Sonntag, 28. Oktober 2012

Berlusconi-Urteil ist unpolitisch - aber das gegen Timoschenko ist politisch

Gerade liess ich einen Bericht aus dem ARD-Nachtstudio im Autoradio über mich ergehen. Mir wurde eindringlich erklärt, dass in diktatorischen Ländern, Politiker plötzlich wegen finanziellen oder steuerlichen Unklarheiten vor Gericht gestellt werden oder gleich im Gefängnis landen. Man wollte neutral und objektiv über die Ukraine berichten. In dem Land, wo Dr. Faust - der Boxer - für ein politisches Amt kandidiert. Als Symbol für den Kapitalismus, dass man sich für Geld einfach prügeln kann, um reich zu werden. Wobei zu beachten ist, dass für die Kämpfe Eintritt verlangt werden muss. Wer einfach auf der Straße eine alte Dame überfällt und ihre Handtasche raubt, ist ein Dieb. Die Marktgesetze sind einfach. Es ist klar definiert, was Diebstahl ist und was legitimer Diebstahl gemäß den Regeln ist. Wir können es auch anders formulieren: Wer der alten Damen freundlich erklärt, wenn sie ihre Handtasche freiwillig abgibt, macht der Dieb einen Handstand zur Belohnung - dann ist es kein Diebstahl. Doch zurück zur politischen Besprechung der korrekten Interpretation von Richtig und Falsch in unserer Welt. Das ARD-Nachtstudio schaffte im Laufe seines Berichtes nicht, eine Brücke von A - Timoschenko (Ukraine) und B - Berlusconi (Italien) zu schlagen. Die separate Betrachtungsweise der Einzelvorfälle ist höchstes Gebot für jede Objektivität.


In Italien regiert nämlich nach Berlusconi ein sogenannter Technokrat, Mario Monti. Eine ehemaliger EU-Kommissar kam an die Spitze Italiens und soll das Land nach deutschem Vorbild reformieren. In Griechenland kam Papadomos als EU-Banker an die Staatsspitze.




Nun bin ich mir nicht sicher, ob das was die deutschen Regierungen in den letzten Jahren mit uns Deutschen machten, tatsächlich ein Vorbild sind oder vielmehr die Schablone für systematischen Sozialabbau ohne dass das Volk sich dagegen wehrt.


Wer also objektiv die Berichterstattung erfolgt und nicht vom falschen Ehrgeiz antreiben ist, muss feststellen, dass die Deutschen tatsächlich die Naivsten und Dümmsten in Europa sind. Gerade wird veröffentlicht, dass die Baumarktkette "Praktiker" durch einen fünf prozentigen Lohnverzicht der Belegschaft gerettet werden soll und auf der anderen Seite lässt der Springerverlag nicht locker, Anton Schlecker als böswilligen Pleitemacher an den Pranger zu stellen. Da bin ich persönlich mal gespannt, wer am Springerpranger landet, wenn Opel und Ford die deutschen bzw. europäischen Produktionsstätten schließt, um amerikanische Arbeitsplätze zu sichern.


Protektionismus als demokratisches Selbstverlangen

Selbstverständlich beginnt der Protektionismus. Wie bei jeder Wirtschaftskrise, die wir als industrialisierte Menschheit immer wieder durchleben müssen. Wirtschaftskrisen gehören nun mal zum Kapitalismus. Schrecklich ist dagegen die Feststellung, dass der angebliche Gegner des Kapitalismus, der Kommunismus, die Spielregeln des Kapitalismus besser beherrscht als die westlichen Länder. Das was einmal die Menschen vom Kommunismus befreien sollte, bedroht nun als Wirtschaftsmacht den Westen. Und das im korrekten Kampf nach den freien, kapitalistischen Regeln.


