Donnerstag, 21. Februar 2013

Bulgarien: "Das Volk erhält seine Macht zurück"

Bulgarische Ministerpräsident Boiko Borissow tritt nach Protesten gegen zu hohe Strompreise und desolate Wirtschaft zurück. Er gibt damit dem Volk seine Macht zurück. Das ist der Leitsatz unter dem sich unsere Medien auf dieses Thema stürzen. Doch was kann man mit einer Macht anfangen, die mit aller Wucht gegen die Wand gefahren wurde?

Borissows Rücktritt ist keine Hommage an die Demokratie, sondern ein Armutszeugnis. Bulgarien gilt als EU-Musterschüler. "summa cum laude" - wäre die Note, wenn Bulgarien eine Doktorarbeit wäre. Natürlich strotzt sie vor Plagiaten, doch in diesem Falle ist das irrelevant. Die Quellen sind bekannt. Es ist der internationale Libertärismus, der momentan wie eine Pest auf der Welt grassiert.


Borissow und seine Regierungsband sparten am lebendigen Volk für den Staatshaushalt. Bulgarien teilen sich drei internationale Energieriesen wie Fürstentümer auf. Die Strompreise stiegen im letzten Jahr um 13% - ganz ohne Energiewende. Wer Bulgarien verlassen kann, kehrt der Heimat den Rücken. Niedrige Löhne und hohe Lebenshaltungskosten erträgt nur der, der keine andere Chance hat.

Borissows ist kein Demokrat

Borissows verlässt die Regierung wie ein Trotzkopf; gibt zwar die Macht ans Volk zurück und hinterlässt damit ein neoliberale Trümmerlandschaft.  Er will in keinem Land regieren, in dem die Polizei die Bevölkerung verprügelt. Doch genau das ist, was er seinem Volk zurück gibt. 

Irgendwie sah der Kapitalismus mit seiner Demokratie aus der Ferne des Sozialismus so wundervoll reich und glänzend aus. Nun ist der Mensch mal wieder am Ziel seiner Träume und muss enttäuscht feststellen, dass Träume nur Schäume sind. Es muss ein Schock für diese Menschen sein. Die kommunistischen Funktionäre wurden einfach von internationalen Wirtschaftsmagnaten ersetzt. Die ersehnte Eigenverantwortlichkeit wird zum unerschwinglichen Luxus und die Gemeinschaft entpuppt sich als rücksichtsloser, gieriger Egoismus.

Wir leben alle in einer Welt, die sich dem Gesetz der Gier unterwarf und nun versucht mehr schlecht, als recht damit umzugehen. Innerhalb dieser Gesetze der Gier, wird sogar noch nach Gerechtigkeit gesucht. Eigentlich sah sich Bulgarien als Mitglied im Club der Reichen. Doch es ist eben nur die Peripherie des Imperium. Und die Peripherie muss für den Wohlstand des Zentrums sorgen. So lauten nun mal die Hierarchie der Gier.


Bulgarien, die Peripherie der EU

Das "Armenhaus" der EU wird Bulgarien genannt. Die Armen begehren auf, gegen den eigenen Willen, der sich nicht reich, sondern arm machte. Bulgarien muss seinen Dienst an der EU tun. Es muss seine verarmende Bevölkerung davon abzuhalten, in das Zentrum des Imperiums zu ziehen. Sie müssen sich Europa wie ein großes antikes Rom vorstellen. Die Armenviertel sind eben heute keine Stadteile mehr, sondern Staaten - die Peripherie. An dessen Humankapital kann man sich bedienen, wie an jedem anderen Rohstoff auch. Das sind die Gesetze der Gier, die das höchste Ansehen beim Ärmsten der armen haben.

Der deutsche Innenminister Friedrich, beklagte sich am selben Tag über die Armutszuzüge aus Rumänen unter der frei nach empfundenen Begründung: Wir bezahlen bereits über die EU für Rumänien, jetzt sollen sie uns gefälligst das arme Gesinde vom Leib halten.  Das ist imperialer Führungsstil und die bulgarische Polizei prügelt auf ihr eigenes Volk ein wie Scharfrichter, die glauben das Recht auf ihrer Seite zu haben.

Bulgarien, sowie die EU und insbesondere die Zustände in Deutschland sind das Resultat des Willens der Bevölkerung. In ihrem inneren Auge der Vernunft verfolgen sie das Ziel des Reichtums - eben der Gier - und landen als arme Schlucker auf der Straße.

Wer Gewinne machen will, braucht immer einen der diesen Gewinn von seinem eigenen Kapital finanziert. Die politische Diskussionslandschaft hier in Deutschland und auch im europäischen Ausland strotzt vor wirtschaftlicher Fachsimpelei. Jeder Staatsbürger ist der bessere Manager und will genau seine Abteilung bestbezahlte sehen.

Der Egoismus als letzte Zuflucht

Gemäß der fast schon genetisch bedingten Intuition der Giergesetze, erscheint die Leibeigenschaft wie eine drohende Götterdämmerung am Horizont. Jeder erklärt sich zu seinem eigenen Eigentum. Darauf warten die Angreifer aus dem libertären Lager nur. Denn nur der, der sich als Eigentum erklärt, kann am Pokertisch der Gier sich selber als Einsatz verlieren.

So macht sich der simpel geschulte Wirtschaftsspezialist - der Pöbel - auf den Weg sich selber zu retten und rennt mit der größten Überzeugung ins offene Messer der Marktwirtschaft. Richtig wäre, in aller Ruhe dem Ende des Kapitalismus entgegen zu sehen. Ihm keine Nahrung durch Aufstände und Revolten zu geben. Denn die Libertären halten sich grundsätzlich wie alte Tempelritter an die selbstgeschaffenen Gesetze.

Nur wer sich zur Wehr setzt kann von ihnen niedergemetzelt werden. Deshalb werden wir es immer häufiger sehen, wie Polizei- und Militärschwadoren auf ihren Rohstoff Mensch einprügeln, um ihn gefügig zu machen, wie einen Tintenfisch, den man weichklopft damit er besser schmeckt.


Kantsche Führungselite ist nicht in Sicht

Borissow - zurück getretener Regierungschef in Bulgarien - wäre gut beraten, wenn er seinem Volk genau erklären würde warum es in dieser Lage ist ohne Schuldzuweisungen. Wer ein Spiel spielt, darf nicht nach verlorenem Spiel, den Schuldigen im Gewinner sehen. 

Es ist seine eigene Verantwortung, wenn er sich auf das Spiel einlässt, weil er davon überzeugt ist zu gewinnen. Könnte er den Gewinn für sich verbuchen, läge es ihm fern, den Verlieren als Schuldigen für seinen Gewinn anzuklagen.

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