Montag, 29. Oktober 2012

New York der ersehnte Untergang - ein Hilferuf der Geschundenen

Sensationslust und Angst treiben seltsame Auswüchse. Wissenschaftler müssen in Italien für sechs Jahre ins Gefängnis, weil ihre Erdbebenwarnung nicht vehement genug war. In New York, das voraussichtlich nur von Hurrikan "Sandy" gestreift wird, wird das "öffentliche Leben", Bus- und Bahnverbindungen gestoppt. Damit ist allerdings noch nicht genug. Auch die Wallstreet pausiert und legt einen Ruhetag. So bleibt Raum für Katastrophenberichterstattung, wo keine ist und an alle Verschwörungstheoretiker: Dieser Sturm ist kein Resultat des Klimawandels, kein Haarpphänomen, sondern ein ganz natürlicher Sturm. Wir befinden uns nicht mehr in der Steinzeit, wo für jeden Blitz ein neuer Gott oder eine neue Opfergabe erfunden werden muss, um uns vor der Natur zu schützen.

Es werden angeblich Wellen in einer Höhe von ca. 3 Metern erwartet. Sie sollen Teile New Yorks, besser gesagt die "tiefer" gelegenen Gebiete überschwemmen. Sie Sensations- bzw. Katastrophenlust reißt nicht ab. Es scheint fast so, als ob die Menschen von der Natur ein Ende ihrer wirtschaftlichen Probleme erwarten.

Mit stoischer Akribie durchforsten Wissenschaftler und Erdbewohner Naturphänomene auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen und Abstrakten, das das Ende ihrer Welt ankündigt. Das was wir Leben nennen zum Stillstand bringt und einen Neustart einläutet. Die Sehnsucht der Menschen nach einem Neubeginn ist unverkennbar und zeichnet sich in jeder Phase und in jeder Zeile unserer Tagesneuheiten ab.Gleichzeitig stellt dieses Szenario eine willkommene Gelegenheit für die Politik dar, dort Fürsorge zu zeigen, wo vorher raue Nachlässigkeit herrschte bzw. Finanzierungsstau, wie man heute so schön sagt.


Irgendwo muss sich doch etwas finden, dass unsere ausweglose Situation beendet und uns nicht bis zum unvermeidlichen Zusammenbruch unserer Lebensphilosophie, dem Kapitalismus führt. Der heute Mensch hat also keine Angst vor dem Ungewissen, was natürlich ist, sondern er ist von der Angst vor dem unvermeidlichen getrieben - vor dem Kollaps seines Wirtschaftssystem, das er für unzerstörbar und vor allem für einen Heilbringer der ganzen Menschheit hielt.

Immer mehr wird die Wahrheit erkennbar. Das was für alle Gutes bringen sollte, entpuppt sich als parteiisches, unsensibles, ja gar unsoziales Monster, das jeden Hurrikan und jedes Erdbeben in den Schatten von Mittelmäßigkeit stellt. Es scheint fast so, als ob die Menschheit eine riesige Naturkatastrophe herbei sehnt, um sich selber beweisen zu können, dass sich die zerstrittene und sozialdarwinistische Menschheitsgesellschaft als solidarisch beweisen kann.



Doch in Wahrheit scheitert sie an ihrer eigenen Selbstgerechtigkeit, die nur unsoziales Verhalten Gut heißt. Der Angst einflössende Sturm "Sandy" traf abermals Haiti. Kostete wieder vielen Menschen das Leben und ohne große Recherchen behaupte ich, dass abermals die Armen in diesem Land von den Folgen dieser Natürlichkeit betroffen waren. Unser Gesellschaft ist nämlich zwar fähig zu halten, aber nicht gewillt. Ihre Vorstellung von "Sozial" und "Solidarität", scheitert grundsätzlich am Willen, der sich über jedes marktwirtschaftliche Denken stellt. 