Das muss wohl ein Schock für jeden redlich studierten Ökonomen gewesen sein. Plötzlich wendet sich die Jahrzehnte langen Subventionen der eigenen Produkte gegen die eigene Wirtschaftsmacht. Auf der Gegenseite, im Kampf um die Marktanteile hat sich Asien und Russland erhoben und führt einen weitaus besseren und effektiveren Kampf mit Staatssubventionen, als die Mutterländer dieser Erfindung.


Europa und die USA sehen sich gezwungen ihre gesamte Bevölkerung auf ein absolut niedriges Niveau des Lebensstandard zu dumpen. In ökonomischen Kreisen spricht man hier wohl von einer Völkerübergreifenden konzertierten politischen Aktion, die nur auf den aktuellen Marktregeln beruht und daher ohne gesetzliche Grundlage durchzusetzen ist.


Eine ganz neue Erfahrung für so manchen standhaften Demokraten. Er muss erkennen, dass seine Demokratie, die noch vor wenigen Jahren als der Inbegriff der Menschlichkeit gehandelt wurde, plötzlich zum Unikum der Unmenschlichkeit wird, weil der Markt dies verlangt.


Die Vernunft regiert plötzlich die Welt und mit Vernunft meine ich den Geldbeutelverstand, der Demokraten, Kommunisten, Monarchen und jedem kleinen Menschen als angeblicher Verstand seinen Willen aufdrängt. Plötzlich zeigt der Menschenfreud keine Skrupel mehr, denen die eh nix haben, nicht einmal das Geringste zum Leben noch zu sprechen zu wollen, weil die Kassen leer sind.


Die tatsächliche Moral von uns allen kriecht in uns hoch und lehrt uns den Grundsatz der Marktwirtschaft. "Jeder ist sich selbst der Nächste....!". So ist die Demokratie bereit, sich selber Regeln aufzuerlegen, die vor wenigen Jahren noch undenkbar waren und nur diktatorischen Ländern zugetraut wurden.


Kein schlechtes Gewissen beim Elend der ANDEREN

Plötzlich kann man das Elend sehen und ertragen. Ja - man empfindet es sogar als gerechte Strafe, gemäß den Regeln der Marktwirtschaft. Doch noch ist der Demokrat weit davon entfernt zu verstehen, was gerade mit ihm passiert. Er windet sich nach allen Seiten und sucht verzweifelt Mehrheiten, die sein eigenes Elend verhindern sollen und es auf andere abwälzt. Plötzlich muss er feststellen, dass all seine angeblichen Lösungen im Endresultat grundsätzlich und immer, ihm persönlich Nachteile bringen.


Zu erst wird ihm offenbart, dass wir einer Altenschwemme entgegen rennen und die jedem die Altersarmut droht. Trotzdem ist genügend Raum für Rentenbeitragssenkungen, die jeder gerne begrüßt, wenn er an seine ganz persönliche Lohnabrechnung denkt.


Nein, dieser redliche Demokrat hat noch nicht erkannt, wer ihm seinen Willen macht und ihn lehrt, was er wollen will. Diese Egomanie, die auch aus der Demokratie nicht wegzudenken ist, war bis jetzt immer und überall das Ende einer jeden gerechten Gesellschaft. Jeder der irgendwann einmal gelernt hat, dass es Gründe gibt, die andere besser bzw. schlechter bewerten und daher in soziale Schichten einstufen, ist ein Feind jeder Menschlichkeit, die nur als Gemeinschaft ohne Klassifikation ausgeübt werden kann.


Er ist der Illusion erlegen, dass Wohlstand, Menschlichkeit kaufen kann. Nun bricht in Europa und in der Welt die Einnahmequelle weg. Europa produziert für die Welt und sie verfügt über kein Geld mehr, die Produkte zu bezahlen. Das nennen wir nun Schuldenkrise und erlaubt uns, sämtliche Länder jedes Sozialprogramm zu streichen. Die Logik der Marktwirtschaft ist also bereit jede Menschlichkeit für Gewinne zu opfern. Das kann auch als Krieg gegen das Volk angesehen werden. Dabei spielt es keine Rolle ob nun der Arbeiter freiwillig und aus Überzeugung auf seinen Lohn ganz oder teilweise verzichtet oder dazu per Gesetz gezwungen wird.

