Montag, 4. März 2013

Das Schweizer Anti-Abzockgesetz - Das Spiel mit Ihrer Hoffnung

Der Schweizer Volksentscheid gegen die hohen Manager-Gehälter liest sich in Deutschland wie ein Sieg der Demokratie. Doch in Wahrheit sollen lediglich die Aktionäre der jeweiligen Aktiengesellschaft über die Höhe der Managergehälter abstimmen. Der Staat bleibt außen vor. In Deutschen Ohren soll es dagegen wie Engelsmusik klingt. Es soll wie ein Sieg des Proletariats gegen die Bourgeoisie aussehen. Ist es aber nicht. 

Theoretisch (klingt wie Theologie) ergibt sich mit einer Kürzung der Managergehälter nur eine größere Ausschüttung für die Aktionäre. Für die jeweiligen Arbeitnehmern der Aktiengesellschaft ist daraus kein finanzieller Vorteil oder höhere Einkommen abzuleiten. Dieser Volksentscheid ist nicht die ersehnte Umverteilung, die manch Deutschen gerne darin sehen will und die unsere Medien zu gerne als Hoffnung in Kopf pflanzen wollen. Die Schweizer Demokratie stimmte sehr ökonomisch und wirtschaftspolitisch ab. Erhält der Novatischef z. B. keine 72 Millionen Schweizer Franken als Belohnung ausbezahlt, bleibt mehr für die Aktionäre - nicht für die Arbeiter und Angestellten. ... Und erhoffen Sie sich ja keine billigere Medikamente. Es beleibt ein Deal für die Aktionäre. Das ist der wahre Sinn dieses Volksentscheides.


Die Aktiengewinne werden sinken und mit solchen Gesetzen sorgt man auf Kosten des teuren Führungspersonals vor. Damit die Aktien nach wie vor an den Börsen attraktiv bleiben. Wahrheit ist auch, dass die großen Aktienpakete von Banken und Großinvestoren gehalten werden. Viele Kleinaktionäre treten ihr Stimmrecht einfach an ihre Bank ab und beschäftigen sich nicht näher mit Geschäftsinterna - Hauptsache die Dividende stimmt und der Aktienkurs steigt. Manch einer besitzt nur eine Vorzugsaktien, die über keine Stimmrecht verfügen und daher billiger sind.

Auch der VW-Konzern in Deutschland kürzte seinem Manager Winterkorn das Gehalt freiwillig von 20 Millionen auf 14 Millionen Euro. VW-Arbeitnehmer profitieren davon allerdings genauso wenig, wie die gemeine Schweizer nach diesem Volksentscheid. Es war lediglich eine Abstimmung der Kleinaktionäre, weil sie einen Vorteil für sich witterten. Soziale Gedanken spielten dabei keine Rolle. Der Volksentscheid, lässt sich nur als solcher gut verkaufen.

Aus Gewinnen werden Unrechtsgewinne

In der Schweiz wurde mit diesem Volksentscheid das gemeine Kündigungs- und Abfindungsgesetzt auf die Manageretagen ausgeweitet. In Zukunft sollen Schweizer Mangager nur dann noch eine Abfindung kassieren können, wenn sie nicht selber kündigen, zurück treten oder aufgrund Missmanagement entlassen werden. Sie werden nun wie jeder andere Arbeitnehmer behandelt. Ein Negativbeispiel ist der Fall Utz Claasen. Er kündigte nach wenigen Tagen als Manager einer Photovoltaikfirma und klagte in Deutschland eine sechsstellige Abfindungssumme erfolgreich ein. Nun müssen die Arbeiter seinen Luxusgewinn wieder erwirtschaften. Im Falle der Schweiz wäre ein Unrechtsgewinn. Sie sehen: Mit diesem Gesetz werden lediglich die Gewinne der Firma für die Aktionäre geschont.  

Besonders beeindruckend ist: Begrüßungsmillionen für Manager werden in Zukunft verboten und zu einem Unrechtsgewinn gemacht;  so wie Verkaufsprämien an den Manager bei Firmenverkäufen. Doch auch das kann einfach umgangen werden, wenn diese Verkäufe am Ende über Dritte abgewickelt werden, wie im Fall Ecclestone und Bayrische Landesbank, als es um den Verkauf der TV-Rechte der Formel-Eins ging. Noch brisanten wird es im Fall Mappus und den EnBW-Aktien oder nehmen wir den Skandal um die bayrische Landesbank und die HGAA.

Unser Medien bauen mit Ihnen gerade wunderschöne Luftschlösser und liefern so eine Mogelpackung für "soziale Marktwirtschaft" im Sinne der Großaktionäre. Vergessen Sie nie: Auch Manager sind nur abhängig Beschäftigte, obwohl sie in einer Gehaltsklasse spielen wie Sie. Mit diesem Schweizer Gesetz wurde lediglich ein Riegel für Seilschaften des Management gegen die Aktionäre vorgeschoben. Es hat keinerlei Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und gerechte Entlohnung.



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