Der Hilferuf einer geschundenen Menschheit

Im Grunde ist es wider jedes menschliche Denken, an gefährlichen Orten zu siedeln oder gar unterhalb des Meeresspiegels. Doch diese natürliche Angst wird einfach mit günstigen Mieten untergraben. Die großen Schäden von Hurrikans berechnen sich lediglich aus seinem verursachten materiellen Schäden. Ein Schaden in Slums und primitiven Behausungen von Menschen, die in unserer Gesellschaft als unrentabel gelten, ist schnell berechnet und wird nicht gewichtet. Erst wenn ein Hurrikan auf eine westliche Metropole droht zu treffen, beginnen die Versicherungsrechner der börsennotierten Unternehmen zu rechnen. Schließlich geht es um Versicherungsansprüche, die man geltend machen kann.

Das zeigte uns auch der "Jahrhundert-Tsunami"im Jahre 2004. Die Hotels sind heute wieder aufgebaut. Die vielen Hilfsgelder haben aber die Situation der Bevölkerung an sich nicht geändert. In Japan kam es zum Supergau nach einer gigantischen Sturmflut, weil es sinnvoll erschien, AKWs am Meer zu bauen - damit es genügend Kühlwasser gibt usw.

Der Mensch ist heute nicht mehr fähig, Gefahren seiner Entscheidungen abzuschätzen. Er macht sie einfach zu einem Restrisiko und berechnet sie in geringen Prozentzahlen als Wahrscheinlichkeit. Doch wenn diese geringe Wahrscheinlichkeit eintrifft, kommen 100% Risiko auf die betroffenen Menschen und Landstriche zu. Eine Gangart von Entscheidungsfindung, die sich einer Zivilisation nicht gebührt, wäre sie denn so gerecht und menschenfreundlich, wie sie sich gibt.

Fürsorge beginnt nicht mit Warnungen vor Katastrophen, sondern einem Siedlungsverbot an kritischen Landstrichen, wenn es dem Menschen an natürlichen Sicherheitssinn mangelt. Welcher unverkennbar durch die marktwirtschaftlichen Gesetzen untergraben und eliminiert wurde.

Auch in früheren Zeit lebte das gemeine - also das geringere Volk, an Flussmündungen, da es in regelmäßigen Abständen überflutet wurde. Der Adel und die höhere Volk wohnte an den schwer zugänglichen Hängen. Unsere Zivilisation hat es also bis heute nicht geschafft, alle gleichermaßen vor Gefahren zu schützen. Gefahrenschutz beginnt immer erst mit einem gefüllten Geldbeutel.

Erst wenn das geringe Volk den Reichen und Schönen droht in Massen wegzusterben. Keiner mehr oder wenige übrigbleiben, für die Dreckarbeit, bewegt sich der Geldadel. So war es im Mittelalter, als die hygienischen Umstände, den Bestand des "Humankapitals" bedrohten und gar die Giftbrühe Wasser bis in die edlen Haushalte gelangte und krank machte. Erst dann bewegte sich der angeblich fürsorgliche Geldadel für besser Lebensumstände für alle.



Die Frage ist heute also: Wie sehr kann die "niedrige" Weltbevölkerung dem Geldadel heute seine Unentbehrlichkeit beweisen? Offensichtlich gibt es dafür noch keine Antwort und so sehnt sich das "gemeine" Volk eine verheerende Katastrophe herbei, die seine Wichtigkeit beweisen soll.

Ich kann nur für mich sprechen: Würde jeder das Leben des anderen, mehr achten als sein eigenes, hätte die Welt keine Probleme mit gefahren. Es gäbe keine Makler, der baufällige Wohnungen verkauft. Es würde keine Wohngebiet von Gemeinden ausgewiesen, die auf Gifthalden sich befinden usw. Erst wenn wird anfangen nicht mehr über Profit und Verlust das Leben für andere zu berechnen, damit wir auf eigene Rechnung besser leben können, wird es einen Wandel geben. D. h. bedeutet aber in der Konsequenz, dass man nicht nur den Reichen die Profitgier unterbindet, sondern die eigene gleich mit und darin liegt das Problem. Der Mensch ist nur bereit andere zu maßregeln, aber niemals sich selber bis in die letzte Konsequenz seiner Forderung.

Daher besteht ich weiterhin auf die Feststellung: Der Mensch ist sein eigenes und größtes Problem. Er kann sich selber nicht überwinden


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