Freiwillig hergeben ist kein Diebstahl aber Marktwirtschaft


Am Ende steht immer die Gewinnsicherung der Unternehmen auf dieser Rechnung und der Demokrat glaubt heute noch, das Volk würde davon profitieren - ganz nach der alten Lehnsmann-Manier, wenn er seinem Fürsten die Treue hält. Doch wer nichts mehr hat, das er hergeben kann, wird für die Marktwirtschaft uninteressant und überflüssig. Daher ist jeder bestrebt, sich irgendwie doch noch sinnvoll darzustellen und sei es nur, indem er dafür sorgt, dass andere auch noch ihren letzten Rest an Habseligkeiten verlieren - auch das ist eine sinnvolle Tätigkeit innerhalb der Marktwirtschaft.


Der Gedanke der Renaissance ist längst im Wirrwarr der Geschichtsschreiber untergegangen. Er kann heute mit all dieser Vernunft, die in uns herrscht gar nicht verstanden werden. Wir sind zu sehr auf das Geld fixiert und wissen gar nicht mehr worauf sich das heute Geldsystem tatsächlich stützt.


Es fällt uns nicht einmal auf, wenn über die vielen Bodenschätze von Afghanistan und das viele Gold in Südafrika berichtet wird. Wir haben nur die Rohstoffkrieg im Kopf, die bereits überall auf der Welt entbrannt sind. Wir verstehen das Wesen des Geldes nicht einmal Ansatzweise, wie der aufständische Bauer im 15. Jh. Er verstand noch wie Geld entsteht und dass dafür Grund und Boden als Sicherheit notwendig ist.

Dem heutigen Menschen versucht man dies vergeblich zu erklären. Er hält Geld für ungedeckt und wundert sich nicht, wenn er für sein Geld im Supermarkt sein Steak kauft. Er ist bereits ein Geldesoteriker, der Geld als Droge beschreibt und dies nur vom Glauben der Menschen als Wert aufrecht erhalten wird.

Es ist ihm mit seinem Verstand nicht möglich festzustellen, dass auch ohne Geld die gleichen Werte noch existieren werden und nach den gleichen Gesetzmäßigkeiten gehandelt wird, wie mit Geld. Daher ist festzustellen, dass trotz Technologie und Welterkenntnis, der Verstand des Menschen mehr und mehr abnahm und bald in wenigen Jahrzehnten ganz in die Vergessenheit gerutscht sein wird.


Es gab nie eine blödere Menschheit, als die heutige. Selbst der Fortschritt folgt nur den Marktgesetzen und eliminiert den letzten Rest von Verstand auf dieser Welt. Schopenhauer wird heute noch als Held gefeiert, weil er angeblich Kant widerlegte - weil eben nicht sein kann, was nicht sein darf.


Das Volk, die Masse ist immer noch willenlos dem Diktat des Eigentumsdenken ausgeliefert und macht keinerlei Anstalten es auch nur ansatzweise zu verstehen, was tatsächlich in dieser von uns allen erdachten Welt veranstaltet wird. Wir sind alle aktive Schausteller in dieser Welt. Jeder ist darauf bedacht, das beste Geschäft für sich selber abzuschließen - ohne Rücksicht auf Verluste der Anderen. Viele mehr ist die heutige Moral so veranlagt, dass die Verluste im Verschulden der Verlierer liegt.


Wer gegensätzliches beweisen will, wird abgeschmettert wie Kant, mit seiner "Kritik an der reinen Vernunft". Nein, die Vernunft lässt sich nicht vom Verstand kritisieren, wer will schon zugeben, dass er und all die weisen Generationen vor ihm, in all ihren Annahmen und Behauptungen grundlegend falsch lagen und jede Wissenschaft mit falschen Ergebnissen hantiert?


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