Hunderttausende von Familien werden sich in diesem Jahr in Griechenland kein Heizöl leisten können. Die Arbeitslosigkeit steigt immer weiter an und die wenigen, die noch Arbeit haben, bekommen immer weniger Lohn. Ein Teufelskreis. Das treibt viele in den Wald. Vorerst, um Holz zu wildern. Doch bei sinkenden Einkommen, werden bestimmt auch andere Optionen bald in Erwägung gezogen.


Kalte Winter und hohe Heizölkosten

Stellen wir uns diese Szenario einmal für Deutschland vor. Untere Winter sind weitaus strenger, als griechische. Bereits jetzt liegt der Heizölpreis bei über 0,92 Euro pro Liter. Da werden wohl auch in Deutschland einige Wohnung unangenehm kühl werden, um Heizkosten zu sparen. So manch einer erinnert sich seines Schwedenofens und träumt vom kostenlosen Holzsammeln im Wald. Nicht selten landet Bauholz und sonstiger Müll in der heimischen Feuerungsanlage. Not macht bekanntlich erfinderisch.

Doch was passiert wenn sich 80 Millionen Sparer auf den Weg in die Wälder machen, um Brennholz zu sammeln, das angeblich kostenlos wächst? Ich kann mich noch sehr gut an Diskussionen aus den Jahren von 2008 und 2009 erinnern. Als man mir die Selbstversorgung ein rosigen Farben schmackhaft machen wollte. Von einer Hütte im Wald träumte und vom Holzofen, mit dem man autark durch den Winter kommt. Viele von uns sind kleine Egoisten, die sich für soziale Wesen halten. Ihnen fällt einfach nicht auf, dass ihr angeblichen, einfachen Lösungen nur dann Lösungen sind, wenn nur wenige ihr Holz im Wald holen. Tun es alle, gibt es im nächsten Frühjahr keinen Wald mehr - dann wird der Winter garantiert kalt, oder marschiert man weiter nach Russland, wo noch größere Wälder stehen. Die Fantasie der Menschen in Not ist groß und jedes Mittel recht.

Ein Rückfall ins Mittelalter ist nicht auszuschließen. Daher halte ich meine Vergleiche der Bauernaufstände aus dem 15. Jh. immer noch für angebracht. Der Bundeswehreinsatz im Innern ist längst genehmigt und kann nach Belieben bzw. Notwendigkeit gesetzlich ausgeweitet werden.

Daher ist es möglich, dass unsere Soldaten in naher Zukunft das Privateigentum von Wald- und Supermarktbesitzern bewachen, um vor Plünderungen zu schützen. Schließlich steht in jedem Kopf, in jeder Moral und Gesetzeswerk: "Du sollst nicht stehlen....!"

Auch staatliche Wälder können diesem Ansturm von frierenden Menschen nicht Stand halten. Fürstin Gloria von Turn und Taxis wird bereits ihr Geschäft wittern und braucht sich für die Zukunft keine Sorgen mehr um die Finanzierung ihrer Immobilien sorgen. Ihre wirtschaftliche Position wird in den nächsten Jahren mehr als gestärkt. Sie könnte zum kleinen Scheich in Deutschland aufsteigen.

Schon jetzt kündigst sich die nächste Strompreiserhöhung an. Das Leben wird teurer und trotzdem steigt die ausgewiesene Inflationsrate der Statistiker nicht an, ob jeder Einkaufkorb bald wöchentlich teurer wird. Die jetzt schon von den Medien herbei geschriebene große Koalition wird wohl mit einer MwSt.-Erhöhung aufwarten, um sich dem europ. Steuerniveau anzugleichen.

Was ist gerecht?

Oft erscheint eine "gerechte" Strafe im Auge des Moralisten nur dann als gerecht, wenn andere die Strafe zu ertragen haben. In diesem Falle sind es die Griechen, die als Sau durch das deutsche Dorf getrieben werden. Doch wenn man selber die Sau ist, fühlt sich die gerechte Strafe wiederum sehr ungerecht an.

Daher ist den Deutschen in ihrer Schadenfreude und ihrer Moral zu empfehlen, etwas mehr Selbstreflexion an den Tag zu legen, bevor der Hammer der Gerechtigkeit auf sie selber nieder saust. Es wird Zeit die Fragen nach innen zu kehren und zu ergründen, was die Moral als richtig erscheinen lässt, bevor man lauthals plötzlich die vorher angewandte Moral infrage stellt.

Vielleicht gilt bald der Benzindiebstahl aus dem Tank des Nachbar als Mundraub, weil man sonst nicht zur Arbeit kommt.


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